Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 16 › Seite 124
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-04-01, Seite 124
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schlechter auf Erden." (1 Mos. 12, 16. 18) Und wie sprechen später die Propheten, welche jene erste Verheißung des Messias im Paradiese und die dem Abraham geschehene Verheißung gleichsam zum Texte ihrer Predigten hatten? Sie rufen wie mit Einer Stimme: „HErr, deine Augen sehen nach dem Glauben." (Jer. 5, 3.) — Und wo wollten wir anfangen, wo enden, wenn wir auch nur die allerdeutlichsten Stellen des Neuen Testamentes anführen wollten, in welchen dem Glauben allein die Seligkeit und dem Unglauben die ewige Verdammniß unwiderruflich zugeschrieben wird? Folgende Stellen mögen genügen: „Wer an den Sohn glaubt, spricht der HErr selbst, der hat das ewige Leben; wer dem Sohne nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibet über ihm." (Joh. 3, 36.) „Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes." (Joh. 3, 18.) „Dem aber, setzt St. Paulus hinzu, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht; dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit." (Röm. 4, 5.) Ohne Glauben ist es unmöglich Gott gefallen." (Ebr. 11, 6.) Und so heißt es allenthalben vom ersten Buch des alten bis zum letzten des Neuen Testamentes. Wir können die Bibel nicht aufschlagen, ohne einer Stelle zu begegnen, wo die Seligkeit nicht den Werken, sondern allein dem Glauben zugeschrieben wird.
Doch selbst abgesehen davon, daß die heil. Schrift sonst dies allerwärts lehrt, so bedarf es nur einer etwas genaueren Betrachtung jenes des Petrinischen Ausspruchs selbst, so verschwinden die Nebel, in welche die Glaubensfeinde denselben durch ihre falsche Deutung eingehullt haben, von selbst, und wir finden, daß die Worte, weit entfernt, der Lehre von der allein seligmachenden Kraft des Glaubens zu widersprechen, dieselbe vielmehr mächtig bestätigen, und daß daher die Religionsmenger, welche sich damit vertheidigen wollen, wie ein neuerer Schriftsteller sagt, „das Schwert bei der Schneide ergreifen."
Man bedenke erstlich, der Apostel sagt: „In allerlei Volk", — er sagt also nicht: in allerlei Religion, „wer Gott furchtet und recht thut, der ist ihm angenehm". Hält ein einfältiger Christ nur das den Glaubensfeinden vor, so ist denselben schon damit ihre vermeintliche Waffe aus den Händen gerungen und gegen sie selbst gerichtet.
Man bedenke aber auch ferner, der Apostel sagt: „Wer Gott fürchtet." Was fur ein Gott ist es aber, den ein Apostel JEsu Christi meint, wenn er von Gott redet? Glaubten die Apostel und Propheten etwa an mehrere Götter? Das sei ferne! Sie schreiben: „Wer übertritt, und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott." (2 Joh. 9.) „Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht" (1 Joh. 2, 23.) „Ist auch ein Gott außer mir? Es ist kein Hort, ich weiß ja keinen." (Joh. 44, 9.) Und von den Heiden schreiben sie: Sie haben „keine Hoffnung und sind ohne Gott in der Welt." (Ephes. 2, 12,) Ja an einer andern Stelle bezeugen sie: „Soll ich sagen, daß der Götze etwas sei? Oder daß das Götzenopfer etwas sei? Aber ich sage, daß die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln, und nicht Gott". (1 Cor. 10, 19. 20.) Hieraus sehen wir, wollte man Petrus so verstehen, wie die Glaubensfeinde seine Rede auslegen, so hätte er nach der eigenen Lehre der Apostel selbst so viel sagen wollen: „In allerlei Religion, wer etwas furchtet, was er Gott nennt, und wenn es der Teufel selbst wäre, der ist Gott angenehm". Wer will es aber wagen, einem heiligen Apostel eine so verrückte und gotteslästerliche Lehre unterzuschieben? — Nein, wenn ein Apostel, wenn Petrus von Gott redet, so redet er von keinem anderen, als dem einigen wahren Gott, an den er glaubte und den er predigte: von dem Bibelgott; von dem Jehovah, der sich den Patriarchen und Propheten geoffenbart hat; von dem Dreieinigen, Vater, Sohn und heiligen Geist; von dem Gott, der in Christo ein Mensch geworden ist.
Man bedenke aber ferner, der Apostel sagt: „Wer (diesen) Gott fürchtet". Was bedeutet nun aber nach der apostolischen Lehre: Gott fürchten? Nach der Lehre der heiligen Apostel fürchten diejenigen allein Gott, welche aus ihrer natürlichen fleischlichen Sicherheit erwacht sind, welche sich für Sünder erkennen, welche erkennen, daß sie mit ihren Sünden Gottes Zorn und ewige Ungnade verdient haben, welche Gott allein alle Ehre geben und nichts begehren, als seine Gnade. Denn also heißt es unter anderem: „Wer soll dich nicht fürchten, Herr, und deinen Namen preisen? denn du bist allein heilig". (Offb. 15, 4.). Und in dieser Verbindung und Bedeutung reden schon die heiligen Propheten von der Furcht Gottes: „Bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte". (Ps. 130, 4.)
Man bedenke endlich, der Apostel sagt: „Wer Gott fürchtet und recht thut". Was verstehen aber die Apostel darunter, wenn sie vom Rechtthun reden? Also schreibt unser Petrus: Reichet dar in eurem Glauben Tugend." (2 Petri. 1, 5.) und ferner St. Paulus: „Was aber nicht aus dem Glauben geht, das ist Sünde"! (Röm. 14, 23.) Den Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides ihr Sinn und Gewissen". (Tit. 1, 15.). Die heiligen Apostel sind in dieser Lehre, wie in allen anderen, ihrem HErrn und Meister gefolgt, welcher spricht: „Gleichwie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock; also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet, und Ich in ihm, der bringet viele Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts thun". (Joh. 15, 4. 5) Wa findet sich also in den Worten des Apostels, was die Glaubensfeinde und Indifferentisten daraus beweisen wollen? Es steht dies nirgends weniger, als gerade in diesen Worten; es steht nirgends, als in den Köpfen und Schriften dieser Herren, und weil es sie so recht zu sein dünkt, so tragen sie es in den apostolischen Ausspruch hinein und lesen dann ihr Hineingetragenes wieder heraus.
Aber, werden vielleicht manche sagen, bleibt es jedoch nicht allerdings seltsam, daß der Apostel sich gerade so ausdrückt, wie wir lesen? Was hat es doch damit eigentlich für eine Bewandniß? Was will der Apostel wohl eigentlich damit sagen? — Davon, so Gott will, in der nächsten Nummer.
(Schluß folgt.)
(Eingesandt.)
Freie Blätter.
Ein Organ für religiöse Aufklärung.
Unter diesem Titel erscheint gegenwärtig in St. Louis ein Blatt, herausgegeben und redigirt von Herrn Franz Schmidt, welches den gemeinsten atheistischen Rationalismus predigt. *) Denselben zu widerlegen, halten wir für überflüssig, da derselbe schon längst mit allen Waffen der Wissenschaft überwunden ist. Schon vor Jahren hieß es in Deutschland, der Rationalismus gleiche einem völlig todtgeschlagenen Hunde, und wie man sich schämt, auf ein stinkendes Aas noch weiter loszuprugeln, so schämten sich auch die Gelehrten, den gotteslästerlichen Unsinn des Rationalismus noch weiter zu bekämpfen.
Herr Schmidt ist ein Atheist oder Gottesläugner, wenigstens versucht er es, sein Gewissen zu ertödten und daraus die ewige Wahrheit, daß es einen Gott giebt, zu vertilgen. Er bekennt selbst: „daß die Schranken zwischen Welt und Gott, zwischen naturlichem und übernatürlichem Sein nichts sind, als eitel Einbildungen, Erfindungen und Irrthümer." Wie gesagt, es [unleserlich] überflüssig diesen Gottesläugner zu bestreiten; jeder, der noch nicht ganz verthiert ist, sondern noch etwas von dem besitzt, welches den Menschen vom Vieh unterscheidet, nämlich Vernunft und Gewissen, kann ihn mit leichter Mühe widerlegen.
Die freien Blätter gehören somit unstreitig der sog. Fortschritte an. Welches das erhabene Ziel dieses Fortschrittes sei, das haben die Socialisten und Communisten am deutlichsten ausgesprochen, nämlich: Aufhebung aller Obrigkeit und [unleserlich] Ehestandes, Vernichtung des Christenthums und aller Religion, Abschlachtung aller Reichen, Errichtung von Findelhäusern, ein allgemeines Fressen, Saufen und Huren; mit einem Wo[unleserlich] völlige Verthierung der Menschheit ist ihr Ziel.
Leben, sterben, wie das Vieh,
Das ist ihre Theorie.
Das Mittel, welches zur Herbeiführung e[unleserlich] allgemeinen und völligen Verthierung der Men[unleserlich]
*) Wir können nicht unterlassen, hierbei zu bem[unleserlich] daß nicht nur der hiesige „Anzeiger des Westens", von [unleserlich] nichts Besseres zu erwarten war, sondern selbst die englisch deutsche Zeitung des Herrn Dr. Gempp b[unleserlich] welcher in seiner Jugend eine christliche Erziehung ge[unleserlich] haben soll, die oben bezeichneten „Blätter", in welch[unleserlich] allmächtige Gott im Himmel abgeleugnet wird, empfohlen haben. Herr Dr. Gempp hat damit seinem [unleserlich] welches die Deutschen den Amerikanern bekannt mach[unleserlich] diesen vor jenen Achtung einflößen und beide Stämme einander näher bringen soll, selbst den Stab gebrochen. [unleserlich] Blatt wird zu nichts dienen, als dem Amerikaner die [unleserlich] darüber zu öffnen, in welchen Pfuhl des Atheismus, [unleserlich] der Gottlosigkeit, viele der hier eingewanderten D[unleserlich] versunken sind. Anstatt Achtung wird Herr Gempp [unleserlich] dem religiösen oder nur moralischen Amerikaner — F[unleserlich] die tiefste Verachtung auf den deutschen Namen h[unleserlich] Die Redact[unleserlich]
English translation AI translation
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...ilies of the earth." (1 Mos. 12, 16. 18) And how do the prophets speak later, who had, as it were, that first promise of the Messiah in Paradise and the promise made to Abraham as the text of their sermons? They cry as with One voice: "O LORD, are not thine eyes upon the truth?" (Jer. 5, 3.) — And where should we begin, where end, if we wished to cite even only the plainest passages of the New Testament, in which salvation is ascribed to faith alone and eternal damnation to unbelief without recall? The following passages may suffice: "He that believeth on the Son, says the LORD himself, hath everlasting life; and he that believeth not the Son shall not see life; but the wrath of God abideth on him." (John 3, 36.) "He that believeth on him is not condemned: but he that believeth not is condemned already, because he hath not believed in the name of the only begotten Son of God." (John 3, 18.) "But to him, St. Paul adds, that worketh not, but believeth on him that justifieth the ungodly, his faith is counted for righteousness." (Rom. 4, 5.) Without faith it is impossible to please God." (Heb. 11, 6.) And so it reads throughout, from the first book of the Old to the last of the New Testament. We cannot open the Bible without meeting a passage where salvation is ascribed not to works, but to faith alone.
But even apart from the fact that Holy Scripture teaches this everywhere else, it needs only a somewhat closer consideration of that saying of Peter itself, and the mists in which the enemies of the faith have wrapped it by their false interpretation vanish of themselves, and we find that the words, far from contradicting the doctrine of the alone saving power of faith, rather mightily confirm it, and that therefore the mixers of religions, who wish to defend themselves with it, as a recent writer says, "seize the sword by the blade."
Consider first, the Apostle says: "In every nation," — he does not say then: in every religion, "he that feareth God and worketh righteousness is accepted with him." If a simple Christian only holds this before the enemies of the faith, their supposed weapon is thereby already wrested from their hands and turned against themselves.
Consider also further, the Apostle says: "He that feareth God." What kind of God is it, then, that an Apostle of Jesus Christ means when he speaks of God? Did the Apostles and Prophets believe in several gods? God forbid! They write: "Whosoever transgresseth, and abideth not in the doctrine of Christ, hath not God." (2 John 9.) "Whosoever denieth the Son, the same hath not the Father" (1 John 2, 23.) "Is there a God beside me? yea, there is no Rock; I know not any." (John 44, 9.) And of the heathen they write: They have "no hope, and are without God in the world." (Ephes. 2, 12,) Yes, in another place they testify: "What say I then? that the idol is any thing? or that which is offered in sacrifice to idols is any thing? But I say, that the things which the Gentiles sacrifice, they sacrifice to devils, and not to God". (1 Cor. 10, 19. 20.) From this we see, if one were to understand Peter as the enemies of the faith interpret his words, he would, according to the Apostles' own teaching, have meant to say as much as: "In every religion, he that feareth something which he calls God, even if it were the Devil himself, is accepted with God." But who will dare to impute so mad and blasphemous a doctrine to a holy Apostle? — No, when an Apostle, when Peter speaks of God, he speaks of no other than the one true God, in whom he believed and whom he preached: of the God of the Bible; of the Jehovah who revealed himself to the patriarchs and prophets; of the Triune, Father, Son and Holy Ghost; of the God who in Christ became man.
Consider further, the Apostle says: "He that feareth (this) God." What, then, according to the apostolic doctrine, does it mean: to fear God? According to the doctrine of the holy Apostles, those alone fear God who have awakened out of their natural carnal security, who acknowledge themselves sinners, who recognize that with their sins they have deserved God's wrath and eternal disfavor, who give God alone all the honor and desire nothing but his grace. For thus it is said among other things: "Who shall not fear thee, O Lord, and glorify thy name? for thou only art holy." (Rev. 15, 4.). And in this connection and meaning the holy prophets already speak of the fear of God: "But there is forgiveness with thee, that thou mayest be feared." (Ps. 130, 4.)
Consider finally, the Apostle says: "He that feareth God and worketh righteousness." What do the Apostles understand by this, when they speak of doing right? Thus writes our Peter: Add to your faith virtue." (2 Peter 1, 5.) and further St. Paul: "For whatsoever is not of faith is sin"! (Rom. 14, 23.) Unto the unbelieving is nothing pure, but even their mind and conscience is defiled." (Tit. 1, 15.). The holy Apostles have followed in this doctrine, as in all others, their LORD and Master, who says: "As the branch cannot bear fruit of itself, except it abide in the vine; no more can ye, except ye abide in me. I am the vine, ye are the branches. He that abideth in me, and I in him, the same bringeth forth much fruit: for without me ye can do nothing." (John 15, 4. 5) Where is it found, then, in the words of the Apostle, what the enemies of the faith and Indifferentists wish to prove from it? It stands nowhere less than precisely in these words; it stands nowhere, except in the heads and writings of these gentlemen, and because it seems so right to them, they carry it into the apostolic saying and then read their own imports out of it again.
But, some may perhaps say, does it not remain strange, after all, that the Apostle expresses himself just so, as we read? What, then, is the meaning of it, really? What does the Apostle really wish to say by it? — Of this, God willing, in the next number.
(Conclusion follows.)
(Communicated.)
Freie Blätter.
An Organ for Religious Enlightenment.
Under this title there appears at present in St. Louis a paper, edited and published by Mr. Franz Schmidt, which preaches the coarsest atheistic rationalism. To refute it we hold to be superfluous, since it has long since been overcome with all the weapons of science. Already years ago it was said in Germany that rationalism was like a thoroughly beaten dead dog, and as one is ashamed to go on cudgeling a stinking carcass, so the learned also were ashamed to go on combating the blasphemous nonsense of rationalism.
Mr. Schmidt is an atheist or denier of God, at least he tries to deaden his conscience and to eradicate from it the eternal truth that there is a God. He himself confesses: "that the barriers between world and God, between natural and supernatural being are nothing but vain imaginations, inventions and errors." As said, it [illegible] superfluous to refute this denier of God; every one who is not yet wholly brutalized, but still possesses something of that which distinguishes man from the beasts, namely reason and conscience, can with slight trouble refute him.
The Freie Blätter belong, then, indisputably to the so-called progress. What the exalted goal of this progress is, the Socialists and Communists have stated most plainly, namely: abolition of all government and [illegible] marriage, annihilation of Christianity and of all religion, slaughter of all the rich, erection of foundling-houses, a general gluttony, drunkenness and whoring; in a wo[illegible] complete brutalization of mankind is their goal.
To live, to die, like the beast,
That is their theory.
The means which for the bringing about of a[illegible] general and complete brutalization of man[illegible]
*) We cannot refrain from remarking here [illegible] that not only the local "Anzeiger des Westens," from [illegible] nothing better was to be expected, but even the English-German newspaper of Dr. Gempp b[illegible] who in his youth is said to have had a Christian education [illegible], has recommended the "Blätter" named above, in which [illegible] almighty God in heaven is denied. Dr. Gempp has thereby himself broken the staff over his [illegible] which is to make the Germans known to the Americans, to inspire the latter with respect for the former, and to bring both stocks nearer to one another. [illegible] paper will serve for nothing but to open the eyes of the American [illegible] to what pool of atheism, [illegible] of godlessness, many of the Germans immigrated here [illegible] have sunk. Instead of respect Dr. Gempp will [illegible] to the religious or even only moral American — F[illegible] the deepest contempt upon the German name h[illegible] The Redact[illegible]