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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. Januar 1909, Seite 23

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigt 7

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zur Freude und zur Ermunterung, so auch zur Nacheiferung, zur
Anteilnahme und zum Eifer in der Fürbitte dienen. L. F.

Brasilianischer Distrikt. P. O. Böttcher, Pastor in San
Juan, Argentinien, bedient nach dem Bericht des „Kirchenblattes“
unserer Brüder in Südamerika seit einiger Zeit auch zwei neue
Gemeinden, nämlich Libaros mit 18 Gliedern und Lucas Gon⸗
zalez mit etwa 50 Gliedern. Außerdem hat die kleine Kolonie
San Ernesto um Bedienung gebeten. Die Schule in San Juan
schloß das Schuljahr mit 100 Schülern ab. Die Gemeinde gibt
sich der Hoffnung hin, daß sie dieses Jahr einen Schullehrer be⸗
kommen kann. Bisher hat der Pastor allein Schule gehalten. Es
heißt noch in dem Bericht des „Kirchenblattes“: „Die Adventisten,
die uns in den letzten Jahren viel Mühe und Sorge gemacht haben,
verhalten sich in der letzten Zeit ziemlich ruhig, dafür sind sie an
andern Orten um so geschäftiger, zum Beispiel in Lucas Gonzalez.
Die letztere Gemeinde sollte überhaupt, soll sie innerlich wachsen,
bald einen eigenen Pastor haben.“ Zu diesem Bericht einige Be⸗
merkungen: Es ist überaus erfreulich, daß unsere in Südamerika
arbeitenden Brüder von vorneherein ein so großes Gewicht auf die
christliche Gemeindeschule legen. Die Arbeit in der Schule dort
ist vielleicht noch etwas schwerer als in den Vereinigten Staaten
und erfordert viel Selbstverleugnung. Mit Hilfe der Gemeinde⸗
schule wird aber auch dort durch Gottes Gnade ein sicherer Grund
für ein gesundes lutherisches Gemeindewesen gelegt werden. Nach
dem vorliegenden Bericht müssen wir uns aber auch darauf gefaßt
machen, daß unser südamerikanischer Distrikt mit seiner Bitte um
Zuweisung von Lehramts⸗ und Predigtamtskandidaten noch drin⸗
gender werden wird. Gott gebe, daß wir die Bitte erfüllen können!
Endlich ist auch die Erinnerung am Platze, daß wir bei unsern
Kollekten ja nicht die Kasse für Brasilien vergessen. Die Kom⸗
mission hat den Unterzeichneten benachrichtigt, daß die Kasse gegen⸗
wärtig ein Defizit hat. Wie gnädig und gütig ist Gott, daß er
uns so viel Gelegenheit gibt, von unserm irdischen Gut noch mehr
als bisher in den Dienst des Evangeliums zu stellen! F. P.

Wort und Antwort.

„Ich habe nie etwas Schlimmes getan.“ — „Siehe, ich bin
aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in
Sünden empfangen“, Ps. 51, 7.

„Ich bin so gut wie die „Frommen“‘.“ — „Es ist das Herz
ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?“ Jer. 17,9.

„Ich will mein Leben genießen.“ — „So freue dich, Jüng⸗
ling, in deiner Jugend und laß dein Herz guter Dinge sein in
deiner Jugend! Tue, was dein Herz lüstet und deinen Augen
gefällt — und wisse, daß dich Gott um dies alles wird vor Ge—
richt führen“, Pred. 11, 9.

„Ich bin noch nicht ganz bereit.“ — „Heute, so ihr hören
werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht!“ Hebr. 4, 7.

„Es ist jemand, dem kann ich nicht vergeben.“ — „Wenn
ihr aber nicht vergeben werdet, so wird euch euer Vater, der im
Hinnnel ist, eure Fehle nicht vergeben“, Mark. 11, 26.

„Ich tue mein Bestes, um selig zu werden.“ — „Aus Gna⸗
den seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht
aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß
sich nicht jemand rühme“, Eph. 2, 8. 9.

„Was muß ich tun, um gerettet zu werden?“ — „So du
mit deinem Munde bekennest IEsum, daß er der HErr sei, und
glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auf⸗
erwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet,
so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so
wird man selig“, Röm. 10, 10. 11.

„Ich kann nicht glauben.“ — „So kommt der Glaube aus

der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes“, Röm.
10, 17.

„Wie kann ich wissen, daß Gott mich erhören wird?“ —
„So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet
ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“,
Joh. 15, 7.

„Ich bin zu schlecht.. — „So kommt denn und laßt uns
miteinander rechten, spricht der HErr. Wenn eure Sünde gleich
blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich
ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden“, Jes. 1, 18.

„Ich zweifle, ob ich bekehrt' bin.“ — „Wir wissen, daß wir
aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die
Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode“,
1 Joh. 3, 14.

Gnter Rat für die Christen in ihren mancherlei
Anfechtungen.

Ich rede aus Erfahrung: je mehr du den Gedanken, womit
der Teufel dich angreift und müde macht, Raum gibst, desto stär⸗
ker und geschwinder lehnt er sich wider dich auf, so lange, bis er
dich in Verzweiflung bringt. Deshalb ist keine bessere und kräf⸗
tigere Hilfe und Arznei, als daß ein Mensch, wie er nur immer
mag und kann, solche Gedanken aus dem Sinn schlage und auf
das Widerspiel denke. Es falle einem Menschen schon eine An⸗
fechtung vor, wie sie immer sein mag, so ist das Allerbeste, daß
er entweder etwas in der Heiligen Schrift lese oder an Gottes
Wort gedenke und dasselbe zu Hand und Herzen nehme. Und
obgleich das Herz unlustig sein würde, Gottes Wort zu lesen oder
zu betrachten — denn der Teufel hindert es gar zu gern und macht
den Menschen dazu überdrüssig —, dennoch sollst du dich selbst
dazu zwingen, daß, wenn schon dein Herz und Gedanken nicht
hinan wollten, dennoch deine Zunge, Ohren und Augen damit zu
schaffen haben und anders sehen, hören und tun, denn das Gemüt
und Herz gedenkt und vorhat. Denn du wirst es gewiß empfinden,
wenn die äußerlichen Sinne mit dem Wort umgehen, daß das
Gemüt und Herz auch leichtlich daran kommen wird. Und da kann
man vornehmlich die Macht und Kraft des Wortes Gottes sehen
und erkennen, nämlich daß es das Gemüt und Herz des Menschen,
so mit Todespfeilen verwundet ist, über die Maßen fein heilet und
wiederum gesund macht. (Luther.)

Die beste Predigt.

Die beste Predigt ist die, welche am meisten von Christo
handelt.

Ein junger Mann hatte in Gegenwart eines ehrwürdigen
Theologen gepredigt und ging dann zu dem alten Prediger und
fragte ihn: „Was halten Sie von meiner Predigt?“

„Ich halte sie für eine recht armselige Predigt“, antwor tete
dieser.

„Eine armselige Predigt?“ sagte der junge Mann, „es hat

mich viel Zeit gekostet, sie auszuarbeiten.“

„Das bezweifle ich nicht.“

„Nun denn, warum nennen Sie sie armselig?
meine Textauslegung nicht für folgerecht?“

„O ja“, antwortete der alte Prediger, „sehr richtig.“

„Nun, hielten Sie die Bilder nicht für geeignet und die Be⸗
weisführungen nicht für folgerecht?“

„Ja, das war alles so weit sehr gut; aber doch war es eine
recht armselige Predigt.“

„Wollen Sie mir sagen, warum?“

„Weil“, sagte er, „Christus nicht darin war.“

V.

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