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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-11-13, Seite 41
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katecheſe · Katechismus 4 · Katecheſe
Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr."
Herausgegeben von der deutschen evangelisch-lutherischen Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrgang 6. St. Louis, Mo., den 13. November 1849. No. 6.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redacteur, alle anderen aber, welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: Mr. F. W. Barthel, caro of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu senden.
(Eingesandt.)
Auszug aus dem Protokolle der am 26. und 27. September zu Fort Wayne abgehaltenen vierteljährlichen Prediger-Conferenz des Fort Wayner Conferenz-Districtes.
Es waren anwesend: Die Pastoren Dr. W. Sihler, Fr. Husmann, Ad. Detzer, G. Jäbker, G. Streckfuß, Ad. Claus, P. Heid, Fr. Stürken, Andr. Fritze und Dan. Stecher.
Past. W. Sihler wurde zum Vorsitzer, Past. P. Heid zum Schreiber gewählt.
Die Conferenz konnte nicht umhin, vor dem Beginne ihrer Verhandlungen ihr wehmüthiges Bedauern auszusprechen, eines ihrer früheren Mitglieder, nemlich den am 31. August im HErrn entschlafenen Lehrer am hiesigen Seminar, Past. Aug. Wolter, nicht mehr in ihrer Mitte zu sehen; denn durch seine entschiedene christliche Gesinnung und seine liebenswürdige Persönlichkeit war er auch allen Gliedern der Conferenz, die zum Theil schon seine Schüler waren, gleich theuer und werth. Zudem hatte er durch seine gesunde Erkenntniß und seinen praktischen Takt nicht ein Geringes zum Gedeihen der Conferenz beigetragen.
Nicht minder wurden bei diesem Anlaß die versammelten Brüder bewogen, ihr herzliches Beileid über das Abscheiden des allgemein hochgeachteten und geliebten Seniors der Synode, des Herrn Past. Löber, weiland zu Altenburg, Mo., auszusprechen, der sonderlich auch durch seine gründliche Gelehrsamkeit, seine seelsorgerische Weisheit und reiche Erfahrung auf dem Grunde des lebendigen Glaubens und der ungefärbten Liebe eines der wichtigsten und einflußreichsten Glieder der Synode war.
Beider Heimgang erinnerte die Conferenz an zweierlei: zum Ersten nemlich, sich auch gleich ihnen als treue Knechte zu erzeigen, und die Zeit zum Dienste des HErrn und seiner Kirche wohl auszukaufen; zum Andern, auch wie sie, wie Beider gottseliger Abschied klärlich beweiset, zum Sterben bereit zu sein und als Knechte erfunden zu werden, die da wachen, deren Lichter brennen und deren Lenden umgürtet sind.
Der Vorsitzer schlug hierauf vor, daß man auch diesmal zunächst über praktische Gegenstände handle, und zwar zuerst Fragen erledige, die diesem oder jenem Bruder in seiner Amtsführung aufgestoßen und wofür er den Rath der Brüder begehre.
Dieser Vorschlag wurde einmüthig angenommen.
Es sei jedoch dem Einsender gestattet, das vorauf zu schicken, was an sich und natürlich auch für die Leser des Lutheraner von allgemeinerem Interesse ist, und dieses etwas mehr auszuführen.
Der Vorsitzende nemlich brachte die Frage in Anregung, wie die Diener der lutherischen Kirche wohl zu verfahren hätten, um den kleinen Katechismus Luthers wieder in Schwang und Uebung und zu seinen alten Ehren zu bringen, und wie auch dadurch der kirchliche Zustand der Gemeinden zu heben sei?
Die Conferenz kam als Antwort hierauf über folgende Punkte überein:
1. Es sei vorzüglich hier zu Lande, wo oft bloße Zungenfertigkeit und hohle Wortmacherei für Reden und Predigten gehalten würden und groß angesehen, dagegen gründliche kirchliche Katechesen unbekannt oder gering geschätzt wären, zwiefach Noth, daß unsere Kirchkinder erst recht gründlich von der Wichtigkeit und dem Werth des katechetischen Unterrichts überhaupt belehrt würden. Dabei sei ihnen nachzuweisen, daß und wie vorzüglich dadurch Jung und Alt allmählich zu einer gründlichen Erkenntniß der Heilslehre in allen einzelnen Artikeln, die zur Seelen Seligkeit gehörten, gelangen könnte. Diese gründliche Heils-Erkenntniß, und vornehmlich der Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium, sei aber jedem Einzelnen hoch von Nöthen, theils um sich in der heiligen Schrift und im eigenen Herzen und Wandel zurecht zu finden, theils um mit ihr sich auch der Irrlehrer und Schwärmer zu erwehren. Und wiederum gebe es keine bessere Weise, diese Erkenntniß recht zu begründen und auszubauen, als die des Fragens und Antwortens, wenn auch im Letzteren die älteren Glieder der Gemeinde für's Erste sich noch nicht mitthätig erzeigten; denn von einem Wasserfall werde eine Flasche mit engem Halse nicht gefüllt, wohl aber von einzelnen Tröpflein, die man nach und nach hineinfallen läßt.
2. Sodann kam man zu der Ueberzeugung, daß wohl schwerlich für den eben genannten Zweck ein anderer rechtgläubiger Katechismus sich besser eignen würde, als der kleine lutherische. Es sei also nach jenem allgemeinen Unterrichte über die Wichtigkeit und den Werth des katechetischen Unterrichts überhaupt nun am Orte, seine Leute über die Trefflichkeit dieses Katechismus insonderheit zu berichten. Hiebei habe man nun hinzuweisen auf seinen durchaus schriftgemäßen Inhalt in allen Lehrstücken; auf seine Salbung und Einfalt, also daß er sich, wie kein andrer, zum Aufbeten eigne; auf die Schicklichkeit seiner Zusammenstellung, also daß die Lehrstücke in der rechten Heilsordnung fein auf einander folgten; auf die Tiefe und Gründlichkeit von Luthers Auslegung, also daß für Herz und Leben kein wesentliches Stück zu vermissen sei; auf seine Volksmäßigkeit, Faßlichkeit und Behaltlichkeit im Ausdrucke, also daß er auch für schwächere Köpfe leichter zu lernen und zu behalten sei; auf seine unverwüstliche Jugend und Frische, also daß man seiner niemals satt und überdrüssig werde; auf seine nachhaltige Nährkraft, also daß er, je mehr man von ihm nehme, immer mehr Nährstoff darbiete und zuführe; auf seine Zulänglichkeit in Hinsicht auf das Wehren, also daß man, so er wohl verstanden ist, durch ihn die falschen Lehren der Schwärmer und Ketzer nicht nur zu erkennen, sondern auch zu widerlegen im Stande sei u. s. f.
3. Damit hange denn zusammen, daß man den Katechismus auch fleißig in die Predigt einführe. Dies geschehe aber auf zwiefache Weise. Einmal nemlich also, daß man sich nicht scheue, ihn gelegenen Orts stellenweise wörtlich anzuziehen und seine göttliche einfältige Wahrheit sich und der Gemeinde vorzuhalten;
English translation AI translation
Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine shall pass away neither now nor evermore."
Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Volume 6. St. Louis, Mo., November 13, 1849. No. 6.
Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks at the yearly subscription price of One Dollar for subscribers out of town, who are to pay in advance and to bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 Cents.
Only those letters which contain communications for the paper are to be addressed to the editor; all others, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent here under the address: Mr. F. W. Barthel, caro of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.
(Submitted.)
Extract from the Minutes of the Quarterly Conference of Pastors of the Fort Wayne Conference District, held at Fort Wayne on the 26th and 27th of September.
Present were: the Pastors Dr. W. Sihler, Fr. Husmann, Ad. Detzer, G. Jäbker, G. Streckfuß, Ad. Claus, P. Heid, Fr. Stürken, Andr. Fritze and Dan. Stecher.
Pastor W. Sihler was chosen chairman, Pastor P. Heid secretary.
Before the beginning of its proceedings the Conference could not forbear to express its mournful regret at no longer seeing in its midst one of its former members, namely, the teacher at the local seminary, Pastor Aug. Wolter, who fell asleep in the LORD on the 31st of August; for through his decided Christian disposition and his amiable personality he was dear and precious alike to all the members of the Conference, some of whom had even been his pupils. Moreover, through his sound knowledge and his practical tact he had contributed in no small measure to the prosperity of the Conference.
No less, on this occasion, were the assembled brethren moved to express their heartfelt condolence over the departure of the universally esteemed and beloved senior of the Synod, the Rev. Pastor Löber, late of Altenburg, Mo., who, particularly also through his thorough learning, his pastoral wisdom and rich experience, on the foundation of living faith and unfeigned love, was one of the most important and influential members of the Synod.
The departure of both reminded the Conference of two things: first, to show ourselves, like them, faithful servants, and to redeem the time well for the service of the LORD and of His Church; second, to be ready for dying, as they were, as the godly departure of both plainly proves, and to be found as servants who watch, whose lights are burning and whose loins are girded.
The chairman thereupon proposed that this time also they should first deal with practical subjects, and indeed first dispose of questions which had come up for this or that brother in the conduct of his office, and concerning which he desired the counsel of the brethren.
This proposal was unanimously adopted.
Let it, however, be permitted to the writer to send ahead that which is in itself, and naturally also for the readers of the Lutheraner, of more general interest, and to set it forth somewhat more fully.
The chairman, namely, brought up the question how the ministers of the Lutheran Church should proceed in order to bring Luther's Small Catechism again into vogue and use and to its old honors, and how the ecclesiastical condition of the congregations might also thereby be raised.
In answer to this the Conference agreed upon the following points:
1. Especially in this country, where mere glibness of tongue and hollow word-mongering are often taken for speeches and sermons and held in high regard, while thorough churchly catechization is unknown or lightly esteemed, there is a twofold need that our church children be first of all thoroughly instructed as to the importance and worth of catechetical instruction in general. Along with this it should be demonstrated to them that, and how, especially by this means young and old might gradually arrive at a thorough knowledge of the doctrine of salvation in all the single articles that belong to the salvation of souls. This thorough knowledge of salvation, and chiefly the distinction between Law and Gospel, is, however, highly needful to every individual, partly that he may find his way in the Holy Scriptures and in his own heart and walk, partly that with it he may also ward off false teachers and enthusiasts. And again, there is no better way to found and build up this knowledge aright than that of asking and answering, even if in the latter the older members of the congregation for the time being do not yet show themselves participants; for a bottle with a narrow neck is not filled by a waterfall, but well by single droplets which one lets fall into it little by little.
2. Then they came to the conviction that hardly any other orthodox catechism would be better suited for the purpose just named than the small Lutheran one. It is therefore fitting, after that general instruction on the importance and worth of catechetical instruction in general, to inform one's people about the excellence of this catechism in particular. In this one should point to its thoroughly scriptural content in all the chief parts; to its unction and simplicity, so that it lends itself, as no other does, to being prayed; to the fitness of its arrangement, so that the chief parts follow one another finely in the right order of salvation; to the depth and thoroughness of Luther's explanation, so that for heart and life no essential part is to be missed; to its popular character, plainness and retainableness of expression, so that it is easier to learn and to retain even for weaker heads; to its indestructible youth and freshness, so that one never becomes sated and weary of it; to its lasting nourishing power, so that, the more one takes of it, it always offers and supplies more nourishment; to its sufficiency with regard to defense, so that, when it is well understood, one is able through it not only to recognize the false doctrines of the enthusiasts and heretics, but also to refute them, and so forth.
3. With this it would then be connected that the catechism be also diligently introduced into the sermon. This should be done, however, in a twofold manner. First, namely, in this way, that one not be afraid, in a fitting place, to cite it passage by passage word for word, and to hold up its divine, simple truth to oneself and to the congregation;