Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 3 › Seite 24
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-09-30, Seite 24
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kenen, deutschen Protestanten und zumal Lutheranern in den großen Städten, ob Gott will, christliche Gemeinden zu bilden. Ist nun ein Häuflein bekehret und in den HErrn Jesum gläubig geworden; — lernet solch' Häuflein je länger je lieber dem Worte Gottes in öffentlicher Predigt oder in einzelner Belehrung und Berichtung, Bestrafung und Tröstung des Seelsorgers im freien Gehorsam sich unterwerfen; wird von Prediger und Gemeinde Alles, was zu Nutz und Frommen der letzteren dient, mittel- und unmittelbar nach dieser einigen Regel und Richtschnur des göttlichen Wortes gehandelt: — dann wird sich von Innen heraus, auf gesunde und naturgemäße Weise, die den besonderen Verhältnissen der Gemeinde angemessene menschliche Kirchen-Ordnung wohl herausbilden, welche natürlich auch solche Dinge befaßt, die der menschlichen Freiheit unterliegen, als z. B. kirchliche Ceremonien, und unbeschadet der Einheit des Bekenntnisses und der Lehre in verschiedenen Gemeinden verschieden gehandelt werden.
Aber — so könnte Jemand entgegnen — wenn nun die Leute so verwildert und des Kirchenbesuchs also entwöhnt sind, daß vielleicht von 3 — 400 nur 20 — 30 Sonntags den Gottesdienst besuchen, wie dann? — Die Schwärmer wissen da bald Rath und sagen: da stellt man sich an der Ecke von zwei belebten Straßen auf einen Tisch und fängt an zu predigen. Dies wäre aber nicht der gottgefällige Weg, antwortet ein verständiger Lutheraner Christen, wenn auch dermalen in sehr üblem Zustande, sind doch nun einmal thatsächlich keine Heiden, und da hat Niemand das Recht, ihnen öffentlich zu predigen, er sei denn von ihnen öffentlich berufen, wie solches auch der 14. Artikel der Augsburgischen Confession klärlich bezeugt. Nein! wider Gottes Ordnung soll ein gottesfürchtiger und besonnener Christ nichts thun, und wenn er auch hiefür den gebührendsten Eifer, die brünstigste Liebe und die herrlichsten Gaben hätte. Aber freilich, um in großen Städten, wie New-Orleans, innerhalb „des ordentlichen Berufs“ den armen, verkommenen, kirchlich entwöhnten Glaubens- und Stammgenossen, unter Gottes Gnade und Segen, eine kräftige Hülfe zu thun, da muß man auch Brüder hinsenden, die nicht blos im Allgemeinen rechtgläubig, lehrtüchtig und unsträflichen Wandels sind, sondern die von apostolischem Geiste, so weit wir bei unserem schwächlichen Glauben dessen besitzen, beseelt und durchdrungen sind. Es gehört dazu nicht mehr und nicht minder, als ein freudiger Glaubensmuth, eine kräftige Predigtgabe, eine das Verlorene unermüdlich suchende Hirtenliebe und eine das Gefundene ebenso unermüdlich pflegende Hirtentreue, durchgreifender Ernst und doch zugleich tragende Geduld, kein geringes Maas von Weisheit und Regiergabe, und dieses Alles von fleißigem Beten und Fürbitten begleitet und durchdrungen und von gesunder kirchlicher Gesinnung getragen. Männer, gewöhnlichen Schlages, und zudem vielleicht auf unirten Lehranstalten pietistisch zugerichtet, kommen entweder, was aber der seltnere Fall ist, auf den gesunden Standpunkt der lutherischen Kirche, oder von der Uebermacht der widerstrebenden Verhältnisse allmählig überwältigt, werden sie je länger-je mehr bloße Geschäftsprediger und stehen in großer Gefahr, am Glauben völlig Schiffbruch zu leiden. —
Wider die Gottesleugner.
Gespötte wider Epicurum D. M. Lutheri.
Wer auf gut säuisch leben will,
Wie Epicurus steckt das Ziel,
Der halt von Gott und Menschen nichts,
Glaub, 's sei kein Gott, der's sieht und richt?
Glaub, daß kein Leb'n nach diesem sei,
Obgleich dein Herz dawider schrei.
Denk, bist geboren dir allein,
Was du siehst, g'hör in Kragen dein.
Sauf, friß und spei, bis voll und toll,
Gleichwie ein Sau, pfleg dein nur wohl;
Stirbst du denn als ein Schwein und Kuh,
Sprich: So fährt man gen Himmel zu,
Da die Engel mit Keulen rennen,
Und solch Säu in Feuer verbrennen.
Denn wünscht ein solcher Epicurer:
Awe, wer nie geboren wär.
Dem wär viel besser, er wär todt,
Denn daß er Gotts im Himmel spott.
Luther's Werke, 38. Bd. 321 Seite. Erlanger Ausgabe.
Da Justus Jonas einen schönen Ast von Kirschen über den Tisch gehängt hatte, zum Gedächtniß der Schöpfung, und den herrlichen Segen Gottes lobte, sprach D. Luther: „Warum bedenket Ihr das nicht vielmehr an Euren Kindern? welche doch übertreffen, und herrlichere Kreaturen Gottes sind, denn aller Bäume Früchte. Gleichwohl gehen wir dahin, achten's nicht Viel, ja werden wohl gar über solche Gaben Gottes blind und geizig, wie gemeiniglich geschieht, daß die Leute, wenn sie Kinder kriegen, scharren und schaben, wie sie können, daß sie ihnen Viel mögen hinterlassen; wissen nicht, daß es einem Kindlein, auch ehe es auf die Welt kommt, sein bescheiden Theil, was und wie Vieles es haben, und was ihm werden soll, allbereits zugeeignet ist.“
Kirchliche Nachrichten.
Nachdem Hr. P. Wunder, der bis jetzt die Gemeinde in Centreville, St. Clair Co., Ills, bediente, eine Berufung von der luth. Gemeinde zu Chicago erhalten und mit Bewilligung seiner bisherigen Gemeinde angenommen hatte, hat diese letztere den Candidaten des hl. Predigtamts, Hrn. W. Holls, Zögling des Seminars zu Fort Wayne und seit Januar interimistischer Gehülfe des P. Habel zu Pomeroy zu ihrem Prediger und Seelsorger ordentlich berufen. Derselbe wurde am Donnerstag nach Dom. XIII p. trin. den 18. September von dem Vice-Präses unter Assistenz der P. P. Birkmann und Rennicke inmitten seiner Gemeinde nach kirchlichem Brauche feierlich ordinirt.
Anzeige.
Von den im voriger Nummer erwähnten Melodien deutscher Kirchengesänge meist aus dem 16. und 17. Jahrhundert in ihren ursprünglichen Rythmen und Tönen nach Dr. Friedrich Layritz zum Gebrauch christlicher Gemeinden deutscher Zunge in Nord Amerika, lithographirt und herausgegeben von Leopold Gast. Preis 25 Cents. ist der Unterzeichnete nunmehr in Besitz einer größern Parthie Exemplare, um eingehende Bestellungen sofort zu befriedigen.
F. W. Barthel.
Da die Erfahrung gelehrt hat, daß manche Empfänger für die ihnen durch die Post zugesandten Drucksachen unverhältnißmäßig hohes Porto haben erlegen müssen, so erbiete ich mich, dergleichen Schriften bei der Aufgabe Verlagsweise für Diejenigen, welche mit mir in Berechnung stehen, zu frankiren.
D. O.
Quittung und Dank.
Der Unterzeichnete bescheinigt hiermit, von der Gemeinde des Herrn Pastor Streckfuß in Van-Werth Co., Ohio, $4, 35. als Unterstützung zu seinem Unterhalt im Seminar empfangen zu haben.
Der reiche Gott wolle nach seiner Verheißung (Matth. 10, 42.) auch diese Gaben der Liebe einem jeglichen Geber reichlich vergelten.
J. Paul Beyer.
Fort Wayne den 20. September 1851.
Erhalten
von der Gemeinde des Herrn O. Strasen bei Collinsville für arme Studenten $1.00.
A. Biewend.
Erhalten,
a. zur Synodal-Missions-Casse:
von der Gemeinde des Hr. P. Trautmann in Adrian, Mich. $4,00.
„ der Gemeinde des Herrn P. Hattstädt in Monroe, Mich. 3,00.
„ der evangel. luther. Synode von Indianapolis $10.00.
b.) an Beiträgen zu den Reisekosten der Herren Delegaten nach Deutschland:
von der Gemeinde des Herrn P. Schuster, Kosciusko Co., Ia. 12,00.
F. W. Barthel, Cassirer.
Bezahlt
den 6. Jahrgang die Herren F. W. Hartmann, H. Hartmann, P. Trautmann (2 Ex.).
den 7. Jahrg. die Herren John Beery, Conrad Brande[unleserlich], Hartmann. Mich. Hochmuth. P. Hattstädt (14 Ex.), F. W. Hartmann, Heinr. Johanning, Heinr. Lauth, Joh. Friedr. Lohmann, P. J. W. Schmidt.
die 1. Hälfte des 8. Jahrg. die Herren Mich. Andre, Joh[unleserlich] Heinr. Ahlmeyer, Christ. Leicht, William Zeitler.
den 8. Jahrg. die Herren P. Albach, J. H. Evers, Friedr. Föllinger, L. Griebel, P. Holls, P. Hahn, Friedr. Heine, C. Lindemann, Joh. Friedr. Lohmann, Heinr. Meyer, Friedr. Ochs, Christian Piepenbrink, Christian Rose, P. Richmann, P. Schliepsiek, C. Sallmann, Fr. Stellhorn, Heinr. Sudbrink, Chr. Schaper, Chr. Schröder, Dr. Sibler, Gustav Spiegel, Schreiber (6 Ex.), P. Trautmann, P. Wunder, Conr. Westerfeld, P. Fr. Waltz, C. H. Wilkee, Friedr. Zimmer.
Gedruckt bei Moritz Niedner,
North Ecke der dritten und Chestnutstraße.
English translation AI translation
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ken, German Protestants and especially Lutherans in the great cities, God willing, into Christian congregations. If now a little flock has been converted and has become believing in the LORD Jesus; if such a little flock learns, the longer the more gladly, to submit in free obedience to the Word of God in public preaching or in individual instruction and correction, reproof and comforting of the pastor; if by pastor and congregation everything that serves the profit and benefit of the latter is dealt with, mediately and immediately, according to this one rule and standard of the divine Word: then there will well form itself from within, in a sound and natural way, the human church-order suited to the special circumstances of the congregation, which naturally also embraces such things as are subject to human liberty, as, for example, churchly ceremonies, and without prejudice to the unity of the confession and of the doctrine, may be handled differently in different congregations.
But—some one might object—if now the people are so run wild and so unaccustomed to church attendance that perhaps out of 3—400 only 20—30 attend divine service on Sunday, what then?—The enthusiasts know counsel at once and say: Then one stations oneself at the corner of two busy streets upon a table and begins to preach. This, however, would not be the way pleasing to God, answers an understanding Lutheran Christians, even if at present in a very evil condition, are after all in fact no heathen, and there no one has the right to preach to them publicly, unless he be publicly called by them, as the 14th Article of the Augsburg Confession also clearly testifies. No! against God's order a God-fearing and prudent Christian shall do nothing, even if he had for it the most becoming zeal, the most ardent love, and the most glorious gifts. But indeed, in order, in great cities like New Orleans, within "the regular call," to render, by God's grace and blessing, an effectual help to the poor, forlorn kinsmen in faith and in blood, unaccustomed to the church, one must also send thither brethren who are not merely in general orthodox, apt to teach, and of blameless walk, but who are animated and penetrated by the apostolic spirit, so far as we in our feeble faith possess it. There belongs to it neither more nor less than a joyful courage of faith, an effectual gift of preaching, a shepherd's love that untiringly seeks the lost, and a shepherd's fidelity that just as untiringly tends what is found, thoroughgoing earnestness and yet at the same time forbearing patience, no small measure of wisdom and gift of government, and all this accompanied and penetrated by diligent prayer and intercession and sustained by a sound churchly disposition. Men of ordinary stamp, and moreover perhaps trained in a pietistic fashion at Union institutions, either come, which however is the rarer case, to the sound standpoint of the Lutheran Church, or, gradually overpowered by the superior force of the adverse circumstances, they become, the longer the more, mere business-preachers, and stand in great danger of suffering shipwreck altogether in the faith. —
Against the Deniers of God.
A Mockery against Epicurus, by D. M. Luther.
Whoso would live in swinish wise,
Like Epicurus sets his prize,
Let him hold nought of God or men,
Believe there is no God to see and judge,
Believe that no life after this shall be,
Although thy heart cry out against it.
Think, thou wast born for thyself alone,
What thou seest, belongs in thy gullet.
Guzzle, gorge and spew, till full and mad,
Like a sow, take thy ease;
Dost thou then die as a swine and cow,
Say: So one goes to heaven,
Where the angels run about with clubs,
And burn such sows in fire.
Then such an Epicurean wishes:
Alas, that I had never been born.
Far better for him were he dead,
Than that he mock God in heaven.
Luther's Werke, 38th vol., page 321. Erlangen Edition.
When Justus Jonas had hung a fine branch of cherries over the table, in memory of the creation, and praised the glorious blessing of God, Dr. Luther said: "Why do ye not consider this much rather in your children? which yet surpass, and are more glorious creatures of God than the fruits of all trees. Nevertheless we go our way, heed it not much, yea, become quite blind and covetous over such gifts of God, as commonly happens, that the people, when they get children, scrape and scratch as they can, that they may leave them much; they know not that to a little child, even before it comes into the world, its allotted portion, what and how much it shall have, and what shall befall it, is already assigned."
Church News.
After Mr. P. Wunder, who until now served the congregation in Centreville, St. Clair Co., Ills., had received a call from the Lutheran congregation at Chicago, and with the consent of his former congregation had accepted it, the latter has regularly called as its preacher and pastor the candidate of the holy ministry, Mr. W. Holls, pupil of the seminary at Fort Wayne and since January interim assistant of P. Habel at Pomeroy. The same was solemnly ordained, according to churchly usage, in the midst of his congregation, on the Thursday after Dom. XIII p. trin., the 18th of September, by the Vice-President, with the assistance of the P. P. Birkmann and Rennicke.
Notice.
Of the Melodies of German Church Hymns mentioned in the last number, mostly from the 16th and 17th century, in their original rhythms and tunes, according to Dr. Friedrich Layritz, for the use of Christian congregations of the German tongue in North America, lithographed and published by Leopold Gast. Price 25 Cents. the undersigned is now in possession of a larger lot of copies, in order to satisfy incoming orders at once.
F. W. Barthel.
Since experience has taught that many recipients have had to pay disproportionately high postage on the printed matter sent them by mail, I offer, in the case of those who have an account with me, to prepay the postage on such publications, on dispatch, as an advance.
D. O.
Receipt and Thanks.
The undersigned hereby certifies that he has received from the congregation of Pastor Streckfuß in Van-Werth Co., Ohio, $4, 35. as support toward his maintenance at the Seminary.
May the rich God, according to his promise (Matth. 10, 42.), richly recompense also these gifts of love to every giver.
J. Paul Beyer.
Fort Wayne, the 20th of September 1851.
Received
from the congregation of Mr. O. Strasen near Collinsville for poor students $1.00.
A. Biewend.
Received,
a. for the Synodical Mission Fund:
from the congregation of Mr. P. Trautmann in Adrian, Mich. $4,00.
" the congregation of Mr. P. Hattstädt in Monroe, Mich. 3,00.
" the Evangelical Lutheran Synod of Indianapolis $10.00.
b.) in contributions toward the travelling expenses of the Delegates to Germany:
from the congregation of Mr. P. Schuster, Kosciusko Co., Ia. 12,00.
F. W. Barthel, Cashier.
Paid
for the 6th volume, the Messrs. F. W. Hartmann, H. Hartmann, P. Trautmann (2 copies).
for the 7th volume, the Messrs. John Beery, Conrad Brande[illegible], Hartmann. Mich. Hochmuth. P. Hattstädt (14 copies), F. W. Hartmann, Heinr. Johanning, Heinr. Lauth, Joh. Friedr. Lohmann, P. J. W. Schmidt.
for the first half of the 8th volume, the Messrs. Mich. Andre, Joh[illegible] Heinr. Ahlmeyer, Christ. Leicht, William Zeitler.
for the 8th volume, the Messrs. P. Albach, J. H. Evers, Friedr. Föllinger, L. Griebel, P. Holls, P. Hahn, Friedr. Heine, C. Lindemann, Joh. Friedr. Lohmann, Heinr. Meyer, Friedr. Ochs, Christian Piepenbrink, Christian Rose, P. Richmann, P. Schliepsiek, C. Sallmann, Fr. Stellhorn, Heinr. Sudbrink, Chr. Schaper, Chr. Schröder, Dr. Sibler, Gustav Spiegel, Schreiber (6 copies), P. Trautmann, P. Wunder, Conr. Westerfeld, P. Fr. Waltz, C. H. Wilkee, Friedr. Zimmer.
Printed by Moritz Niedner,
North corner of Third and Chestnut Street.