Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 16 › Seite 122
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-03-28, Seite 122
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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sei allerdings wider das Gewissen, hier in Fort Wayne eine neue Gemeinde zu errichten. Wiewohl uns nun diese Erklärung Hoffnung machte, daß sein bisheriges Verfahren mehr aus schwärmerischem Unverstand, als aus bösem Willen hervorgegangen sei, so wurden wir doch von einer aufschneiderischen Prahlerei des Herrn Strauß nicht wenig betroffen, indem er beiläufig zu uns sagte: „er habe in allen morgenländischen Sprachen das Evangelium gepredigt.“
Auch wurde Strauß von jenem oben erwähnten Studenten Lemke, der mit ihm in Columbus studirt hatte, mehrmals ernstlich und brüderlich ermahnt und gewarnt, sich ja in Fort Wayne nicht mit der Errichtung einer Oppositions-Gemeinde einzulassen; und da auch hier sein Verstand und Gewissen von der Ungerechtigkeit solches Vornehmens überzeugt wurde, so versprach er auch hier, es nicht zu thun.
Wer aber weder diesem seinem damaligen Freunde, noch mir Wort hielt, das war Herr Strauß. Mit keinem einzigen Kläger ist er zu mir gekommen, um sich gegenüber von diesem und mir, dem Verklagten, in's Klare zu setzen; und angenommen, es hätte keiner dieser Leute wollen mit ihm zu mir kommen, so wäre es doch seine Pflicht gewesen, es mir zu sagen, damit ich mit ihm, zu dem Beschwerdeführer gegangen wäre. Im Gegentheil fand er es nicht wider sein Gewissen, von Neuem den geistlichen Demagogen zu spielen, und nach einer deutschen Predigt in der englisch-lutherischen Kirche auch gegen Mißvergnügte allerhand heuchlerische Declamationen auszustoßen, als z. B. „er wolle mit solchen, die der P. Sihler ungerecht behandelt habe, lieber Brod und Salz essen, als sie verlassen.“
Auch ließ er es ohne Widerspruch geschehen, daß einige seiner bereits gewonnenen Anhänger theils bei notorischen Saufbrüdern und kirchlosen Rationalisten, theils bei noch unwissenden und wegen Strafpredigten, Kirchenzucht und Beichtanmeldung mir widrig gesinnten Abendmalgenossen meiner Gemeinde herumliefen, um die Unterschriften derselben zur Bildung einer sogenannten lutherischen Gemeinde und zur Berufung des Herrn Strauß zusammenzubringen, welches denn auch gelang.
Diese ganze unlautere Handlungsweise des Herrn Strauß, der jetzt schwerlich mehr im schwärmerischen Unverstande befangen war, bewegte nun den Studenten Köstering, der den Strauß von Deutschland aus kannte, und mit ihm über See gekommen war, sein bisheriges Schweigen zu brechen und mir mitzutheilen, daß Strauß als Gehülfe des P. Gräber in Meiderich bei Duisburg, im Dienste der sogenannten innern Mission, Missionsgelder veruntreut, sich auch sonst sehr unlauter und lügenhaft betragen habe und von P. Gräber fortgeschickt worden sei, da dieser keine Ueberzeugung gewinnen konnte, daß Strauß aufrichtig Buße gethan, auch dessen unchristliches Verhalten in der Gemeinde schon zu großes Aergerniß gegeben habe; er selbst, Köstering, müsse leider mit Schaam bekennen, daß er in seinem damaligen schwärmerischen Pietismus den erheuchelten Bußbetheuerungen des Strauß mehr Glauben geschenkt habe, als dem Urtheil des P. Gräber; da indeß Strauß jetzt also handle, so werde er als ein unbußfertiger Heuchler offenbar und er dürfe und wolle nun nicht länger dessen frühere Sünde bedecken.
Ich fragte nun Herrn Köstering, der uns zudem immer als ein offener und aufrichtiger Charakter erschienen war, auf sein Gewissen, ob er diese Beschuldigung des Herrn Strauß nöthigen Falles auch durch unumstößliche Zeugnisse von Deutschland aus beweisen könnte, und da er dieses bejahte, so erklärte ich, daß ich diese seine Mittheilung öffentlich nach gehaltenem Sonntags-GOttesdienst meiner Gemeinde und allen andern Zuhörern kund thun würde, damit doch die moralische Verwerflichkeit der Person des Strauß solche von ihm zurückschrecke, welche die Ungerechtigkeit der Sache d. i. der Bildung dieser sogenannten neuen lutherischen Gemeinde nicht einsähen.
Ehe jedoch diese Veröffentlichung erfolgte, ging Herr Köstering noch einmal zu Strauß hinaus, bat ihn auf das Ernstlichste von seinem Werke der Ungerechtigkeit abzustehen und verhehlte ihm schließlich nicht, was ihm bevorstehe, wenn er auf seinem bösen Wege beharre, nämlich daß seine Schande offenbar werde.
Aber auch diese Warnung war vergebens; und da mir Herr Köstering die Fruchtlosigkeit seines Bemühens mittheilte, so erfolgte denn die öffentliche Bekanntmachung und Verwarnung vor diesem Menschen, zugleich mit einem Unterricht aus u. nach GOttes Wort, theils über die Schriftwidrigkeit und Ungerechtigkeit der Sache, die Strauß in die Hände genommen, theils über die Verwerflichkeit des Verfahrens, wie er dabei zu Werke gegangen, theils über seine moralische Untüchtigkeit überhaupt, auf Grund von 1. Tim. 3. 7.
Ich hoffe, kein verständiger und gewissenhafter Leser des Lutheraner wird es mißbilligen, daß ich nicht zudeckte, was Gott aufdeckte; denn diese Veröffentlichung wurde erfordert theils von der Ehre Gottes, dessen heiliger Name in diesem Werke der Finsterniß so vielfach verunehrt und gemißbraucht wurde; theils von dem eigenen Gewissen, das ich durch feiges und fleischliches Schonen dieses genugsam berichteten und vermahnten und dennoch in seiner Bosheit fortfahrenden sich und Andern schädlichen Menschen nothwendig verletzt hätte; theils von der Liebe des Nächsten, um wenigstens einfältige und aufrichtige Leute vor seinen Heuchel- und Schmeichelkünsten zu warnen, oder aus seinem Lügennetz wieder heraus zu reißen und ihnen außer der Ungerechtigkeit der Sache auch die Verwerflichkeit der Person und dessen Widerspruch zu 1 Tim. 3, 2. 7; 4, 12 und Tit. 1, 6 — 8 klar zu machen; theils endlich von der Seele dieses vom Teufel so kläglich verführten Menschen selber, zu dessen wachsendem Verderben ich durch Schweigen beigetragen und ihm die Gelegenheit zu, ob Gott wollte, reumüthiger Umkehr benommen hätte.
Da mir indessen viel daran lag, von Deutschland selber urkundliches Zeugniß von dem Leben und Wesen dieses Proselyten zu erlangen, so schrieb ich in Gemeinschaft mit Herrn P. Husmann an Herrn P. Gräber zu Meiderich bei Duisburg in Rheinpreußen, bei dem Strauß im Dienste der sogenannten „innern Mission“ vor seiner Uebersiedelung nach Amerika Gehülfe gewesen war, und bat ihn, indem ich ihn zugleich mit den Beweggründen unsers Gesuchs und der dermaligen Sachlage in unserm Verhältniß zu Strauß bekannt machte — ein Brief, der, ohne alle persönliche Gereiztheit geschrieben, wesentlich dasselbe enthält, was ich an Herrn Professor Lehmann, den Präses, schrieb und dessen Abschrift der Ohio-Synode zur Einsicht jeder Zeit vorliegt.
Einige Monate darnach empfingen wir denn auch eine von Herrn P. Gräber abgefaßte und von ihm und dem Herrn P. Dr. Wortmann, Superintendenten der Kreissynode Duisburg, unterschriebene und durch zwei Amtssiegel beglaubigte Antwort, daraus uns zu unserm Schrecken eine noch größere moralische Verdorbenheit und sonderlich ein vom Lügengeiste ganz durchfreßener Mensch in dem Proselyten A. Strauß offenbar wurde. Da jedoch diese Antwort zu lang ist, um sie hier wörtlich aufzunehmen, so möge nur das Wichtigste hier angezogen werden.
Die beiden P. P. bestätigen nun zuerst, worüber wir auch besonders angefragt hatten, daß Strauß allerdings von den in den Bibelstunden gesammelten Gaben für die Armen „für sich verwendet, dabei aber behauptet habe, daß er auch von dem Seinigen den Armen gegeben habe.“ — „Uebrigens“ — so fährt der Schreiber, H. P. Gräber, fort — „lege ich auf diesen Punct kein großes Gewicht. Was aber nun sein lügenhaftes Wesen anbelangt, so ist dies über alle Maßen schrecklich, so daß es mich oft mit Grauen erfüllt hat. So z. B. hatte Strauß uns erzählt: „er sei 31 Jahre alt, sei 10 Jahre Rabbiner gewesen, habe eine Reise nach Jerusalem gemacht, habe eigentlich ein Vermögen von 200,000 Gulden; sein Vater habe ihn jedoch in seinem Testament wegen seines Christenthums enterbt; jetzt schwebe die Sache wegen seines Vermögens noch im Proceß; das Testament sei in den Händen seiner Freunde in Frankfurt; er habe einen reichen Bruder, Rabbiner in Brüssel, ferner eine sehr vermögende und wohlthätige Schwester; er sei wegen seines Christenthums von den Juden verfolgt, sehr stark körperlich mißhandelt worden, wovon er lange lebensgefährlich krank gewesen, und diesen Verfolgungen ihn zu entziehen, habe man ihn nach Duisburg geschickt u. s. w.
Als nun Herr P. Gräber darüber Nachricht von dem Judenmissionar Poper in Frankfurt einzog, der den Strauß unterrichtet hatte, so erwiesen sich diese Behauptungen als Lügen und Herr P. Gräber fährt also fort: „Das Mitgetheilte ist mehr als hinreichend, um die bodenlosen Lügen des Strauß als solche zu documentiren. Das Mitgetheilte ist nur ein Weniges sowohl von der Menge seiner Lügen, als der Größe derselben
English translation AI translation
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was indeed against conscience to set up a new congregation here in Fort Wayne. Although this declaration gave us hope that his previous conduct had proceeded more from fanatical folly than from evil will, we were nevertheless not a little struck by a boastful bragging of Mr. Strauß, in that he said to us in passing: "he had preached the Gospel in all oriental languages."
Strauß was also repeatedly admonished earnestly and brotherly, and warned, by that student Lemke mentioned above, who had studied with him in Columbus, by all means not to engage in Fort Wayne in the setting up of an opposition congregation; and since here also his understanding and conscience were convinced of the injustice of such an undertaking, he promised here also not to do it.
But the one who kept his word neither to this his then friend nor to me was Mr. Strauß. With no single complainant did he come to me, in order to have it out face to face with him and me, the accused; and supposing that none of these people had been willing to come with him to me, it would still have been his duty to tell me, that I might have gone with him to the complainant. On the contrary, he found it not against his conscience to play the spiritual demagogue anew, and after a German sermon in the English Lutheran church to utter all manner of hypocritical declamations also against the discontented, as for example "he would rather eat bread and salt with those whom P. Sihler had treated unjustly than forsake them."
He also let it pass without contradiction that some of his already won adherents ran about, partly among notorious drunkards and churchless rationalists, partly among still ignorant communicants of my congregation who were ill-disposed toward me on account of rebuking sermons, church discipline, and announcement for confession, in order to bring together their signatures for the formation of a so-called Lutheran congregation and for the calling of Mr. Strauß, which indeed also succeeded.
This whole unsound manner of acting on the part of Mr. Strauß, who was now hardly any longer caught in fanatical folly, moved the student Köstering, who knew Strauß from Germany and had come across the sea with him, to break his previous silence and to inform me that Strauß, as assistant of P. Gräber in Meiderich near Duisburg, in the service of the so-called inner mission, had embezzled mission funds, had also otherwise behaved very unsoundly and mendaciously, and had been sent away by P. Gräber, since the latter could not gain the conviction that Strauß had done repentance sincerely, and also because his unchristian conduct in the congregation had already given too great offense; he himself, Köstering, must unfortunately confess with shame that in his former fanatical pietism he had given more credence to the feigned protestations of repentance of Strauß than to the judgment of P. Gräber; but since Strauß now acted thus, he would be revealed as an impenitent hypocrite and he might not and would not any longer cover his former sin.
I now asked Mr. Köstering, who had besides always appeared to us as an open and upright character, upon his conscience, whether in case of need he could prove this charge against Mr. Strauß also by irrefutable testimonies from Germany, and since he affirmed this, I declared that I would make this his communication known publicly after the Sunday service to my congregation and to all other hearers, so that the moral depravity of the person of Strauß might frighten off from him those who did not see the injustice of the cause, that is, of the formation of this so-called new Lutheran congregation.
Before this publication took place, however, Mr. Köstering went out once more to Strauß, begged him in the most earnest manner to desist from his work of injustice, and finally did not conceal from him what awaited him if he persisted in his evil way, namely, that his shame would be made manifest.
But this warning also was in vain; and since Mr. Köstering reported to me the fruitlessness of his effort, there followed the public announcement and warning against this man, together with an instruction out of and according to GOD's Word, partly on the contrariety to Scripture and injustice of the cause which Strauß had taken in hand, partly on the reprehensibleness of the proceeding, how he had gone to work in it, partly on his moral unfitness in general, on the ground of 1 Tim. 3. 7.
I hope no sensible and conscientious reader of the Lutheraner will disapprove that I did not cover up what God uncovered; for this publication was required partly by the honor of God, whose holy name was so much dishonored and abused in this work of darkness; partly by my own conscience, which I would have necessarily wounded by cowardly and fleshly sparing of this man, who had been sufficiently informed and admonished and yet persisted in his wickedness, harmful to himself and to others; partly by love of the neighbor, in order at least to warn simple and upright people against his hypocritical and flattering arts, or to tear them out of his net of lies and to make clear to them, besides the injustice of the cause, also the reprehensibleness of the person and his contradiction to 1 Tim. 3, 2. 7; 4, 12 and Tit. 1, 6 — 8; partly, finally, by the soul of this man so miserably seduced by the devil, to whose growing ruin I had contributed by silence and had deprived him of the opportunity, if God were willing, of penitent conversion.
Since it was much to my concern to obtain from Germany itself documentary testimony as to the life and character of this proselyte, I wrote, in company with Pastor Husmann, to P. Gräber at Meiderich near Duisburg in Rhenish Prussia, with whom Strauß had been assistant in the service of the so-called "inner mission" before his removal to America, and begged him, making known to him at the same time the motives of our request and the present state of affairs in our relation to Strauß — a letter which, written without all personal irritation, contains essentially the same as what I wrote to Professor Lehmann, the president, a copy of which lies at any time open to inspection of the Synod of Ohio.
Some months afterward we received also an answer drawn up by P. Gräber and signed by him and P. Dr. Wortmann, superintendent of the district synod of Duisburg, and attested by two official seals, from which, to our horror, an even greater moral depravity, and in particular a man thoroughly eaten through by the spirit of lies, became manifest in the proselyte A. Strauß. Since, however, this answer is too long to be taken up here word for word, only the most important may be cited here.
The two P. P. confirm first, concerning which we had also especially inquired, that Strauß had indeed applied for himself the gifts collected at the Bible hours for the poor, but had asserted that he had also given of his own to the poor. — "Incidentally" — so the writer, Mr. P. Gräber, continues — "I lay no great weight upon this point. But as to his mendacious character, it is terrible beyond measure, so that it has often filled me with horror. Thus, for example, Strauß had told us: 'he was 31 years old, had been a rabbi 10 years, had made a journey to Jerusalem, had in fact a fortune of 200,000 guilders; his father, however, had disinherited him in his testament on account of his Christianity; now the matter of his fortune was still in process at law; the testament was in the hands of his friends in Frankfurt; he had a rich brother, a rabbi in Brussels, and a very wealthy and charitable sister; he was persecuted by the Jews on account of his Christianity, very severely maltreated bodily, from which he had been dangerously ill a long time, and to withdraw him from these persecutions they had sent him to Duisburg,' etc.
When Mr. P. Gräber now obtained information about this from the Jewish missionary Poper in Frankfurt, who had instructed Strauß, these assertions proved to be lies, and Mr. P. Gräber continues thus: "What has been communicated is more than sufficient to document the bottomless lies of Strauß as such. What has been communicated is only a little, both of the multitude of his lies and of the greatness of them