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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Januar 1912, Seite 1

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften 2 · Anhang 8

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und ich sahe cinen Engti Ay
F lliegen mitten durch den

Himmel, der hatte ein ewig 7
Cuangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sihen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und ölkern, und
sprach mil groher Stimme:
Lürchter Gon, und gebei
ihin die Chrt; denn die Zeit
srints Gerichts ist lonunen,
1 und betel an den, der gemacht
hal Himmel, und Erdt, und
Meer, und die Wasser⸗

BZerausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.

68. Jahrgang.

Ht. Louis, Mo., den 9. Januar 1912.

Getrost!

Sei nur getrost und sehr freudig, daß du haltest und tust allerdinge nach dem
Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur
Rechten noch zur Linken, auf daß du weislich handeln mögest in allem, das du
tun sollst. Jos. 1, 7.

Willst du ein großes Werk beginnen,
Es richten recht mit treuem Sinnen,
Hast schwere Lasten du zu tragen,

Mußt du um Leid und Kummer klagen,
Willst hohe Güter du erringen,

Gilt's, harte Arbeit zu vollbringen,
Fühlst du, daß deine Kraft versagt:

Sei nur getrost und unverzagt!

„Sei nur getrost!“ Gott hat's gesprochen,
Der HErr, der nie sein Wort gebrochen,
Der Tränen trocknet, Schmerzen lindert,
Der Not und Leid und Sorgen mindert,
Der Kraft dir gibt zu allen Dingen,

Zu deinem Wollen sein Vollbringen:
Getrost, sehr freudig sollst du sein;

Gott spricht's, und er erbarmt sich dein.

Du bist dem HErren zugeeignet,

Der seinen Weg dir vorgezeichnet:
Winkt dir zur Rechten falscher Schimmer
Und eitler Glanz, so folg' ihm nimmer;
Will Hoffart dich zur Linken führen
Und Fleischeslust dein Herz berühren,
So höre, wie der Heiland spricht:

„Bleib fest und freudig! Weiche nicht!“

Und wie in Vorsicht du sollst wandeln,

So gilt es, weislich auch zu handeln;
Denn Weisesein heißt aufwärts schauen,
Dem höchsten Helfer sich vertrauen,

Den Willen dessen zu ergründen,

Der frei dich macht von Leid und Sünden,
Der deinen Feinden eifernd wehrt,

Dich, was du tun sollst, liebend lehrt.

O, ist's nicht Wonne ohnegleichen,

So sonder Wanken, sonder Weichen,

Ohn' alles Bangen, alles Zagen

Solch hoher Weisheit nachzujagen?

Was gibt es Schöneres auf Erden,

Welch reich'res Glück kann dir noch werden,
Als, ledig aller Not und Pein,

Sehr freudig und getrost zu sein? R. G.

Zum neuen Jahre.

Siehe, ich habe dir geboten, daß du ge⸗
trost und freudig seiest. Jos. 1, 9.

Das ist ein Wort Gottes an Josua, den frommen und
treuen Diener und Nachfolger Mosis, des großen Propheten
und Knechtes des HErrn. An dieses Wort wollen wir unsere
ersten Worte im neuen Jahre und Jahrgang knüpfen, gerade
wie auch ein ähnliches Gotteswort an Josua dem einleitenden
Gedicht zugrunde liegt. Als dieses Wort geredet wurde, war
das Große, das der HErr mit seinem auserwählten Volk Israel
vorhatte, zur Hälfte getan, aber auch nur zur Hälfte. Moses
hatte das Volk ausgeführt aus Agypten und hindurchgeführt
durch die Wüste. Nun war noch das letzte zu tun, die Einfüh⸗
rung in das gelobte Land Kanaan. Es ist wohl begreiflich,
daß Josua dabei an all die Schwierigkeiten dachte, die mit der
Einnahme Kanaans verbunden waren, und daß ihm darüber

gar manche Bedenken, Sorgen und Befürchtungen kamen.
Auch unsere Synode, in deren Namen der „Lutheraner“
herausgegeben wird und deren amtliches Organ er ist, hat es
mit unvollendeten Arbeiten zu tun. Wie viele Aufgaben hat
uns das zurückgelegte Jahr noch übriggelassen! Wir rühmen
uns der reinen Lehre, der rechten Erkenntnis der biblisch⸗luthe⸗
rischen Wahrheit, und halten dies für unser höchstes Kleinod.
Da gilt es, diesen Schatz noch viel gewissenhafter und treuer zu
hegen und zu pflegen, diese Wahrheit noch viel ernstlicher und
eifriger zu bezeugen und auszubreiten in unserm Lande des
Sektenwesens und in unserer Zeit der religiösen Gleichgültig⸗
keit. Es gilt, dem jüngeren heranwachsenden Geschlecht in un⸗
serer Mitte das recht zu eigen zu machen, was wir von unsern
Vätern ererbt haben, fort und fort den Kampf zu führen gegen
Gewohnheitschristentu*m und Gewohnheitsluthertum, gegen
fleischliche Sicherheit und weltliches Wesen in jeder Form und
Gestalt. — Unsere Synode hat auf ihrer letzten Versammlung
wichtige Beschlüsse gefaßt, wie im Interesse der Ausbreitung der
biblisch⸗lutherischen Wahrheit unsere Lehranstalten ge⸗

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