Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 9 › Seite 68
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-12-20, Seite 68
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jeſuiten 2
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fahrt der Kirche das Mittel des Treubruchs heilige, nicht aufzuheben erlaubt und gerathen hätten. Wir erinnern nur an das „unwiderrufl. Edict von Nantes und an den Westphälischen Frieden. Die Aufhebung des erstern erzwangen die Jesuiten, an der Aufhebung des letzteren haben sie jedoch ohne Erfolg nur gearbeitet. Auch von diesen schändlichen Grundsätzen, daß man unter Umständen sein Wort und insonderheit Ketzern nicht Glauben zu halten habe, liegt die Wurzel schon in dem Institutum des Ordens, worin es u. A. heißt: „Gelübde, welche die Unsrigen, als sie noch in der Welt waren, gethan haben, sind in unserer Societät aufgehoben, und so muß man einsehen, daß die Verbindlichkeit derselben (Gelübde) aufhöre, so lange sie in dem Orden bleiben.“ (I, 700.) Man sieht hieraus, mit dem Eintritt in den Jesuitenorden muß sogleich alles Gewissen für die Heiligkeit eines gethanen Versprechens aus der Seele des Eintretenden verschwinden.
Maldonatus: Ein Richter sündigt nicht, wenn er Jemanden nach dem Gesetz verdammt, obgleich er selbst weiß, daß derselbe unschuldig sei.“ (Summ. quaest. 7. art. 3.)
Castro Palao: „Endlich so oft eine ehrliche Ursache sich darbietet, die Wahrheit zu verdecken, kann man sich ohne Sünde eines doppeldeutigen Schwures bedienen ꝛc. Deßhalb, wie Sanchez, Bonacina und Andere in deren Schriften wohl sagen, wenn auch einer bittet, man möge alle Zweideutigkeit bei Seite lassen,– ja eidlich fordert, man möge die Wahrheit aufrichtig und unzweideutig sagen, so kann man doch immer doppelsinnig schwören und Rückhalte gebrauchen, weil es sich hier von selbst versteht, daß man keine unrechte Art der Doppeldeutung gebrauche.“ (T. III. tr. 14. p. 7.) Wer mag nun hiernach den jetzigen Jesuiten glauben, selbst wenn sie es mit einem leiblichen Eide betheuerten, daß sie jetzt die alte Praxis ihrer Vorfahren, bei dem Eide doppelsinnige Worte zur Hintergehung Anderer zu gebrauchen, aufgegeben hätten? Sind die jetzigen Jesuiten anders geworden, warum treten sie jetzt als der erneueuerte alte Jesuitenorden auf? warum schämen sie sich nicht eines Namens, der an eine Gesellschaft erinnert, die systematisch alle Sittlichkeit vergiftet und vernichtet hat?
Der Leser sieht, die Jesuiten haben die umgekehrten zehn Gebote. Sie lauten: du sollst andere Götter haben; du sollst den Namen Gottes mißbrauchen; du brauchst nicht den Feiertag zu heiligen: du brauchst nicht Vater und Mutter zu ehren; du kannst tödten; du kannst ehebrechen; du kannst falsches Zeugniß reden wider deinen Nächsten; du kannst deines Nächsten Gut begehren. Die Jesuiten haben sich und denen, die sich ihnen anvertrauen wollen, durch ihren Grundsatz, daß der gute Zweck das schlechte Mittel heilige, alle zehn Gebote vom Halse geschafft. Sie sind es von denen Jesaias Cap. 28 geweissagt hat: „Ihr sprechet: wir haben mit dem Tode einen Bund und mit der Hölle einen Verstand gemacht; wenn die Fluth daher gehet, wird sie uns nicht treffen; denn wir haben die Lügen unsere Zuflucht und die Heuchelei unseren Schirm gemacht.“ Wie tief gerade jetzt die römische Kirche gesunken ist, ist daher schon daraus offenbar, daß sie jetzt fast durchgängig die Jesuiten preist und dieselben in dieser Zeit zu Hülfe gerufen hat. Wir könnten noch eine große Menge Zeugnisse für die Verworfenheit der Moral des Jesuitenordens anführen (ja gerade die scheußlichsten das Schaamgefühl beleidigenden haben wir weggelassen), aber es eckelt uns, mehr abzuschreiben. Dies sei für diesmal genug. Jeder Leser urtheile nun selbst, was er von dem hiesigen „Herold des Glaubens“ zu denken habe, wenn derselbe den Jesuitenorden „eine Gesellschaft, die sich um die Welt in jeder Beziehung so verdient gemacht hat und einzig dasteht“, nennt, und der sich nicht entblödet zu schreiben: Zum Schluße möchten wir gerne irgend eine Schrift oder ein Werk eines Jesuiten wissen, wo der Grundsatz ausgesprochen ist, daß der gute Zweck ein sonst böses Mittel heilige.“ Es ist klar, so kann nur ein Jesuit, dem nie eine Schamröthe in das Antlitz tritt, fragen und sagen.
(Fortsetzung folgt.)
(Eingesandt.)
Ueber Beselsches Pamphlet von der „Kleinen Taufe“ im diesjährigen Jahresbericht.
Der Unterzeichnete hat zu seinem Bedauern diesen Artikel im diesjährigen Jahresbericht gelesen, und fühlt sich um der Sache des Herrn willen gedrungen, hierüber einige Berichtigung zu geben.
Daß der „Styl“ nicht nach Wunsch in dem Schriftchen über die Kindertaufe gerathen sei, darüber ließe sich Manches sagen. Hier aber nur dieses. Man stelle sich das anwesende Publikum vor. Auf der einen Seite Menschen, die vor der Zeit, da ich die Gemeinde antrat, seit 28 Jahren von trägen, höchst gewissenlosen Unionsmachern alle 4 Wochen mit einer flachen Predigt besucht worden sind. Unter ihnen stehen zwar jetzt einige liebe Christen und verständige Männer, die zu meiner Zeit aus der Union austraten; aber man bedenke doch den andern Haufen, und zwar Viele auch unter meiner Gemeinde, denen man geistliche Dinge gleichsam vorkauen, wieder und immer wieder erklären und einbläuen muß; so daß ich genöthigt war, sogar in Predigten und noch mehr beim Schulunterricht eine Menge deutsche Worte ins sog. Pensylvanier-Deutsch (vielmehr englisch welsch) einzukleiden, und im Umgang meine Sprache so nach der ihrigen zu richten, daß ich heute noch an jenes Kauderwelsch mehr als mir lieb ist, gewöhnt bin. Alles darum, um jenen vernachläßigten Leutlein beizukommen und sie zum Heiland zu führen. Wer solches als Stylverhunzen tadeln will, bedenke, ich habe es also sein lassen, weil es mir am Seelenheil der Leute lag. Auf der andern Seite waren die langbärtigen Amischen, eine Abart Mennoniten, welche aber weder Menno's noch Dietrichs Lehre streng beobachten, sondern wieder ein Mittelding, eine eigne Sekte bilden. Sie haben sich in großer Menge dort angesiedelt, sind meist sehr reich, und voller Verführungslist; dazu hat der Gott dieser Welt sie dermaßen verblendet, daß sie zum wahren Wort- oder Schriftglauben nicht nur höchst untüchtig, sondern auch für die Verspottung wichtiger Glaubensartikel gar tauglich sind. Wie nun mit solchen Leuten reden? Antwort: in ihrer Weise und wie man ihnen beikommen kann, und wie das zu thun kann nur der wissen, der unter ihnen wohnt. Geflissentlich wurde also die zuvor aufgeschriebene Disputation in einer, den Zuhörern faßlichen Sprache abgefaßt, ohne auf guten Styl Rücksicht zu nehmen. Ein klarer Beweis dafür, daß es mir nie in den Sinn gekommen ist, dieses Büchlein durch den Druck zu veröffentlichen; sonst hätte ichs wohl ein wenig abgeschliffen.–
Auch die „Darstellung“ ist nicht gerathen. Als ich dieses las, versetzte ich mich im Geist wieder unter jene Leute, deren Sinn und Pfeile ich ja längst kannte. Der Teufel war dort, wie sonst oft, ein dummer Teufel, sonst hätte er nicht ein Glied, und zwar ein abgesandtes Glied der Amischen Gemeinde dazu bewogen, zwei Mal Abends zu mir zu kommen und aus der Schule zu plaudern. Somit wußte ich also schon zum Voraus, welche Pfeile gegen mich abgedrückt werden sollten. Und denen hielt ich den Schild vor, gleichviel, ob sonst das Eine hieher, oder das Andere dorthin gehört; genug, ich stand allein vor vielen giftigen Feinden und nahm das Baurenkriegsrecht in Anspruch, wo studirte Taktik unberücksichtigt bleibt, denn man wehrt sich, wie man kann. Dabei läuft nun freilich Manches mit unter, was dem Zuschauer von Ferne etwas ungereimt roh und unpassend erscheint! da muß man aber eben wieder die Sache und das anwesende Volk berücksichtigen. Und welcher treugesinnte Hirte wird solche unverschämte und grobe Wolfsmenschen noch streicheln, die seit dreißig Jahren so viele, viele Familien verführten, daß sie ihre Kinder ungetauft groß werden ließen! Fand ich doch nur in meiner kleinen, 12 Familien zählenden Gemeinde 19 Kinder, die ungetauft umherliefen, und wie viele warens noch außer meiner Gemeinde unter deutschen Familien! Dies bedenke man!
Endlich, auch der „Inhalt“ ist nicht gerathen. Bisher habe ich noch nichts gefunden, was dem Worte Gottes zuwiderliefe. Daß ich aber den Tertullian so hart angelassen habe, weil er gegen die Kindertaufe ꝛc. gewesen, darüber muß ich hier öffentlich bekennen, daß ich gerade diesen Satz im mündlichen Vortrag ausließ und erst auf Gutheißen meines Amtsnachfolgers im Manuscripte ungestrichen ließ. Ich entnahm diesen ganzen Satz aus Brownle's Vertheidigung der Kindertaufe, und gestehe, daß ich statt dessen (was ich wörtlich mit Bemerkung des Namens hinstellte) die Quelle hätte aufzu-
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of the Church sanctifies the means of breach of faith, would not have held it permitted and advisable to abrogate. We recall only the "irrevocable" Edict of Nantes and the Peace of Westphalia. The abrogation of the former the Jesuits compelled; at the abrogation of the latter they have worked, however, without success. Also of these shameful principles, that under circumstances one need not keep one's word, and especially not to heretics, the root lies already in the Institutum of the order, wherein it says among other things: "Vows which our members made when they were still in the world are annulled in our Society, and so one must understand that the obligation of the same (vows) ceases as long as they remain in the order." (I, 700.) One sees from this that with entrance into the Jesuit order all conscience for the sanctity of a promise made must at once vanish from the soul of the one entering.
Maldonatus: A judge does not sin if he condemns anyone according to the law, although he himself knows that the same is innocent." (Summ. quaest. 7. art. 3.)
Castro Palao: "Finally, as often as an honest cause presents itself to conceal the truth, one may without sin make use of an ambiguous oath, etc. Therefore, as Sanchez, Bonacina, and others in their writings well say, even if one begs that all ambiguity be set aside,– yes, demands on oath that the truth be told sincerely and unambiguously, one can nevertheless always swear with a double meaning and use reservations, since it is self-evident here that one is to use no wrong kind of double meaning." (T. III. tr. 14. p. 7.) Who can now, after this, believe the present Jesuits, even if they affirmed it with a bodily oath, that they have now given up the old practice of their forefathers of using words of double meaning in the oath for the deceiving of others? If the present Jesuits have become different, why do they now appear as the renewed old Jesuit order? why are they not ashamed of a name which recalls a society which has systematically poisoned and destroyed all morality?
The reader sees that the Jesuits have the ten commandments turned about. They read: thou shalt have other gods; thou shalt misuse the name of God; thou needest not hallow the holy day; thou needest not honor father and mother; thou canst kill; thou canst commit adultery; thou canst bear false witness against thy neighbor; thou canst covet thy neighbor's goods. The Jesuits have, by their principle that the good purpose sanctifies the bad means, got all ten commandments off their necks, for themselves and for those who wish to entrust themselves to them. They are the ones of whom Isaiah, chap. 28, prophesied: "Ye have said, We have made a covenant with death, and with hell are we at agreement; when the overflowing scourge shall pass through, it shall not come unto us: for we have made lies our refuge, and under falsehood have we hid ourselves." How deeply the Roman Church has sunk precisely now is therefore evident already from this, that it now almost universally praises the Jesuits and has called them to its help in this time. We could still adduce a great multitude of testimonies for the depravity of the morality of the Jesuit order (indeed we have left out just the most abominable ones, offending the sense of shame), but it disgusts us to copy out more. Let this be enough for this time. Let every reader now judge for himself what he is to think of the local "Herold des Glaubens," when the same calls the Jesuit order "a society which has deserved so well of the world in every respect and stands alone," and which is not ashamed to write: In conclusion we should like to know some writing or work of a Jesuit in which the principle is expressed that the good purpose sanctifies an otherwise evil means." It is clear that only a Jesuit, into whose face no blush ever comes, can ask and say so.
(To be continued.)
(Communicated.)
Concerning Besel's pamphlet on the "Little Baptism" in this year's Jahresbericht.
The undersigned has, to his regret, read this article in this year's Jahresbericht, and feels himself constrained, for the sake of the Lord's cause, to give some correction concerning it.
That the "style" has not turned out as desired in the little tract on infant baptism, concerning that much could be said. Here, however, only this. Let one picture the audience present. On the one side, people who, before the time when I took over the congregation, for 28 years were visited every 4 weeks with a shallow sermon by lazy, utterly unconscientious Union-makers. Among them there stand indeed now some dear Christians and sensible men, who in my time left the Union; but let one consider the other crowd, and indeed many also in my own congregation, to whom spiritual things must be, as it were, chewed up beforehand, explained again and again, and drilled in; so that I was compelled, even in sermons and still more in school instruction, to clothe a quantity of German words in so-called Pennsylvania Dutch (rather English-Welsh), and in daily intercourse to adapt my speech so to theirs that I am to this day accustomed to that gibberish more than I like. All this in order to reach those neglected little people and lead them to the Savior. Whoever wishes to blame such a thing as spoiling of style, let him consider, I let it be so because the salvation of the people lay at my heart. On the other side were the long-bearded Amish, a variety of Mennonites, who, however, strictly observe neither Menno's nor Dietrich's doctrine, but again form a middle thing, a sect of their own. They have settled there in great numbers, are mostly very rich, and full of cunning to seduce; moreover the god of this world has so blinded them that they are not only utterly unfit for true faith in the Word or Scripture, but are also quite apt for the mockery of important articles of faith. How now to speak with such people? Answer: in their manner and as one can get at them, and how that is to be done only he can know who lives among them. Deliberately, therefore, the disputation, written out beforehand, was composed in a language comprehensible to the hearers, without regard to good style. A clear proof that it never came into my mind to publish this little book in print; otherwise I should surely have polished it off a little.–
Also the "presentation" has not turned out well. When I read this, I put myself in spirit again among those people, whose mind and arrows I indeed knew long ago. The devil was there, as often elsewhere, a stupid devil, otherwise he would not have moved a member, and indeed a delegated member of the Amish congregation, to come to me twice in the evening and tell tales out of school. So I knew beforehand what arrows were to be shot against me. And against these I held up the shield, no matter whether otherwise the one belongs here or the other there; enough, I stood alone before many venomous enemies and claimed the peasant-war right, where schooled tactics are left out of account, for one defends oneself as one can. In this, to be sure, much comes in which to the spectator from afar appears somewhat absurdly rough and unseemly! but there one must again consider the matter and the people present. And what faithful shepherd will still caress such shameless and coarse wolf-men, who for thirty years have seduced so many, many families that they let their children grow up unbaptized! Did I not find in my small congregation, numbering 12 families, alone 19 children who ran about unbaptized, and how many were there still outside my congregation among German families! Let this be considered!
Finally, the "content" also has not turned out well. Thus far I have found nothing which ran counter to the Word of God. But that I handled Tertullian so harshly, because he was against infant baptism, etc., concerning this I must here publicly confess that I precisely omitted this sentence in the oral delivery and only on the approval of my successor in office left it unstruck in the manuscript. I took this whole sentence from Brownle's defense of infant baptism, and confess that instead of this (which I set down literally with mention of the name) I ought to have sought out the source-