Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 24 › Seite 185
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-07-22, Seite 185
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Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ (Offenb. Joh. Cap. 14, v. 6, 7.)
Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 7. St. Louis, Mo., den 22. Juli 1851. No. 24.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.
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Von der Rechtfertigung des Sünders vor Gott durch den Glauben an Jesum Christum.
Aus Chemnitz Exam. Concil. Trid. — Aus dem Lateinischen übersetzt von J. G.
Fortsetzung.
1. Abschnitt. 1. Artikel.
Inhalt: Welches der Hauptpunkt in dieser Lehre sei, über welchen die Lutheraner mit den Papisten streiten. — Zu dessen besserer Entwickelung und Darlegung wird gleich von vorn herein zugegeben, daß Vergebung der Sünden und Erneurung miteinander verbunden seien; aber zugleich erinnert, daß sie nicht miteinander vermengt werden sollen.
Zuerst muß ich von jener sophistischen Betrügerei und Verdrehung reden, da unsere Gegner den eigentlichen Streitpunkt, um den sichs handelt, schlau und listig ins Dunkel stellen und verbergen, und auf eine gehässige Weise unsere Lehre in ein recht schlimmes Licht zu setzen suchen; als ob wir nämlich leugneten, daß die Erneurung eine Wohlthat unseres Mittlers, des Sohnes Gottes, und mit der Rechtfertigung verbunden sei. Es ist ja freilich gewiß, daß Beides Wohlthaten unseres Mittlers, des Sohnes Gottes sind, nicht nur die Vergebung der Sünden, sondern auch die Erneurung, in welcher der heilige Geist in den Gläubigen neue Tugenden erweckt und wirket. Denn Christus hat uns durch sein Leiden nicht nur Vergebung der Sünden verdient, sondern auch dieses, daß uns um seines Verdienstes willen der heilige Geist gegeben wird, damit wir erneuert werden im Geist unseres Gemüthes. Von diesen Wohlthaten des Sohnes Gottes lehren wir, daß sie miteinander verbunden und vereinigt seien, so daß, wenn wir Vergebung der Sünden erlangen und mit Gott versöhnt werden, uns auch zugleich der Geist der Erneuerung gegeben werde. Aber deswegen vermengen wir sie nicht mit einander, sondern unterscheiden sie; so daß wir jede an ihre gehörige Stelle in rechter Ordnung setzen und deutlich lehren, was jeder eigenthümlich ist und besonders zukommt; wie wir dies aus der Schrift gelernt haben: daß nämlich die Versöhnung oder die Vergebung der Sünden vorher gehe und die Erneuerung, d. i. der Anfang der Liebe und des neuen Gehorsams darauf folge; vorzüglich aber, daß der Glaube gewiß versichert sein solle, er habe einen gnädigen, versöhnten Gott und Vergebung der Sünden nicht wegen des folgenden und angefangenen neuen Lebens, sondern wegen unseres Mittlers, des Sohnes Gottes. Hieraus erweis't sich die Beschuldigung der Papisten, als zerrissen oder verstümmelten wir die Wohlthaten der Erlösung unseres Heilandes, als falsch und als Verläumdung. Solche Verläumdungen sind aber enthalten in den Tridentinischen Decreten. Denn alle diese Decrete sind so geschmiedet, daß sie zwar nicht offen und geradezu, aber doch indirect und verdeckt uns in den Busen schieben, als lehrten wir, die Gläubigen haben nur Vergebung der Sünden, und werden nicht auch durch den heiligen Geist erneuert; ferner, Christus habe uns nur Versöhnung und Vergebung erworben, und nicht auch zugleich die Erneuerung; als schlössen wir die Erneuerung, Liebe und neuen Gehorsam also aus, als seien diese Tugenden und Wirkungen der Gnade des heiligen Geistes bei den Versöhnten weder in der Rechtfertigung gegenwärtig, noch folgten sie auf dieselbe; als müsse bei den Versöhnten blos Eine Tugend vorhanden sein, nämlich die Tugend des Glaubens; der übrigen Tugenden Gegenwart oder Nachfolge sei schlechterdings ausgeschlossen. Es sind aber dieses unverschämte, boshafte Schmähungen und Verläumdungen, wodurch sie Lärmen und Verwirrung anrichten, daß einfältige und ununterrichtete Leute nicht merken und gewahr werden sollen, um was sichs eigentlich in diesem Streite handle. Denn oft und wiederholt ist es von den Unsern erklärt worden, daß wir klar und deutlich lehren, in den Wiedergeborenen müsse nicht nur eine Kenntniß der Glaubensartikel sein, sondern auch rechtschaffene Reu und Buße, und ein guter Vorsatz; es müsse ein Anfang der Liebe da sein und gute Werke folgen. Ausdrücklich verdammen wir die gotteslästerliche Lehre des Zauberers Simon, welcher vorgab, solchen Menschen, die aus Gnaden durch den Glauben selig worden seien, stehe es
English translation AI translation
Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine pure shall now and evermore endure." (Rev. of John, chap. 14, v. 6, 7.)
Published by the German Ev. Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Vol. 7. St. Louis, Mo., the 22nd of July 1851. No. 24.
Terms: The Lutheraner appears once every two weeks at the yearly subscription price of One Dollar for subscribers living out of town, who must pay in advance and bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 Cents.
Only those letters which contain communications for the paper are to be addressed to the Editor; all others, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent hither under the address Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.
Of the Justification of the Sinner before God through Faith in Jesus Christ.
From Chemnitz, Exam. Concil. Trid. — Translated from the Latin by J. G.
Continuation.
Section 1. Article 1.
Contents: What the chief point in this doctrine is, over which the Lutherans contend with the Papists. — For its better development and exposition it is conceded at the very outset that forgiveness of sins and renewal are joined together; but at the same time it is pointed out that they are not to be confounded with one another.
First I must speak of that sophistical trickery and perversion, whereby our opponents craftily and cunningly put into darkness and conceal the real point of dispute with which the matter is concerned, and seek in a spiteful manner to set our doctrine in a very bad light; as if we, forsooth, denied that renewal is a benefit of our Mediator, the Son of God, and is joined with justification. It is indeed certainly true that both are benefits of our Mediator, the Son of God, not only the forgiveness of sins, but also the renewal, in which the Holy Ghost awakens and works new virtues in believers. For Christ by His suffering has merited for us not only forgiveness of sins, but also this, that for the sake of His merit the Holy Ghost is given to us, that we may be renewed in the spirit of our mind. Of these benefits of the Son of God we teach that they are joined and united together, so that when we obtain forgiveness of sins and are reconciled with God, the Spirit of renewal is also given us at the same time. But for that reason we do not confound them with one another, but distinguish them; so that we place each in its proper place in right order and teach plainly what is peculiar to each and belongs to it in particular; as we have learned this from the Scripture: that is, that reconciliation or the forgiveness of sins goes before, and the renewal, that is, the beginning of love and of the new obedience, follows upon it; but above all, that faith should be assured that it has a gracious, reconciled God and forgiveness of sins not on account of the new life that follows and is begun, but on account of our Mediator, the Son of God. From this the accusation of the Papists, as if we rent asunder or mutilated the benefits of the redemption of our Saviour, proves itself false and a slander. But such slanders are contained in the Tridentine Decrees. For all these decrees are so forged that they, though not openly and directly, yet indirectly and covertly, thrust upon us the charge as if we taught that believers have only forgiveness of sins and are not also renewed by the Holy Ghost; further, that Christ has obtained for us only reconciliation and forgiveness, and not also at the same time the renewal; as if we thus excluded renewal, love and new obedience, as if these virtues and effects of the grace of the Holy Ghost were neither present in the reconciled at their justification, nor followed upon it; as if in the reconciled only One virtue must be present, namely the virtue of faith; the presence or following of the other virtues being utterly excluded. But these are shameless, malicious revilings and slanders, whereby they stir up uproar and confusion, so that simple and uninstructed people shall not notice and perceive what the real question is in this controversy. For it has been declared often and repeatedly by our side that we teach clearly and plainly that in the regenerate there must be not only a knowledge of the articles of faith, but also true repentance and contrition, and a good purpose; there must be a beginning of love there and good works must follow. Expressly we condemn the blasphemous doctrine of Simon the sorcerer, who pretended that to such persons as have been saved by grace through faith it was permitted