Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 4 › Seite 29

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-10-11, Seite 29

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tanz 9 · Taufe 55

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frauen einkehrte, warnte er als ein großer Heiliger, der am Sonntag kein Werk thut, die Mutter des nachmals ertrunkenen Kindes, die in den Wald gehen und Beeren pflücken wollte, daß sie am Sonntag nicht solches Werk thun sollte. Die Frau aber, jedenfalls von der Noth getrieben, thut, wie sie sich vorgenommen hat; sie geht in den Wald und pflückt Beeren. Und wie sie zu Hause kömmt, findet sie diese Jammersscene, ihr Kind ertrunken und die Angehörigen vom tiefsten Schmerz ergriffen über diesen traurigen Vorfall. Noch an demselben Tage bringen die Methodisten die Post von dem traurigen Falle nach Bethanien herauf, und schreien: „Das kömmt von der falschen Lehre dieser Weißen; die Leute werden nicht recht unterrichtet in der Feier des Sabbaths.“ Das ist ihr Thema Jahr aus und Jahr ein. Nun, es war mir nicht gerade einerlei, daß der traurige Fall unter diesen Umständen geschehen war, und daß die Methodisten ein so scheinbares Recht zu diesen Lästerungen bekommen hatten, doch befahl ich die Sache dem Herrn und ließ ihn für den Erfolg sorgen. Nun kam aber noch etwas Anderes hinzu. Es ging nämlich die Rede, daß sich die beiden ältesten oben genannten Frauen in Saginaw betrunken hätten. Was Wunder, daß uns dieses auch zur Last gelegt wurde. Es ist jedoch zu bemerken, daß gerade diejenige, die sich zuerst zum Trinken hat lassen verführen, (durch den Häuptling aus Sibiwaing, mit dem sie in Saginaw zusammentrafen), zu den Methodisten gehört oder doch früher gehört hat. Es kommt dann und wann vor, daß Einzelne unserer Christen der so oft an sie kommenden Versuchung zum Saufen wieder einmal unterliegen und damit zeigen, wie schwer es ist, das sündliche Wesen gänzlich zu verleugnen und züchtig, gerecht und gottselig zu leben in dieser Welt. Aber das bedenken die Methodisten nicht, unter denen noch gräulichere Laster im Schwange gehen.

Concordia-College bei St. Louis, Mo.

Unter den lieben Lesern des Lutheraners ist gewiß mancher, der bei warmem Antheil an obgenannter Anstalt, den er auch wohl bereits durch die That bewiesen hat, doch wenig Kenntniß von derselben besitzt. Desgleichen sind unter den lieben Lesern des Lutheraners vielleicht einige, die, wenn ihnen die Anstalt nur bekannter wäre, derselben ihre Söhne oder Pflegebefohlenen gern zur Erziehung anvertrauten. Solchen insonderheit zu Gefallen ist folgende Nachricht geschrieben.

In dem Namen der Anstalt ist das Wort College im weiteren Sinne genommen, als es gewöhnlich genommen zu werden pflegt. Es bedeutet nemlich eigentlich eine gelehrte Anstalt, die aus 4 Classen besteht, welche, was Unterrichtsgegenstände, Leistungen und Alter der Zöglinge betrifft, ungefähr den vier obersten Classen der Gymnasien in Deutschland gleichkommen. Unsere Anstalt umfaßt aber ein theologisches Seminar und ein Gymnasium, also in diesem ein College im engeren Sinn und noch niederere Classen.

Für die Leser, welche noch nicht in dieser Gegend gewesen sind, wollen wir die Oertlichkeit mit einigen Worten beschreiben. Der Missisippi fließt bekanntlich in südlicher Richtung. Am rechten, also am westlichen Ufer, liegt St. Louis. Der Boden, auf welchem die Stadt erbaut ist, steigt von dem Flusse sowohl in westlicher als in südlicher Richtung allmählig an, bis er nach Erreichung einiger Höhe sich als gebrochene oder wellenförmige Ebene fortsetzt. Eine (Engl.) Meile südlich von der Stadt, auf einer Anhöhe, liegt das College-Gebäude. Es sind bekanntlich erst die beiden Flügel aufgeführt. Dies sind zwei große backsteinerne Gebäude, zwei Stockwerke hoch mit einem Erdgeschoß (basement) u. Dachzimmern. Sie liegen mit der Vorderseite nach Osten und lassen zwischen sich Raum für das Mittelgebäude. Vor denselben geht die breite Jefferson Avenue, die von Norden nach Süden streicht, vorbei. Hinter denselben sind Hofraum, Gärten und Spielplatz der Anstalt. Der dem College zugehörige Grund und Boden beträgt zwei Acker. Fast alle Nachbaren sind größere Landbesitzer, von denen einige ihre Sitze bereits gar schön eingerichtet haben. Besonders sind in den Gärten umher viele Pfirsichbäume angepflanzt, die im Frühjahr, wenn sie über und über mit rothen Blüthen bedeckt sind, einen prächtigen Anblick gewähren. Aus der Lage des Colleges kann der Leser schon schließen, daß seine Bewohner immer frische Luft und eine weite Aussicht haben, und so ist es auch. Selbst in der heißesten Jahreszeit weht immer ein leises kühlendes Lüftchen, und die Aussicht ist nicht nur weit, sondern auch schön. Im Nordosten zeigen sich über die in der guten Jahreszeit mit weidendem Vieh bedeckten Commons her die Kirchthürme der Stadt St. Louis; im Osten ragt hinter Obstgärten das schöne Marinehospital hervor; im Süden, wo eine kleine Schlucht nach dem Missisippi sich hinunterzieht, gewahrt man auf der dem College gegenüberliegenden Anhöhe rothe und weiße Landhäuser in Gärten, die zwischen denselben sich hinziehende breite Straße nach Carondolet und durch die Schlucht den Wasserspiegel des Missisippi, wo oft Dampfschiffe mit ihren schwarzen und weißen Wolken hintennach vorbeigleiten; den Blick begrenzen in dieser Richtung schon in blauer Ferne die dem Missisippi sich entlang ziehenden Bluffs im Nachbarstaate Illinois. Der Westen bietet eine weite, hin und wieder mit Höfen besetzte und am Horizont mit Wald begrenzte Ebene dar. Im Nordwesten sieht man den Gottesacker der evangelisch-lutherischen Gemeinde von St. Louis mit seinen Gräbern und Grabzeichen unter jungen Bäumen und nahe genug, um den andächtigen Gesang der ihre Lieben zur Erde bestattenden Freunde herüberschallen zu hören.

Der zuerst erbaute Flügel wird jetzt von den Lehrern mit ihren Familien bewohnt. Den im vorigen Jahre vollendeten nördlichen Flügel nehmen die Zöglinge und der Hausverwalter ein. Die innere Einrichtung des letztern ist folgende.

Durch mittlere Gänge (passages) sind sowohl das Erdgeschoß, als die beiden Stockwerke und der Dachraum in zwei Hälften geschieden. Im Erdgeschoß ist die südliche Hälfte in zwei Räume getheilt, von welchen der eine als Küche, der andere als Wohnzimmer des Hausverwalters dient; die nördliche Hälfte ist der Speisesaal der Zöglinge. In dem untern Stock ist die südliche Hälfte ebenfalls in zwei Räume getheilt; der vordere ist das Lehr- und Studirzimmer der Zöglinge des theologischen Seminars, der hintere die Bibliothek; die nördliche Hälfte ist Lehr- und Studierzimmer der Zöglinge des Gymnasiums. Im zweiten Stock sind beide Hälften ungetheilt und dienen als Schlafzimmer. Das südliche Dachzimmer ist zum Krankenzimmer bestimmt; das nördliche dient als Lehr- und Studirzimmer für ältere Zöglinge des Gymnasiums. Die Zimmer in den Stockwerken sind 11 Fuß hoch und mit großen Fenstern hinreichend versehen, die nördlichen Hälften, jede mit zwei Fenstern im Osten, im Norden und im Westen. An den Hinterseiten der beiden Flügel sind für beide Stockwerke weite Porticus angebracht.

Es dürfte den Leser vielleicht interessiren, einmal einen Blick in das Innere des Gebäudes zu thun. In dem Lehr- und Studirzimmer der Gymnasiasten stehen jetzt 9 lange Tische, alle von den Fenstern nach dem Innern des Zimmers zu gestellt, um welche die Zöglinge auf Bänken sitzen, je drei oder vier an einem Tisch. An der vierten innern Seite des Zimmers stehen Bücherrepositorien, in welchen die Zöglinge ihre Bücher haben. In den Schlafzimmern stehen an den Wänden umher lauter einschläfrige Betten, je ein hohes und ein niedriges, so daß die niedrigen den Tag über unter die hohen geschoben werden können.

Die Tage gehen zwar meist einförmig, aber schnell und glücklich hin. Das Tagewerk wird durch eine Uhr im neuen Flügel und eine weit hin schallende Glocke im Hofe geregelt. Um 5 Uhr Morgens giebt letztere denen, die sie nicht etwa schon bei der Arbeit findet, das Zeichen zum Aufstehen. Fünfzehn Minuten darauf wird in dem großen Lehrzimmer unter Leitung eines der Lehrer gemeinschaftliche Morgenandacht gehalten. Um halb sechs Uhr wird gefrühstückt und darauf geht's an die Arbeit. Um drei Viertel auf neun giebt die Glocke das Zeichen, sich für die Morgen-Lehrstunden bereit zu machen, die um neun ihren Anfang nehmen und bis 12 Uhr währen. Nach zwölf wird zu Mittag gegessen und die Zöglinge haben frei bis zwei. Fünf Minuten vorher wird wieder geläutet und die Nachmittags-Lehrstunden fangen an, die bis fünf Uhr dauern. Von da bis halb acht ist frei, um halb sieben wird zu Abend gegessen. Um halb acht giebt die Glocke das Zeichen, noch einmal an die Arbeit zu gehen, und um drei Viertel auf neun ruft sie zum Abendgottesdienst, welcher wieder in Beisein eines Lehrers gehalten wird, und wornach sich die jüngern Zöglinge zur Ruhe begeben. Während der Arbeitsstunden werden die jüngern Zöglinge des Gymnasiums stets von einem Zögling des Seminars

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entered, warned, like a great saint who does no work on Sunday, the mother of the child who afterwards drowned, who intended to go into the woods and pick berries, that she should not do such work on Sunday. But the woman, driven no doubt by want, did as she had intended; she went into the woods and picked berries. And when she came home she found this scene of misery, her child drowned and the relatives seized with the deepest grief over this sad occurrence. On the same day the Methodists carried the news of the sad event up to Bethany, and cried: "This comes of the false doctrine of these white people; the people are not rightly instructed in the keeping of the Sabbath." That is their theme year in and year out. Now, it was not a matter of indifference to me that the sad event had happened under these circumstances, and that the Methodists had gained such a plausible right to these blasphemies; yet I committed the matter to the Lord and left it to Him to care for the outcome. But now something else came in addition. For the report went around that the two oldest women named above had gotten drunk in Saginaw. What wonder that this too was laid to our charge. It should be remarked, however, that precisely the one who first let herself be led into drinking (by the chief from Sibiwaing, whom she met in Saginaw) belongs, or at least formerly belonged, to the Methodists. It happens now and then that individuals among our Christians succumb once again to the temptation to drunkenness that so often comes upon them, and thereby show how hard it is to deny the sinful nature entirely and to live soberly, righteously, and godly in this world. But the Methodists do not consider this, among whom still more horrid vices are in vogue.

Concordia College near St. Louis, Mo.

Among the dear readers of the Lutheraner there is surely many a one who, with warm interest in the above-named institution, which he has perhaps already proved by deed, yet has little knowledge of it. Likewise there are among the dear readers of the Lutheraner perhaps some who, if the institution were only better known to them, would gladly entrust their sons or wards to it for education. For these especially the following account has been written.

In the name of the institution the word College is taken in a wider sense than it is usually taken. For it properly means a learned institution consisting of 4 classes, which, as regards subjects of instruction, attainments, and age of the pupils, correspond about to the four highest classes of the gymnasia in Germany. But our institution comprises a theological seminary and a gymnasium, and so, in the latter, a college in the narrower sense and still lower classes.

For those readers who have not yet been in this region, we will describe the locality in a few words. The Mississippi flows, as is well known, in a southerly direction. On the right, that is, the western bank, lies St. Louis. The ground on which the city is built rises gradually from the river both in a westerly and in a southerly direction, until after reaching some height it continues as a broken or undulating plain. One (English) mile south of the city, on a hill, lies the College building. As is well known, only the two wings have been erected so far. These are two large brick buildings, two stories high with a ground floor (basement) and attic rooms. They lie with their fronts toward the east and leave space between them for the central building. In front of them the broad Jefferson Avenue, which runs from north to south, passes by. Behind them are the yard, gardens, and playground of the institution. The ground belonging to the College amounts to two acres. Almost all the neighbors are larger landowners, some of whom have already furnished their residences quite beautifully. Especially many peach trees have been planted in the gardens round about, which in spring, when they are covered all over with red blossoms, afford a splendid sight. From the situation of the College the reader can already conclude that its inhabitants always have fresh air and a wide prospect, and so it is. Even in the hottest season of the year a gentle, cooling breeze always blows, and the prospect is not only wide but also beautiful. In the northeast, over the Commons, covered in the good season with grazing cattle, the church towers of the city of St. Louis appear; in the east, behind orchards, the handsome Marine Hospital rises up; in the south, where a small ravine runs down to the Mississippi, one perceives on the height opposite the College red and white country houses in gardens, the broad road to Carondelet extending between them, and through the ravine the surface of the Mississippi, where steamboats often glide past with their black and white clouds trailing behind; the view is bounded in this direction already, in blue distance, by the bluffs in the neighboring state of Illinois, stretching along the Mississippi. The west presents a wide plain, here and there dotted with farms and bounded at the horizon by woods. In the northwest one sees the God's acre of the Evangelical Lutheran congregation of St. Louis, with its graves and grave markers under young trees, and near enough that one can hear the devout singing of the friends who bury their loved ones in the earth.

The wing first built is now occupied by the teachers with their families. The northern wing, completed last year, is taken by the pupils and the steward. Its interior arrangement is as follows.

By means of middle corridors (passages) the ground floor, as well as the two stories and the attic space, are divided into two halves. On the ground floor the southern half is divided into two rooms, of which one serves as kitchen, the other as living room of the steward; the northern half is the dining hall of the pupils. On the lower story the southern half is likewise divided into two rooms; the front one is the classroom and study room of the pupils of the theological seminary, the rear one the library; the northern half is the classroom and study room of the pupils of the gymnasium. On the second story both halves are undivided and serve as dormitories. The southern attic room is designated for a sick room; the northern serves as classroom and study room for the older pupils of the gymnasium. The rooms in the stories are 11 feet high and sufficiently provided with large windows, the northern halves each with two windows on the east, on the north, and on the west. On the rear sides of the two wings wide porticoes are attached to both stories.

It may perhaps interest the reader to take a look into the interior of the building. In the classroom and study room of the gymnasium students there now stand 9 long tables, all set from the windows toward the interior of the room, around which the pupils sit on benches, three or four at a table. On the fourth, inner side of the room stand book repositories in which the pupils keep their books. In the dormitories there stand along the walls nothing but single beds, one high and one low, so that the low ones can be pushed under the high ones during the day.

The days pass, to be sure, mostly uniformly, but quickly and happily. The day's work is regulated by a clock in the new wing and a bell sounding far and wide in the yard. At 5 o'clock in the morning the latter gives the signal for rising to those whom it does not find already at work. Fifteen minutes later common morning devotion is held in the large classroom under the direction of one of the teachers. At half past six breakfast is eaten, and then work begins. At a quarter to nine the bell gives the signal to prepare for the morning lessons, which begin at nine and last until 12 o'clock. After twelve dinner is eaten and the pupils have free time until two. Five minutes before, the bell is rung again and the afternoon lessons begin, which last until five o'clock. From then until half past seven is free; at half past six supper is eaten. At half past seven the bell gives the signal to go to work once more, and at a quarter to nine it calls to evening worship, which is again held in the presence of a teacher, and after which the younger pupils retire to rest. During the hours of work the younger pupils of the gymnasium are always by a pupil of the seminary