Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 24 › Seite 188

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-07-22, Seite 188

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weiter eine Veränderung des äußerlichen Wesens. Denn wo das Herz durch ein neues Licht einen neuen Verstand und neue Sinne gewinnt, da fehlt es nimmermehr, es werden auch die äußerlichen Sinne, Wesen und Wandel verändert. Das ist denn eine Veränderung, die nicht in Worten, sondern im Werk und in der Kraft besteht.

(Fortsetzung folgt.)

Wer trägt die Schuld, daß die protestantische Kirche so zertrennt ist?

Auf diese Frage hat Luther bereits die Antwort gegeben; außer anderen Stellen, die bereits mitgetheilt worden, in seiner Auslegung des Briefes St. Pauli an die Galater. Daselbst schreibt er erstlich über die Worte: Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen.“ (5, 26.) Folgendes:

„Da zeiget er (Paulus) an, was aus dem Ehrgeiz endlich zu folgen pflege. Wer etwas Neues hervorbringen und Irrthum lehren will, der kann es nicht umgehen, er muß andere entrüsten. Denn wenn dieselben seine irrige Lehre nicht allein nicht annehmen, sondern als Irrthum verdammen, wird er drüber zornig, und will es für Recht vertheidigen. Das leiden die andern nicht; da hebt sich's denn . . Da wir den Schwärmergeistern, die das Abendmahl Christi anfechten, nicht weichen und ihre verführische Irrthümer nicht billigen wollten, ging es uns auch also. Wir haben, Gott Lob! den Vortheil, daß wir sie nicht zum ersten entrüstet haben; denn wir haben keine falsche Lehre in der Welt ausgebreitet, sondern die Mißbräuche in der Christenheit gestrafet und den Artikel, welcher lehret, wie man vor Gott gerecht muß werden, treulich gepflanzet, sind also auf der rechten Bahn geblieben. Diesen Artikel haben jene „(Zwingli und seinesgleichen) „fahren lassen und viel gottloses Dinges gelehret, das Gottes Wort stracks entgegen ist: von den Sacramenten, von der Erbsünde, von der mündlichen Predigt *) ꝛc. Sollte nun da die Wahrheit des Evangelii erhalten und nicht verloren werden, haben wir ihnen widerstehen und ihre schädlichen Irrthümer verdammen müssen; da haben sie sich wider uns gesetzt und ihren Irrthum für Wahrheit erhalten wollen, wie aller Rottengeister Art ist; haben uns also ohne unsere Schuld am ersten entrüstet; sind uns dazu bitterfeind worden, dazu sie doch nichts beweget hat, denn Ehrgeiz. Denn darum war es ihnen zu thun, daß sie uns allerdings unterdrückten und sie allein oben schweben möchten.“

*) Wie unbiblisch unter Anderen Zwingli von den Sacramenten gelehrt habe, ist bekannt. Er ging hier so weit, daß selbst Calvin im September des Jahres 1542 von Zwingli an Viretus schreibt: „Vielleicht hat er (Zwingli) gegen Ende seines Lebens die Sache wieder vorgenommen und das Versehene wieder gut gemacht. Aber was die ersten Schriften betrifft, so erinnere ich mich, wie gemein und ungöttlich (profana) seine Lehre von den Sacramenten sei.“ Leider aber konnte Calvin wohl wissen, daß Zwingli seine rationalistische Lehre von den Sacramenten nie wiederrufen, sondern dieselbe nur, nach erhaltener vielfacher Ermahnung, immer ärgerlicher vorgetragen hatte. Hatte er doch kurz vor seinem Tode noch folgendes Bekenntniß gethan: „Ich wünschte sehr, daß das Wort „Sacrament“ nie von den Deutschen angenommen worden wäre, außer wenn man es in seinem ursprünglichen ächten Sinne genommen hätte. Denn wenn die Leute das Wort „Sacrament“ hören, so verstehen sie gleich etwas „Großes und Heiliges“ darunter, was durch seine Kraft das Gewissen von den Sünden befreie.“ (De vera et falsa rel. P. II. Opp. p. 197.) Es war also Zwingli schon zuwider, daß der Name „Sacrament“ die Leute allerdings auf die Gedanken bringt, Taufe und Abendmahl müsse wohl etwas „Großes und Heiliges“ sein! Kann der feindseligste und irreligiöseste Rationalist hiernach verächtlicher und profaner von den Sacramenten schreiben, als Zwingli kurz vor seinem Tode geschrieben hat? — Von den anderen von Luther oben namhaft gemachten Puncten schreibt Zwingli übrigens nicht besser und christlicher. Von der Erbsünde nehmlich schreibt er in seiner Augsburgischen Confession: „Wir mögen wollen oder nicht, wir müssen zugeben, daß die Erbsünde, wie sie in den Kindern Adams ist, keine eigentliche Sünde sei . . sie ist eigentlich nur eine Krankheit“. Vom mündlichen und sichtbaren Worte aber schreibt er ebendaselbst: „Der heilige Geist braucht keinen Führer noch Wagen... Wir sehen, daß bei allen Völkern die äußerliche Predigt der Apostel und Evangelisten oder Bischöfe dem Glauben vorhergegangen ist, den wir doch dem heiligen Geiste allein zu danken haben; denn wir sehen, leider! nicht wenige, welche die äußerliche Predigt des Evangeliums zwar hören, aber nicht glauben, weil sich ein Mangel am Geist ereignet.“

Gal. 6, 1: „Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so unterweiset ihn mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid.“

„Die Sacramentirer wenden diesen Spruch für, wollen daraus schließen, daß wir den Brüdern, so gebrechlich sind, etwas zu Gute halten sollen, mit ihnen Geduld haben, und ob sie gleich etwa in der Lehre geirret hätten, solchen Irrthum hingehen lassen um der Liebe willen, welche alles gläubet, alles hoffet, alles zu gute hält. Sonderlich weil St. Paulus allhier mit klaren, hellen Worten lehret, daß die Geistlichen die, so von einem Fehl übereilet werden, mit sanftmüthigem Geist unterweisen sollen. Geben weiter für, die Sache sei nicht so groß, daß man um des einigen Artikels willen vom Sacrament die Christliche Einigkeit zertrennen sollte, weil die Christenheit kein feiner nützlicher Ding habe, denn solche Einigkeit u. s. w. Machen also ein groß Geplerre, wie man gerne die Sünden vergeben soll, denen, so gefallen sind, aufhelfen u. s. w. Weil wir solches nicht thun, geben sie uns schuld, wir sein gar zu eigensinnig, die ihnen nicht ein Haar breit weichen, ihren Irrthum nicht zu gute halten, (den sie doch nicht bekennen) viel weniger aber sie mit sanftmüthigem Geist unterweisen wollen u. s. w. Also wissen sie ihre Sachen bei den Leuten fein zu färben und schmücken, und uns allen Unglimpf in Busen zu schieben.

Nun weiß aber mein HErr Christus ja wohl, daß mir viel Jahre her kein Ding so wehe gethan hat, als diese Uneinigkeit in der Lehre, welcher Uneinigkeit ich doch je keine Ursache und Anheber bin, wie die Rottengeister selbst wohl wissen, wenn sie die rechte Wahrheit bekennen wollen.

Denn ich gläube und lehre ja auf diesen heutigen Tag nichts anders, denn ebendasselbe, so ich geglaubet und gelehret habe, da ich diese Sachen angefangen habe. Denn, wie ich erstlich von dem Artikel der Christlichen Gerechtigkeit, von den Sacramenten, und allen andern Artikeln unsres heiligen Christlichen Glaubens gelehret habe, dabei bleibe ich noch heutiges Tages; ohne allein, daß ich von GOttes Gnaden ihrer jetzund gewisser bin, denn ich im Anfang war. Das macht mein täglich Studiren, Uebung und Erfahrung, darüber auch viel große, schwere und vielfältige Anfechtungen, und bitte meinen HErrn Christum alle Tage, daß er mich im solchem Glauben und Bekenntniß gnädiglich erhalten und stärken wolle bis auf den Tag seiner herrlichen Zukunft, Amen.

Darüber weiß freilich ganz Deutschland wohl, daß das Evangelium anfänglich von niemand angefochten ward, denn von den Papisten allein. Die aber, so die Lehre des Evangelii dazumal annahmen, waren der Sachen eins über allen Artikeln; und blieb auch solche Einigkeit so lange, bis die Rotten mit ihren neuen Grillen und Opinion sich herfür thaten, nicht allein von den Sacramenten, sondern auch von andern Artikeln. Die haben aufs erste die Christlichen Gemeinden verwirret und ihre Einigkeit zertrennet; sint der Zeit sind der Rotten je länger je mehr worden. Denn wenn ein Irrthum entstehet, folgen immer andere, bis man gar von der Wahrheit kommt. Daraus denn gefolget, daß die Einigkeit der Herzen über den Artikeln des Glaubens zertrennet ist; will ein jeder daraus machen, was ihn gut und recht deucht. Darum thun sie uns große Gewalt und Unrecht, daß sie uns schuld geben, daß wir die Christliche Einigkeit zertrennet haben sollten. Es thut sehr wehe, wenn ein Unschuldiger die Strafe leiden soll, sonderlich in einer so großen, hohen Sache.

Doch könnten wir dies alles leichtlich vergessen, sie wiederum aufnehmen, und mit sanftmüthigem Geist unterweisen, wenn sie nur auf die rechte Bahn kehreten, und mit uns ordentlich wandelten, das ist, wenn sie vom Abendmahl des Herrn, und andern Artikeln der Christlichen Lehre recht und Christlich halten und lehren wollten, und predigten mit uns einmüthig nicht ihre eignen Grillen und Träume, sondern Christum; auf daß also der Sohn Gottes durch uns, und der Vater durch ihn gepreiset werden möchte. Nun aber mutzen sie allein die Liebe und Christliche Einigkeit auf, die man nicht zertrennen soll; machen dagegen den Artikel vom Sacrament geringe; als wäre wenig daran gelegen, wir hielten vom Abendmahl des Herrn, wie wir wollten. Das können wir nicht leiden; sondern, so sehr sie auf die Einigkeit des Lebens dringen, so sehr dringen wir auf die Einigkeit der Lehre und des Glaubens. Wenn sie uns dieselbe unverletzt bleiben lassen, wollen wir denn die Einigkeit der Liebe ja so hoch preisen, als sie; doch allzeit ohne Schaden der Einigkeit des Glaubens und Geistes. Denn wenn du die

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further a change of the outward being. For where the heart, through a new light, gains a new understanding and new senses, there it cannot fail that the outward senses, being and walk are also changed. This is then a change which consists not in words, but in work and in power.

(Continuation follows.)

Who is to blame that the Protestant Church is so rent asunder?

To this question Luther has already given the answer; besides other passages which have already been communicated, in his Exposition of the Epistle of St. Paul to the Galatians. There he writes first on the words: Let us not be desirous of vain glory, provoking one another, envying one another." (5, 26.) The following:

"Here he (Paul) points out what is wont to follow at last from ambition. Whoever would bring forth something new and teach error cannot avoid it, he must provoke others. For when they not only do not accept his erroneous doctrine, but condemn it as error, he becomes angry about it, and will defend it as right. The others will not endure that; then it rises up . . When we would not yield to the fanatical spirits who assail the Lord's Supper of Christ, and would not approve their seductive errors, it went with us also thus. We have, God be praised! the advantage that we were not the first to provoke them; for we have spread no false doctrine in the world, but have rebuked the abuses in Christendom and faithfully planted the article which teaches how one must be justified before God, and have thus remained on the right path. This article those "(Zwingli and his like) "have let go and taught much ungodly stuff, which is flatly contrary to God's Word: of the Sacraments, of original sin, of the oral preaching *) etc. Should now the truth of the Gospel be preserved and not lost, we had to withstand them and condemn their harmful errors; thereupon they set themselves against us and wished to maintain their error as truth, as is the way of all factious spirits; have thus provoked us first, without our fault; have become bitter enemies to us besides, to which nothing moved them but ambition. For this was what they were concerned about, that they might utterly suppress us and hover above alone."

*) How unscriptural, among others, Zwingli's teaching of the Sacraments was, is well known. He went so far that even Calvin in September of the year 1542 writes of Zwingli to Viretus: "Perhaps toward the end of his life he took the matter up again and made good what had been overlooked. But as for his first writings, I remember how common and ungodly (profana) his doctrine of the Sacraments was." But, alas, Calvin could well know that Zwingli never recanted his rationalistic doctrine of the Sacraments, but, after repeated admonition, presented it only the more offensively. Had he not, shortly before his death, made the following confession: "I could wish very much that the word "Sacrament" had never been adopted by the Germans, except if it had been taken in its original genuine sense. For when people hear the word "Sacrament," they at once understand by it something "great and holy," which by its power sets the conscience free from sins." (De vera et falsa rel. P. II. Opp. p. 197.) Thus it was already repugnant to Zwingli that the name "Sacrament" brings people altogether to the thought that Baptism and the Lord's Supper must be something "great and holy"! Can the most hostile and most irreligious Rationalist write after this more contemptuously and profanely of the Sacraments than Zwingli wrote shortly before his death? — Of the other points named above by Luther Zwingli, moreover, writes no better and no more Christianly. Of original sin, namely, he writes in his Augsburg Confession: "Whether we will or not, we must admit that original sin, as it is in the children of Adam, is not properly sin . . it is properly only a sickness." Of the oral and visible Word, however, he writes in the same place: "The Holy Ghost needs no guide nor wagon . . . We see that among all nations the outward preaching of the Apostles and Evangelists or Bishops has preceded faith, which we nevertheless owe to the Holy Ghost alone; for we see, alas! not a few who indeed hear the outward preaching of the Gospel, but do not believe, because a lack of the Spirit occurs."

Gal. 6, 1: "Brethren, if a man be overtaken in a fault, restore such an one in the spirit of meekness, ye which are spiritual."

"The Sacramentarians bring forward this saying, wish to conclude from it that we should bear with the brethren who are frail, have patience with them, and, though they may have erred somewhat in doctrine, let such error pass for love's sake, which believeth all things, hopeth all things, taketh all in good part. Especially because St. Paul here teaches in clear, plain words that the spiritual should instruct in the spirit of meekness those who are overtaken in a fault. They further pretend that the matter is not so great that for the sake of the single article of the Sacrament Christian unity should be broken, since Christendom has no finer, more useful thing than such unity, etc. They make, therefore, a great clamor how one should gladly forgive sins, and help up those who have fallen, etc. Because we do not do this, they charge us that we are far too obstinate, yielding not a hair's breadth to them, not bearing with their error, (which they yet do not confess) much less wishing to instruct them in the spirit of meekness, etc. Thus they know how to color and adorn their cause finely among the people, and to thrust all odium upon us.

Now my LORD Christ knows well that for many years nothing has pained me so much as this disunion in doctrine, of which disunion I am surely neither the cause nor the author, as the factious spirits themselves well know, if they would confess the true truth.

For I believe and teach, indeed, to this present day nothing otherwise than the very same which I believed and taught when I began these matters. For as I taught at first of the article of Christian righteousness, of the Sacraments, and all other articles of our holy Christian faith, thereby I abide to this present day; save only that, by God's grace, I am now more certain of them than I was in the beginning. This is the effect of my daily study, practice and experience, and also of many great, grievous and manifold trials, and I pray my LORD Christ every day that He would graciously preserve and strengthen me in such faith and confession until the day of His glorious coming, Amen.

Of this all Germany knows well, that the Gospel was at first assailed by no one but the Papists alone. But those who at that time received the doctrine of the Gospel were of one mind about all the articles; and such unity also continued so long until the factions came forth with their new whims and opinions, not only about the Sacraments, but also about other articles. These first confused the Christian congregations and broke their unity; since that time the factions have become more and more numerous. For when one error arises, others always follow, until one comes quite away from the truth. From this it has followed that the unity of hearts concerning the articles of faith is broken; every one will make of it what seems good and right to him. Therefore they do us great violence and wrong in charging us that we have broken Christian unity. It pains very much when an innocent person must suffer the punishment, especially in so great, high a cause.

Yet we could easily forget all this, receive them again, and instruct them in the spirit of meekness, if they would only turn to the right path, and walk orderly with us, that is, if they would hold and teach rightly and Christianly of the Lord's Supper and the other articles of the Christian doctrine, and would preach with us unanimously not their own whims and dreams, but Christ; that so the Son of God might be praised through us, and the Father through Him. But now they only deck out love and Christian unity, which one must not break; they make light, on the other hand, of the article of the Sacrament; as if it mattered little how we held of the Lord's Supper, as we pleased. That we cannot endure; but, as strongly as they press for the unity of life, so strongly do we press for the unity of doctrine and of faith. If they will let this remain to us unimpaired, we will then praise the unity of love as highly as they; yet always without injury to the unity of faith and of the Spirit. For if thou the