Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 6 › Seite 42
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-11-07, Seite 42
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und nicht auf Petri Person gebaut; in dessen Person hätte sie ein strohern Fundament; der Fels sei Christus selbst und Petrus heiße Matthei 16, 18 ein Fels als Bekenner des rechten Felsen; wer wie Petrus bekenne, habe auch die Macht, zu lösen; wer nicht glaube, binde und schließe sich selbst die Thür zum Himmelreich zu. Vergebens war es, daß die vielen Mönche und Pfaffen in Schwäbisch-Hall um solcher Predigt willen Gift und Galle wider ihn spien; sie mußten weichen. Die Klöster wurden in Schulen umgewandelt, aus den Einkünften der Klöster die Lehrer besoldet. So war ein schöner Anfang zur Reformation gemacht, als 1525 die aufrührerischen Bauern, welche damals Mittel- und Süd-Deutschland verwüsteten, auch wider Schwäbisch-Hall heranzogen und die Stadt zur Uebergabe und Annahme der 12 Artikel aufforderten, in welchen die Bauern ihre Forderungen aufgestellt hatten. Die Gefahr war um so größer, da der erste jener Artikel freie Wahl der Prediger und reine Predigt des Evangeliums forderte, also recht dazu gemacht war, bei einfältigen Leuten die Meinung zu erwecken, als stritten die Bauern wirklich für die gute Sache der Reformation; auch die übrigen Artikel schienen nicht eben Unrechtes zu verlangen. Viele kleine Städte waren schon dafür gewonnen, Ritterburgen und Klöster in Asche gelegt, Grafen und Herren ermordet, aber in Schwäbisch-Hall predigte Brenz gleichermaßen gegen alle Auflehnung wider die Obrigkeit wie gegen den Uebermuth und das untreue Regiment der Obrigkeit, und seine Predigt siegte. Durch sie ihres guten Rechtes versichert, schlugen die Bürger der Stadt den aufständischen Haufen zurück, behandelten aber die Gefangenen und Verwundeten mit Milde. Bald war die Ruhe im ganzen Gebiete hergestellt. Zu Weihnachten 1525 wurde zuerst das hl. Abendmahl unter beiderlei Gestalten, d. h. so ausgetheilt, daß alle Abendmahlsgäste auch den Kelch tranken, und um Ostern 1526 wurde die erste evangelische Kirchenordnung festgestellt, mit welcher auch eine Eheordnung, Schulordnung und Armenkastenordnung verbunden war; die Armen seien der christlichen Kirche hochverwandt, heißt es in der letzteren. Darauf 1527 und 1528 gab Brenz einen doppelten Katechismus, die „Fragstück des christlichen Glaubens für die Jugend zu Schw. Hall“ heraus und schloß damit vorläufig ein Reformationswerk ab, welches unter Anderen den Dr. Luther mit besonderer Freude erfüllte. Obwohl er in den nächsten Jahren viel zu kämpfen hatte, um die evangelische Kirchenordnung trotz des Widerstandes einer römischen Partei und vieler lau Gesinnten in der Stadt durchzuführen, so hatte er doch fortan nach dem Willen Gottes seine trefflichen Gaben zu weit schwereren und ausgedehnteren Arbeiten zu gebrauchen.
Im Jahre 1525, als Dr. Luther eben der Schwärmerei des Karlstadt ein Ende gemacht hatte, sandte Oecolompadius, damals Prediger zu St. Martin in Basel, ein Buch „über die schriftmäßige Erklärung der Worte: das ist mein Leib u. s. f.“ an Brenz und andere evangelische Prediger in Schwaben: er hatte darin zu beweisen versucht, man müsse die Worte Leib und Blut Christi im hl. Abendmahl bildlich auffassen, als werde durch sie nur die Frucht des Versöhnungstodes Christi bezeichnet und diese zu geistigem Genuß vermittelst des Glaubens angeboten. Johann Brenz setzte dagegen sogleich eine Schrift auf, in welcher er seinen Glauben bekannte, daß vermöge der Einsetzungsworte des Herrn Christi im Abendmahl wirklich gegenwärtig sei, dargereicht und genossen werde der Leib und das Blut Jesu Christi, daß also weder der Glaube des Empfängers erst Leib und Blut Christi zu Brod und Wein herzubringe, noch überhaupt die Einsetzungsworte irgendwie bildlich ausgelegt werden dürften. Vierzehn Prediger in Schwaben, darunter Erhard Schnepf in Wimpfen, unterzeichneten auf einer Versammlung in Hall das Buch des Brenz, welches daher das Schwäbische Syngramma genannt wurde, und im nördlichen Schwaben und Franken gewann die reine Lehre vom hl. Abendmahl dadurch so festen Fuß, daß Oecolompads und hernach auch des Straßburgers Buzer Bestrebungen, die Schwäbischen und Fränkischen Prediger für die Zwinglische Lehre zu gewinnen, erfolglos blieben. Agrikola übersetzte das Syngramma ins Deutsche, und Luther schrieb eine schöne Vorrede dazu, in welcher er es allen Christen bestens empfiehlt; auch Melanchthon erkannte Brenzens und seiner Freunde standhaftes Bekenntniß zur reinen Lehre rühmend an. Wir brauchen uns daher nicht zu wundern, wenn wir von dem an unsern Brenz bei allen bedeutenden Reformationshandlungen in Deutschland betheiligt finden. Markgraf Georg von Brandenburg sorgte dafür, daß er 1529 bei dem Gespräche erschien, welches Luther mit Zwingli zu Marburg hielt. Wie er als Student in Heidelberg mit Bewunderung zu Luthern aufgeblickt, so stand er zu Marburg, da er ihn seitdem zum ersten Male wiedersah, auf Luthers Seite und machte auf alle Anwesenden, wie Melanchthon an Jonas schreibt, einen sehr günstigen Eindruck. Hier lernte er auch den Fürsten kennen, der später sein Beschützer werden sollte, den Herzog Ulrich von Würtemberg, welcher, vertrieben aus seinem Herzogthum, bei Philipp von Hessen lebte und dort sich zum Evangelium bekehrt hatte. Auf den Reichstag zu Augsburg 1530 kam Brenz ebenfalls mit Georg von Brandenburg und wurde evangelischer Seits mit Melanchthon und Schnepf in den Ausschuß gewählt, welcher nach der Uebergabe der Augsburg'schen Confession und Vorlesung der papistischen Confutation (Widerlegung) beauftragt wurde, über eine Einigung zwischen den Evangelischen u. den Papisten zu berathen. So fest Brenz vorher dem Landgrafen Philipp, der die Evangelischen zu einer Vereinigung mit den Zwinglianern drängte, widerstanden hatte, bei den Verhandlungen jenes Ausschusses erweckte er sowohl wie Melanchthon den Vorwurf wider sich, den Papisten zu viele Zugeständnisse gemacht zu haben, so daß diese selbst mistrauisch wurden, und schon darum das ganze Unternehmen scheiterte. Doch wissen wir auch von ihm, daß er bei jener Gelegenheit einem Papisten, der sich auf die „Mutter Kirche“ berief, erwiderte: „ei, ihr müßt auch des Vaters, des lieben Gottes, daneben nicht vergessen“; und gewiß ist, daß er in seinem ganzen späteren Leben dergleichen Schwachheit und Menschenfurcht gegenüber den Papisten nicht wieder gezeigt hat. Rieth er doch am Ende des Reichstags dem Rathe zu Hall, wider den unbilligen Reichstagsabschied zu protestiren und an ein allgemeines Concilium zu appelliren, mit dem Fürsatz, der Röm. Kais. Majestät mit Gewalt nimmermehr zu widerstehen; in Glaubenssachen indeß sei der Kaiser kein Richter. Während daher Hall einerseits protestirte, trat es doch nicht mit in den Schmalcaldischen Bund, welchen ein großer Theil der evangelischen Reichsstände mit einander schlossen, um sich mit den Waffen zu vertheidigen, wenn der Kaiser sie um ihres Bekenntnisses willen angreifen würde; Brenz widerstand mit dem Worte Gottes Allen, die damals meinten, zum Widerstande wenigstens dürfe man um des Glaubens willen das Schwert ergreifen. Den Glauben vermöge der Kaiser nicht auszurotten; je mehr man die Zweige eines Palmbaums bescheere, desto höher strebten sie über sich; zum Bekenntniß habe der Christ den Mund, nicht das Schwert. Dieselben Grundsätze wandte Brenz nach einer andern Seite an. Da wie überall in Deutschland, so auch im Gebiete von Schw. Hall Wiedertäufer ihr Rottenwesen anfingen, so fragte es sich, ob die Obrigkeit ihnen Widerstand leisten und namentlich hartnäckige Irrlehrer mit dem Tode bestrafen dürfe. Brenz erklärte hierauf, daß wenn Irrlehrer Aufruhr anrichteten, die Obrigkeit wider sie nach den Gesetzen über Aufruhr und Empörung zu verfahren habe; lebten dagegen die Ungläubigen und Ketzer vor der Welt als Biederleut, so habe die weltliche Strafe kein Recht zu ihnen. Fürwahr, der Brenz war ein Evangelischer.
Bald nach seiner Rückkehr von Augsburg verehelichte sich Brenz mit Margaretha geb. Gräter, der Wittwe des Rathes Wetzel; mit ihr zeugte er sechs Kinder, von denen 2 Töchter und 1 Sohn, Johannes, späterhin Professor zu Tübingen, ihn überlebten. Eben dreißig Jahr alt war er damals schon ein in ganz Deutschland angesehener Mann, der mit Luther und Melanchthon im lebhaftesten Briefwechsel stand und dessen Schriften, wie z. B. die Auslegungen mehrerer biblischen Bücher und Predigtsammlungen zu großer Erbauung gelesen wurden. So schrieb Luther zu Brenzens Auslegung des Amos eine Vorrede, in welcher er unter Anderem sagt, von dem vierfachen Geiste des Elias (1 Kön. 19) sei ihm (Luthern selbst) der Sturmwind zu Theil geworden, der Berge zerreiße und Felsen zerschmettere, dem Brenz dagegen das sanfte Säuseln der Luft, das abkühle. Namentlich schätze er das hoch, daß Brenz das Hauptstück, die Gerechtigkeit aus dem Glauben, so treu und rein vortrage. — Im
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and not upon Peter's person; in whose person it would have a straw foundation; the Rock is Christ Himself, and Peter is called in Matthew 16:18 a rock as a confessor of the true Rock; whoever like Peter confesses, has also the power to loose; whoever does not believe, binds and locks the door of the kingdom of heaven against himself. In vain did the many monks and priests in Schwäbisch-Hall spew venom and gall at him on account of such preaching; they had to depart. The monasteries were converted into schools, and the teachers were paid from the revenues of the monasteries. Thus a fine beginning toward the Reformation had been made, when in 1525 the rebellious peasants, who were then laying waste Central and South Germany, advanced also against Schwäbisch-Hall and demanded of the city surrender and acceptance of the 12 Articles in which the peasants had set forth their demands. The danger was the greater because the first of those articles demanded free choice of preachers and pure preaching of the Gospel, and was therefore well calculated to awaken in simple people the opinion that the peasants were really contending for the good cause of the Reformation; the remaining articles also seemed to ask nothing unjust. Many small towns had already been won over to it, castles and monasteries laid in ashes, counts and lords murdered, but in Schwäbisch-Hall Brenz preached equally against all rebellion against the authorities and against the arrogance and unfaithful government of the authorities, and his preaching prevailed. Assured by it of their good right, the citizens of the city beat back the rebellious mob, but treated the prisoners and wounded with mildness. Soon quiet was restored throughout the whole district. At Christmas 1525 the holy Supper was for the first time distributed under both kinds, that is, in such a way that all communicants also drank the cup, and at Easter 1526 the first evangelical church order was established, with which were also connected a marriage ordinance, a school ordinance and a poor-chest ordinance; the poor, it says in the last, are closely akin to the Christian Church. Thereupon in 1527 and 1528 Brenz issued a twofold Catechism, the "Fragstück des christlichen Glaubens für die Jugend zu Schw. Hall," and with it provisionally concluded a work of reformation which, among others, filled Dr. Luther with special joy. Although in the next years he had much to contend for in carrying through the evangelical church order in the city despite the resistance of a Roman party and of many lukewarm persons, yet according to the will of God he henceforth had to employ his excellent gifts for far weightier and more extensive labors.
In the year 1525, when Dr. Luther had just put an end to the fanaticism of Karlstadt, Oecolompadius, then preacher at St. Martin's in Basel, sent a book "on the scriptural explanation of the words: This is my body, etc." to Brenz and other evangelical preachers in Swabia: in it he had tried to prove that one must understand the words body and blood of Christ in the holy Supper figuratively, as though by them only the fruit of Christ's atoning death were signified, and this offered for spiritual enjoyment by means of faith. Johann Brenz immediately drew up a writing against it, in which he confessed his faith, that by virtue of the words of institution of the Lord Christ the body and blood of Jesus Christ are truly present in the Supper, offered and received, so that neither does the faith of the recipient first bring forth the body and blood of Christ in the bread and wine, nor may the words of institution in any way be interpreted figuratively. Fourteen preachers in Swabia, among them Erhard Schnepf in Wimpfen, signed at an assembly in Hall the book of Brenz, which was therefore called the Swabian Syngramma, and in northern Swabia and Franconia the pure doctrine of the holy Supper gained such a firm footing by it that the efforts of Oecolompads and afterward also of Bucer of Strasbourg to win the Swabian and Franconian preachers for the Zwinglian doctrine remained without success. Agricola translated the Syngramma into German, and Luther wrote a fine preface to it, in which he heartily commends it to all Christians; Melanchthon also praised the steadfast confession of Brenz and his friends to the pure doctrine. We need not therefore wonder if we find our Brenz taking part in all the important acts of the Reformation in Germany. Margrave George of Brandenburg saw to it that in 1529 he appeared at the colloquy which Luther held with Zwingli at Marburg. As he had looked up to Luther with admiration when a student in Heidelberg, so he stood at Marburg, when he saw him again for the first time since, on Luther's side, and made on all present, as Melanchthon writes to Jonas, a very favorable impression. Here he became acquainted also with the prince who was later to be his protector, Duke Ulrich of Würtemberg, who, driven out of his duchy, lived with Philip of Hesse and there had been converted to the Gospel. To the Diet at Augsburg in 1530 Brenz likewise came with George of Brandenburg and was chosen on the evangelical side, with Melanchthon and Schnepf, into the committee which, after the presentation of the Augsburg Confession and the reading of the papistic Confutation (Refutation), was charged to deliberate on an agreement between the Evangelicals and the Papists. However firmly Brenz had previously withstood Landgrave Philip, who urged the Evangelicals to a union with the Zwinglians, in the negotiations of that committee he and Melanchthon incurred the reproach of having made too many concessions to the Papists, so that these themselves became suspicious, and for that reason the whole undertaking failed. Yet we know of him also that on that occasion he replied to a Papist who appealed to "Mother Church": "Why, you must not forget the Father also, the dear God, along with her"; and it is certain that in his whole later life he never again showed such weakness and fear of men toward the Papists. Indeed, at the end of the Diet he advised the Council at Hall to protest against the unjust decree of the Diet and to appeal to a general Council, with the resolve never to resist the Roman Imperial Majesty with force; in matters of faith, however, the Emperor was no judge. While therefore Hall on the one hand protested, it yet did not enter into the Schmalcaldic League, which a great part of the evangelical Estates of the Empire concluded with one another in order to defend themselves with arms if the Emperor should attack them on account of their confession; Brenz resisted with the Word of God all those who then thought that for resistance at least one might take up the sword for the sake of faith. The Emperor could not root out the faith; the more one pruned the branches of a palm tree, the higher they strove upward; for confession the Christian has his mouth, not the sword. The same principles Brenz applied in another direction. When, as everywhere in Germany, so also in the territory of Schw. Hall Anabaptists began their sectarian doings, the question arose whether the authorities should offer them resistance and in particular punish obstinate heretics with death. Brenz thereupon declared that if heretics raised insurrection, the authorities should proceed against them according to the laws on sedition and rebellion; but if the unbelievers and heretics lived before the world as honest folk, the worldly penalty had no right to them. Truly, that Brenz was an Evangelical.
Soon after his return from Augsburg Brenz married Margaretha, née Gräter, widow of the councilor Wetzel; by her he begot six children, of whom 2 daughters and 1 son, Johannes, afterward professor at Tübingen, survived him. Just thirty years old he was then, already a man esteemed throughout Germany, who was in the liveliest correspondence with Luther and Melanchthon, and whose writings, such as the expositions of several biblical books and collections of sermons, were read to great edification. Thus Luther wrote a preface to Brenz's exposition of Amos, in which he says among other things that of the fourfold spirit of Elijah (1 Kings 19) the storm wind had fallen to him (Luther himself), which rends the mountains and shatters the rocks, but to Brenz the gentle sighing of the air, which cools. In particular he valued it highly that Brenz presented the chief article, the righteousness of faith, so faithfully and purely. — In