Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 6 › Seite 47

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-09, Seite 47

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum 4

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tungen getroffen zum Bau der Kirche. Schon würde dieselbe fertig dastehen, wenn wir wieder von Holz hätten bauen wollen; weil wir aber so reichlich beschenkt worden sind, so soll nun auch von unserer Seite gethan werden, was nur in unseren Kräften steht, und wir haben daher beschlossen, eine Kirche von Stein zu bauen; nicht der Meinung, als ob wir dadurch eine etwaige Zerstörung hindern könnten, sondern darum, damit unsere Kirche ein desto länger bleibendes Denkmal der brüderlichen Liebe zur Ehre Gottes dastehen möge. Neben unserem herzlichsten Dank, den wir hiermit gegen unsere lieben Glaubensbrüder aussprechen, können wir nicht umhin, uns auf's Neue ihrer gläubigen Fürbitte zu empfehlen. Nicht nur bitten wir, für uns zu beten, daß der Herr wider alles Wüthen und Toben des Satans und der Welt unsere neu zu erbauende Kirche durch den Schutz seiner heiligen Engel behüten und erhalten wolle, sondern vornehmlich, daß uns das kleine Maß der Trübsal zum Wachsthum in der Gnade und Erkenntniß Christi recht heilsam und förderlich sein möge, dem gekreuzigten Heiland recht ähnlich zu werden, im Glauben zu beharren und den guten Kampf zu kämpfen, damit wir endlich mit der Krone der Gerechtigkeit gekrönet werden und das Ende unseres Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Auch bitten wir, unserer Widersacher in ihrem Gebete zu gedenken, daß ihnen Gott Gnade zur Buße schenke und sie nüchtern werden aus des Teufels Strick und mit uns in Eintracht des Glaubens und der Liebe den Einen Weg zum Himmel wandern.

Neumelle, St. Charles Co., Mo.

A. Claus, Pastor.

Eine Geschichte von Einziehung „geistlicher“ Güter.

Zur Zeit der Reformation befand sich zu Hayn in Oberhessen unweit Waldeck ein Cistercienser-Kloster, in welchem die Mönche ein so schändliches unzüchtiges Wesen trieben, daß es stadt- und landrüchtig wurde. Landgraf Philipp von Hessen ließ daher das Kloster aufheben und in ein Spital verwandeln, in welchem nun alljährlich 500 Arme erhalten und verpflegt wurden. Die Mönche, über Kirchenraub schreiend, wandten sich an Papst Clemens V., und dieser brachte es bei dem Kaiser so weit, daß derselbe Commissarien nach Hayn sandte, die daselbst den Abt sammt den Seinigen in das Kloster, aus dem sie vertrieben waren, wieder einsetzen sollten. Als die Verhandlungen beginnen sollten, erhob sich der Verweser, Herr Heinze von Lüdder, und hielt eine Rede an die Commissarien voll Kraft und Leben, erzählte darin den Verlauf der Sachen, schilderte die stinkende Faulheit und die viehische Unzucht, welcher die gegenwärtigen fetten Mönche sich bis dahin ergeben, gab endlich einem Nahestehenden einen Wink und schwieg. Die Thür wird geöffnet, und eine große Schaar von Krüppeln, Blinden, Tauben, Stummen u. Irrsinnigen tritt ein. Hierauf fragt nun der Verweser, ob man wohl! verlange, daß diese Elenden wieder vertrieben und jene Unfläther wieder eingeführt werden sollten? Alles schwieg. Der Prozeß war entschieden. Trotz aller Zorngluth, die in die rothen Gesichter der Mönche mit ihrem Abte trat, zogen dennoch die kaiserlichen Commissarien achselzuckend u. unverrichteter Sache wieder ab und wagten nicht zu behaupten, daß auf diese Weise ein Kirchenraub begangen und Güter den „Geistlichen“ genommen und den „Weltlichen“ gegeben würden.

Blutgier der Papisten

unserer Tage nach ihrem eigenen Geständnisse.

Kaum wird der Leser seinen Augen trauen, wenn er das unten Folgende liest. Und doch ist es Wahrheit: so schreibt der “Shepherd of the Valley” (der Hirte des Thals), ein Organ des gegenwärtigen Erzbischofs von St. Louis im Staate Missouri:

„Wir geben zu, daß die römisch-katholische Kirche unduldsam ist, d. h. daß sie Alles aufbietet, was in ihrer Macht steht, um Irrthum und Sünde auszurotten. Diese ihre Unduldsamkeit folgt aber nothwendigerweise aus ihrer Unfehlbarkeit. Nur sie allein [die römische Kirche] hat das Recht, unduldsam zu sein, weil sie allein die Wahrheit ist und hat. Ketzerei ist nach ihrem Gesetz eine Sünde, welche den Tod verdient. Die Kirche duldet Ketzer, wenn und wo sie dazu genöthigt ist, aber sie hasset sie tödtlich und wendet alle ihre Kräfte auf, um deren Vernichtung zu bewerkstelligen. Wenn einst die Katholiken eine unermeßliche Majorität haben werden, was auch sicherlich der Fall sein wird, obgleich erst nach längerer Zeit, dann hat die religiöse Freiheit dieser Republik ein Ende. Das sagen unsere Feinde, und wir glauben es. Unsere Feinde wissen es, daß wir nicht besser sind, als unsere Kirche, und was diese letztere betrifft, so liegt ihre Geschichte offen vor ihnen aufgeschlagen. Sie wissen, wie die römische Kirche im Mittelalter mit Ketzern gehandelt hat und was sie noch heutzutage überall, wo sie die Gewalt dazu besitzt, mit ihnen thut. Wir geben auch keineswegs damit um, diese geschichtlichen Thatsachen abzuläugnen, oder die Gottesheiligen [!] und Kirchenfürsten darob zu tadeln, daß sie solches gethan und gebilligt haben. Ketzerei ist eine Todtsünde, welche die Seele tödtet und den ganzen Menschen mit Leib und Seele in die Hölle hinabstürzt. Sie ist außerdem noch eine höchst ansteckende und sich ins Unendliche fortpflanzende Krankheit, welche die zeitliche und ewige Wohlfahrt zahlloser noch kommender Geschlechter gefährdet. Darum werden ächt christliche Fürsten die Ketzerei in ihren Landen mit Stumpf und Stiel ausrotten, und christliche Staaten werden, wenn sie nur immerhin können, sie aus ihrem Bereiche jagen. Und wenn wir jetzt davon abstehen, die Ketzer hier zu verfolgen, so geschieht es nur deswegen, weil wir dazu zu schwach sind, und glauben dadurch der Kirche, der wir dienen, mehr zu schaden als zu nützen.“—

Urtheil Herrn Anstädt's

über den Streit unserer Synode mit der Synode von Buffalo.

Herr Anstädt, gewesener Zögling des Gettysburger Seminars, gegenwärtig Herausgeber des sogenannten „Lutherischen Kirchenboten“ fällt u. A. folgendes Urtheil über die oben bezeichnete Controverse in der letzten Nummer seines Blattes: „Diese beiden sogenannten altlutherischen Synoden liegen sich bekanntlich seit Jahren furchtbar in den Haaren und beschimpfen sich gegenseitig in ihren respektiven Blättern, den ‚Lutheraner‘ und ‚Informatorium‘ auf die schändlichste Weise. Um die [sic?] Ehre der lutherischen Kirche und des Christennamens wäre es zu wünschen, daß sie diesem unchristlichen Treiben bald ein Ende machen würden.“

In diesem Urtheil zeigt sich eine Gerechtigkeit und eine Werthhaltung der reinen evangelischen Lehre, die eines Gettysburger Schülers würdig ist. Dies Urtheil zeigt, daß die falschen Lehrer, die des Namens Gottes nicht schonen, noch viel weniger gegen Menschen gerecht sind und daß sie nur dann in Eifer gerathen können, wenn ihr lieber Bauch angegriffen wird. Ernster Kampf um reine Lehre ist ihnen ein Gräuel. Ihr höchstes Ziel ist, wenn sie ein Blatt herausgeben, viel Subscribenten, weil jeder Subscribent einen Thaler werth ist. Wir gestehen gerne zu, daß man Herrn Anstädt viel zu gute halten muß, wenn er über einen Streit, wie der unsrige ist, falsch urtheilt, da derselbe, um was es sich dabei handelt, sicher noch nicht capirt hat, auch kaum bei den besten Willen zu capiren im Stande ist, es sei denn, daß er erst einige Studien in der christlichen Lehre macht. Daß sich aber der arme Schlucker trotz seiner Beschränktheit, die ihm doch bewußt sein muß, herausnimmt, wie ein Mensch, der Verstand von der Sache hat, u. zwar so, wie oben angegeben, mit zu reden, das verräth ein gut Theil Bosheit, die Züchtigung verdient.

Anno 1539 den 29. Januarii beweinte und beklagte D. M. die Secten, so noch kommen würden von falschen Brüdern. Es wird des Schreibens, sprach er noch so viel werden, daß der geringste Grammatikus und Philosophus wird sonderlich Ding wollen schreiben, und wir werden wieder in die vorige alten Irrthümer fallen, denn der Teufel ist ein Tausendkünstler, kann einen Irrthum mancherlei verbrämen und schmücken.

Luther.

Kein Ketzer läßt sich bereden, daß er weiche von seinem gefaßten Wahn und Sinn, und gebe der Wahrheit göttlichen Worts die Ehre: Nein, sie sehen und hören nichts, wie Michel Stiefel, als er Anno 33 predigte, daß in demselbigen Jahre der jüngste Tag kommen sollte; der sah und hörte mich nicht. Es hat mir mein Leben lang kein Widersacher so böse Wort gegeben, als er.

Luther.

Der Ketzer und Rottengeister, Juden und Schwärmer Thun und Vornehmen ist allezeit

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made for building the church. It would already be standing finished if we had been willing to build of wood again; but since we have been so abundantly given to, so now on our part also what lies in our power shall be done, and we have therefore resolved to build a church of stone; not in the opinion that we could thereby hinder any possible destruction, but in order that our church may stand as a lasting memorial of brotherly love to the honor of God. Besides our most heartfelt thanks, which we herewith express to our dear brethren in the faith, we cannot refrain from commending ourselves anew to their believing intercession. We ask not only that they pray for us that the Lord, against all the raging and storming of Satan and the world, will guard and preserve our church to be newly built by the protection of His holy angels, but especially that the small measure of tribulation may be wholesome and beneficial to us for growth in grace and knowledge of Christ, that we may become like the crucified Savior, persevere in faith and fight the good fight, that we may at last be crowned with the crown of righteousness and receive the end of our faith, namely the salvation of our souls. We also ask that they remember our adversaries in their prayers, that God may grant them grace unto repentance, and that they may become sober out of the snare of the devil and with us in concord of faith and love walk the one way to heaven.

Neumelle, St. Charles Co., Mo.

A. Claus, Pastor.

A History of the Confiscation of "Spiritual" Goods.

At the time of the Reformation there was at Hayn in Upper Hesse, not far from Waldeck, a Cistercian monastery, in which the monks carried on such shameful, unchaste doings that it became notorious in town and country. Landgrave Philip of Hesse therefore had the monastery abolished and turned into a hospital, in which now every year 500 poor were maintained and cared for. The monks, crying out about church robbery, turned to Pope Clement V., and he brought it so far with the Emperor that the latter sent commissioners to Hayn, who were to reinstate there the abbot with his people in the monastery from which they had been driven out. When the proceedings were to begin, the administrator, Herr Heinze von Lüdder, rose and delivered an address to the commissioners full of power and life, related in it the course of events, depicted the stinking sloth and the bestial licentiousness to which the present fat monks had until then given themselves, finally gave a sign to one standing near and was silent. The door is opened, and a great crowd of cripples, blind, deaf, dumb and insane enters. Thereupon the administrator asks whether it was wished, forsooth, that these wretched ones should be driven out again and those filthy fellows brought in again? All were silent. The case was decided. Despite all the rage of wrath which came into the red faces of the monks with their abbot, the imperial commissioners nevertheless withdrew again, shrugging their shoulders and with their business unaccomplished, and did not dare to maintain that in this way a church robbery had been committed and goods taken from the "clergy" and given to the "laity."

Bloodthirstiness of the Papists

of Our Day According to Their Own Confession.

The reader will hardly trust his eyes when he reads what follows below. And yet it is truth: so writes the "Shepherd of the Valley" (der Hirte des Thals), an organ of the present Archbishop of St. Louis in the State of Missouri:

"We admit that the Roman Catholic Church is intolerant, that is, that she brings to bear everything that is in her power to root out error and sin. This her intolerance follows necessarily from her infallibility. She alone has the right to be intolerant, because she alone is and has the truth. Heresy is, according to her law, a sin which deserves death. The Church tolerates heretics when and where she is compelled to do so, but she hates them mortally and applies all her powers to bring about their destruction. When the Catholics shall one day have an immense majority, which will surely be the case, though only after a longer time, then the religious liberty of this Republic will have an end. That is what our enemies say, and we believe it. Our enemies know that we are no better than our Church, and as for the latter, her history lies open before them. They know how the Roman Church in the Middle Ages dealt with heretics and what she still does today everywhere where she has the power to do so. We also by no means have any intention of denying these historical facts, or of blaming the saints of God [!] and princes of the Church for having done and approved such things. Heresy is a mortal sin, which kills the soul and plunges the whole man with body and soul down into hell. It is moreover a most contagious disease, propagating itself into infinity, which endangers the temporal and eternal welfare of countless generations yet to come. Therefore truly Christian princes will root out heresy in their lands stump and stem, and Christian states will, whenever they only can, drive it out of their territory. And if we now refrain from persecuting heretics here, it happens only for this reason, that we are too weak for it, and believe that thereby we should do more harm than good to the Church which we serve."—

Herr Anstädt's Judgment

on the Controversy of Our Synod with the Synod of Buffalo.

Herr Anstädt, a former pupil of the Gettysburg Seminary, at present editor of the so-called "Lutherischer Kirchenbote," among other things passes the following judgment on the above-mentioned controversy in the last number of his paper: "These two so-called old-Lutheran synods have, as is well known, been at one another's throats fearfully for years and abuse each other in their respective papers, the 'Lutheraner' and 'Informatorium,' in the most shameful manner. For the honor [sic?] of the Lutheran Church and of the Christian name it were to be wished that they would soon put an end to this unchristian business."

In this judgment there shows itself a sense of justice and a valuation of the pure evangelical doctrine worthy of a Gettysburg pupil. This judgment shows that false teachers, who do not spare the name of God, are still much less just toward men, and that they can fall into zeal only when their dear belly is attacked. Earnest contending for pure doctrine is an abomination to them. Their highest aim, when they publish a paper, is many subscribers, because every subscriber is worth a dollar. We gladly admit that much must be allowed Herr Anstädt when he judges falsely about a controversy such as ours, since he has certainly not yet grasped what it is about, and is hardly able to grasp it even with the best will, unless he first makes some studies in Christian doctrine. But that the poor wretch, despite his limitations, of which he must still be conscious, presumes to talk as a man who has understanding of the matter, and indeed in the manner stated above, that betrays a good measure of malice, which deserves chastisement.

In the year 1539, on the 29th of January, D. M. bewailed and lamented the sects which were still to come from false brethren. There will be so much writing, he said, that the least grammarian and philosopher will want to write something special, and we shall fall again into the former old errors, for the devil is a master of a thousand arts, and can deck out and adorn an error in manifold ways.

Luther.

No heretic lets himself be persuaded to depart from his conceived delusion and mind, and to give the truth of God's Word the honor: No, they see and hear nothing, like Michel Stiefel, when in the year 33 he preached that in the same year the last day should come; he neither saw nor heard me. In all my life no adversary has given me so wicked a word as he.

Luther.

The doing and designs of heretics and factious spirits, Jews and enthusiasts is always