Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 16 › Seite 128
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-04-01, Seite 128
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„Ich suche einen Menschen.“
Laertius erzählt von dem heidnischen Philosophen Diogenes, daß derselbe einst am hellen lichten Tage eine Laterne in der Hand, auf dem Markte zu Corinth umhergegangen und denjenigen, welche ihn deswegen zu Rede gesetzt, zur Antwort gegeben habe: „Ich suche einen Menschen.“ Zu anderer Zeit habe er überlaut gerufen; „Herbei, ihr Menschen!“ und als sich hierauf eine große Menge Bürger versammelt und man ihn gefragt habe, was er denn begehre, habe er die Zusammengelaufenen mit einem Stecken von sich getrieben und gesagt: „Hinweg! ich habe Menschen kommen heißen und nicht Düngerhaufen:“
Jetzt, wo so viele nicht mehr an Gott, Unsterblichkeit und eine ewige Vergeltung glauben, ja, die Atheisterei und Religionsspötterei alle Stände angesteckt hat, möchte man wohl wieder des Diogenes Laterne anzünden, denn sind die noch für Menschen zu halten, die das allen Menschen von Natur in das Herz geschriebene Bewußtsein: „Es ist ein Gott, ein gerechter Richter im Himmel,“ verleugnen? Nein, selbst unter das Vieh sind sie herabgesunken, denn „ein Ochse kennt seinen Herrn, und ein Esel die Krippe seines Herrn“ (Jes. 1, 3. vergl. Jer. 8, 7.) — sie sind — Düngerhaufen.
„Kann doch ein Bruder niemand erlösen, noch Gott jemand versöhnen.“
Psalm 49, 8.
In der römischen Kirche verweist man bekanntlich denjenigen, welcher selig werden will, nicht allein auf das vollgültige Verdienst des einigen Mittlers, sondern eben so wohl auf die angeblichen Verdienste der sogenannten Heiligen, deren man durch den päpstlichen Ablaß theilhaftig werden soll, und auf die Opfer, welche die Priester für alle Gott in den Messen darbringen sollen. Wie trostlos diese, Christi Verdienst so arg schändende Lehre sei, das bedarf keines Beweises, es ist jedoch gewiß nicht ohne Nutzen, immer wieder die Fälle in das Gedächtniß zu rufen, wo sich die Trostlosigkeit derselben zur Warnung der Betrogenen recht deutlich vor aller Welt geoffenbart hat. Ein Beispiel hiervon ist der berühmte Ausleger des päpstlichen Rechts Johannes Teutonicus, gewesener Domprobst zu Halberstadt. Schon bei seinen Lebzeiten (er lebte im 13. Jahrhundert) merkte derselbe, daß es mit dem päpstlichen Ablaß wohl nicht eben eine gar so sichere Sache sei, und widersetzte sich daher, als der Papst einen solchen Ablaß ausschrieb; als es aber mit ihm zum Sterben kam, that er noch folgendes Bekenntniß: „Wir haben gehabt in unserem Leben, die für uns sind zu Chore gangen, die für uns haben den Acker gebauet, die für uns haben Messe gesungen und Horas canonicas gebetet: wo wollen wir nun einen nehmen, der für uns in die Hölle fahre und wir erlöst werden?“
Wie der Wein, so das Latein.
Ein Student der Philologie (der Sprachwissenschaft) besuchte einst in den Ferien seinen ehemaligen Gymnasial-Rektor, der eben Gesellschaft hatte. Der Rektor fing mit ersterem lateinisch zu reden an, und als er sah, daß sein ehemaliger Schüler gute Fortschritte gemacht hatte, ließ eine Flasche Wein auftragen. Der Studiosus trank (es war echter (d. h. saurer) Naumburger) und sagte: bonus vinum! (auf deutsch etwa: Gutes Wein!) Der alte Rektor lächelte, er meinte, der Student habe aus Versehen diesen Schnitzer gemacht, und sprach weiter. Sie vertieften sich so, daß bald eine zweite Flasche geholt werden mußte, und weil der Rektor an den Fortschritten seines alten Schülers immer größere Freude empfand, ließ er eine bessere Sorte kommen. Als der Studiosus diesen gekostet, sagte er: bonum vinum! (Zu deutsch: Guter Wein!) Der Rektor frug ihn nun, warum er vorher anders gesagt habe? Darauf antwortete der Student: quale vinum, tale latinum (d. h. wie der Wein, so das Latein). — Mögen sich dies alle diejenigen merken, welchen es oft, wie wir hören, gar nicht gefallen will daß der „Lutheraner“ mitunter von gewissen Leuten nach ihrer Meinung etwas gar zu deutsch redet: Wie der Wein, so das Latein; wie die That, so der Titel.
Das in No. 13 dieses Blattes als Mitgabe für die confirmirte Jugend empfohlene Schriftchen:
„Timotheus“
hat — auf 155 Seiten vorzüglich gutes Papier in Duodez gedruckt — so eben die Presse verlassen und werden gebundene Exemplare in den nächsten Tagen in der Expedition des „Lutheraners“ zu haben sein. Der Preis eines solchen ist vorläufig auf — 30 Cents gestellt; in Goldschnitt 50 Cents.
Erhalten
zur Synodal-Missions-Casse:
Von den Gemeinden des Herrn P. Hattstädt in und um Monroe, Mich. $5. 79.
„ dessen Schulkindern 1. 21.
Durch Herrn P. Best in Palmyra, Mo. und zwar:
Von einem Ungenannten 1. 00.
„ „ „ „ 35.
„ einer Ungenannten 45.
„ J. H. Liborius 25.
„ M. Hetz 10.
„ Adam Weiß 25.
„ H. Strark 10.
„ H. Hartwig 10.
„ Frau Weiß und Frau Muder 25.
„ Johann Schammel 25.
„ G. Drescher 25.
„ Pf. Frankenbach 15.
„ F. J. Meyer 10.
„ Fr. Martha Muder 20.
„ Johann Schwarz 20.
Von verschiedenen Gliedern der Gemeinde des Hr. P. Brohm in New York 7. 42.
„ Herrn Michael Kreutel 50.
„ „ P. S. 1. 00.
„ der Gemeinde Frankenlust, Mich. 3. 00.
„ H. Sch. 2. 00.
„ Fr. Sch. 24.
Berichtigung.
Die im vorigen Jahre von Herrn P. Hattstädt zur Synodal-Casse eingesendeten resp. $4. 70. und $1. 30. sind in No. 26. Jahrg. 6. irrthümlich als Missionsgelder quittirt worden.
F. W. Barthel, Cassirer.
Bezahlt
den 7. Jahrg. die Herren Christian Auch, Gottfried Beck, P. Buhre, P. Brohm (26 Ex.), Daniel Dobler, P. Grabau, Carl Heckmann, Körner, Michael Kreutel (50 Cts.), P. Quast (50 Cents).
Veränderte Adresse.
Prof. A. Biewend, Concordia Collegium
St. Louis, Mo.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigesetzten Preise.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck 10.
Das Dutzend $1. Hundert Stück $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5.
Das Dutzend 50; 25 Stück $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10.
Zweiter, Dritter und Vierter Synodalbericht derselben Synode, jeder 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners von 1846—47. No. 8—26. 50.
(Der 1. u. 2. Jahrgang sind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1.
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden $1. 25.
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 Stück 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5.
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2.
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem sonn- und die festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederbande, das Stück 75.
Das Dutzend $8, 100 Stück $62. 50 gegen Baarzahlung.
ABC-Buch, New-Yorker Ausgabe, das Stück 10.
(Das Dutzend $1.)
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, im Einzelnen 25.
im Dutzend $2. 60.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, broschirt und beschnitten 15.
im Dutzend $1. 50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Missouri ꝛc. zusammengetragen von Pastor Fr. Wynecken, das Stück 15.
im Dutzend $1. 50.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Buffalo v. J. 1840 nebst dem zwischen ihm und mehreren luth. Pastoren von Missouri gewechselten Schriften 15.
Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord-Ecke der dritten und Chestnutstraße.
English translation AI translation
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"I seek a man."
Laertius relateth of the heathen philosopher Diogenes that he once went about in broad daylight, a lantern in his hand, in the market-place at Corinth, and gave to those who called him to account for it this answer: "I seek a man." At another time he is said to have cried out aloud: "Hither, ye men!" and when upon this a great multitude of citizens had gathered, and he was asked what he then desired, he drove the assembled crowd from him with a staff and said: "Away! I called men to come, and not dunghills:"
Now, when so many no longer believe in God, immortality and an eternal retribution, yea, when atheism and the mocking of religion have infected all classes, one might well wish to light the lantern of Diogenes again, for are they still to be accounted men who deny the consciousness written by nature in the heart of all men: "There is a God, a righteous Judge in heaven"? No, they have sunk even beneath the beasts, for "the ox knoweth his owner, and the ass his master's crib" (Is. 1, 3. cf. Jer. 8, 7.) — they are — dunghills.
"None of them can by any means redeem his brother, nor give to God a ransom for him."
Psalm 49, 8.
In the Roman Church, as is well known, the man who would be saved is referred not alone to the all-sufficient merit of the one Mediator, but just as much to the alleged merits of the so-called saints, in which he is to become a partaker through the papal indulgence, and to the sacrifices which the priests are to offer to God for all in the masses. How comfortless this doctrine, which so grievously dishonoreth Christ's merit, is, needeth no proof; yet it is certainly not without profit to call to mind again and again the cases where its comfortlessness hath been plainly revealed before all the world, as a warning to the deceived. An example of this is the celebrated expounder of the papal law, Johannes Teutonicus, formerly provost of the cathedral at Halberstadt. Already in his lifetime (he lived in the 13th century) he perceived that the papal indulgence was perhaps not quite so sure a thing, and therefore opposed it when the Pope proclaimed such an indulgence; but when it came to dying with him, he made yet the following confession: "We have had in our life those who for us went to choir, who for us tilled the field, who for us sang mass and prayed the horas canonicas: whom shall we now take, who for us shall go down to hell and we be redeemed?"
As the Wine, so the Latin.
A student of philology (the science of language) once visited, during the vacation, his former gymnasium rector, who happened to have company. The rector began to speak Latin with him, and when he saw that his former pupil had made good progress, he had a bottle of wine brought in. The student drank (it was genuine (that is, sour) Naumburger) and said: bonus vinum! (in German, about: Gutes Wein!) The old rector smiled, he thought the student had made this blunder by mistake, and spoke on. They became so absorbed that soon a second bottle had to be fetched, and because the rector felt ever greater joy at the progress of his old pupil, he had a better sort brought. When the student had tasted this, he said: bonum vinum! (In German: Guter Wein!) The rector asked him now why he had spoken differently before? To this the student answered: quale vinum, tale latinum (that is, as the wine, so the Latin). — Let all those take note of this to whom it often, as we hear, does not at all please that the "Lutheraner" at times speaketh, in the opinion of certain people, somewhat too German: As the wine, so the Latin; as the deed, so the title.
The little work recommended in No. 13 of this paper as a gift for the confirmed youth:
"Timotheus"
hath — printed on 155 pages of excellently good paper in duodecimo — just left the press, and bound copies will be had in the next few days at the Expedition of the "Lutheraner." The price of one is provisionally set at — 30 Cents; in gilt edges 50 Cents.
Received
for the Synodical Mission Fund:
From the congregations of Pastor Hattstädt in and about Monroe, Mich. $5. 79.
" his school children 1. 21.
Through Pastor Best at Palmyra, Mo., namely:
From an anonymous giver 1. 00.
" " " " 35.
" an anonymous woman 45.
" J. H. Liborius 25.
" M. Hetz 10.
" Adam Weiß 25.
" H. Strark 10.
" H. Hartwig 10.
" Frau Weiß and Frau Muder 25.
" Johann Schammel 25.
" G. Drescher 25.
" Pf. Frankenbach 15.
" F. J. Meyer 10.
" Fr. Martha Muder 20.
" Johann Schwarz 20.
From various members of the congregation of Pastor Brohm in New York 7. 42.
" Herr Michael Kreutel 50.
" " P. S. 1. 00.
" the congregation at Frankenlust, Mich. 3. 00.
" H. Sch. 2. 00.
" Fr. Sch. 24.
Correction.
The sums sent in last year by Pastor Hattstädt to the Synodical Fund, respectively $4. 70. and $1. 30., were erroneously acknowledged in No. 26. Jahrg. 6. as mission moneys.
F. W. Barthel, Treasurer.
Paid
for the 7th volume, the gentlemen Christian Auch, Gottfried Beck, P. Buhre, P. Brohm (26 copies), Daniel Dobler, P. Grabau, Carl Heckmann, Körner, Michael Kreutel (50 Cts.), P. Quast (50 Cents).
Changed Address.
Prof. A. Biewend, Concordia Collegium
St. Louis, Mo.
Books and Pamphlets
to be had at the Expedition of the Lutheraner
at the prices appended.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unaltered reprint 10.
The dozen $1. Hundred copies $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St., with an introduction and explanatory remarks 5.
The dozen 50; 25 copies $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. of the year 1847 10.
Zweiter, Dritter und Vierter Synodalbericht of the same Synod, each 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners of 1846—47. No. 8—26. 50.
(The 1st and 2nd volumes are out of print.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1.
Christliches Concordienbuch, that is, Symbolical Books of the Evang. Luth. Church, New York edition, bound in embossed leather $1. 25.
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in pamphlet form) 1 copy 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 copies 5.
Dr. Luthers Hauspostille, or Sermons on the Gospels for the Sundays and Festivals of the whole year, New York edition, bound in calf $2.
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, to which the Sunday and festival pericopes are appended, published by the local Evang. Luth. Congregation U. A. C., in embossed leather binding, the copy 75.
The dozen $8, 100 copies $62. 50 for cash payment.
ABC-Buch, New York edition, the copy 10.
(The dozen $1.)
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unaltered reprint, New York edition, singly 25.
by the dozen $2. 60.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, stitched and trimmed 15.
by the dozen $1. 50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Compiled by order of the Synod of Missouri etc., by Pastor Fr. Wynecken, the copy 15.
by the dozen $1. 50.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Buffalo v. J. 1840, together with the writings exchanged between him and several Lutheran pastors of Missouri 15.
Printed by Moritz Niedner,
North-east corner of Third and Chestnut Street.