Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 6 › Seite 46
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-09, Seite 46
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Beweis, daß Herr Professor Crämer in der Gemeinde Frankenmut, wirklich ein demagogischer Theolog und Prediger gewesen ist, aber nicht nach dem gehäßigen Portrait, welches Herr Prof. Winkler in Nr. 2, Jahrg. 3 des „kirchl. Informatoriums“ aufgehängt hat.
Zur Erläuterung des Beweises möge erst folgendes dienen: Die ganze Menschheit ist im Grunde genommen eine Streiterschaar und in stetem Kampfe begriffen, aber in Bezug auf das zu Bekämpfende herrscht eine Grundverschiedenheit unter ihnen und dieser Unterschied theilt die Streitenden in zwei Classen. Der eine Theil—und dies ist leider der größere — sind die Kinder des Unglaubens, die den Teufel zum Hauptmann haben; denn der hat, wie die heil. Schrift sagt, sein Werk in den Kindern des Unglaubens. Wogegen diese kämpfen, sagt der Herr Christus in diesen Worten: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.“ Also wider Christum und seine sie strafende Wahrheit streiten sie. Das sind nun freilich böse Streiter und als solche gebrauchen sie auch böse Waffen. Der andere Theil sind die wahren Gläubigen, die Kinder Gottes, die vom Siege Christi aus und in seiner Siegeskraft streiten, nicht wider sondern für Christum, und hinsichtlich ihrer Waffen bekennen: „Die Waffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu verstören die Befestigungen; damit wir verstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebet wider das Erkenntniß Gottes, und nehmen gefangen alle Vernunft unter den Gehorsam Christi.“ Diesem Theile gilt jedem insonderheit der Zuruf des Apostels: „Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi.“ Eben so giebt es auch zweierlei Verführer. Ein Theil hält es mit dem Teufel und sucht, von ihm getrieben, die auf der schmalen Bahn Wandelnden auf den breiten Weg, der im Schwefelpfuhl der höllischen Verdammniß endigt, zu locken und zu führen. Das sind böse Verführer. Der andere Theil sucht, getrieben vom heiligen Geiste, mit der Stimme des göttlichen Wortes die armen gefangenen Menschen aus dem Reiche des Teufels zu entführen und sie einzuführen in Jesu Reich, darinnen wohnt: Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geist. Das sind gute Verführer; solche wie sie St. Paulus beschreibet und unter die er sich selbst zählet, nämlich: „Als die Verführer und doch wahrhaftig.“
Wie es nun demnach böse und gute Streiter, böse und gute Verführer giebt, so giebt es auch böse und gute demagogische Theologen. Beider Eigenschaften sind ihrer äußeren Farbe nach gleich; denn demagogisch heißt aufrührerisch. Aber ihrem innern Wesen nach sind sie so weit von einander verschieden als der Himmel von der Erde. Wenn nun ein solcher demagogischer Theolog in einer Gemeinde Prediger wird, so kann es nicht fehlen, er muß, weil er ein Aufrührer ist, auch die ihm anbefohlene Gemeinde zum Aufruhr ermuntern. Ist er ein böser Aufrührer, so wird der Aufruhr, den er stiftet, denselben bösen Character bekommen. Ist er aber ein guter Aufrührer, so wird er auch einen guten Aufruhr erwecken in denen, die er dazu ermuntert. „Wer aber Aufruhr stiftet, der muß auch Grund dazu haben und anzeigen, wozu der Aufruhr nöthig ist. Als der Goldschmiedt Demetrius einst zu Ephesus in das Horn des Aufruhrs blies, da war der Apostel Paulus der Gegenstand des dem Demetrius gleichgesinnten aufrührerischen Haufens. Paulus hatte nämlich dem Demetrius und seinen Gesellen durch die Predigt: „Es sind nicht Götter, welche von Händen gemacht sind“, großen Abbruch in seinem gottlosen Handwerk gethan, wie ein Jeder diesen Handel Apostelg. 19 ausführlich lesen kann. So zeigen auch die noch heut zu Tage existirenden Aufrührer, seien sie auf kirchlichen oder politischem Gebiete, Grund und Ursach an, weshalb sie Aufruhr zu stiften gesonnen sind.
Nun, was für ein Aufrührer ist denn Heir Professor Crämer unter uns gewesen? und wie war der Aufruhr beschaffen, den er in uns Allen durch seine Predigten und Ermahnungen öffentlich und sonderlich anzurichten, eifrig beflissen war? Er war ein Aufrührer, wie der Herr Christus selber einer gewesen ist, da er spricht: „Ich bin nicht gekommen Frieden — nämlich fleischlichen, seelengefährlichen Frieden—zu bringen, sondern das Schwert“, und als solcher hat er auch treulich unter der Fahne des Aufruhrs gerufen, nicht in's Blaue hinein, sondern mit Hinweisung auf unsere gräusamen Seelenfeinde, Teufel, Welt und Fleisch, die als ein recht verbündetes Chor, nach der Auslegung der dritten Bitte nichts anderes im Schilde führen, als zu verhindern, daß Gottes Name von uns geheiligt werde und sein Reich nicht zu uns komme und nach der Auslegung der sechsten Bitte gesonnen sind, uns zu betrügen und zu verführen in Mißglauben, Verzweifeln und andere große Schande und Laster. Und nicht allein hat er uns diese unsere Seelenfeinde recht gezeigt, wer sie sind, sondern er hat uns auch treulich gelehrt, in welcher Ordnung und mit welchen Waffen wir gegen sie zu kämpfen hätten, nämlich nicht mit einer Keule aus einem Holzblock, auch nicht mit Schwertern aus Stahl und Eisen, sondern mit dem Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes und mit dem Glauben, von dem geschrieben steht: ‚der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.‘ Daß nun Herr Prof. Crämer in solcher Weise uns von Natur träge und faule Menschen zum Aufruhr ermuntert hat, weiß ich nicht allein aus meinem Gedächtniß, sondern kann dieß auch schwarz auf weis geben, indem ich viele seiner Predigten, wenn auch nicht Wort für Wort, so doch der Hauptsache nach, aufgezeichnet habe. Der christliche Leser möge nun hiernach selbst urtheilen, zu welcher Art von demagogischen Predigern Herr Prof. Crämer zu rechnen sei, ob zu denen, die in hochmüthiger Selbsterhebung und fleischlicher Vermessenheit die Leute aufrühren, wider Christum und sein Wort zu handeln, oder zu denen, die ermuntern und ermahnen, zu kämpfen den guten Kampf des Glaubens wider die Feinde, gegen die Christus, der allmächtige Gott, einst selbst so tapfer kämpfte und sie allesammt glorreich für uns überwunden hat.
Daß ferner Herr Prof. Winkler ungerechter Weise in die Welt hinein schreibt, wir, denen er auf ihrer Durchreise durch Detroit viel Gutes erwiesen, hätten uns unter Pastor Crämers Leitung und Seelsorge zum Undank gegen ihn bewegen lassen, möge er einst selbst, wenn er's kann, vor Gott verantworten.—Übrigens ist nach Gottes Wort eines Christen Art, daß er die linke Hand nicht wissen läßt, was die rechte thut.
H. Pinkepank.
(Eingesandt.)
Danksagung.
Der Unterzeichnete spricht hiermit im Namen seiner Gemeinde den innigsten und herzlichsten Dank gegen die milden Geber aus, für die vielen und reichlichen Gaben, welche dieselben zum Wiederaufbau unserer durch Frevlers Hand niedergebrannten Kirche beigetragen haben. Zugleich danken wir auch für die herrlichen Trost- und Ermunterungs-Briefe, welche uns in jener schweren Zeit von verschiedenen Seiten her zugeschickt wurden. „Wir sind durch dieselben nicht nur ermuthigt, sondern auch reichlich getröstet und erquickt worden. „Wir sahen daraus die aufrichtige Theilnahme unserer Brüder, und gerade dieses that uns in jener Zeit der Noth besonders wohl. Wir waren in großer Verlegenheit. Es schien hier mit der lutherischen Kirche aus zu sein. „Schon jubelten unsere Feinde: „Nun sollen sie wohl das Kirchenbauen unterwegs lassen müssen!“ Aber siehe, Gott erweckte Herzen und Hände der Brüder, die uns so reichlich mitgetheilt haben, daß wir jetzt eine schönere Kirche bauen können, als wir vorher hatten und auch schwerlich würden je bekommen haben Als wir die erste Liebesgabe von $225 erhielten, waren wir schon ganz erstaunt über einen so reichen Beitrag. Manche konnten es kaum glauben und wurden bis zu Thränen über eine solche Liebe gerührt. Alle Herzen aber brachten wohl ein: „Lobe den Herrn meine Seele“ und ein „Dank den Brüdern“ freudig dar. Was sollen wir aber erst sagen, nachdem nach und nach die Summe der Liebesgaben gar auf 747 Dollar gestiegen ist? Womit sollen wir eine solche unverdiente Liebe unserer Brüder vergelten? Der Gott aller Gnade wolle alle Opfer der Barmherzigkeit, welche uns christliche Liebe gebracht hat, mit zeitlichen und ewigen Segnungen in Christo erstatten. Muthig sind wir nun wieder an das Werk gegangen. Nachdem in der Eile ein Haus von rohen Holzstämmen zu einstweiliger Benutzung für Schule und Kirche errichtet worden war, so war das erste Bedürfniß, dem aus dem früheren Pfarrhause verjagten Prediger eine Wohnung zu bauen. Diese ist vollendet. Es sind auch bereits Vorberei-
English translation AI translation
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Proof that Herr Professor Crämer in the congregation at Frankenmuth was really a demagogic theologian and preacher, but not according to the hateful portrait which Herr Prof. Winkler hung up in No. 2, Vol. 3 of the "kirchl. Informatorium."
To explain the proof, let the following serve first: The whole of mankind is at bottom a host of combatants and engaged in constant warfare, but with respect to what is to be combated there prevails a fundamental difference among them, and this difference divides the combatants into two classes. The one part—and this is unhappily the larger—are the children of unbelief, who have the devil for their captain; for he, as Holy Scripture says, has his work in the children of unbelief. Against what these fight, the Lord Christ says in these words: "He that is not with me is against me." So against Christ and His truth, which rebukes them, they fight. These are, to be sure, wicked combatants, and as such they also use wicked weapons. The other part are the true believers, the children of God, who fight from the victory of Christ and in His power of victory, not against but for Christ, and as to their weapons confess: "The weapons of our warfare are not carnal, but mighty through God to the pulling down of strong holds; casting down imaginations, and every high thing that exalteth itself against the knowledge of God, and bringing into captivity every thought to the obedience of Christ." To this part, each one in particular, applies the apostle's exhortation: "Endure hardness as a good soldier of Jesus Christ." Likewise there are also two kinds of seducers. One part holds with the devil and seeks, driven by him, to entice and lead those who walk on the narrow way onto the broad way, which ends in the sulphur pool of hellish damnation. These are wicked seducers. The other part seeks, driven by the Holy Ghost, with the voice of the divine Word, to lead the poor captive men away out of the kingdom of the devil and to bring them into Jesus' kingdom, which consists in: righteousness, peace and joy in the Holy Ghost. These are good seducers; such as St. Paul describes them and reckons himself among them, namely: "As deceivers, and yet true."
As there are, then, wicked and good combatants, wicked and good seducers, so there are also wicked and good demagogic theologians. Both are alike in their outward color; for demagogic means seditious. But in their inner nature they are as far apart as heaven from earth. Now when such a demagogic theologian becomes preacher in a congregation, it cannot fail that he, because he is a rebel, will also encourage the congregation entrusted to him to rebellion. If he is a wicked rebel, the rebellion which he stirs up will take on the same wicked character. But if he is a good rebel, he will also arouse a good rebellion in those whom he encourages to it. "But he who stirs up rebellion must also have ground for it and show to what end the rebellion is necessary. When the goldsmith Demetrius once at Ephesus blew the horn of rebellion, the Apostle Paul was the object of the rebellious mob that was of like mind with Demetrius. For Paul had by the preaching: 'They be no gods, which are made with hands,' done great damage to Demetrius and his fellows in their ungodly craft, as anyone can read at length in this affair, Acts 19. So also the rebels still existing today, be they in the ecclesiastical or political field, indicate ground and cause for which they are minded to stir up rebellion.
Now, what kind of rebel was Herr Professor Crämer among us? and what was the rebellion like which he was zealously diligent to set up in us all, publicly and in particular, by his sermons and exhortations? He was a rebel as the Lord Christ Himself was one, when He says: "I came not to send peace—namely, carnal peace dangerous to the soul—but a sword," and as such he also faithfully called under the banner of rebellion, not at random, but with reference to our dreadful soul-enemies, devil, world and flesh, who as a truly leagued choir, according to the exposition of the third petition, have nothing else in view than to hinder God's name from being hallowed by us and His kingdom from coming to us, and according to the exposition of the sixth petition are minded to deceive and seduce us into false belief, despair and other great shame and vice. And not only has he shown us these our soul-enemies aright, who they are, but he has also faithfully taught us in what order and with what weapons we are to fight against them, namely, not with a club from a block of wood, nor with swords of steel and iron, but with the sword of the Spirit, which is the Word of God, and with faith, of which it is written: 'Faith is the victory that overcometh the world.' That Herr Prof. Crämer in such a manner has encouraged us, by nature slothful and lazy men, to rebellion, I know not only from my memory, but can also show it in black and white, since I have written down many of his sermons, if not word for word, yet as to the main matter. Let the Christian reader now judge for himself to which kind of demagogic preachers Herr Prof. Crämer is to be reckoned, whether to those who in haughty self-exaltation and fleshly presumption stir up the people to act against Christ and His Word, or to those who encourage and exhort to fight the good fight of faith against the enemies against whom Christ, the almighty God, once Himself fought so bravely and overcame them all gloriously for us.
That, further, Herr Prof. Winkler writes unjustly into the world that we, to whom he showed much kindness on their passage through Detroit, had let ourselves be moved to ingratitude against him under Pastor Crämer's guidance and pastoral care, may he himself one day answer for before God, if he can.—Besides, it is according to God's Word the way of a Christian that he does not let the left hand know what the right hand doeth.
H. Pinkepank.
(Submitted.)
Thanksgiving.
The undersigned herewith expresses, in the name of his congregation, the most heartfelt and cordial thanks to the kind givers, for the many and abundant gifts which they have contributed toward the rebuilding of our church, burned down by the hand of a wicked man. At the same time we also thank them for the glorious letters of comfort and encouragement which were sent to us from various quarters in that heavy time. "We have been not only encouraged by them, but also abundantly comforted and refreshed. We saw from them the sincere sympathy of our brethren, and just this did us especial good in that time of distress. We were in great perplexity. It seemed that here it was all over with the Lutheran Church. "Already our enemies exulted: 'Now they will surely have to leave off building a church!' But behold, God raised up the hearts and hands of the brethren, who have given to us so abundantly that we can now build a more beautiful church than we had before, and than we would hardly ever have obtained. When we received the first love-gift of $225, we were already quite astonished at so rich a contribution. Many could scarcely believe it and were moved to tears by such love. But all hearts joyfully offered up a "Bless the Lord, O my soul," and a "Thanks to the brethren." What shall we say, then, after the sum of the love-gifts has gradually risen to as much as 747 dollars? With what shall we requite such undeserved love of our brethren? May the God of all grace repay in Christ all the offerings of mercy which Christian love has brought us with temporal and eternal blessings. Courageously we have now gone to work again. After a house of rough logs had been erected in haste for temporary use for school and church, the first need was to build a dwelling for the preacher, who had been driven out of the former parsonage. This is finished. Preparations have also already been