Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 1 › Seite 8
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-09-03, Seite 8
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ten der Pfaffen und Mönche zutrennet, sich selbst unter einander bisher frassen, und nun allzumal über uns eins werden. Weltliche Fürsten und Herren auch also. Es muß Pilatus und Herodes über und wider Christum eins werden, die sonst todtfeind einander sind.
112. Doch ist der Wiedertäufer Irrthum leidlicher, denn der Sacramenter in diesem Stück. Denn die Sacramenter machen die Taufe ganz zu nichte; aber diese machen sie neu. Da ist doch noch Hülfe und Rath, daß sie zurecht kommen mögen. Wolan, es ist doch so viel ausgericht, daß die Wiedertäufer ungewissen Wahn und Glauben haben, und sie ihr Ding nicht beweisen.
113. Denn auch der Satan durch alle Schwärmer jetzt nicht mehr thut, denn daß er eitel ungewiß Ding aufbringet, und meinet, es sey genug, wenn er könne hoffärtiglich und verächtlich von uns reden; als die Sacramentsrotten thun. Da will keiner seinen Dünkel gewiß machen und beweisen; aber alle ihre Mühe ist, daß sie unsern Verstand möchten verdächtig und ungewiß machen. Suspiciones docent, non fidem, und heißens denn Schrift und GOttes Wort. Denn der Teufel siehet, daß er wider die helle Sonne der Wahrheit nichts kann; darum webt er in den Staub, und wollt gern einen Nebel vor unsern Augen machen, daß wir das Licht nicht sehen sollten: und im Nebel hält er uns eitel Irrwische vor, daß er uns verführe. Das ist, weil sie ihren Dünkel gefasset haben, versuchen sie sich, wie sie Schrift darauf reimen, und mit den Haaren hinzu ziehen.
114. Christus aber, so bisher uns treulich beigestanden hat, wollte förter den Satan unter unsere Füße treten, und euch alle behüten, auch vor eures Tyrannen und Endechrists Verführung, und gnädiglich zu seiner Friheit helfen, Amen. 1528.
Lutherische separirte Gemeinde in Nassau.
Nassau ist wie bekannt das erste Land, das nach Preußens Beispiele die Union einführte, (am 11. Aug. 1817. — 1818 folgte die bairische Pfalz, 1821 Baden, 1823 Kurhessen, 1828 Anhalt-Dessau und Bernburg, 1833 Hessen-Darmstadt) jedoch mit dem Vorbehalt, daß jedem erwachsenen Christen gestattet sein sollte, das Abendmahl auf Verlangen in lutherischer oder reformirter Weise zu genießen. Erst in der neuesten Zeit ist eine Reaction dagegen erwacht. Etwa 1843 ward dort der gläubige Pastor Brunn in einer Gemeinde, die seit Menschengedenken von Rationalisten geweidet, in gänzlichem Geistestode lag, angestellt. Seine lebendige Predigt zur Buße vor Gott und zum Glauben an Christum brachten eine auffallende Erweckung hervor, besonders in dem eingepfarrten Dorfe Steeden, wo sich thatsächlich die Wirthshäuser in Bethäuser verwandelten. Durch einen Besuch des Directors Graul von der luth. Missionsgesellschaft in Sachsen ward der Prediger selbst aufmerksam auf die reine lutherische Lehre und ein Gutachten von Dr. Harleß brachte ihn zur Überzeugung, daß es seine Pflicht sei, aus der Landeskirche auszuscheiden. Nach schwerem Kampfe zeigte er am 6. Juli 1846 mit sämmtlichen Gleichgesinnten (etwa 150 Seelen) in seiner Gemeinde den Austritt bei der vorgesetzten Behörde an. Nach vergeblichen Versuchen zur Beilegung in Güte erhielt er vom herzogl. Staatsministerio zugleich mit seinem Abschiede den Befehl, den Amtsbezirk binnen 24 Stunden zu verlassen. Er ging nach Dresden, wo er gerade zum Missionsfeste ankam, und kehrte auf den Rath der dortigen Brüder, nachdem der Anschluß an die separirten Lutheraner in Preußen geordnet war, nach Steeden zurück, indem er der Regierung erklärte, bei der nun förmlich gebildeten Gemeinde als deren Seelsorger zu beharren, und sich auf die in der Nassauischen Verfassung gewährleistete völlige Religionsfreiheit berief. Eine neue Ausweisung folgte, Brunn ward von der Polizei nachgespürt, der Gemeinde ward bei Strafe aller Gottesdienst untersagt, über jede Taufe eine Untersuchung angestellt u. s. w. bis im Frühjahr 1847 mündlich vom Minister der Bescheid erfolgte, man wolle die Sache auf sich beruhen lassen. Eine Anerkennung als lutherische Gemeinde konnten aber alle Bittschriften nicht erlangen, und auch auf dem Landtage, der doch den Deutschkatholiken Anerkennung und volle Duldung gewährt hatte, waren 4 Katholiken die einzigen, die dafür stimmten. Das war im Herbst 1847. Unmittelbar darauf ward die Sache den Gerichten übergeben, Geldstrafen für den Prediger, und eine wiederholte Ausweisung folgte, Exekutionen und Gefängnißstrafen an der Gemeinde. Brunn eriste ab und zu, von Baiern und Preußen her, doch meinte er endlich zu unterliegen: da kam der März 1848 und führte ihn in die Gemeinde zurück. Doch nur auf wenige Tage, da mußte er wieder vor den Revolutionsbanden flüchten, der Bedrängung von oben folgte die von unten; aber nicht auf lange. Jetzt ist nun die Gemeinde, 300 Seelen stark, kirchlich geordnet und auch in der Umgegend (Steeden liegt gerade mitten in Nassau) fallen ihr Einzelne zu.
(Dieser Bericht ist aus einem Briefe Brunn's, der in dem altlutherischen „Kirchenblatt" von Pastor Ehlers in Liegnitz gedruckt stand, genommen.)
Erhalten
zur Synodal-Missions-Casse.
Vom Herrn P. Dulitz in Milwaukee in Missionsstunden gesammelt $20 00
Von Herrn Dr. Haynel in Baltimore 25 00
Von Lutheranern in Liverpool, Medina C., O. 10 00
Von M. B. 1 00
Von C. R. 3 00
Von B. S. u. L. in St. Louis 1 25
Von Schulkindern in Neu-Bremen 20
F. W. Barthel, Cassirer.
Bezahlt
den 6. Jahrgang die HH. Adam Ambrosius, Balthas Bienz, Gottfr. Müller, Georg Reidenbach, Phil. Theiß, P. zur Mühlen.
„ 7. „ die HH. P. Dresel, P. Dulitz (2 Ex.), P. J. J. Fast, Georg Reidenbach, P. Schwan, Phil. Theiß, Dr. Haynel $5.
Briefkasten.
An P. Th.. Das bewußte Gedicht von A. K. ist nicht in unsern Händen.
Synode.
Die große Mehrzahl der Glieder unserer Synode hat ihre Stimmen dafür abgegeben, daß unsere diesjährige verschobene Versammlung vom 2. Oktober an bis zum 12. desselben in St. Louis, Mo., abgehalten werden möge; indem ich dieses Resultat bekannt mache, benachrichtige ich zugleich die Brüder, daß die Cholera als Epidemie hier zu grassiren schon längere Zeit aufgehört hat, daß daher der Haltung unserer Sitzungen an dem nun anberaumten Termine nichts entgegen steht. Die Ankommenden wollen die betreffenden Wohnungen der Pastoren hiesiger Gemeinde erfragen in der Porzellanwaarenhandlung des Herrn L. Pechmann, Mainstreet No. 35.
C. F. W. Walther,
d. z. Präs.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigesetzten Preise.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck 10
Das Dutzend $1. Hundert Stück $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5
Das Dutzend 50 Cents; 25 Stück $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10
Zweiter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1848 10
Dritter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1849 10
Dritter Jahrgang des Lutheraner von 1846 — 1847. No. 8 — 26. 50
(Der 1. und 2. Jahrgang sind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe, in gepreßtem Leder gebunden $1. 25
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 Stück 5
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem die sonn- und festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederband, das Stück 75
Das Dutzend $8 } gegen Baarzahlung.
100 Stück $62. 50 }
A. B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, das Stück 10
Das Dutzend $1.
Der Hirtenbrief des Herrn Pastors Grabau zu Buffalo (in No. 17 des Lutheraner Jahrg. 5 ausführlich angezeigt.) 25
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, im Einzelnen 25
im Dutzend $2. 60
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, brochirt und beschnitten 15
im Dutzend $1. 50
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Missouri ꝛc. zusammengetragen von Pastor Fr. Wynecken, d. St. 15
im Dutzend $1. 50
Gedruckt bei Moritz Niedner,
Chestnut Street, between Main & Second,
No. 16.
English translation AI translation
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...of the priests and monks is rent asunder, have hitherto devoured one another, and now all together become one against us. Worldly princes and lords also in like manner. Pilate and Herod must become one against and over against Christ, who are otherwise mortal enemies to one another.
112. Yet the error of the Anabaptists is more tolerable than that of the Sacramentarians in this point. For the Sacramentarians make baptism wholly to nought; but these make it new. There is yet help and counsel, that they may come right. Well then, so much at least is accomplished, that the Anabaptists have uncertain delusion and faith, and cannot prove their thing.
113. For Satan also, through all the fanatics, now does no more than bring forward mere uncertain things, and thinks it enough if he can talk haughtily and contemptuously of us; as the Sacramentarian sects do. There none will make his conceit certain and prove it; but all their labor is, that they may make our understanding suspected and uncertain. Suspiciones docent, non fidem, and then they call it Scripture and God's Word. For the devil sees that he can do nothing against the bright sun of truth; therefore he stirs up the dust, and would fain make a mist before our eyes, that we should not see the light: and in the mist he holds up to us mere will-o'-the-wisps, that he may seduce us. That is, since they have conceived their conceit, they try how they may rhyme Scripture thereto, and drag it in by the hair.
114. But Christ, who hitherto has faithfully stood by us, would henceforth tread Satan under our feet, and keep you all, also from the seduction of your tyrant and Antichrist, and graciously help you to his liberty, Amen. 1528.
Lutheran Separated Congregation in Nassau.
Nassau is, as is well known, the first land that after the example of Prussia introduced the Union, (on the 11th of Aug. 1817. — in 1818 the Bavarian Palatinate followed, in 1821 Baden, in 1823 Electoral Hesse, in 1828 Anhalt-Dessau and Bernburg, in 1833 Hesse-Darmstadt) yet with the reservation that every adult Christian should be permitted to receive the Lord's Supper on request in the Lutheran or Reformed manner. Only in the most recent time has a reaction against it awakened. About 1843 the believing pastor Brunn was installed there in a congregation which, having been pastured by rationalists since the memory of man, lay in complete death of spirit. His living preaching of repentance before God and of faith in Christ brought forth a striking awakening, especially in the parish village of Steeden, where in fact the taverns were turned into houses of prayer. Through a visit of Director Graul of the Lutheran Missionary Society in Saxony the preacher himself was made attentive to the pure Lutheran doctrine, and an opinion of Dr. Harleß brought him to the conviction that it was his duty to withdraw from the state church. After a hard struggle he announced on the 6th of July 1846, with all like-minded persons (about 150 souls) in his congregation, his withdrawal to the superior authority. After vain attempts at settlement in good will, he received from the ducal ministry of state, together with his dismissal, the order to leave the district of his office within 24 hours. He went to Dresden, where he arrived just at the time of the missionary festival, and, on the counsel of the brethren there, after the connection with the separated Lutherans in Prussia had been arranged, returned to Steeden, declaring to the government that he would persevere as pastor of the now formally constituted congregation, and appealed to the complete religious liberty guaranteed in the Nassau constitution. A new expulsion followed, Brunn was tracked by the police, all public worship was forbidden the congregation under penalty, an investigation was instituted over every baptism, etc., until in the spring of 1847 the answer was given orally by the minister that they would let the matter rest. Recognition as a Lutheran congregation, however, no petitions could obtain, and even in the diet, which had granted recognition and full toleration to the German Catholics, 4 Catholics were the only ones who voted for it. That was in the autumn of 1847. Immediately thereupon the matter was handed over to the courts, fines for the preacher, and a repeated expulsion followed, executions and imprisonments upon the congregation. Brunn traveled to and fro, from Bavaria and Prussia, yet he thought at last that he must succumb: then came the March of 1848 and led him back into the congregation. But only for a few days, for he had again to flee from the revolutionary bands; the oppression from above was followed by that from below; but not for long. Now the congregation, 300 souls strong, is ecclesiastically organized, and in the surrounding country also (Steeden lies exactly in the middle of Nassau) individuals are falling to it.
(This report is taken from a letter of Brunn's, which was printed in the old-Lutheran "Kirchenblatt" by Pastor Ehlers in Liegnitz.)
Received
for the Synodal Missions Treasury.
From Rev. P. Dulitz in Milwaukee, collected in missionary hours $20 00
From Dr. Haynel in Baltimore 25 00
From Lutherans in Liverpool, Medina C., O. 10 00
From M. B. 1 00
From C. R. 3 00
From B. S. and L. in St. Louis 1 25
From school children in Neu-Bremen 20
F. W. Barthel, Treasurer.
Paid
for the 6th volume, the Messrs. Adam Ambrosius, Balthas Bienz, Gottfr. Müller, Georg Reidenbach, Phil. Theiß, P. zur Mühlen.
" 7th " the Messrs. P. Dresel, P. Dulitz (2 copies), P. J. J. Fast, Georg Reidenbach, P. Schwan, Phil. Theiß, Dr. Haynel $5.
Letter Box.
To P. Th.. The poem in question by A. K. is not in our hands.
Synod.
The great majority of the members of our Synod have cast their votes for this, that our postponed assembly of this year be held from the 2nd of October to the 12th of the same in St. Louis, Mo.; in making this result known, I at the same time inform the brethren that the cholera as an epidemic has already for a considerable time ceased to rage here, so that nothing stands in the way of holding our sessions at the time now appointed. Those arriving are requested to inquire for the respective dwellings of the pastors of the local congregation at the porcelain-ware store of Mr. L. Pechmann, Mainstreet No. 35.
C. F. W. Walther,
at present President.
Books and Pamphlets
to be had at the office of the Lutheraner
at the prices appended.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck 10
The dozen $1. Hundred copies $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5
The dozen 50 Cents; 25 copies $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10
Zweiter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1848 10
Dritter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1849 10
Dritter Jahrgang des Lutheraner von 1846 — 1847. No. 8 — 26. 50
(The 1st and 2nd volumes are out of print.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe, in gepreßtem Leder gebunden $1. 25
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 copy 5
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 copies 5
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem die sonn- und festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederband, the copy 75
The dozen $8 } for cash payment.
100 copies $62. 50 }
A. B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, the copy 10
The dozen $1.
Der Hirtenbrief des Herrn Pastors Grabau zu Buffalo (fully reviewed in No. 17 of the Lutheraner, Vol. 5) 25
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, singly 25
by the dozen $2. 60
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, brochirt und beschnitten 15
by the dozen $1. 50
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Compiled by commission of the Synod of Missouri, etc., by Pastor Fr. Wynecken, of this city 15
by the dozen $1. 50
Printed by Moritz Niedner,
Chestnut Street, between Main & Second,
No. 16.