Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 24 › Seite 166
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-07-19, Seite 166
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behandelt, ja selbst ausdrücklich Ketzer und Rotte genannt und uns unzählige Mal verflucht und verdammt? Wohl ist es nun wahr, nicht jede zwischen zwei Kirchengemeinschaften entstehende Lehrdifferenz giebt der einen sogleich ein Recht, die von der anderen Gebannten und sich Trennenden aufzunehmen, wenn die Lehrdifferenz nicht Fundamentalartikel betrifft, wodurch die eine eine Secte wird; allein wenn die irrende kirchliche Gemeinschaft nicht nur irrt, sondern ihren Gliedern auch den Irrthum aufzwingen und durch die darauf gegründete Praxis die Gewissen derselben beschweren will, wie dann? — Dann tritt eben der Fall ein, daß eine kirchliche Gemeinschaft, ohne schon eine Secte zu sein, die Schuld eines Schisma auf sich ladet und die andere Gemeinschaft zwingt, diejenigen aufzunehmen, die sie durch ihre angemaßte Herrschaft über die Gewissen von sich treibt. Und das ist eben der Fall mit der Buffalo-Synode. Dies ist auch derselben von uns bereits in der ersten ihr von Cleveland zugefertigten Antwort vorgehalten worden. Da schreibt nämlich unsere Synode Folgendes: „Endlich bezüchtigt uns die Ehrw. Syn. (von Buffalo) eines Selbstwiderspruchs), wenn wir derselben das Zugeständniß gemacht, daß wir sie bis daher nicht für eine Secte oder Rotte zu erklären uns unterfangen mochten, und dennoch von ihr sich Trennende in unsern Verband aufnahmen. Wir gestehen zu, daß eine auch schwerlich, jedoch aus Schwachheit irrende Kirche nicht alsobald verlassen werden dürfe; wenn selbige jedoch die Zeugen für die Wahrheit mit ihrem Zeugniß nicht duldet, durch Aufdringung ihrer Irrthümer und darauf gegründete Praxis die Gewissen beschwert, dann tritt der Fall ein, daß die Wahrheit erkennende Christen sich auch von einer solchen Gemeinschaft trennen müssen und sich zu trennen berechtigt sind, deren Irrthümer nicht an sich grundstürzend sind und dieselbe daher noch nicht zur Secte machen. Leider nimmt aber die Ehrw. Synode von Buffalo diesen traurigen Stand ein und wir können daher nicht umhin, dieselbe an den warnenden Ausspruch des hl. Augustinus zu erinnern, daß es kein Schisma gebe, welches nicht, wenn es Wurzel fasse, endlich in eine Secte sich verwandeln sollte. Möge Gott verhüten, daß wir, die wir die Ehrw. Synode von Buffalo zwar bis jetzt für eine gefährlich irrende, aber doch noch nicht sectirerische Gemeinschaft erklären müssen, nicht an ihr die Wahrheit jenes Augustinischen Ausspruchs erfahren.“ —
In der öffentlichen Antwort P. Grabau's heißt es weiter: „Die Synode von Missouri ist aber unwahr und anmaßend herrschsüchtig gegen uns. Denn sie stellt sich fälschlich dar, bloß als eine solche, die Beschuldigungen gegen uns gemacht hätte, von denen sie nicht einmal verlange, daß wir sie zuvor als gegründet anerkennten! Es sind aber nicht bloße Beschuldigungen, die uns gemacht wären, sondern sie haben auf Beschuldigungen hin so in öffentlicher Praxis gehandelt, wie man nicht bei gesitteten und rechtlich gesinnten Heiden findet; bis zum Entsetzen schändlich!“
Antwort: Es ist eine Unredlichkeit, wenn Herr Pastor Grabau, da wir bei dem Antrag eines Colloquiums nur von ihm gemachten Beschuldigungen reden, daraus den Schluß für seine Lehre zieht, wir wollten uns den Schein geben, als hätten wir gegen ihn bisher nichts weiter gethan, als Beschuldigungen gegen ihn erhoben. Wenn wir hier nur von Beschuldigungen redeten, so geschah es eben darum, weil es widersprechend ist, jemanden ein Colloquium anzutragen, und dennoch so zu reden, als ob die Sache schon erwiesen wäre; denn, sobald ein Colloquium zwischen Streitenden veranlaßt wird, wird eben erklärt, die Streitsache und wo das Recht sei, soll erst einer nochmaligen Untersuchung unterworfen werden.
Es heißt ferner in der öffentlichen Antwort: „Sie haben die gräulichsten excommunicirten Sünder ohne eine Nachfrage angenommen.“
Antwort: Dies ist, was die Synode betrifft (denn was einzelne Prediger betrifft, so kann die Synode, obgleich sie sich des Besten zu denselben versieht, nicht für dieselben einstehen,) unwahr, wenn damit gesagt sein soll, daß die Synode Leute aufgenommen habe, die sich von unsern Gegnern getrennt oder von ihnen ausgeschlossen worden, ohne daß sie (unsere Synode) das eigene Zeugniß der Widersacher gehabt hätte. Immer hat die Synode auf Grund vorliegender, von unseren Gegnern eigenhändig unterzeichneter Dokumente gehandelt und wiederholt die strengste Untersuchung der Sache angestellt. Daß sie später nicht mehr in dergleichen Angelegenheiten mit den Gegnern erst conferirte, geschah darum, weil dieselben uns als Ketzer behandelten, und vor uns als reißenden Wölfen in Schafskleidern warnten.
In der öffentlichen Antwort heißt es weiter: (Sie haben) „unsere lutherischen Pastoren für absetzungswürdig erklärt, und unseren Kirchengliedern es als eine heilige Pflicht aufgelegt, sich sofort rechtgläubige Pastoren zu berufen, d. i. missourische!“
Antwort: Auch dies ist eine offenbare Unwahrheit. Für absetzungswürdig hat die Synode allein im Jahre 1847 Herrn Pastor Krause, damaligen Pastor zu Freistatt, und zwar in einem Gutachten „in der Voraussetzung, daß die uns vorgelegten Berichte“ über begangene entsetzliche Gräuel „mit der Wahrheit übereinstimmen.“ Diese Entscheidung zu bereuen, hat aber unsere Synode um so weniger Ursache, da Herr Pastor Krause, nachdem er zur Erkenntniß der hierarchischen romanisirenden Richtung der Synode von Buffalo gekommen war, auch sein schweres Unrecht eingesehen, dasselbe öffentlich abgebeten und die von ihm wiederholt ausgeübten falschen Banne zurückgenommen hat; und Herr Pastor Grabau sollte um so weniger unser einstmaliges Urtheil über Herrn Krause zu einem Anklagepunkte wider uns gebrauchen, da er, Herr P. Grabau, Herrn Pastor Krause jetzt selbst als einen Judas brandmarkt.
Endlich heißt es in der öffentlichen Antwort Herrn Pastor Grabau's mit gesperrter Schrift folgendermaßen:
„Offenbar nun ist der Fluch, den die Ehrw. Synode von Missouri auf sich ladet.“
Antwort: Wenn der Fluch, den wir auf uns laden sollen, erst „nun offenbar ist,“ wie es hier heißt, so steht es traurig um Herrn P. G., denn schon lange Jahre daher ist Herrn P. Grabau's Mund bereits voll Fluchens (Ps. 10, 7.) über unsere Synode gewesen! Trotzdem sei es fern von uns, wieder zu fluchen. Unsere Rache soll vielmehr diese sein, daß wir Herrn P. Grabau dafür segnen und Gott bitten, derselbe wolle nach seiner großen Barmherzigkeit das verfinsterte und erbitterte Herz unseres Gegners ändern, und ihn in seinem ungerechten Fluchen, Richten und Verdammen nicht sterben lassen, sondern ihm eine aufrichtige Buße von seinem tiefen Falle schenken, damit wir einst beiderseits den Segen beerben, dazu wir berufen sind (1 Petr. 3, 9.). Zugleich wollen wir uns an den Trost göttlichen Wortes halten: „Wie ein Vogel dahin fährt und eine Schwalbe fliegt: also ein unverdienter Fluch trifft nicht.“ Sprchw. 26, 2. Wir wollen übrigens gern eine Minderung der Schuld des Herrn Pastor Grabau's darin sehen, daß er nun einmal glaubt, wir wollten in einer Sache beharren, die er für eine offenbare Sünde ansieht; aber hiemit macht es selbiger selbst offenbar, wie gefährlich es ist, grundsätzlich Fluch und Bann nach individueller moralischer Ueberzeugung zu vollziehen. Bei solcher Handlungsweise begeht man die schwersten Sünden, und meint dennoch, Gott einen Dienst daran zu thun (Joh. 16, 2.). Wir haben einst auch in diesem Irrthum gesteckt und die bitteren Früchte desselben gebracht, als wir noch in der stephanistisch-hierarchischen Richtung gefangen waren; wie nun Gott uns Buße und Umkehr davon aus Gnaden geschenkt, so schenke diese der treue Gott auch unserem unglücklichen Gegner. In JEsu Namen! Amen.
Vivia Perpetua,
die theure Blutzeugin des HErrn JEsu zu Carthago in Afrika, um 202 nach Christi Geburt.
1.
Wie Perpetua den HErrn JEsum bekannt und mehr geliebt hat, als ihren Vater und ihr Kind.
Perpetua ist geboren
Im Lande Afrika.
In Finsterniß verloren
War ihre Jugend da;
Doch als sie einst im Glauben
Den HErren Christum sah:
Da ließ sie ihn durch Nichts sich wieder rauben.
Was Menschen nur begehren,
Besaß sie hochbeglückt:
Vermählt, jung, reich an Ehren,
Durch Mutterlust entzückt;
Doch Christus war ihr Leben,
Dem blieb sie unverrückt
Und treu bis in den bittern Tod ergeben.
English translation AI translation
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and even expressly called us heretics and a faction and cursed and damned us countless times? Now it is indeed true that not every difference of doctrine arising between two church fellowships at once gives the one a right to receive those banned by the other and separating themselves from it, if the difference of doctrine does not concern fundamental articles, whereby the one becomes a sect; but if the erring church fellowship not only errs, but also forces the error upon its members and by the practice founded thereon seeks to burden their consciences, what then? — Then precisely the case occurs that a church fellowship, without yet being a sect, takes upon itself the guilt of a schism and compels the other fellowship to receive those whom it drives from itself by its assumed lordship over consciences. And that is precisely the case with the Buffalo Synod. This was also already held up to it by us in the first reply sent to it from Cleveland. There our Synod writes as follows: "Finally the Reverend Synod (of Buffalo) accuses us of a self-contradiction, in that we conceded to it that we would not venture to declare it, up to now, a sect or faction, and yet received into our connection those separating themselves from it. We admit that a church which errs, though hardly so, yet out of weakness, may not be forsaken at once; but if the same does not tolerate the witnesses for the truth with their testimony, burdens the consciences by the forcing on of its errors and a practice founded thereon, then the case occurs that Christians who know the truth must also separate from such a fellowship and are entitled to separate, whose errors are not in themselves subversive of the foundation and therefore do not yet make it a sect. Unfortunately, however, the Reverend Synod of Buffalo takes this sad position, and we therefore cannot refrain from reminding it of the warning saying of St. Augustine, that there is no schism which would not, if it took root, finally change into a sect. May God forbid that we, who must declare the Reverend Synod of Buffalo thus far a dangerously erring, yet not yet sectarian fellowship, should not experience in it the truth of that Augustinian saying." —
In the public reply of P. Grabau it says further: "The Synod of Missouri is, however, untruthful and presumptuously domineering toward us. For it presents itself falsely as one that had merely made accusations against us, of which it does not even require that we should first acknowledge them as well-founded! But they are not mere accusations that have been made against us, but upon accusations they have acted in public practice as one does not find among well-behaved and honorably minded heathen; shameful to the point of horror!"
Answer: It is a dishonesty when Mr. Pastor Grabau, because in the proposal of a colloquy we speak only of accusations made by him, draws from it the conclusion for his doctrine that we wished to give ourselves the appearance as though we had hitherto done nothing further against him than raise accusations against him. If we spoke here only of accusations, it was precisely because it is contradictory to offer someone a colloquy and yet to speak as if the matter were already proved; for as soon as a colloquy is arranged between disputants, it is thereby declared that the matter in dispute, and where the right lies, shall first be subjected to a renewed investigation.
It says further in the public reply: "They have received the most atrocious excommunicated sinners without any inquiry."
Answer: This is, so far as the Synod is concerned (for as to individual preachers, the Synod, although it expects the best of them, cannot answer for them,) untrue, if it is meant thereby that the Synod has received people who have separated from our opponents or been excluded by them, without its (our Synod) having had the testimony of the adversaries themselves. The Synod has always acted on the ground of documents lying before it, signed by our opponents with their own hands, and has repeatedly made the strictest investigation of the matter. That it later no longer conferred first with the opponents in such affairs came about because they treated us as heretics and warned against us as ravening wolves in sheep's clothing.
In the public reply it says further: (They have) "declared our Lutheran pastors worthy of deposition, and laid upon our church members as a holy duty to call at once orthodox pastors, that is, Missourian ones!"
Answer: This also is a manifest untruth. The Synod has declared worthy of deposition, in the year 1847 alone, Mr. Pastor Krause, then pastor at Freistatt, and that in an opinion "on the supposition that the reports laid before us" concerning dreadful atrocities committed "agree with the truth." Our Synod has the less cause to regret this decision since Mr. Pastor Krause, after he had come to a knowledge of the hierarchical, romanizing tendency of the Synod of Buffalo, also perceived his grievous wrong, publicly begged pardon for it, and has taken back the false bans repeatedly pronounced by him; and Mr. Pastor Grabau should the less use our former judgment on Mr. Krause as a point of accusation against us, since he, Mr. P. Grabau, now himself brands Mr. Pastor Krause as a Judas.
Finally it says in the public reply of Mr. Pastor Grabau, in spaced type, as follows:
"Manifest now is the curse which the Reverend Synod of Missouri brings upon itself."
Answer: If the curse which we are said to bring upon ourselves is only "now manifest," as it is here said, then it stands sadly with Mr. P. G., for already for many years past Mr. P. Grabau's mouth has been full of cursing (Ps. 10, 7.) against our Synod! Nevertheless be it far from us to curse again. Our revenge shall rather be this, that we bless Mr. P. Grabau for it and beseech God that He would, according to His great mercy, change the darkened and embittered heart of our opponent, and not let him die in his unrighteous cursing, judging and condemning, but grant him sincere repentance of his deep fall, that we may both together inherit the blessing, whereunto we are called (1 Pet. 3, 9.). At the same time we will hold fast to the comfort of the divine word: "As the bird by wandering, as the swallow by flying, so the curse causeless shall not come." Prov. 26, 2. We will, moreover, gladly see a lessening of the guilt of Mr. Pastor Grabau in this, that he now once for all believes that we wish to persist in a thing which he regards as a manifest sin; but herewith he himself makes manifest how dangerous it is to execute curse and ban on principle according to individual moral conviction. In such a course of action one commits the gravest sins, and yet thinks he doeth God service (John 16, 2.). We too once were stuck in this error and brought forth the bitter fruits of it, when we were still held captive in the Stephanite-hierarchical direction; as God has now graciously given us repentance and conversion from it, so may the faithful God give this also to our unhappy opponent. In JEsus' name! Amen.
Vivia Perpetua,
the dear blood-witness of the LORD JEsus at Carthage in Africa, about 202 after Christ's birth.
1.
How Perpetua confessed the LORD JEsus and loved Him more than her father and her child.
Perpetua was born
In the land of Africa.
In darkness lost
Was her youth there;
Yet when she once in faith
Beheld the LORD Christ:
Then she let nothing rob her of Him again.
All that men can desire,
She possessed, highly blest:
Wedded, young, rich in honors,
Delighted with a mother's joy;
Yet Christ was her life,
To Him she remained unmoved
And faithful, devoted even unto bitter death.