Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 65, Nummer 17 › Seite 262

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. August 1909, Seite 262

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....

I

ihm für seine Verdienste um das Reich Gottes den herzlichsten
Dank votieren. Zugleich sprechen wir die zuversichtliche Hoff—⸗
nung aus, daß unser Synodaldistrikt auch in der Zukunft den
Segen seines Rates wird genießen können.“

P. J. Wefel wurde zum Präses und die Pastoren F.
Wambsganß und Aug. Lange als Vizepräsides erwählt. P. F.
J. Keller ist Sekretär, P. H. A. Bentrup Hilfssekretär und
Herr C. A. Kampe Kassierer des Distrikts.

Nachdem der Distrikt beschlossen hatte, der gastfreien Ge⸗
meinde zu La Porte für die freundliche Ausnahme und Bewir⸗
tung der Synodalgäste durch den Ortspastor, P. Eickstädt, herz⸗
lich zu danken, sprach der bisherige Präses, P. J. H. Niemann,
das Schlußgebet, und die Versammlung stimmter das Lied No. 2
an, voll Dankes gegen den treuen Gott, der die Verhandlungen
so reichlich gesegnet hatte. L. Dorn.

Zur kirchlichen Chronik.

Amerika.

Ein Mitglied unserer Allgemeinen Kirchbaukommission nahm
auf einer Besuchsreise die Gelegenheit wahr, im Interesse dieser
Kasse dadurch zu wirken, daß er den Glaubensbrüdern, mit denen
er in Berührung kam und die von dem Bestehen einer solchen
Kasse nicht die geringste Ahnung hatten, die Notwendigkeit und
segensreiche Wirksamkeit dieser Kasse darlegte. Nach vorher ein—
geholter Erlaubnis des betreffenden Pastors hielt er einen kurzen
Vortrag vor versammelter Gemeinde, in welchem er Zweck und
Einrichtung der Kasse und die Wirksamkeit der Kommission in
kurzen, klaren Worten seinen Zuhörern auseinandersetzte; er wies
besonders darauf hin, daß es zum gedeihlichen und segensreichen
Bestehen der Kasse notwendig sei, daß sich ein größerer Fonds in
dieser Kasse befinde, der dann nach den Bestimmungen der Synode
zinsfrei an arme, bedürftige Gemeinden verborgt und von diesen
in jährlichen Abzahlungen zurückbezahlt werden solle. Da die Er⸗
fahrung gelehrt hat, daß etwa 10 Prozent des so ausgeliehenen
Geldes jedes Jahr zurückbezaͤhlt wird, so hätte die Kommission,
wenn ein Fonds von etwa §200,000 vorhanden wäre, jedes Jahr
520.000 zur Verfügung, und wie vielen armen Gemeinden könnte
damit beim Kirchbau ausgeholfen werden! Zum Schluß bat er
dann die Anwesenden, sich auch bei der Gründung eines solchen
Fonds zu beteiligen und mit ihren Gaben dieses gottwohlgefällige
Werk fördern zu helfen. Und welchen Erfolg hatte er? Der Vor⸗
trag wurde gehalten vor zwei kleinen Gemeinden in South Dakota,
die zusammen etwa 26 Familien zählen, und das Ergebnis war,
daß dem betreffenden Mitglied der Kommission §101.00 bar zu⸗
gestellt und weitere 530.00 versprochen wurden. Das ist ein
schönes Beispiel christlicher Opferwilligkeit und ein Zeichen, daß
unsere Christen noch immer ein williges Herz und eine offene
Hand haben zum Bau des Reiches Gottes, wenn ihnen nur die
Notwendigkeit einer Sache recht vorgetragen wird.

A. C. F. Wichmann.

P. D. J. G. Butler, ein bekannter Theolog und einer der
ältesten Prediger der Generalshnode, ist am 1. August plötzlich
gestorben. Er war 83 Jahre alt und seit seinem Eintritt ins
Predigtamt im Jahre 1849 immer Pastor in Washington, D. C.,
gerade 60 Jahre lang. Eine Reihe von Jahren war er Kaplan
des Repräsentantenhauses und später des Senats. Er war einer
der Hauptvertreter des linken Flügels in der Generalsynode, und
der von ihm herausgegebene Lutaeran Evangelist hat den Namen
lutherisch mit Unrecht getragen. D. Butler war Pastor der Luther⸗
Gedächtniskirche in Washington, und vor seiner Kirche wurde

hauptsächlich infolge seiner Bemühungen das erste große Luther⸗
denkmal in Amerika errichtet; aber von Luthers Sinn und Geist
war bei ihm wenig zu spüren. Er ist vielmehr oft gegen ent⸗
schieden lutherische Lehre und Praxis aufgetreten, hat die biblisch⸗
lutherische Lehre von den heiligen Sakramenten offen verworfen
und Kanzel- und Altargemeinschaft mit Andersgläubigen und
Zugehörigkeit zu Logen rückhaltlos verteidigt. Besonders ist er
auch stets für die falsche Sonntagslehre der reformierten Sekten,
für den „amerikanischen Sabbat“, und für die Prohibitions⸗
bewegung eingetreten. Es ist sehr zu bedauern, daß dieser arbeits⸗
kräftige, einflußreiche, in Wort und Schrift gewandte Mann nicht
für das wahre Luthertum gezeugt, sondern vielmehr es be⸗
kämpft hat. L. F.
Eine Statistik der gesamten protestantischen Heidenmission
veröffentlichte kürzlich das bekannte amerikanische Missionsblatt
Missionary Revieùν½ of ihe Norld auf Grund der letzten Jahres⸗
berichte der einzelnen Missionsgesellschaften, die den Bestand vom
31. Dezember 1907 angeben. Die wichtigsten Zahlen seien hier
daraus mitgeteilt. Die Gesamtzahl der ordinierten Missionare be⸗
trug 5995, der Lehrer, Arzte, Handwerker ꝛc. 2956, der Missions⸗
gehilfinnen 4397, der verheirateten Frauen 6408. Bedeutend
größer war natürlich die Zahl der eingeborenen Helfer, nämlich
98,955, darunter 4999 ordinierte Prediger. Auf 41,563 Sta⸗
tionen waren 4,285,199 Christen gesammelt, in 28,164 Schulen
wurden 1,290,582 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Die
Einnahmen aller evangelischen Missionen beliefen sich in der Hei⸗
mat auf nahezu 824,000,000; auf den Missionsfeldern wurden
von den Gemeinden gegen §5,000,000 aufgebracht. L. F.

Ausland.

Unsere Brüder in Neuseeland, die schon seit einiger Zeit eine
auch von Vertretern der Gemeinden beschickte Konferenz gegründet
haben, haben nun auch ein kleines Kirchenblatt ins Leben gerufen,
das „Lutherische Kirchenblatt für Neuseeland“. Sie wollen damit
einmal ihren Gemeindegliedern dienen durch Lehre, Mahnung,
Warnung, dann aber auch dadurch die einzelnen Gemeinden näher
miteinander bekannt machen und bei ihnen rechtes Interesse für
die Innere Mission in Neuseeland erwecken und pflegen. Wenn
wir daran denken, wie sich diese kirchliche Arbeit in Neuseeland
in den letzten Jahren schön entwickelt hat, so muß uns das zu
rechter Freude und Dankbarkeit bewegen. Vielleicht möchte man⸗
cher „Lutheraner“-Leser, der sich besonders für Neuseeland in⸗
teressiert, auch dieses neue Blättchen lesen. Die erste Nummer ist
vom Juli datiert, und das Blatt wird monatlich erscheinen. Es
wird herausgegeben von den Pastoren der Konkordia-Konferenz
und kostet bei Vorausbezahlung 3 Shillings das Jahr. Alle Mit⸗
teilungen und Bestellungen sind an Rev. A. H. Teyler, Marton,
New Lcaland, zu senden, doch wird ohne Zweifel auch unser Con—
cordia Publishing House Bestellungen entgegennehmen. Gott
geleite das Blättchen auf seinem Lauf und lasse es viel Segen
stiften! L. F.

Der vierhundertjährige Geburtstag Calvins, des bekannten
Gründers der reformierten Kirche, ist besonders in Genf, der
Stätte der Hauptwirksamkeit Calvins, großartig begangen worden.
Die Feier nahm fast eine Woche in Anspruch und war teils kirch⸗
lich, teils bürgerlich. Die protestantischen Kirchen aller Länder,
besonders die reformierten, hatten Vertreter gesandt; die Ver⸗
einigten Staaten waren durch Prof. Williston Walker von der
Hale-Universität vertreten. Leider haben dabei auch manche luthe—
rische Kirchen die Wahrheit verleugnet und sich an der Feier be⸗
teiligt; von den unierten Kirchen, in denen Reformierte und
Lutherische vereinigt sind, konnte man das ja nicht anders er⸗
warten. Bei der großen kirchlichen Versammlung am 2. Juli
hielt der Präsident des Berliner Oberkirchenrats, D. Voigts, eine

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