Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 1 › Seite 2

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Januar 1912, Seite 2

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Weihnacht 4 · Anhang · Anhang 8

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hoben und erweitert werden sollen. Die Aufgaben sind da, sie
sind noch nicht zur Hälfte getan. Da gilt es, mit neuem Eifer
Hand ans Werk zu legen und alle entgegenstehenden Schwierig⸗—
keiten zu überwinden. Unsere Missionen sollen erweitert
und zugleich vertieft werden, so gewiß uns die Predigt des

Evangeliums in aller Welt und die Bezeugung der alleinselig⸗

machenden Wahrheit befohlen ist. Wieviel gibt es da noch zu
tun; welche Schwierigkeiten türmen sich in dem einen oder
andern Missionswerk auf; wie setzen sich oft Einflüsse, die dem
Evangelium feindlich sind, unserer kirchlichen Arbeit entgegen;
wie fehlen uns fast immer Männer und Mittel, das Werk so,
wie es sein müßte, zu treiben; wie zeigt sich öfters auch Müdig⸗
keit und Mutlosigkeit, ja wohl gar Gleichgültigkeit, Abneigung
und Widerwillen gegen die eine große Aufgabe, die der HErr
seiner Kirche auf Erden befohlen hat!

Auch den einzelnen Gemeinden in unserer Mitte sind
Aufgaben gestellt, der einen Gemeinde diese, der andern jene.
Diese Aufgaben sollen gelöst werden. Aber das Werk ist noch
lange nicht vollendet, vielleicht noch gar nicht in Angriff ge⸗
nommen. Die Leiter und Pfleger und einsichtsvollen Glieder
der Gemeinden stehen vor Schwierigkeiten, die sie schwer be⸗
drücken. Hier sollte eine Gemeindeschule eingerichtet werden,
und es will immer noch nicht gelingen; dort sollte ein Kirchbau
unternommen werden, aber sobald die Frage aufkommt, ent⸗
steht Streit über nebensächliche Dinge, oder Mut und Freudig⸗
keit und Opferwilligkeit fehlen. In dieser Gemeinde sollte Ernst
gemacht werden mit der von Gott gebotenen Kirchenzucht; in
jener sollte die Logenfrage ernstlich aufgenommen werden; in

einer dritten sollte dem eindringenden Weltwesen kräftig ge⸗

steuert werden. In vielen Gemeinden sollte neue Lust und Liebe
zu Gottes Wort und Dienst sich zeigen, reges Interesse für die
Arbeit der Kirche und die Ausbreitung des Evangeliums; aber
es hält oft so schwer, solchen Eifer, solche Freudigkeit zu er⸗
wecken; das alte, matte, gleichgültige Wesen will gar nicht
weichen.

Und schließlich ist auch unser „Lutheraner“ vor Auf⸗
gaben gestellt, schwierige Aufgaben, die noch nicht erfüllt sind.
Einmal sollte er in einem viel weiteren Kreise verbreitet und
gelesen werden, als dies bis jetzt noch immer der Fall ist. Er
sollte 100,000 und noch mehr Leser haben; er sollte mit andern
Worten in jedem Hause innerhalb der Gemeinden, die zu un⸗
serer Synode gehören, gehalten werden. Wie oft haben wir
das schon gesagt und uns darum bemüht! Wie haben auch
so viele, viele andere Hand' angelegt und für die Verbreitung
des „Lutheraner“ treulich gewirkt! Aber das Ziel ist immer
noch nicht erreicht, noch lange nicht, und bleibt eine Aufgabe
für das neue Jahr. Und besonders sieht sich unser Blatt auch
vor die Aufgabe gestellt, inhaltlich immer besser zu werden,
immer mehr ein lehrhaftes, erbauliches, volkstümliches Kirchen⸗
und Gemeindeblatt für unsere Christen zu werden, das treu und
gewissenhaft und allseitig sein Amt ausrichtet. Nicht soll das
heißen, daß der „Lutheraner“ seiner bisherigen Stellung un⸗
gewiß geworden wäre. Er ist sich bewußt, daß er in den 67
Jahren, die er erlebt hat, seinem Wahlspruch auf dem Titel⸗
blatt: „Gottes Wort und Luthers Lehr'“ treu gebkieben ist,
und will ihm auch in der Zukunft auf das entschiedenste treu
bleiben. Aber gerade diejenigen, die an ihm arbeiten, ver⸗
hehlen sich am wenigsten, daß er das Ziel, dem er entgegenstrebt,
noch nicht erreicht hat; sie möchten so gern ihre Aufgabe immer

besser erfüllen, alle Schwierigkeiten, die dabei in den Weg
treten, überwinden und auch durch seine Spalten das Werk des
SErrn und seiner Kirche immer erfolgreicher treiben.

Da tut uns allen ein Wort not wie das obenstehende Wort
des HErrn an Josua: „Siehe, ich habe dir geboten,
daß du getrost und freudig seiest.“ Getrost sollen
wir sein an der Schwelle des neuen Jahres und die uns gestellten
Aufgaben fest und klar und bestimmt ins Auge fassen. Den
Schwierigkeiten, die uns dabei in den Weg treten, sollen wir
begegnen mit einem heiligen Dennoch! und mutig sprechen: Wir
fürchten uns nicht. Er, unser SErr und Gott, der Heiland
und Hirte seiner Kirche, hat uns unsere kirchliche Arbeit be⸗
fohlen. Wir gehen dabei nicht selbsterwählte Wege, sondern
so, wie er uns führt. So wollen wir an diesem „Er hat es
befohlen“ uns stärken und uns dadurch getrost machen lassen
Sein Gottesbefehl wiegt alle Schwierigkeiten weit auf.

Aber noch mehr. Wir sollen nicht bloß getrost, sondern
auch freudig sein, arbeitsfreudig, hoffnungsfreudig, sieges⸗
gewiß. Solche Freudigkeit fließt aus der Verheißung des
SErrn, daß er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, und
daß darum doch einmal alle Schwierigkeiten werden überwunden
werden. Seinen Rat und Willen kann doch niemand aufhalten,
sein Evangelium soll seinen Siegeslauf durch die Welt halten,
und sein Wort soll nicht leer zurückkommen. Josua sah die
feindlichen Kanaaniter daraufhin an, daß Gott verheißen hatte,
sie sollten Israel weichen. Darum verloren sie allen Schrecken
für ihn. So sollen auch wir auf die Schwierigkeiten sehen und
allewege das Auge zugleich auf Gottes Verheißung richten.
Das Feld muß er behalten, und unsere Arbeit wird nicht ver⸗
geblich sein in dem HErrn.

Und schließlich wollen wir auch beachten, daß Gott solches
Getrost⸗ und Freudigsein gebietet. „Siehe, ich habe dir
geboten, daß du getrost und freudig seiest.“ Ein Mensch
kann ein solches Gebot nicht geben, noch weniger kann er es
erreichen; aber der HErr kann beides, weil er uns durch sein
gnädiges Wort seine Nähe und Hilfe, seine Kraft und Stärke
zugesagt hat. Darum wäre es Mangel an Zutrauen zu ihm
und zu seiner Kraft und Treue, wenn wir nicht getrost und freu⸗
dig sein wollten. Daß wir nur die Verbindung mit dem HErrn
nicht unterbrechen; daß wir nur den Zugang zu der Quelle des
Trostes und der Freudigkeit nicht versäumen; daß wir nur
mit rechtem Vertrauen in gläubigem Gebet aus seiner Fülle
nehmen Gnade um Gnade, Rat und Trost, Kraft und Stärke,
Freudigkeit und Mut!

Gott, tröste uns und laß leuchten dein Antlitz, so genesen
wir! Sei uns gnädig und segne uns! Sei uns freundlich und
fördere das Werk unserer Hände bei uns! Wir harren auf
dich und werden dir noch danken, daß du unsers Angesichts
Hilfe und unser Gott bist. L. F.

Syuodalkasse und Synodalbaukasse.

Unsere Synode hat beschlossen, daß von Zeit zu Zeit über,

unsere vornehmsten Kassen im „Lutheraner“ berichtet werden
soll. Unsere vornehmsten Kassen sind die Synodalkasse, die
Synodalbaukasse und die Innere Missionskasse. Sie sind des⸗
wegen unsere vornehmsten Kassen, weil sie dem Werke dienen,
das Gott unserer lutherischen Kirche hier in Amerika vornehm⸗

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