Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 3 › Seite 18
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-09-30, Seite 18
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horsam in äußerlichen Kirchensachen; denn der gehört nicht zur Seligkeit! Aber seinem eigenem Witz und Willen folgen und das Beste verwerfen, das gehört zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes! Warum? weil man damit bestehet in der Freiheit, damit uns Christus befreit hat. Der HErr schelte dich Satan! Wir wollen solche Beelzebübsche Freiheit nicht.“
rer, je nach beider Amt und Beruf, mit Lust und Liebe unterwerfen, aber weder herrische Anmaßung des Lehramts und knechtische Bannfurcht der Hörerschaft, noch freches Übergreifen der letztern und bauchdienerische Menschenfurcht des erstern. Vielmehr wird er sicherlich wahrnehmen einerseits eine ungeheuchelte Demuth und Ehrerbietung der Kirchkinder gegen ihren geistlichen Vater, als Haushalter über Gottes Geheimnisse, als Botschafter an Christi Statt, als Mitarbeiter und Mithelfer des heiligen Geistes, zugleich aber doch gepaart mit bescheidenem Freimuthe und brüderlicher Vertraulichkeit, als die da wissen, daß sie wesentlich und ursprünglich mit ihm Kinder desselben Vaters, Brüder desselben Heilands, Wohn- und Werkstätten desselben heiligen Geistes seien.
Andrerseits aber wird er eben so gewißlich entdecken wahre väterliche Liebe der Hirten gegen ihre Heerden, verbunden einestheils mit der Erkenntniß der Würde und Herrlichkeit ihres Berufs, der als Träger und Verkündiger des göttlichen Wortes in Gesetz und Evangelio unbedingten Gehorsam fordert, anderen theils mit ebenso herzlicher Demuth und Ehrerbietung gegen die Gemeinden, als die da wissen, daß diese nicht wesentlich und eigentlich ihre, sondern des lebendigen Gottes Gemeinden seien und daß um deren Beseligung und dereinstigen Verherrlichung willen das heil. Predigtamt ein Dienst sei.
Wenn nun schon solches unchristliche lieblos richterische Schimpfen und Schelten es jedem unbefangenen und verständigen Christen klar genug macht, daß Herr Past. Grabau nicht von der heiligen Liebe der Wahrheit wider den Irrthum, sondern vom blinden und gehässigen Partheieifer des Irrthums wider die Wahrheit entzündet und getrieben ist, so wird dieses traurige Ergebniß auch sonstig aus jenem Synodalbriefe klar; denn nach wie vor beharret er in seiner falschen Lehre vornämlich vom heiligen Predigtamt in dessen Verhältnisse zur Gemeinde und umgekehrt und von der Ordination; woraus denn rückwärts sich auch seine irrige Vorstellung vom Wesen der Kirche ergiebt; und in der That scheint er dem gesetzlich selbstgemachten papistisch-episcopalistischen Standpunkt näher zu stehen, als dem evangelischen der lutherischen Kirche, wie diese ihn nach Gottes Wort in den symbolischen Büchern (und zwar sonderlich in dem Anhang zu den Schmakaldischen Artikeln von der Oberkeit des Papstes und von der Bischöfe Gewalt und Jurisdiction) und in den wichtigsten Lehrvätern des 16. und 17. Jahrhunderts festhält. Denn auch Herr Past. G. scheint vielmehr die Gemeinde wesentlich und ursprünglich vom Pfarramte oder Kirchendienste abzuleiten als umgekehrt, und dieses, der Art nach, über jene zu stellen, gleich als sei es an einen durch die Ordination geistlich gezeugten Priesterstand und sonderlich geheiligte Amtspersonen gebunden, indeß sich die Sache doch umgekehrt verhält. Denn der HErr Christus hat seiner Kirche resp. jeder noch so kleinen Versammlung seiner Gläubigen, als seiner Hausehre, die Schlüssel des Himmelreichs d. i. das Evangelium sammt den heiligen Sakramenten, zugleich mit dem Befehle vertraut, diese Gnadenmittel durch rechtgläubige, lehrtüchtige und im Wandel unsträfliche Personen als seine und ihre Diener öffentlich verwalten zu lassen; und demgemäß fließet, nach der Wahrheit der evangelischen Kirchen-Ordnung des Herrn Christi, das Pfarramt oder der Kirchendienst, wie es ja auch vornämlich dieser letztere Ausdruck nachweiset, aus der Kirche resp. jeder Einzel-Gemeinde.
Die Aufeinanderfolge ist also diese:
1. Christus, 2. die Gemeinde, 3. das Pfarramt; aber nicht diese:
1. Christus, 2. das Pfarramt, 3. die Gemeinde.
Wir wollen übrigens schließlich, obwohl wir die falsche unlutherische Lehre des Herrn Past. G. von Herzen hassen und fliehen und andere Unkundige vor ihr warnen, dennoch gegen seine Person nicht so bitter und gehässig gesinnt sein, als er gegen uns; vielmehr wollen wir der Hoffnung noch Raum lassen, daß die praktischen Folgen seiner falschen Lehre, als z. B. sein vieles ungerechtes Bannen, aus der mangelnden Erkenntniß der evangelischen Lehre und ihres Zusammenhangs, also aus irrendem Gewissen, verbunden mit einer noch nicht gründlich gebrochenen natürlichen Hartnäckigkeit des Willens und Charakters und noch nicht aus bösem Willen und satanischem Hochmuth und Herrschsucht, bei klarer Erkenntniß der reinen Lehre, herstamme.
Aus solcher Hoffnung heraus wünschen wir denn je eher je lieber dem armen unglücklichen Manne, der ja doch innerlich nicht den Frieden Gottes und den Gott des Friedens haben kann, von Herzen erleuchtete Augen des Verständnisses, damit er und sein mit ihm in den Banden der falschen Lehre gefangenes Volk frei werde, die furchtbaren Folgen solcher Lehre, als da sind: Haß, Bitterkeit, blinder Partheieifer und Ketzermacherei, liebloses Richten und Verfolgen, ungerechtes Bannen und Verdammen, Argwohn, Mißtrauen, Spionirsystem und Angeberei ꝛc. sammt dem bösem Gewissen aufhören, und endlich aus dem Grunde des durch Erneuerung des Glaubens gereinigten, in Gott fröhlichem und friedsamen Gewissens die entgegengesetzten christlichen Tugenden hervorkeimen und die Gemeinde zu Buffalo zu einem gesunden evangelischen Gemeindeleben hindurchdringe, darin Lehrer und Hörer in wahrer Einigkeit des Geistes, sich gemeinsam erbauen auf unsern allerheiligsten Glauben und in gegenseitiger Liebe und Vertrauen Gottes Werke zur Erhaltung und Ausbreitung seiner heiligen Kirche treiben.
Wir aber, die wir Diener Christi und seiner heiligen Kirche innerhalb unseres Synodalverbandes sind, wollen fortfahren, Gott zu bitten, daß Er uns in dem guten Bekenntnisse unserer Väter, in der einen und reinen seligmachenden Lehre des göttlichen Wortes, in unsträflichem Wandel, in ungefärbter Liebe und in dem heil. Eifer gnädiglich erhalte, auch unsere lieben Gemeinden auf demselben Heilsgrunde in aller Geduld und Lehre immer mehr zu erbauen und mit ihnen, geschmückt mit Früchten der Gerechtigkeit, dem Mannesalter in Christo entgegenzureifen.
Dann werden wir auch — und mögen wir noch so sehr wie bisher verkannt, verachtet und gehasset werden — in göttlicher Lauterkeit und einem unverletzten Gewissen beides gegen Gott und gegen Menschen seliglich erhalten und also bewahret werden, daß wir weder in todten Orthodoxismus, noch in bekenntnißwidrigen Unionismus, weder in erstorbene Geschäfts- und Miethspredigerei, noch in pietistisch-gesetzliche Vielgeschäftigkeit und Werkerei zu großer Beschädigung und Gefahr unserer Seelen hineingerathen.
Das walte Gott, Amen! —
Predigt
über 2 Petri 1, 19 — 21.
gehalten vor der Evang. luther. Gemeine zu St. Louis im Monat August 1851, und auf Verlangen dem Druck übergeben
von A. B.
Andächtige Versammelte, es hat dem Christenthum zu keiner Zeit an Feinden gefehlt, und diese haben es, je nach Gelegenheit, bald mit der That, bald mit Worten bekämpft. Ist Letzteres geschehen, so haben sie dem Gegenstande ihres Hasses eine empfindliche Wunde insbesondere durch die Behauptung zu versetzen gemeint, daß man der Vernunft zuwider handeln müsse, wenn man die Lehren der christlichen Religion für wahr, und die Bibel für Gottes Wort halten wolle. Diesen Satz führen auch die Gegner des Christenthums, die heutiges Tages leben, laut und oft im Munde. Wie könne, sagen sie, Ein Gott und drei Personen sein; wie könne Gott sich um die Menschen kümmern, und sie gar so lieben, daß Er seinen Sohn für sie hingäbe; wie könne Gott Mensch werden; wie könne Einer, der gestorben, wieder auferstehen, und darnach gar gen Himmel fahren u. s. w.; und wiederum, wie sollte Gott seinen Willen und seine Rathschlüsse den Menschen offenbaren; wie durch Menschen zu andern Menschen reden; und — thäte Er's auch — wie sollten Menschen, durch die Gott zu andern redete, einfältig, wie andere Menschen auch, reden? Dies Alles, und noch vieles Andere, sagen sie weiter, sei wider die Vernunft. Was aber wider die Vernunft streite, das brauche, ja das dürfe man nicht für wahr annehmen. Deshalb sei's nichts mit den Lehren der christlichen Religion und der Bibel; und diejenigen, die jene für wahr und diese für Gottes Wort hielten, seien Narren.
Es ist nun wol mancher Christ, wenn er dergleichen hat anhören müssen, ganz ruhig geblieben, und hat ganz einfältiglich darauf geantwortet: Narr hin, Narr her. Ich weiß, daß in keinem Andern Heil ist, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden, denn der Name Jesu Christi. Muß ich ein Narr sein, oder bei der Welt dafür gelten, wohlan! ich will's mit Freuden; gering und zeitlich ist ja dabei mein Verlust, überschwenglich
English translation AI translation
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obedience in outward church matters; for that [obedience] does not belong to salvation! But to follow one's own wit and will and to reject the best, that belongs to the glorious liberty of the children of God! Why? because one thereby stands fast in the liberty wherewith Christ has made us free. The Lord rebuke thee, Satan! We want no such Beelzebubish liberty."
ers, according to the office and calling of each, with pleasure and love, but [will find] neither lordly presumption of the teaching office and slavish dread of the ban on the part of the hearers, nor bold encroachment of the latter and belly-serving fear of men on the part of the former. Rather will he surely perceive, on the one side, an unfeigned humility and reverence of the church-children toward their spiritual father, as stewards of the mysteries of God, as ambassadors in Christ's stead, as fellow-workers and fellow-helpers of the Holy Spirit, yet at the same time coupled with modest frankness and brotherly confidence, as those who know that they are essentially and originally with him children of the same Father, brethren of the same Saviour, dwellings and workshops of the same Holy Ghost.
On the other side, however, he will just as surely discover true fatherly love of the shepherds toward their flocks, joined on the one hand with the recognition of the dignity and glory of their calling, which, as bearer and proclaimer of the divine Word in Law and Gospel, demands unconditional obedience, on the other hand with just as hearty humility and reverence toward the congregations, as those who know that these are not essentially and properly theirs, but the congregations of the living God, and that for the sake of their blessedness and eventual glorification the holy ministry is a service.
If now such unchristian, uncharitably censorious abusing and scolding already makes it clear enough to every unprejudiced and sensible Christian that Pastor Grabau is kindled and driven not by the holy love of the truth against error, but by the blind and spiteful party zeal of error against the truth, this sad result is also made plain in other respects from that synodical letter; for now as before he persists in his false doctrine, chiefly of the holy ministry in its relation to the congregation and conversely, and of ordination; from which, in turn, his erroneous conception of the nature of the Church also results; and in fact he seems to stand nearer to the legalistic, self-made papistic-episcopalistic standpoint than to the evangelical standpoint of the Lutheran Church, as she, according to God's Word, holds it fast in the symbolical books (and indeed especially in the Appendix to the Smalcald Articles, on the Power and Primacy of the Pope and on the Power and Jurisdiction of Bishops) and in the most important teachers of the 16th and 17th centuries. For Pastor G. too seems rather to derive the congregation essentially and originally from the pastorate or church-service than the reverse, and to place this, by its nature, above that, as if it were bound to a priestly order spiritually begotten through ordination and to especially sanctified office-bearers, whereas the matter in truth stands the other way about. For the Lord Christ has entrusted to His Church, that is, to every assembly of His believers, however small, as to His mistress of the house, the keys of the kingdom of heaven, that is, the Gospel together with the holy Sacraments, at the same time with the command to have these means of grace publicly administered by orthodox, apt-to-teach persons blameless in their walk, as His and their servants; and accordingly the pastorate or church-service flows, according to the truth of the evangelical church order of the Lord Christ, as indeed this latter expression especially shows, from the Church, that is, from every single congregation.
The sequence is therefore this:
1. Christ, 2. the congregation, 3. the pastorate; but not this:
1. Christ, 2. the pastorate, 3. the congregation.
We would, moreover, in conclusion, although we hate and flee from the false un-Lutheran doctrine of Pastor G. from the heart and warn other uninformed persons against it, nevertheless not be so bitterly and spitefully disposed toward his person as he is toward us; rather would we leave room for the hope that the practical consequences of his false doctrine, as for example his much unjust banning, spring from a lack of knowledge of the evangelical doctrine and its connection, thus from an erring conscience, joined with a natural obstinacy of will and character not yet thoroughly broken, and not yet from evil will and satanic pride and love of power, in the face of a clear knowledge of the pure doctrine.
Out of such hope we therefore wish, the sooner the better, for the poor unhappy man, who surely cannot inwardly have the peace of God and the God of peace, from the heart enlightened eyes of understanding, that he and his people held captive with him in the bonds of false doctrine may become free, [and that] the fearful consequences of such doctrine, as they are: hatred, bitterness, blind party zeal and heretic-hunting, loveless judging and persecuting, unjust banning and condemning, suspicion, distrust, spy-system and informing, etc., together with the evil conscience, may cease, and finally, out of the ground of a conscience purified by the renewal of faith, joyful and peaceful in God, the opposite Christian virtues may spring forth, and the congregation at Buffalo may press through to a healthy evangelical congregational life, wherein teachers and hearers, in true unity of the Spirit, edify one another upon our most holy faith and in mutual love and confidence promote God's works for the preservation and extension of His holy Church.
But we, who are servants of Christ and of His holy Church within our synodical union, will go on praying God that He may graciously preserve us in the good confession of our fathers, in the one and pure soul-saving doctrine of the divine Word, in blameless walk, in unfeigned love and in holy zeal, also to build up our dear congregations ever more upon the same foundation of salvation in all patience and doctrine, and with them, adorned with the fruits of righteousness, to grow on toward the perfect man in Christ.
Then we also — and may we be ever so much misjudged, despised and hated, as hitherto — in divine sincerity and with an unwounded conscience, toward God and toward men, shall be blessedly preserved and so kept that we fall neither into dead orthodoxism, nor into unionism contrary to the Confession, neither into dead office-work and hireling preaching, nor into pietistic-legalistic bustle and work-righteousness, to the great harm and danger of our souls.
May God grant it, Amen! —
Sermon
on 2 Peter 1, 19 — 21.
delivered before the Evang. Luth. Congregation at St. Louis in the month of August 1851, and, at request, given to the press
by A. B.
Devout hearers, to Christianity there has never been a lack of enemies, and these have assailed it, as occasion offered, now with deeds, now with words. Where the latter has been done, they have thought to inflict a sensitive wound upon the object of their hatred especially by the assertion that one must act contrary to reason if one would hold the doctrines of the Christian religion to be true and the Bible to be God's Word. This proposition the opponents of Christianity who live nowadays also have loudly and often in their mouths. How could, they say, One God and three Persons be; how could God concern Himself about men, and so love them that He should give His Son for them; how could God become man; how could One who has died rise again, and afterward even ascend into heaven, etc.; and again, how should God reveal His will and His counsels to men; how speak through men to other men; and — if He did it — how should men, through whom God spoke to others, speak plainly, like other men too? All this, and much else besides, they say further, is contrary to reason. But what is contrary to reason, that one need not, nay, may not accept as true. Therefore, they say, there is nothing in the doctrines of the Christian religion and of the Bible; and those who hold the former to be true and the latter to be God's Word are fools.
Now many a Christian, when he has had to listen to such things, has indeed remained quite calm, and has quite simply answered thereupon: Fool here, fool there. I know that in none other is salvation, neither is there any other name given among men whereby we must be saved, but the name of Jesus Christ. Must I be a fool, or be accounted so by the world, well then! I will gladly; small and temporal is my loss therein, exceeding