Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 2 › Seite 15

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-09-12, Seite 15

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Prospectus die Hoffnung ausgesprochen, daß sie mit dem Reformationsfest dieses Jahres ins Leben treten und sein Preis nicht $2,00 übersteigen wird. Das Einkommen des „Pilger im Süden der Union“ soll zur Errichtung eines Seminars in Texas verwendet werden, auch zur Betreibung der s. g. einheimischen Mission. In dem Prospectus wurden zwar Antworten auf die drei Fragen gegeben: „Wer bist Du? Was willst Du mir erzählen? u. Was bezweckst Du damit?“ allein wir müssen gestehen, daß wir aus der Antwort insonderheit auf die erste Frage nicht recht klug werden konnten. Fast scheint es, als gehöre der Herr Herausgeber zu denen, welche Luther die „Mum-Mum-Sager“ nennt. Von einem runden ehrlichen Glaubensbekenntniß steht wenigstens nichts im Prospectus, sondern nichts als allgemeine breite christlich-klingende Phrasen. Wir wollen jedoch mit unserem Urtheil innehalten, bis das Blatt selbst erscheint. Dann werden wir sehen und getreulich berichten, ob das Blatt, das den Namen „Evangelisch-Lutherisch“ an der Stirne trägt, diesen Namen nicht nur als Aushängeschild gebraucht, und incognito pilgert, sich der Einen und reinen Lehre unserer Kirche nicht schämt, sondern dieselbe offen bekennt und nach Kräften vertheidigt. Gebe das Gott, so wollen wir den „Pilger“ gern als einen werthen Gast auch nach Missouri und allerwärtshin einladen.

Göttliche Justiz.

Im Anfang Oktober 1850 war in Braunschweig ein sehr unheimlicher Tag, regnerisch und stürmisch, daß Niemand gerne aus dem Hause gehen mochte. Gegen 3 Uhr Nachmittags stand in einem Hofe ein Handschuhmacher vor einem vollen Wasserfasse und wusch Leder. Das Wetter mochte ihm schon lange nicht recht sein, und nun noch das Gewitter und der heftige Platzregen, darauf zwei starke Donnerschläge folgten. Noch rollte der zweite der Donnerschläge, als der Mann die geballte Faust drohend gegen Himmel hielt und rief: „Komm herunter, Hund, wenn du mich treffen kannst!“ Aber noch ist der letzte Laut dieser gräßlichen Rede nicht verklungen, da fährt der dritte Blitz, ohne sich an die Thurmspitze und Blitzableiter zu kehren, zwischen den hohen Häusern herab in die geballte Faust, den ausgereckten Arm entlang, springt dann plötzlich ab und schlägt, ohne weiteren Schaden zu thun, in das offene Wasserfaß hinein. Der Arm war augenblicklich steif und hat müssen abgenommen werden. Der Mann lebt heute noch. — Volksblatt für Stadt und Land.

Wir müssen uns Lutheraner nennen, „weil man das köstliche Wort evangelisch zu einem Deckel für allerlei Abschwächungs- und Ausgleichungsversuche zwischen Licht und Finsterniß gemißbraucht hat. So haben wir denn seinen Namen auf unsre Fahnen schreiben müssen; nicht als ob dieser Luther unser HErr und König wäre, dem wir blindlings folgen müßten, wohl aber unseres Königs getreuer Knecht und Feldhauptmann.“ So schreibt Hr. Pastor Langbein, gegenwärtig Kirchenrath in Dresden, in einer Reformationspredigt über Joh. 1, 6—12., deren Inhalt ist: „Martin Luther ist so gut ‚ein Mensch von Gott gesandt,‘ wie Johannes der Täufer; darum müssen wir sein Zeugniß nicht minder annehmen, als des Täufers Zeugniß, aber eben darum auch unsern Glauben nicht auf Luther gründen, sondern einzig auf Den, von welchem Luther gezeugt hat.“

Jesuitische Entschuldigung.

Als einst den Lutheranern in Thoren durch Anstiften der Jesuiten der Prozeß so ganz gegen alles Recht und alle Gesetze gemacht wurde, daß selbst die Jesuiten zugeben mußten, es dürften wohl unter den Hingerichteten auch Unschuldige gewesen sein, entschuldigten sich die Jesuiten damit: wenngleich illegal (ungesetzlich) verfahren worden wäre, so habe doch zur Versöhnung des beleidigten Gottes u. Seiner allerheiligsten Mutter kein angenehmeres Opfer als unschuldiges Blut dargebracht werden können! (Löscher's Sammlung von Alten und Neuen theol. Sachen vom Jahre 1727. S. 289.

Verdammung der Irrlehre und der Verführer.

So schreibt der vortreffliche Wittenbergische Theolog Friedrich Balduin in seiner Auslegung der Briefe St. Pauli: „Der muß sehr kalt in seiner Religion oder gewiß gar lau sein, der den Feinden der wahren Religion auch liebkoset und von ihrer Lehre entweder gar nichts urtheilen, oder doch sich nicht unterstehen will, die Verführer zu verdammen und seine ihm anvertrauten Schäflein für ihrem Sauerteig zu warnen. Es kann nicht wohl sein, daß solche Leut Christum lieb haben, welche seine Wahrheit nicht lieben. Wer aber Christum nicht lieb hat, den hat Paulus unerschrocken verdammt. (Zu 2. Cor. 6, Frage 3.)

Absolution. — Als einst viele Bischöfe bei der Kirchenversammlung zu Nicäa nach langer Disputation darin übereinkamen, daß nach Matth. 18, 15–18. keinem Bußfertigen, wenn auch noch so tief gefallenen Sünder die Absolution versagt werden dürfte, erhob sich Acesius und erklärte: Er könne nicht darein willigen. Hierauf wendete sich Kaiser Constantinus an den letzteren mit den Worten: Wohlan, lieber Acesius, so lege Du eine Leiter an den Himmel und steige Du allein hinauf.

Die herrlichste Gabe.— „Unter allen Gaben ist die Gabe göttliches Wortes die allerherrlichste, welche so jemand wegnimmt, der nimmt die Sonne aus der Welt. Denn was ist die Welt ohne das Wort, denn die Hölle selbst.“ Luther.

„Es gehört Erfahrung dazu, will man Gottes Wort verstehen. Denn sie wollen nicht geredt oder gewußt sein, sondern wollen gepreiset, gelobet und gefühlet werden.“ Luther.

Es gibt Stellen der Schrift, welche unfruchtbar zu sein scheinen; sie sind den Hügeln ähnlich, auf welchen wegen der Menge arsenikalischer Dünste, welche sich aus der Erde entwickeln, weder Gräser, noch Fruchtbäume erblickt werden, wo aber, wenn der kluge Bergmann Hand anlegt und Einschnitte macht, sich reiche Gold- und Silberadern zeigen. J. J. Rambach.

Die linke Hand hat die rechte nicht so nöthig, als die Kirche die Einigkeit ihrer Lehrer nöthig hat. Basilius.

Schäfer & Koradi in Philadelphia nehmen Bestellungen auf das

Evangelisch-lutherische Missions-Blatt.

—Jahrgang 1854.—26 Nummern.—

Preis nur 50 cts.

K. Graul — Die Unterscheidungslehren der verschiedenen Bekenntnisse im Lichte des göttlichen Worts. 3te verbesserte Auflage 37½ct.

„ — Reise nach Ostindien über Palästina und Egypten vom Juli 1849 bis April 1853. 1ter und 2ter Band à $1.

Zugleich empfehlen wir unser wohl assortirtes Lager deutscher Literatur in allen Zweigen, namentlich im Gebiete der Theologie zu festen billigen Preisen.—Nicht Vorräthiges importiren wir prompt.

Schäfer & Koradi,

S. W. Ecke der 4ten und Woodstraße, Philadelphia.

Vom Märtyrerbuche

der evangel. lutherischen Kirche ist nun das erste Heft des zweiten Bandes erschienen und bereits an die respectiven Subscribenten versandt. Es enthält folgendes: Die Gemeinde in Meaux, Jacques Pavanne, der Einsiedler von Livry, Denis de Rieux, Etienne Poulliot, Sanctin Nivet, Jean le Clerc, Louis de Berquin, Aymond de la Voye, Jean de Laturce, Constantin und drei andere Märtyrer.

Bestellungen werden erbeten in frankirten Briefen unter der Addresse:

Rev. Fick, [unleserlich] Bremen, near St. Louis Mo.

(Für den Lutheraner.)

St. Louis Prediger Conferenz.

Es wird hierdurch angezeigt, daß die St. Louis Prediger Conferenz laut ihres Beschlusses vom 24. April d. J. sich am ersten Freitag im Oktober d. J. (d. i. am 6ten) in Collinsville, Ill., versammeln wird.

A. Biewend, Sekretär pro tem.

Erhalten

für arme Studenten in Fort Wayne von einigen Frauen aus Hrn. Past. Lochners Gemeinde in Milwaukie:

4 Bettücher, 3 Kopfkissenüberzüge, 6 Busenhemden, 3 Unterhemden, 3 Unterhosen, 6 Taschentücher, 7 Halstücher, 6 Handtücher, 6 Paar Srtümpfe;

nach Bedürfniß zu vertheilen.

A. Crämer, Professor.

Der Unterzeichnete bescheinigt hierdurch mit dem innigsten Dank, beides gegen Gott und die

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expressed the hope that it will come into being with the Reformation festival of this year and that its price will not exceed $2.00. The income of the "Pilger im Süden der Union" is to be applied to the founding of a seminary in Texas, also to the carrying on of the so-called home mission. In the prospectus answers were indeed given to the three questions: "Who art thou? What wilt thou tell me? and What dost thou intend by it?" yet we must confess that we could not make out rightly, especially from the answer to the first question. It almost seems as if the Herr editor belonged to those whom Luther calls the "Mum-Mum-Sayers." Of a plain, honest confession of faith there stands at least nothing in the prospectus, but nothing except general, broad, Christian-sounding phrases. We will, however, withhold our judgment until the paper itself appears. Then we shall see and faithfully report whether the paper which bears the name "Evangelical-Lutheran" on its forehead, and does not merely use this name as a signboard and make its pilgrimage incognito, is not ashamed of the one and pure doctrine of our Church, but confesses the same openly and defends it to the best of its power. May God grant it, and we will gladly invite the "Pilger" as a worthy guest also to Missouri and everywhere.

Divine Justice.

At the beginning of October 1850 it was a very uncanny day in Brunswick, rainy and stormy, so that no one cared to go out of the house. About 3 o'clock in the afternoon a glovemaker stood in a yard before a full water-barrel and was washing leather. The weather had long been not to his liking, and now besides the thunderstorm and the violent downpour, upon which two heavy claps of thunder followed. The second clap was still rolling when the man, shaking his clenched fist threateningly against heaven, held it up and cried: "Come down, thou hound, if thou canst hit me!" But the last sound of this dreadful speech had not yet died away when the third flash of lightning, without turning aside to the steeple and lightning rod, between the tall houses came down into the clenched fist, ran along the outstretched arm, then suddenly leaped off and, without doing further harm, struck into the open water-barrel. The arm was instantly stiff and had to be amputated. The man is still living today. — Volksblatt für Stadt und Land.

"We must call ourselves Lutherans," "because the precious word evangelical has been misused as a cover for all sorts of attempts at weakening and compromise between light and darkness. So we have had to write his name upon our banners; not as if this Luther were our LORD and King, whom we must follow blindly, but rather the faithful servant and captain of our King." So writes Pastor Langbein, at present Church Councillor in Dresden, in a Reformation sermon on John 1, 6—12, the content of which is: "Martin Luther is as truly 'a man sent from God' as John the Baptist; therefore we must accept his testimony no less than the testimony of the Baptist, but for that very reason also not found our faith on Luther, but solely on Him of whom Luther has borne witness."

Jesuitical Excuse.

When once the Lutherans in Thorn were subjected, through the instigation of the Jesuits, to a trial so wholly against all right and all laws that even the Jesuits had to admit that among those executed there might well have been innocent persons, the Jesuits excused themselves thus: although the proceedings had been illegal (unlawful), yet no more acceptable sacrifice than innocent blood could have been offered to appease the offended God and His most holy Mother! (Löscher's Sammlung von Alten und Neuen theol. Sachen of the year 1727. p. 289.

Condemnation of False Doctrine and of the Seducers.

Thus writes the excellent Wittenberg theologian Friedrich Balduin in his exposition of the Epistles of St. Paul: "He must be very cold in his religion, or certainly quite lukewarm, who caresses the enemies of the true religion also, and will judge nothing at all of their doctrine, or at least will not venture to condemn the seducers and to warn his entrusted little sheep against their leaven. It cannot well be that such people love Christ who do not love His truth. But him who does not love Christ, Paul has fearlessly condemned. (On 2 Cor. 6, Question 3.)

Absolution. — When once many bishops at the Council of Nicaea, after long disputation, agreed that according to Matt. 18, 15-18 absolution may not be refused to any penitent sinner, however deeply fallen, Acesius arose and declared: He could not consent to it. Thereupon the Emperor Constantine turned to the latter with the words: Well then, dear Acesius, set up a ladder to heaven and climb up alone.

The Most Glorious Gift.— "Among all gifts the gift of the divine Word is the most glorious, which whoever takes away, takes the sun out of the world. For what is the world without the Word but hell itself." Luther.

"Experience is needed if one would understand God's Word. For it will not be merely spoken of or known, but will be praised, extolled, and felt." Luther.

There are passages of Scripture which seem to be unfruitful; they are like the hills on which, because of the quantity of arsenical vapors that develop out of the earth, neither grasses nor fruit trees are seen, but where, when the wise miner lays hand to it and makes incisions, rich veins of gold and silver show themselves. J. J. Rambach.

The left hand does not need the right so much as the Church needs the unity of her teachers. Basilius.

Schäfer & Koradi in Philadelphia take orders for the

Evangelisch-lutherische Missions-Blatt.

—Volume 1854.—26 Numbers.—

Price only 50 cts.

K. Graul — Die Unterscheidungslehren der verschiedenen Bekenntnisse im Lichte des göttlichen Worts. 3rd improved edition 37½ cts.

„ — Reise nach Ostindien über Palästina und Egypten vom Juli 1849 bis April 1853. 1st and 2nd Volume at $1.

At the same time we recommend our well-assorted stock of German literature in all branches, especially in the field of theology, at fixed low prices.—What is not in stock we import promptly.

Schäfer & Koradi,

S. W. corner of 4th and Wood Street, Philadelphia.

Of the Martyrbook

of the Evangelical Lutheran Church the first number of the second volume has now appeared and has already been sent to the respective subscribers. It contains the following: The Congregation at Meaux, Jacques Pavanne, the Hermit of Livry, Denis de Rieux, Etienne Poulliot, Sanctin Nivet, Jean le Clerc, Louis de Berquin, Aymond de la Voye, Jean de Laturce, Constantin and three other martyrs.

Orders are requested in prepaid letters under the address:

Rev. Fick, [illegible] Bremen, near St. Louis Mo.

(Für den Lutheraner.)

St. Louis Pastoral Conference.

It is hereby announced that the St. Louis Pastoral Conference, in accordance with its resolution of the 24th of April of this year, will assemble on the first Friday in October of this year (that is, on the 6th) in Collinsville, Ill.

A. Biewend, Secretary pro tem.

Received

for poor students in Fort Wayne from some women of Pastor Lochner's congregation in Milwaukee:

4 bedsheets, 3 pillowcases, 6 shirt-bosoms, 3 undershirts, 3 pairs of drawers, 6 handkerchiefs, 7 neckcloths, 6 hand towels, 6 pairs of stockings;

to be distributed according to need.

A. Crämer, Professor.

The undersigned hereby acknowledges with heartfelt thanks, both to God and the