Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 1 › Seite 3
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Januar 1912, Seite 3
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeſchule
SEDer 2„Tutheranetsse 3
lich aufgetragen hat, nämlich dem Werke der Ausbreitung des
Evangeliums in unserm weiten Vaterlande. Während nun
die Missionskasse dazu dient, die ausgebildeten Prediger und
Lehrer auszusenden und zu erhalten, haben die Synodalkasse
und die Synodalbaukasse vorwiegend den Zweck, die nötigen
Gelder darzureichen, daß Prediger und Lehrer für den Kirchen⸗
dienst herangebildet werden. In unserer Synode ist seit ihrem
Bestehen die löbliche Einrichtung, daß den Prophetenschülern
freies Studium gewährt wird. Die Synode stellt den Schülern
freien Unterricht und freie Wohnung, während die Schüler nur
für Essen und Trinken, Kleider und Schuhe zu sorgen haben.
Die Synodalkasse muß nun für den Unterhalt der Professoren
und für die laufenden Ausgaben unserer Anstalten sorgen,
während die Synodalbaukasse die von der Synode beschlossenen
Neubauten und größere Reparaturen zu bestreiten hat. Da
wir gegenwärtig gegen 1800 Schüler und Studenten und 90
Professoren und Aushelfer auf 15 Anstalten zu erhalten haben,
so ist es ja klar, daß wir diese Kassen fleißig und regelmäßig
versorgen müssen. Die Synode hat deswegen in bezug auf die
Synodalkasse folgende Beschlüsse gefaßt: „1. Die Synode
bittet aufs neue alle ihre Gemeinden, recht zu bedenken, daß
der Haushalt der Synode der Haushalt aller einzelnen Ge⸗
meinden, die sie bilden, ist. Sie bittet alle ihre Pastoren, diese
Sache ihren Gemeinden vorzulegen, es ihnen klar zu machen,
um welch wichtige Sache für Gottes Reich es sich hier handelt,
und sie mit dem Evangelium zu locken und zu reizen, daß sie
durch Gottes Gnade zu diesem Werke immer williger und freu⸗
diger werden. 2. Die Synode empfiehlt dringend allen
Gemeinden, die mit ihr in Verbindung stehen, daß sie einen
bestimmten, wenn möglich, monatlichen Beitrag
für die Synodalkasse festsetzen und die Höhe
dieses Beitrages ihrem Distriktskassierer mel⸗
den. Jeder Gemeinde bleibt es natürlich überlassen, auf
welche Weise sie diese Summe aufbringen will, solange es in
rechter Weise geschieht. 3. Der Allgemeine Präses in Verbin⸗
dung mit dem Allgemeinen Kassierer soll gehalten sein, jähr⸗
lich zu ermitteln, welche Summe etwa in dem betreffenden
Jahre von den Gemeinden aufzubringen ist, um den Haushalt
der Synode aufrechtzuerhalten. Diese Summe soll am Anfang
eines jeden Jahres den Gemeinden durch den „Lutheraner“ be⸗
kannt gegeben werden.“ (Ber. d. Delegatensynode 1911,
S. 172.) ö
Obige Beschlüsse sind gewiß gottgefällig und finden die
Billigung aller verständigen Gemeinden; denn so lieb uns
der Lauf des Evangeliums ist, so ernstlich sollten wir dafür
sorgen, daß auf unsern Colleges Boten, Läufer, erzogen werden,
die das Wort Gottes in alle Lande tragen. Der Unterzeichnete
hat nun mit dem Allgemeinen Kassierer Rücksprache genommen.
Der Stand der Synodalkasse war im verflossenen Jahre folgen⸗
der: Einnahme: §111,269.82; Ausgabe: §129,245.62; Schuld:
517,975.80. Die Einnahmen verteilen sich, abgesehen von dem
Kassenbestand am 1. Februar (814,195.92), so: Concordia Pub-
lishing Housé: 570,000; Gesamtbeiträge aus unsern Gemein⸗
den: §525,972.24;, andere Einnahmen: §1101.66. Für das
Jahr 1912 werden, soweit sich das im voraus bestimmen
läßt, unsere Gemeinden 5850,000 für die Synodal⸗
kasse beizusteuern haben, wenn wir auf 5100,000
Einnahme vom Concordia Publishing House rechnen dürfen.
Der Kassierer meint, wenn alle Gemeinden sich an der Synodal⸗
kasse regelmäßig beteiligten, so würde er keine Not haben, allen
billigen Anforderungen an diese Kasse gerecht zu werden.
Wohlan denn, ihr lieben Christen in allen unsern Gemeinden
und auf allen unsern Predigtplätzen, einerlei ob ihr groß oder
klein, reich oder arm seid, laßt euch von eurem Pastor fleißig
über unsere Arbeit berichten! Lest regelmäßig den „Luthe⸗
raner“, besprecht wenigstens einmal im Jahre in euren Ver⸗
sammlungen unsere Synodalkasse und steuert dann nach Ver⸗
mögen bei! Ihr selbst werdet davon großen Segen haben und
Gott danken, daß er euch gewürdigt hat nritzuhelfen, ein solch
herrliches Werk zu treiben.
Was die Synodalbaukasse betrifft, so ist euch im
„Lutheraner“ vom 30. Mai 1911 genau berichtet, welche Neu⸗
bauten und größeren Reparaturen von der Synode beschlossen
worden sind. Die Bewilligungen für die laufenden drei Jahre
sind 5200,000, von welcher Summe §100,000 bestimmt sind
für die Verlegung des Lehrerseminars von Addison nach Chi⸗
cago. Ihr seid dann auch alle im „Lutheraner“ vom 27. Juni
1911 gebeten worden, die Beschlüsse der Synode in eurer Mitte
zu besprechen und mitzuhelfen, daß sie zur Ausführung kommen.
Gewiß wollt ihr nun auch gern hören, wie sich unsere Gemein⸗
den zu den Beschlüssen gestellt haben. — Unsere Distriktspräsides
haben bald nach der Delegatensynode die Angelegenheit mit
ihren Visitatoren besprochen und diese ermuntert, auf Konfe⸗
renzen mit den Pastoren zu beraten und sie zu bitten, in ihren
Gemeinden die Sache zu besprechen. Wiewohl nun heute noch
nicht zu bestimmen ist, wie weit die Kollekten vorangeschritten
sind, so sind doch die eingelaufenen Berichte der Distriktspräsides
im allgemeinen sehr günstig. In allen Teilen der Synode will
man mit Hand anlegen, an vielen Orten ist man bereits fleißig
am Kollektieren, in einigen Distrikten war man bislang wegen
Mißernten nicht dazu imstande, hofft aber, im neuen Jahre
fleißig beitragen zu können. Nur eine geringe Zahl von Ge—
meinden meldet, daß sie gegen Verlegung des Seminars ge⸗
stimmt habe, 9 von diesen in der Form eines Protestes.
In bezug auf das Zirkular, das überschrieben ist: „An die
Brüder der Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio und andern
Staaten“ und kürzlich an Glieder unserer Gemeinden in allen
Teilen des Landes geschickt worden ist mit der Absicht, die Ver⸗
legung des Seminars von Addison nach Chicago zu verhindern,
sind bei mir Zuschriften von Konferenzen und einzelnen Per⸗
sonen eingelaufen. Man spricht seine Mißbilligung über das
Schreiben aus, und zwar mit Recht. Die Synode hat über diese
Frage tagelang ernstlich beraten und schließlich beschlofsen, das
Seminar zu verlegen. Die große Minderheit, die gegen Ver⸗
legung gestimmt hatte, hat sich dann willig gefügt und ein—
mütig mit den andern Brüdern in St. Louis die beschlossene
Verlegung beraten und dadurch ein feines Exempel gegeben, wie
Brüder bei verschiedener Meinung in bezug auf ein Mittelding
doch gemeinsam handeln können. Alle Gemeinden sind dann
auch über den Hergang genau unterrichtet worden durch den
„Lutheraner“, den Synodalbericht und die Delegaten und kön⸗
nen, wenn sie es wollen und für nötig halten, sich noch weiter
selbst erkundigen. Viele Gemeinden haben bereits abgeschlossen
und die Sammlungen begonnen. Da ist es gewiß nicht zu
billigen, wenn man versucht, durch einen solchen Brief in die
Gemeinden störend einzugreifen. Einer der drei Unterzeichner
des Zirkulars hat sich als Glied der Aufsichtsbehörde von Addi⸗
son unterschrieben. Sobald die betreffende Behörde das Schrei—
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