Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 9 › Seite 66

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-12-20, Seite 66

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Bibel. —Bibelausgaben 8 · Jeſuiten 1 · Jeſuiten 2

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tes vom dritten Gebot entbindet, da einem Papisten das Messehören für den höchsten, herrlichsten und nothwendigsten Gottesdienst gilt.

Toletus: „Wenn ein Mensch, vor Zorn, und Leidenschaft auf die Worte nicht Acht habend die er vorbringt, eine Lästerung ausgestoßen hat, so ist das keine Todsünde, es sei denn daß der Mensch gewohnt wäre zu lästern.“ (Lib. 4. instruct. Sacerd. c. 13.)

Toletus: „Ein Sohn kann sich mit einem Weibe, wenn dasselbe seiner würdig ist, verheirathen, wider seiner Eltern Willen, ohne tödlich zu sündigen.“ (Lib. V. Inst. sac. c. 1.)

Bellarmin: „Der römische Papst kann vermöge seines Rechtes die weltlichen Fürsten in den Bann thun, und zuweilen, wenn es ihm so gut dünkt, ihrer Herrschaft berauben.“ (Lib. 5. de Rom. Pont. c. 6.)

Immanuel a Saa, ein portugiesischer Jesuit, gest. 1596, schreibt: „Die Rebellion einer geistlichen Person (Clericus) ist kein Majestätsverbrechen, weil er kein Unterthan des Reiches ist.“ (Aphorismi confessar. unter dem Wort: Clericus.) „Ein König kann durch den Staat der Herrschaft beraubt werden wegen Tyrannei und wenn er seine Pflicht nicht thut, und wenn eine gerechte Ursache vorhanden ist, und es kann ein anderer von der Majorität des Volkes gewählt werden. Manche jedoch halten Tyrannei allein für eine Ursache dazu.“ (L. c. unter dem Wort: Princeps.) Hieraus sieht man, wie leicht es dem Papstthum werden wird, wenn die Rebellen immermehr in der Welt zur Herrschaft kommen sollten, mit ihnen zu fraternisiren, so den Verfolgungen der letzten Zeit zu entgehen ja sich mit jenen zur letzten Christenverfolgung zu vereinigen.

Bellarmin: „Der geistliche Staat kann dem ihm unterworfenen zeitl. Staat befehlen und denselben zur Aenderung seiner Verwaltung zwingen, die Fürsten absetzen und andere einsetzen, wenn er sein geistliches Wohl auf andere Weise nicht behaupten kann.“ (Lib. 5. de R. P. c. 7.)

F. Suarez, geb. zu Granada, gest. zu Lissabon 1617, schreibt: „Es ist ein Glaubensartikel daß der Papst das Recht hat rebellische oder ketzerische Könige abzusetzen. Da nun ein auf diese Weise abgesetzter König kein gesetzmäßiger Regent mehr sein kann, wenn er sich weigert, sich dem päpstlichen Spruch zu unterwerfen, folglich ein Tyrann wird, so kann er als ein solcher durch den ersten besten getödtet werden. (Defens. fidei cath. advers. anglicanae sectae errores. Lib. 6. c. 4. n. 13. 14.)

Bellarmin schreibt: „Den Christen ist nicht erlaubt, einen ungläubigen oder ketzerischen König zu dulden, wenn er versucht, die Unterthanen zu seiner Ketzerei oder zu seinem Unglauben zu ziehen. Gleiche Gefahr und Nachtheil hat es, wenn man einen nicht christlichen König erwählt und einen nicht christlichen nicht absetzt. Daher sind die Christen verbunden, einen nicht christlichen König nicht über sich zu leiden, wenn jener das Volk vom Glauben abzuwenden sucht und wenn die Unterthanen mit hinreichenden Kräften, ihre Obrigkeit abzusetzen, versehen sind.“ (Lib. 5. de pont. Rom. c. 7. rati. 3.) Schade, daß die ersten Christen diese Moral noch nicht kannten, denn da hätten sie des blutigen Märtyrerthums leicht überhoben sein können. Aus solchen Aussprüchen läßt sich auch wohl erklären, warum die amerikanischen Jesuiten bereits sachte davon zu reden anfangen, daß, wenn sie hier zur Gewalt gekommen sein würden, es dann auch mit unserer republikanischen und vor allem mit unserer Religionsfreiheit zu Ende sein werde. (Siehe Seite 47 des gegenwärtigen Jahrg. unseres Blattes.)

Joh. Mariana, gest. 1623 zu Toledo, schreibt: „Wenn einer einen König, der nicht der päpstlichen Religion zugethan ist, ermordet, und leben bleibt, so wird er sein Lebtage als ein großer Held geehrt in der römischen Kirche; wenn er aber wegen des Mordes getödtet wird, so fällt er als ein Märtyrer und als ein solches Opfer, das Gott und Menschen angenehm ist.“ (De Rege et Regis Institutione L. I. c. 7.) Diese Schrift ist freilich in Frankreich öffentlich durch den Schinder verbrannt worden, aber nicht auf Anordnung des Jesuitenordens sondern der weltlichen Obrigkeit. Mariana gab auch in diesem Buche Anleitung, wie allerlei Gift zu bereiten und in die Kleider, Handschuhe, an die Degen, Sättel ꝛc. der auserschenen Opfer zu bringen und so der Mord heimlich und unbemerkt zu bewerkstelligen sei.

So schreibt der Pater L'Ami: „Es ist einem Geistlichen oder Ordensmann erlaubt, einen Calumniator (Verläumder) zu tödten, welcher große, von ihm oder seinem Orden begangene Verbrechen zu entdecken droht, wenn es kein anderes Mittel gibt ihn daran zu hindern; wie es denn kein anderes zu geben scheint, wenn dieser Calumniator bereit ist, diesen Orden oder dessen Ordensgenossen öffentlich und vor angesehenen Personen anzuklagen.“ (De just. et jure disp. 36. sect. 5.)

Der „große“ Caramuel, dieser Polyhistor, auf den sich die Papisten nicht wenig zu Gute thun, der trotz seines moralischen Indifferentismus 30,000 Ketzer bekehrt haben soll, hat, obwohl kein Jesuit, jene Lehre L'Amis bestätigt. Daß es übrigens den Jesuiten wirklich voller Ernst mit dem Grundsatz ist, daß man Widersacher des Ordens auch meuchlings tödten könne, das haben dieselben u. A. dadurch, wir meinen, klar genug bewiesen, daß sie selbst die Person eines Papstes nicht verschonten, als derselbe ihr gefährlichster Gegner wurde. Als nehmlich Papst Clemens XIV. den Jesuitenorden durch eine Bulle vom 21. Juli 1773 aufhob, soll er es sich nicht nur selbst nicht verhehlt haben, daß er hiermit sein Todesurtheil unterschreibe, sondern nach wenigen Monaten wurde es auch vor aller Welt offenbar, daß ihn wirklich jenes Aufhebungsdecret das Leben gekostet hatte. Er starb schon am 22. September des folgenden Jahres unter Umständen, die keinen Zweifel übrig lassen, daß er von einem Exjesuiten vergiftet worden war. In „de Potters Leben des Scipio v. Ricci, Paris 1826“ findet sich der Bericht des spanischen Gesandten am päpstlichen Hofe über die Umstände des Todes Clemens des Vierzehnten, der unter den Papieren Bischof Ricci's aufgefunden worden ist. Darin heißt es, schon eines Tages in der Charwoche 1774 hatte Clemens nach dem Mittagessen eine Art Erschütterung in der Brust und im Magen wie die Wirkung einer innerlichen Kälte, und seitdem spürte man eine Abnahme seiner Kräfte bei einem Katarrh von ganz besonderer Art. Hierauf klagte der Papst über Entzündung u. Brennen in Mund und Gurgel bei außerordentlicher Bangigkeit, und behielt fast immer den Mund offen. Gleich nach endlich erfolgtem Tode wurde das Gesicht bleifarbig und Lippen und Nägel schwarz; fast der ganze Körper hatte blaue Flecken unter der Haut. Die Eingeweide, schon krebsartig angefressen, that man in ein Gefäß, welches sprang und einen entsetzlichen Geruch verbreitete. Die Hände wurden ganz schwarz und erhielten Blasen. Beim Ausziehen der päpstlichen Kleidung blieb die Haut daran hängen, und bei dieser Berührung lösten sich alle Nägel. Auch blieben die Haare am Kopfkissen hängen. Niemand zweifelte daher schon damals daran, daß der Papst durch ein ihm beigebrachtes Gift umgebracht worden sei, das zwar langsam, aber furchtbar wirkt. Man glaubte, durch Acquetta. (Siehe Guerickes Kirchengesch. III, 300.) Man darf nehml. nicht meinen, daß die Jesuiten schlechterdings Freunde des Papstes seien, dem sie sich doch zu so blindem Gehorsam selbst in zu begehenden Sünden verbinden; nicht die Päpste sind es, denen sie dienen wollen, sondern das Papstthum, und wiederum ist es nicht das Papstthum in jeder Gestalt, das sie aufrecht zu erhalten bemüht sind, sondern das Papstthum, wie sie es für den höchsten Zweck ihres Ordens brauchen können. Der höchste Zweck ihres Ordens aber ist: Einfluß, Macht, Reichthum Ehre. Hilft dem Jesuiten der Papst und das Papstthum dazu nicht mehr, dann ist ihnen beides werthlos und der scheinbar warme Freund wird zum giftigsten Feinde. Oft haben sich die Päpste mehr vor den Jesuiten gefürchtet, als die Hülfe derselben begehrt. Nur der Banqueroute des Papstthums seit Napoleon hat die Päpste zu dem verzweifelten Schritte gebracht, sich den Jesuiten in die Arme zu werfen, und nun um jeden Preis, auch nur um den Preis aller Achtung in den Augen der gesitteten Welt, neue Eroberungen zu suchen.

J. Maldonatus, ein Spanier, gest. zu Rom 1583, schreibt: „Ketzer müssen als Verräther und Deserteure verbrannt werden.“ (Com. ad Luc. 9. p. 96.) Daher finden wir in dem Institutum die Verordnung für die Schüler: „Sie sollen auch nicht den Hinrichtungen der Missethäter, außer etwa der Ketzer, beiwohnen.“ (Inst. II, 221.) Und an einer anderen Stelle heißt es: „Die Congregation ermahnt alle die Unsrigen, die sich in solchen“ (der Inquisition unterworfenen) „Reichen be-

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tes from the third commandment, since to a papist the hearing of Mass counts as the highest, most glorious, and most necessary divine service.

Toletus: "If a man, out of anger and passion, not heeding the words which he utters, has let slip a blasphemy, that is no mortal sin, unless the man were accustomed to blaspheme." (Lib. 4. instruct. Sacerd. c. 13.)

Toletus: "A son may marry a woman, if she is worthy of him, against the will of his parents, without sinning mortally." (Lib. V. Inst. sac. c. 1.)

Bellarmin: "The Roman pope, by virtue of his right, can place secular princes under the ban, and sometimes, when it seems good to him, deprive them of their dominion." (Lib. 5. de Rom. Pont. c. 6.)

Immanuel a Saa, a Portuguese Jesuit, died 1596, writes: "The rebellion of a spiritual person (Clericus) is no crime of treason, because he is no subject of the realm." (Aphorismi confessar. under the word: Clericus.) "A king may be deprived of his dominion by the state on account of tyranny, and if he does not do his duty, and if a just cause is present, and another may be chosen by the majority of the people. Some, however, hold tyranny alone to be a cause for it." (L. c. under the word: Princeps.) From this one sees how easy it will be for the papacy, if the rebels should come more and more to power in the world, to fraternize with them, so as to escape the persecutions of the last time, indeed to unite with them for the last persecution of Christians.

Bellarmin: "The spiritual state may command the temporal state subject to it, and compel the same to change its administration, depose the princes and set up others, if it cannot maintain its spiritual welfare in any other way." (Lib. 5. de R. P. c. 7.)

F. Suarez, born at Granada, died at Lisbon 1617, writes: "It is an article of faith that the pope has the right to depose rebellious or heretical kings. Since now a king deposed in this manner can no longer be a lawful ruler, if he refuses to submit himself to the papal sentence, and consequently becomes a tyrant, he may as such be killed by the first comer." (Defens. fidei cath. advers. anglicanae sectae errores. Lib. 6. c. 4. n. 13. 14.)

Bellarmin writes: "It is not permitted to Christians to tolerate an unbelieving or heretical king, if he attempts to draw the subjects to his heresy or to his unbelief. The same danger and disadvantage attends it, if one elects a non-Christian king and does not depose a non-Christian one. Therefore Christians are bound not to suffer a non-Christian king over them, if he seeks to turn the people away from the faith and if the subjects are provided with sufficient strength to depose their magistracy." (Lib. 5. de pont. Rom. c. 7. rati. 3.) It is a pity that the first Christians did not yet know this morality, for then they could easily have been spared the bloody martyrdom. From such declarations it may well be explained why the American Jesuits are already beginning softly to speak of it, that when they have come to power here, it will then also be the end of our republican institutions and above all of our religious freedom. (See page 47 of the present volume of our paper.)

John Mariana, died 1623 at Toledo, writes: "If one murders a king who is not devoted to the papal religion, and remains alive, he will be honored all his life as a great hero in the Roman Church; but if he is put to death on account of the murder, he falls as a martyr and as such a sacrifice as is acceptable to God and men." (De Rege et Regis Institutione L. I. c. 7.) This writing was indeed publicly burned in France by the hangman, but not by order of the Jesuit order, but of the secular government. Mariana also gave in this book instructions how to prepare all kinds of poison and to bring it into the clothes, gloves, onto the swords, saddles, etc. of the chosen victims, and so how the murder might be accomplished secretly and unnoticed.

Thus writes Father L'Ami: "It is permitted to a clergyman or a member of an order to kill a calumniator (slanderer) who threatens to disclose great crimes committed by him or his order, if there is no other means of preventing him; as there indeed seems to be no other, when this calumniator is ready to accuse this order or its fellow-members publicly and before respected persons." (De just. et jure disp. 36. sect. 5.)

The "great" Caramuel, this polyhistor, of whom the papists boast not a little, who despite his moral indifferentism is said to have converted 30,000 heretics, has, though no Jesuit, confirmed that doctrine of L'Ami. That the Jesuits, moreover, are really in full earnest with the principle that one may also kill the adversaries of the order by assassination, this they have proved, among other things, clearly enough, we think, by this, that they did not spare even the person of a pope when he became their most dangerous opponent. For when Pope Clement XIV abolished the Jesuit order by a bull of July 21, 1773, he is said not only to have himself been aware that he was thereby signing his own death warrant, but after a few months it also became manifest before all the world that that decree of abolition had really cost him his life. He died already on the 22nd of September of the following year, under circumstances which leave no doubt that he had been poisoned by an ex-Jesuit. In "de Potter's Life of Scipio de Ricci, Paris 1826" is found the report of the Spanish ambassador at the papal court on the circumstances of the death of Clement the Fourteenth, which was found among the papers of Bishop Ricci. In it it says that already one day in Holy Week 1774 Clement after dinner had a sort of shock in the chest and stomach, like the effect of an inward chill, and from that time a decline of his strength was noticed, with a catarrh of quite peculiar kind. Thereupon the pope complained of inflammation and burning in mouth and throat with extraordinary anguish, and kept his mouth almost always open. Immediately after the death which at last ensued, the face became lead-colored and lips and nails black; almost the whole body had blue spots under the skin. The entrails, already eaten away as by cancer, were put into a vessel, which burst and spread a dreadful stench. The hands became quite black and blistered. In taking off the papal clothing the skin stuck to it, and at this contact all the nails came off. The hair also remained hanging on the pillow. No one therefore doubted even then that the pope had been killed by a poison administered to him, which indeed works slowly but terribly. It was believed to be by Acquetta. (See Guericke's Kirchengesch. III, 300.) For one must not think that the Jesuits are by any means friends of the pope, to whom they bind themselves in such blind obedience, even in sins to be committed; it is not the popes whom they wish to serve, but the papacy, and again it is not the papacy in every form which they are concerned to uphold, but the papacy as they can use it for the highest purpose of their order. But the highest purpose of their order is: influence, power, riches, honor. If the pope and the papacy no longer help the Jesuit to this, then both are worthless to them, and the seemingly warm friend becomes the most venomous enemy. Often the popes have been more afraid of the Jesuits than they have desired their help. Only the bankruptcy of the papacy since Napoleon has brought the popes to the desperate step of throwing themselves into the arms of the Jesuits, and now at any price, even only at the price of all respect in the eyes of the civilized world, to seek new conquests.

J. Maldonatus, a Spaniard, died at Rome 1583, writes: "Heretics must be burned as traitors and deserters." (Com. ad Luc. 9. p. 96.) Hence we find in the Institutum the ordinance for the students: "They shall also not attend the executions of malefactors, except perhaps of heretics." (Inst. II, 221.) And in another place it says: "The Congregation earnestly and strictly admonishes all our members who find themselves in such" (subject to the Inquisition) "realms to-