Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 6 › Seite 48

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-11-07, Seite 48

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tri, nahm das Wort in seiner „„Beleuchtung der Göttinger Denkschrift.‘“ (Hannover. 54 SS.) Daran schließen sich eine Reihe Bemerkungen in Münchmeyers so eben erschienener Schrift: „„das Dogma von der sichtbaren und unsichtbaren Kirche.““ (Hannov. 1854. 181 SS.) Unsere Characteristik der Petrischen Beleuchtung können wir in ein einziges Wort zusammenfassen: sie ist vernichtend.“—

Mit Freuden theilen wir unseren Lesern insonderheit den Bericht von dem Kampf gegen die Göttinger theologische Fakultät mit. Gesegnet seien die theuren Wächter auf den Zinnen Zions in den Herzogthümern Bremen und Verden, welche, als Diener der Kirche ihren hohen Beruf erkennend, sich nicht gescheut haben, ihre Stimme wider jene Herrn zu erheben, die um ihrer Gelehrsamkeit willen das Privilegium zu haben meinten, wider geleisteten Eid unbegrenzte Lehrfreiheit zu beanspruchen und zu gebrauchen und wider die Kirche zu arbeiten, die sie doch in ihren Weinberg gerufen hat und deren Brod sie essen. Möge das Beispiel jener wackeren Männer auch hier seine Frucht bringen, wo gleichfalls so viele Amt und Brod in der lutherischen Kirche haben, die doch, ohne gelehrt zu sein, durch ihre unlutherische Lehre diese unsere Kirche mit Füßen treten.

Die englische Distrikts-Synode von Ohio und den angrenzenden Staaten

hat in ihrer letzten im Oktober gehaltenen Versammlung u. A. ihr Mißvergnügen über den Geist der Majorität der Vereinigten Synode, ausgedrückt, wie sich derselbe in verschiedenen Gegenständen kund gegeben habe, was die fernere Verbindung mit der Vereinigten Synode weder vortheilhaft, noch annehmlich mache. Ein Beschluß, die Verbindung mit der Verein. Synode aufzulösen und sich mit der Generalsynode zu vereinigen, wurde für künftige Berathung aufgehoben.

Prozeß wegen Ketzerei.

Während der letzten Sitzungen der Cincinnati-Conferenz der bischöflichen Methodisten-Kirche wurde dem Prediger Langarl wegen folgender Irrthümer der Prozeß gemacht:

„1. Die Seele ist nicht ihrer Natur nach unsterblich. Sie existirt allein durch den Willen Gottes.

2. Unsterblichkeit ist allein durch JEsum Christum verliehen.

3. Der zweite Tod (nach dem jüngsten Gericht) wird in völliger Vernichtung der Gottlosen bestehen, während die Gläubigen an Christum das ewige Leben durch ihn haben werden.“

Der Angeklagte suchte sich zu vertheidigen und erklärte im Betreff des 3. Punktes, daß er nur behaupten wolle, die Seele werde eines bewußten Daseins beraubt. Die Entscheidung der Conferenz war, daß Herr Langarl um jener Irrthümer willen seines Amtes hiermit entledigt sei, da er sich nicht weisen ließ.

Dieses Beispiel von Lehrzucht in Amerika ist gewiß aller Anmerkung werth. Herr L. hat an die Generalconferenz appellirt. (S. Evangelical Lutheran, vom 20. Oktbr. d. J.)

Die römischen Priester Revolutionäre.

So schreibt der „Wahrheitsfreund“ von Cincinnati, ein Papistenblatt: „Im Herzogthum Nassau hat es die oranisch-protestantische Partei endlich wieder so weit gebracht, daß der Hw. Bischof von Limburg abermals vor das Criminalgericht geladen ist. Wie man versichert, wird der Prälat diesesmal sich nicht den Launen der Bureaukraten fügen, sondern nur der Gewalt nachgeben, d. h. nicht freiwillig sich vor den Schranken des besagten Gerichts stellen.“ (S. die Nummer vom 19. Oktbr.)

So weit ist es also gekommen, daß die gottlosen catholischen Bischöfe nicht einmal auf Vorladung vor ihrer Obrigkeit erscheinen wollen und dieß als eine Heldenthat öffentlich bekannt machen lassen! Saubere Nachfolger des demüthigen und sanftmüthigen Heilandes, der sich nicht nur den Launen der Obrigkeit fügte, sondern sich selbst als ein Lamm von ihr schlachten ließ, obwohl er der Allmächtige selbst war. Und dennoch wollen diese Pfaffen den Schein haben, als ob sie für die Ruhe des Staates gegen die Rebellen kämpften, und können noch von satanischer Bosheit reden, wenn man sie als staatsgefährlich ansieht u. behandelt!

Priester- und Mönchskeuschheit im Papstthum.

Vor der Reformation war infolge des gottlosen Eheverbotes die Hurerei unter Priestern u. Mönchen so allgemein, daß, wie Kortum aus einer alten bischöflichen Chronik nachweist, die Bischöfe von Lebus den Zins für die Concubinen (Huren) von allen ihren Priestern und Mönchen alljährlich eintrieben, ohne zu untersuchen, wer von denselben solche Concubinen hielt oder nicht. Daß dies geschehe, wurde als eine Sache, die sich von selbst verstehe, angesehen. (S. R. A. Kortums Nachricht von der ev. Reformation in den Brandenburg. Landen. S. 52.)

Bekanntmachung.

Es wird hiedurch allen Gemeinden der evangel. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. bekannt gemacht, daß alle Stimmen derer, welche zum Wahlcollegium gehören, mit Ausnahme der des Pastor Hoyer selbst auf den primo loco präsentirten Candidaten für das Gymnasial-Direktorat, jetzigen Pastor Herrn A. Hoyer in Philadelphia, Pa., gefallen sind.

So wollen denn die theuren Leser des Lutheraners den HErrn ernstlich anrufen, daß Er den einstimmig Gewählten zur Uebernahme und Führung des neuen Amtes willig und freudig machen möge.

Der zeitige Secretair des Wahlcollegiums
Ferdinand Sievers.
Frankenlust P. O., Mich.,
d. 19. October 1854.

Zur Berichtigung.

Aus Versehen haben sich in den „Aufruf“ zur Freigebigkeit für die Erbauung des Mittelgebäudes am Concordia-Collegium mehrere sinnstörende Fehler eingeschlichen. Der betreffende Vorschlag, welchen die Conferenz an alle lieben Gemeinden, Prediger und Freunde unserer Synode richtet, lautet nämlich also:

„Daß wir den ersten Advents-Sonntag dieses Jahres zu einem solchen Freudentage bestimmen,......an welchem wir uns einmüthig in unsern Kirchen versammeln ꝛc.“ Die Meinung der Conferenz war nemlich, daß beides sowohl die Collecte, als die zur Freigebigkeit ermunternde Predigt am ersten Adventssonntage dieses Jahres gehalten werden möchte. Hienach wolle der liebe Leser das Irrthümliche verbessern.*)

Ferner steht in der Anmerkung aus Versehn: „Woche“; statt dessen muß es: „Weise“ heißen.

Schließlich spreche ich noch den Wunsch aus, daß der gnädige Gott recht viele Herzen zum fröhlichen Geben für diesen höchstwichtigen Zweck durch seinen hl. Geist erwecken möge.

H. Fick.

*) Auch ist durch ein Versehen der Name des hier Genannten mit unter den Aufruf gesetzt. A. Biewend.

Veränderte Addresse.

Revd. A. Claus,
Femme Osage P. O.
St. Charles Co. Mo.

Revd. Hermann Fick,
Detroit, Mich.

Erhalten

a. zur Synodal-Casse:
Nichts.

b. Zur Synodal-Missions-Casse:
von Hrn. Heinrich Höck in Chester, Ills. - - $2 50
von „ „ Bode das. - - - 1 00
von Frau Dähle das. - - - 1 00
von Hrn. Fr. Schrader das. - - - 50
von der luth. Gemeinde in Centreville, Ills. - 2 00

c. zum Unterhalt des Concordia-College:
Nichts.

d. für arme Studenten und Schüler im Concordia-College und Seminar:
vom Jünglingsverein in Buffalo für Stud. Paul Beyer - - - - - 6 00
Collecte bei Hrn. W. Hochzeit in Collinsville - 3 35

e. zum Concordia-Collegebau:
von der Gemeinde des Hrn. Past. Werfelmann in Auglaize Co. O. - - - 3 00

F. W. Barthel, Cassirer.

Bezahlt

den 9. Jahrgang die HH.:
Wilh. Launhardt.

den 10. Jahrgang d. HH.
Heinrich Behrens, Heinrich Bode, Heinz, Jockel, Wilh. Launhardt, Balth. Lochhaas, Oswald Rothe.

den 11. Jahrgang d. HH.:
Fr. Gerh. Buchholz, Bock, Heinrich Evers, Auf der Heyde, Hermann Hinnau, Herion, Joh. Keil, Leemhuis, Langkamp, H. Meyer, Hermann Niemann, G. E. Niemann, Fr. Otte, Wilh. Riemann, Seggebruch, B. H. Succop, Adam Schmidt, C. H. Wilker, Wernke, Past. Zeumer, Mich. Ehrenwein, Past. Gruber, Past. Theod. Jungk, Wilh. Launhardt, Past. Fr. Maschhop (bis No. 26.), Andr. Paar, Phil. Reinhardt, Saß, Thomas, Heinr. Steuerwald (50 Cts.),
Crist. Köster (durch doppelte Zahlung für Jahrg. 10.) (Carl Wille ist für Jahrg. 11. Seite 200. des vorigen Jahrgangs quittirt.)

Gedruckt bei M. Niedner & Co.,
Nordwestl. Ecke der Dritten und Pinestraße.

English translation AI translation

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tri, took up the word in his "Beleuchtung der Göttinger Denkschrift" (Hannover. 54 pp.) To this are joined a series of remarks in Münchmeyer's just-published work: "das Dogma von der sichtbaren und unsichtbaren Kirche" (Hannov. 1854. 181 pp.) Our characterization of Petri's Beleuchtung we can comprise in a single word: it is annihilating."—

With joy we communicate to our readers, in particular, the report of the struggle against the theological faculty at Göttingen. Blessed be the dear watchmen on the walls of Zion in the duchies of Bremen and Verden, who, recognizing as servants of the Church their high calling, have not shrunk from raising their voice against those gentlemen who, on account of their learning, supposed they had the privilege, contrary to the oath they have sworn, to claim and exercise unlimited freedom of teaching, and to work against the Church which has called them into its vineyard and whose bread they eat. May the example of those valiant men bear its fruit here also, where likewise so many have office and bread in the Lutheran Church who, without being learned, tread this our Church under foot by their unlutheran doctrine.

The English District Synod of Ohio and the adjoining States

has in its last meeting, held in October, expressed, among other things, its displeasure at the spirit of the majority of the United Synod, as the same has made itself known in various matters, which makes further connection with the United Synod neither advantageous nor acceptable. A resolution to dissolve the connection with the United Synod and to unite with the General Synod was laid over for future deliberation.

Trial for Heresy.

During the last sessions of the Cincinnati Conference of the Methodist Episcopal Church the preacher Langarl was tried on account of the following errors:

"1. The soul is not immortal by its nature. It exists solely by the will of God.

2. Immortality is bestowed solely through JEsus Christ.

3. The second death (after the last judgment) will consist in the complete annihilation of the godless, whereas those who believe in Christ will have eternal life through Him."

The accused sought to defend himself and declared, with regard to the 3rd point, that he only meant to assert that the soul would be deprived of a conscious existence. The decision of the Conference was that Mr. Langarl, on account of those errors, is hereby deprived of his office, since he would not be instructed.

This example of doctrinal discipline in America is certainly worthy of all notice. Mr. L. has appealed to the General Conference. (See Evangelical Lutheran, of the 20th of October of this year.)

The Roman Priests Revolutionaries.

Thus writes the "Wahrheitsfreund" of Cincinnati, a papist paper: "In the Duchy of Nassau the Orange-Protestant party has at last again brought it so far that the Right Reverend Bishop of Limburg is again summoned before the criminal court. As is affirmed, the prelate will this time not submit to the whims of the bureaucrats, but yield only to force, that is, not appear voluntarily before the bar of the said court." (See the number of the 19th of Oct.)

So far, then, it has come that the godless Catholic bishops will not even appear on summons before their magistrates, and have this publicly made known as a heroic deed! Fine successors of the humble and meek Savior, who not only submitted to the whims of the magistrates, but let Himself be slaughtered by them as a lamb, although He was the Almighty Himself. And yet these priests wish to have the appearance as if they were fighting for the peace of the state against the rebels, and can still speak of satanic malice when one regards and treats them as dangerous to the state!

Priestly and Monkish Chastity in the Papacy.

Before the Reformation, in consequence of the godless prohibition of marriage, whoredom among priests and monks was so general that, as Kortum shows from an old episcopal chronicle, the bishops of Lebus collected annually from all their priests and monks the tax for concubines (whores), without inquiring who among them kept such concubines or not. That this should happen was regarded as a thing that went without saying. (See R. A. Kortum's Nachricht von der ev. Reformation in den Brandenburg. Landen. p. 52.)

Notice.

It is hereby made known to all congregations of the Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States that all the votes of those who belong to the electoral college, with the exception of that of Pastor Hoyer himself, have fallen upon the candidate presented primo loco for the directorship of the gymnasium, the present Pastor Mr. A. Hoyer in Philadelphia, Pa.

Therefore let the dear readers of the Lutheraner earnestly call upon the LORD that He may make the unanimously elected willing and joyful to take up and conduct the new office.

The present Secretary of the electoral college
Ferdinand Sievers.
Frankenlust P. O., Mich.,
19th of October 1854.

Correction.

By oversight several sense-disturbing errors have crept into the "Appeal" for liberality toward the erection of the central building at Concordia College. The proposal in question, which the Conference addresses to all dear congregations, pastors and friends of our Synod, reads, namely, thus:

"That we appoint the first Sunday in Advent of this year as such a day of joy,......on which we assemble unanimously in our churches, etc." The meaning of the Conference was, namely, that both the collection and the sermon encouraging liberality should be held on the first Sunday in Advent of this year. Accordingly let the dear reader correct what is erroneous.*)

Furthermore there stands in the note, by oversight: "Woche"; instead of this it must read: "Weise."

Finally I express still the wish that the gracious God may awaken, through His Holy Spirit, very many hearts to cheerful giving for this most important purpose.

H. Fick.

*) Also, by an oversight, the name of the one here named has been put along with the others under the Appeal. A. Biewend.

Changed Address.

Revd. A. Claus,
Femme Osage P. O.
St. Charles Co. Mo.

Revd. Hermann Fick,
Detroit, Mich.

Received

a. for the Synodal Treasury:
Nothing.

b. For the Synodal Mission Treasury:
from Mr. Heinrich Höck in Chester, Ills. - - $2 50
from " " Bode there - - - 1 00
from Mrs. Dähle there - - - 1 00
from Mr. Fr. Schrader there - - - 50
from the Lutheran congregation in Centreville, Ills. - 2 00

c. for the maintenance of Concordia College:
Nothing.

d. for poor students and pupils in Concordia College and Seminary:
from the Young Men's Society in Buffalo for the student Paul Beyer - - - - - 6 00
Collection at Mr. W. Hochzeit's in Collinsville - 3 35

e. for the Concordia College building:
from the congregation of Mr. Pastor Werfelmann in Auglaize Co. O. - - - 3 00

F. W. Barthel, Treasurer.

Paid

for the 9th volume, the gentlemen:
Wilh. Launhardt.

for the 10th volume, the gentlemen:
Heinrich Behrens, Heinrich Bode, Heinz, Jockel, Wilh. Launhardt, Balth. Lochhaas, Oswald Rothe.

for the 11th volume, the gentlemen:
Fr. Gerh. Buchholz, Bock, Heinrich Evers, Auf der Heyde, Hermann Hinnau, Herion, Joh. Keil, Leemhuis, Langkamp, H. Meyer, Hermann Niemann, G. E. Niemann, Fr. Otte, Wilh. Riemann, Seggebruch, B. H. Succop, Adam Schmidt, C. H. Wilker, Wernke, Past. Zeumer, Mich. Ehrenwein, Past. Gruber, Past. Theod. Jungk, Wilh. Launhardt, Past. Fr. Maschhop (to No. 26.), Andr. Paar, Phil. Reinhardt, Saß, Thomas, Heinr. Steuerwald (50 Cts.),
Crist. Köster (through double payment for vol. 10.) (Carl Wille is receipted for vol. 11, page 200 of the previous volume.)

Printed by M. Niedner & Co.,
Northwest corner of Third and Pine Street.