Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 24 › Seite 167
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-07-19, Seite 167
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167
Ihr Vater war ein Heide,
Bemüht, wie er sein Kind
Vom HErren Christo scheide.
Da sprach sie sanft und lind:
„Mein Vater, man muß nennen
Die Dinge, wie sie sind:
Drum will auch ich als Christin mich bekennen.“
Man führte sie gefangen
Zum dumpfen Kerker fort.
Sie sah voll Schreck und Bangen
Den grauenvollen Ort;
Doch als sie bald sich faßte —
Man ließ das Kind ihr dort —
Sprach sie: Mir ward der Kerker zum Pallaste.
Einst schauet sie im Traume,
Wie sie den Drachen tritt,
Und zu des Himmels Raume
Auf goldner Leiter schritt.
Der HErr spricht: „Sei willkommen!“
Und theilt ihr Speise mit:
Da ward all' ird'sche Hoffnung ihr genommen.
Drauf kam ihr Vater wieder,
Vom HErrn sie abzuziehn;
Mit Thränen sank er nieder
Und sprach: „Gebieterin!
Erhöre doch mein Flehen,
Laß fahr'n den hohen Sinn!“
Sie sprach: „Was Gott will, wird an mir geschehen.“
Und mit dem Kinde naht er,
Als sie zum Richter geht.
„Ach, schon' dein Kindlein!“ bat er,
Und selbst der Richter fleht:
„So opfre doch zur Ehre
Der Kaiser!“ — Sie gesteht:
„Ich will's nicht thun, weil ich dem HErrn gehöre.“
Ihr Urtheil wird gesprochen,
Und freudig hört sie's an.
Vom Kummer wie zerbrochen
Erscheint ihr Vater dann.
Die Tochter klagt voll Schmerzen
Den unglücksel'gen Mann:
„Als litt ich's selbst, so geht es mir zu Herzen.“
2.
Wie Perpetua und ihr Bruder Saturus durch himmlische Gesichte getröstet sind.
Drauf schaut sie im Gesichte,
Wie sie gar heftig rang
Mit einem Bösewichte,
Bis sie ihn endlich zwang,
Und „Friede!“ hörte sagen.
Da merkte sie voll Dank:
Nun würde sie den Satan siegreich schlagen.
Doch sollte auch erlangen
Satur das Paradies,
Ihr Bruder, den gefangen
Man in den Kerker stieß,
Dem Gott die Herrlichkeiten
Des sel'gen Himmels wies,
Um sie zu stärken zu dem heil'gen Streiten.
Sie schieden aus dem Leben;
Und siehe! Engel nahn,
Auf deren Händen schweben
Gen Morgen sie hinan.
Sie sehn ein Lichtmeer prangen,
Und Saturus hebt an:
„Wir haben die Verheißung nun empfangen.“
Sie sehn den schönsten Garten,
Der voller Rosen wallt,
Wo Engel sie erwarten.
„Sie sind's, sie sind es!“ schallt
Es froh aus aller Munde:
„Nun kommt herein alsbald,
Und grüßt den HErrn!“ Sie treten ein zur Stunde.
Da ragen hohe Wände,
Als wie von Licht erbaut;
Da tönet ohne Ende
Das dreimal heilig laut.
Im unermeß'nen Meere
Des Lichtes wird geschaut
Der HErr und rings der Engel heil'ge Heere.
Sie schweben hin und küssen
Den HErrn der Herrlichkeit;
Es küssen sie und grüßen
Die Engel: „Harrt der Zeit!
Und geht nun hin und spielet.“
Perpetua spricht erfreut:
„Ich hab' im Fleisch mich nie so froh gefühlet.“
3.
Wie standhaft Perpetua gelitten und die Märtyrerkrone erlangt hat.
Und so ist's auch geschehen. —
Man sah der Märt'rer Zahl
Vor ihrem Tod begehen
Das heil'ge Liebesmahl,
Wobei sie ernstlich wiesen
Das Volk auf jene Qual
Am Tag des Zorns, und ihre Fesseln priesen.
Der Richttag war erschienen.
Sie zogen so voll Ruh
Hin nach den Kampfschaubühnen,
Als ging's dem Himmel zu.
Sie zitterten vor Freuden,
Daß sie zum HErrn im Nu
Auffahren sollten nach dem kurzen Leiden.
Da wollte man sie kleiden
In Baals Priesterzier.
Perpetua rief den Heiden:
„Seht! darum sind wir hier
Freiwillig hergekommen,
Und darum sterben wir,
Daß unsre Freiheit uns bleib unbenommen.“
Als man sie drauf auszieht,
Und in ein Netze steckt,
War sie so keusch bemühet,
Wie sie sich schamhaft deckt,
Daß sie sogar die Heiden
Dadurch zum Mitleid weckt:
Man ließ sie wieder völlig sich ankleiden.
So ward sie ausgesetzet;
Und auf sie stürzte los
Die wilde Kuh, gehetzet.
Sie fiel beim ersten Stoß.
Doch als ihr Kleid zerrissen,
War ihre Sorge groß,
Und sie verschämt sich zu verhüll'n beflissen.
Als man sie wieder brachte
Dann nach Carthago zu,
War's, als ob sie erwachte
Aus tiefer Schlafesruh.
„Wann werd' ich ausgesetzet
Einmal der wilden Kuh?“
Sprach sie, bis daß sie sah, sie war verletzet.
So litt sie heldenmüthig,
Da Gott ihr Beistand war.
Dann hat sie hold und gütig
Ermahnt die Christenschaar:
„Seid stark und fest im Glauben,
Und liebt euch treu und wahr;
Laßt euch den Muth durch unsre Qual nicht rauben.“
Doch wollten noch die Heiden
Perpetua sterben sehn,
Um sich daran zu weiden.
Sie mußte wieder gehn
Hin nach den Kampfschaubühnen;
Dort sahe man sie stehn
Mit stiller Ruh und Freude in den Mienen.
Darauf hat sie empfangen
Gefaßt den Todesstreich.
So ist sie eingegangen
Ins sel'ge Himmelreich;
Da trägt sie nun die Krone
Verkläret, engelgleich,
Und freuet sich im HErrn am Gnadenlohne.
Hermann Fick.
Quittungen über empfangene Gelder.
1852.
Novbr. 13. Von Hrn. Barthel, Zahlung von Stegelmann, Kirchencollecte $26.00
Decbr. 23. Von Hrn. Barthel, Zahlung von Pfau, 69.48
1853.
Jan. 26. Von Hrn. Barthel, Missionsgeld in N. P. erhalten 10.00
Febr. 10. Von Hrn. Barthel, Ueberschuß von Geldern für Ludwig 63.64
März 9. Von Hrn. Barthel, Zahlung Hrn. Past. Brohm's für „Lutheraner“ 13.00
Zahlung Hrn. Pastor Brohm's für Hrn. Löber 2.50
April 30. Von Hrn. Barthel, Zahlung Frau Stegelmann's für Mission $1.00., Zahlung von Hebel und Allen für die abgebrannte Kirche in Neumelle $1.25 2.25
Zahlung von Hrn. Pastor Brohm für „Lutheraner“ 1.00
Mai 13. Von Hrn. Barthel, Rimesse 331.80
Von Hrn. Barthel, Ueberschuß Ihrer Rimessen ulto. 1852 259.89
Von Hrn. Barthel, Ueberschuß Ihrer Rimessen für Ludwig 50.00
$829.56
Novbr. 13. Von Stegelmann, für der New Yorker Gemeinde verkaufte Bücher $8.00
Jan. 14. Von Stegelmann 6.00
Juni 28. „ Frau Stegelmann 10.00
Novbr. 24. „ Pastor Ernst 5.00
Decbr. 10. „ J. Dobler 4.23
„ 16. „ Pastor Diehlmann 11.25
April 6. „ „ „ 18.00
Juni 25. } „ Brickner und Andere in N. York 9.37
Decbr. 16. }
„ 31. „ Pastor Saupert 32.55
Juni „ „ „ „ auf d. Synode 9.15
Decbr. „ „ Professor Crämer 25.00
Jan. 24. „ „ „ 20.00
April 6. „ „ „ 0.53
Jan. 7. „ Pastor Keyl 38.00
„ „ „ „ Kalb 10.00
„ 17. „ Brauer 5.00
Febr. [unleserlich]. „ „ 14.0[unleserlich]
März 4. „ „ 15.00
Mai 2. „ „ 15.00
Mai 26. „ „ 10.00
Jan. 18. „ Pastor Pinkepank 13.00
„ 31. „ „ Wunder 5.00
April 18. „ „ „ 1.00
Juni „ „ „ in Cleveland 6.70
Febr. 10. „ „ Hattstätt 4.75
„ 19. „ „ Trautmann 6.94
„ 22. „ „ Albaugh 6.00
März 9. „ „ Brohm 8.00
English translation AI translation
167
Her father was a heathen,
Endeavoring to part his child
From the LORD Christ.
Then she said gently and mildly:
"My father, one must name
Things as they are:
Therefore I too will confess myself a Christian."
They led her away captive
To the gloomy dungeon.
She saw with terror and dread
The horrible place;
Yet when she soon composed herself —
They had left the child with her there —
She said: To me the dungeon has become a palace.
Once she beheld in a dream
How she trod on the dragon,
And to the realm of heaven
Mounted on a golden ladder.
The LORD says: "Welcome!"
And shares His food with her:
Then all earthly hope was taken from her.
Then her father came again
To draw her away from the LORD;
With tears he sank down
And said: "Lady!
Hear now my entreaty,
Let go thy lofty mind!"
She said: "What God wills, shall be done to me."
And with the child he draws near,
As she goes to the judge.
"Ah, spare thy little one!" he begged,
And the judge himself implores:
"Then sacrifice for the honor
Of the emperors!" — She confesses:
"I will not do it, for I belong to the LORD."
Her sentence is pronounced,
And joyfully she hears it.
As if broken with grief
Her father then appears.
The daughter laments with pain
The unhappy man:
"As if I suffered it myself, so it goes to my heart."
2.
How Perpetua and her brother Saturus were comforted by heavenly visions.
Then she sees in a vision
How she wrestled very hard
With a wicked one,
Until she at last overcame him,
And heard "Peace!" spoken.
Then she perceived with thanks:
Now she would victoriously smite Satan.
Yet Satur also was to obtain
Paradise,
Her brother, whom they had thrown
Captive into the dungeon,
To whom God showed the glories
Of the blessed heaven,
To strengthen them for the holy conflict.
They departed from life;
And behold! angels draw near,
Upon whose hands they are borne
Toward the east.
They see a sea of light shining,
And Saturus begins:
"We have now received the promise."
They see the fairest garden,
Which is full of waving roses,
Where angels await them.
"They are the ones, they are the ones!" resounds
Joyfully from every mouth:
"Come in now at once,
And greet the LORD!" They enter in that hour.
There tall walls arise,
As if built of light;
There resounds without end
The thrice holy aloud.
In the immeasurable sea
Of light is beheld
The LORD and round about the holy hosts of angels.
They float forward and kiss
The LORD of glory;
The angels also kiss and greet them:
"Wait for the time!
And go now and be merry."
Perpetua says, rejoicing:
"In the flesh I never felt so glad."
3.
How steadfastly Perpetua suffered and obtained the martyr's crown.
And so it also came to pass. —
The number of the martyrs was seen
Before their death to celebrate
The holy love-feast,
Whereat they earnestly pointed
The people to that torment
On the day of wrath, and praised their fetters.
The day of judgment had come.
They went forth with such calm
To the amphitheaters,
As if going to heaven.
They trembled for joy
That they should ascend to the LORD in a moment
After the short suffering.
Then they wished to clothe them
In the priestly garb of Baal.
Perpetua cried to the heathen:
"Behold! for this we are here,
Having come of our own will,
And for this we die,
That our freedom be left to us unimpaired."
When they then strip her
And put her in a net,
She was so chastely concerned
How she might cover herself modestly,
That she even moved the heathen
Thereby to pity:
They let her dress herself fully again.
So she was exposed;
And upon her rushed
The wild cow, goaded.
She fell at the first blow.
Yet when her garment was torn,
Her care was great,
And she bashfully busied herself to cover it.
When they brought her back
Then toward Carthage,
It was as if she awoke
From deep sleep.
"When shall I be exposed
Once to the wild cow?"
She said, till she saw she was wounded.
So she suffered heroically,
Since God was her helper.
Then she kindly and lovingly
Exhorted the company of Christians:
"Be strong and steadfast in the faith,
And love one another truly and faithfully;
Let not our torment rob you of courage."
Yet the heathen still wished
To see Perpetua die,
To feast their eyes upon it.
She had to go again
To the amphitheaters;
There she was seen standing
With quiet calm and joy in her countenance.
Thereupon she received
The death-stroke composed.
So she entered
Into the blessed kingdom of heaven;
There she now wears the crown,
Glorified, like the angels,
And rejoices in the LORD over the reward of grace.
Hermann Fick.
Receipts for money received.
1852.
Nov. 13. From Mr. Barthel, payment from Stegelmann, church collection $26.00
Dec. 23. From Mr. Barthel, payment from Pfau, 69.48
1853.
Jan. 26. From Mr. Barthel, mission money received in N. P. 10.00
Feb. 10. From Mr. Barthel, surplus of moneys for Ludwig 63.64
March 9. From Mr. Barthel, payment of Mr. Past. Brohm for "Lutheraner" 13.00
Payment of Mr. Pastor Brohm for Mr. Löber 2.50
April 30. From Mr. Barthel, payment of Mrs. Stegelmann for mission $1.00., payment from Hebel and Allen for the burnt-down church in Neumelle $1.25 2.25
Payment from Mr. Pastor Brohm for "Lutheraner" 1.00
May 13. From Mr. Barthel, remittance 331.80
From Mr. Barthel, surplus of your remittances ulto. 1852 259.89
From Mr. Barthel, surplus of your remittances for Ludwig 50.00
$829.56
Nov. 13. From Stegelmann, for books sold for the New Yorker congregation $8.00
Jan. 14. From Stegelmann 6.00
June 28. " Mrs. Stegelmann 10.00
Nov. 24. " Pastor Ernst 5.00
Dec. 10. " J. Dobler 4.23
" 16. " Pastor Diehlmann 11.25
April 6. " " " 18.00
June 25. } " Brickner and others in N. York 9.37
Dec. 16. }
" 31. " Pastor Saupert 32.55
June " " " " at the Synod 9.15
Dec. " " Professor Crämer 25.00
Jan. 24. " " " 20.00
April 6. " " " 0.53
Jan. 7. " Pastor Keyl 38.00
" " " " Kalb 10.00
" 17. " Brauer 5.00
Feb. [illegible]. " " 14.0[illegible]
March 4. " " 15.00
May 2. " " 15.00
May 26. " " 10.00
Jan. 18. " Pastor Pinkepank 13.00
" 31. " " Wunder 5.00
April 18. " " " 1.00
June " " " in Cleveland 6.70
Feb. 10. " " Hattstätt 4.75
" 19. " " Trautmann 6.94
" 22. " " Albaugh 6.00
March 9. " " Brohm 8.00