Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 14 › Seite 111

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-02-27, Seite 111

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Lehre. — Falſche Lehrer 16

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aber was meinen sie damit? — Daß die Lutheraner nicht ihre Träume und Gedanken annehmen und daß sie mit ihnen nicht lernen wollen von Gott zur Seligkeit geoffenbarte Lehren gering zu achten ꝛc.

Wenn es nun im Botschafter heißt; „Was für einen Theil seines Willens unser Gott auch Calvin offenbart hatte, sie“ (nämlich die Lutheraner) „wollen lieber sterben, als ihn annehmen“, so soll dies der Leser offenbar so verstehen: Gott hat auch dem Calvin einen Theil seines Willens geoffenbaret, den Luther nicht erkannte, z. B. vom h. Abendmahl und der Gnadenwahl. Es ist daher Pflicht, daß ein jeder Lutheraner dieselben annehme; aber leider sie sind so hart und steif, daß sie, ehe sie solches thäten, lieber sterben wollen. Siehe also in jenen Worten die offenbare Absicht zu falscher Lehre zu verführen! Denn woher hatte denn Calvin seine Lehre vom h. Abendmahl und von der Gnadenwahl? Aus seinem eignen Gehirn.

Siehe, lieber Anton, solcher und ähnlicher Stellen finden sich nicht wenige in dem Blatte; so muß ich dir denn rathen, es nicht mehr zu lesen.

A. Ich sehe ein, du hast recht. Ich will denn daher auch deinem Rathe folgen. Der Botschafter ist mir jetzt zuwider. Wie wird aber die Traktat-Gesellschaft es verantworten können, die ein solches Blatt herausgiebt —

E. und durch ihre Colporteure in die christlichen Gemeinden einschmuggeln läßt? und daß dadurch alle Gewissenhaftigkeit in Betreff der Reinheit und Unverfälschtheit des Wortes Gottes erstickt, Gleichgültigkeit dagegen, ob die Lehre rein oder falsch sei, erzeugt, der Eifer im Bekennen für die Wahrheit gelähmt, der heilige Kampf ob der reinen Lehre verdächtigt und die falsche Union immer mehr ausgedehnt wird? — Ich sehe es nicht. Gott erleuchte sie!

E. Wolff.

(Eingesandt.)

Kirchliche Nachrichten.

Indem sich der Unterzeichnete auf die in Nr. 10 dieses Jahrgangs des Lutheraners gemachte Anzeige des Herrn P. Schwan bezieht, bringt derselbe die weitere freudige Nachricht, daß Herr Past. F. Steinbach am vorigen Sonntag (Dom. p. Epiph. IV.) durch den ehrwürdigen Präses des nördlichen Distrikts, Herrn P. D. Fürbringer, unter Assistenz des Einsenders nach Vorschrift der alten chursächsischen Agende der luth. Gemeinde zu Sheboygan nebst den beiden Filialen als deren rechtmäßig berufener Pastor vorgestellt und in sein Amt feierlich eingewiesen worden ist.

Durch den im Sommer so plötzlich erfolgten Hingang unseres theuren Mitarbeiters P. D. Eißfeldt wurde die junge Gemeinde zu Sheboygan und ihre beiden Filiale nicht nur zu frühzeitigen Waisen, sondern Gott hat auch nach Seinem h. Rathe dieselben zur Prüfung und Läuterung bis anher hirtenlos gelassen, obwohl von Seiten des ehrw. Distriktspräsidiums alles Mögliche gethan wurde, die vakant gewordenen Gemeinden mit einem passenden Mann sofort wieder zu besetzen. Schon hatte es das Ansehen, als sollte die Dauer der Prüfung und des Harrens bis zum Frühjahr verlängert werden; siehe, da half der HErr auf einmal und schenkte schon zum h. Weihnachtsfest den dortigen Gemeinden Denjenigen Seiner Diener, den Er Sich ausersehen hatte, zu begießen, was unser sel. Eißfeldt mit Treue gepflanzt hat und weiter anzubauen, was derselbe während seiner so kurzen Amtsführung noch wüste lassen mußte. Wir freuen uns solcher Gnade mit und rufen allen frommen Herzen in diesen unseren nördlichen Schwestergemeinden zu „Siehe, der Winter ist vergangen und der Regen ist weg und dahin. Die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen und die Turteltaube lässet sich hören in unserm Lande“ (Hohel. 2, 11. 12.) Der HErr segne die Arbeit unseres Bruders, wie Er die seines sel. Vorgängers segnete!

Milwaukie, Wisc. den 4. Febr. 1855

Fr. Lochner, Pastor.

Addr: Rev. Ferdinand Steinbach, Sheboygan, Wisc.

Auch in Canada hat der Herr uns zur Verkündigung Seines Wortes, nach dem Bekenntnisse unserer Väter, eine Thüre geöffnet.

Die Ev. Luth. St. Peters Gemeinde zu Middleton, Norfolk Co. C. W., welche der Unterzeichnete seit beinahe einem Jahre als Filial bediente, hat nunmehr den bisherigen Missionsgehilfen, Herrn Johannes Edmund Röder zu ihrem eigenen Seelsorger ordentlich berufen, und ist derselbe im Auftrag des Ehrw. Präses des östl. Distrikts unserer Synode, Hrn. P. Keyls am II. Sonntag nach Epiphaniä mit Verpflichtung auf sämmtl. Symbole unserer Kirche von mir ordinirt und in sein Amt eingewiesen worden. Der Herr segne Hirten und Heerde aus Zion. (Ps. 134, 3.

A. Ernst.

Adresse: Rev. E. Roeder.

Delhi P. O. Norfolk Co. Can. West.

(Eingesandt von Pastor Metz.)

Es wird den lieben lutherischen Brüdern gewiß nicht geringe Freude machen, einmal wieder etwas von Neu-Orleans zu hören, zu erfahren, wie der Herr auch in dieser großen Stadt sich ein immer größeres Volk sammelt, das Ihn von Herzen ehrt, anbetet und Seinen heiligen Namen verkündigt. Ja, der treue Gott hat Großes allhier gethan. Er hat ein neues Häuflein zusammengebracht, dem es nicht nur mit dem Seligwerden, sondern auch mit der Erkenntniß der vollen, reinen, lautern Wahrheit ein herzlicher Ernst ist. Es ist dies die Zionsgemeinde im obern Theil der Stadt Nachdem dieselbe in Herrn Cantor Th. Bünger einen tüchtigen Schullehrer und Verkämpfer in allen ihren Wirren gefunden hatte, hat ihr der Herr in der Person des Herrn Past. Wilhelm Fick jun., einen wackeren Prediger und Seelsorger geschenkt. Lange ließ sie Gott auf denselben warten. Fast wollte es vorkommen, als solle ihr die Gnade nie zu Theil werden, einen eignen Hirten zu haben und sich seiner Weide zu erfreuen. Der erste Adventssonntag war daher ein rechter Freudentag für sie, sowie für die Glieder der Gemeinde des Schreibers dieses. An demselben Tage trat Herr Past. Fick sein Amt bei seiner Gemeinde an. Die Freude der lieben Brüder, nun endlich einen eignen Hirten in ihrer Mitte zu haben, zeigte sich besonders auch dadurch, daß sie ihr Gotteshaus recht sauber geputzt und mit Blumen, Kränzen und Sträuchen reichlich geschmückt hatten. Vormittags wurde der liebe Amtsbruder vom Unterzeichneten nach vorhergegangener Predigt über Röm. 15, 29. in sein Amt eingewiesen. Nachmittags hielt derselbe seine Antrittspredigt über 2. Cor. 5, 20. 21, wornach er zeigte: „Was ich bringe und: Um was ich Euch bitte.“—

Mögen denn die lieben lutherischen Brüder namentlich auch Neu-Orleans in ihrem Gebete gedenken. Der gnädige und barmherzige Gott gebe, daß diese neue Gemeinde eine rechte Zionsgemeinde werde und ihr Prediger ein echter Zionswächter sei, der seine Stimme wie eine Posaune erhebt zur Erweckung vieler Todten und Erhaltung aller Lebendigen, auf daß hier in dieser Stadt, wo die Sünde und alle Gottlosigkeit mächtig ist, die Uebermacht der göttlichen Gnade sich immer herrlicher offenbare und das Feuer des Herrn, das angezündet ist, immer weiter brenne. Amen. —

Metz, Pastor.

Am Sonntage Septuages. wurde der Herr Pastor Klaus, der mit Bewilligung seiner frühern Gemeinde zu Neumelle einen Ruf von d. Ev. Lutherischen Gemeinde zu Bremen bei St. Louis angenommen, im Auftrage des Präsidii von dem Unterzeichneten in sein Amt eingeführt. Möge der Herr durch diesen seinen schon viel geprüften und bewährten Knecht die liebe ihm neuanvertraute Gemeinde reichlich segnen! Amen.

Fr. Wyneken.

(Aus dem lutherischen Herold.)

Da wir uns in unserm Gewissen nicht mit der Entscheidung der Anklage gegen Pastor Albach beruhigt fühlen, und die angegebenen Gründe von uns durchaus nicht als hinreichend anerkannt werden, einen Prediger vom Amte auszuschließen, so geben wir, die unterzeichneten Glieder der Synode von Ohio, hierdurch zu erkennen, daß wir mit dem, in den diesjährigen Verhandlungen des nördlichen Distriktes veröffentlichten Beschlüsse, worin eine Bitte an die allgemeine Synode ergeht, noch eine Untersuchung in dieser Sache vorzunehmen, völligst übereinstimmen und lassen hiemit von ganzem Herzen das Gesuch ergehen, diese Sache gewissenhaft nach Gottes Wort zur Ehre unseres ehrwürdigen Körpers zu richten.

Pittsburg, November 14., 1854

Henry S. Lasar. F. G. Zeumer. Chr. G. Friedrich. C. Schwankovsky. Peter Eirich.

Dr. Reynolds.

In dem „luth. Kirchenboten“ lesen wir, daß Herr Dr. Reynolds, vormals Präsident der Capital-University, die Hochschule Herrn Pfarrer Keßlers zu Allentown in Pennsylvanien käuflich erstanden hat und nächstes Frühjahr übernehmen wird. Während des verflossenen Jahres wurde

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but what do they mean by that? — That the Lutherans do not accept their dreams and thoughts, and that they will not join them in learning to hold in low esteem doctrines revealed by God unto salvation, etc.

When it now says in the Botschafter: "Whatever part of His will our God had also revealed to Calvin, they" (namely the Lutherans) "would rather die than accept it", the reader is obviously to understand this thus: God also revealed to Calvin a part of His will which Luther did not recognize, for example concerning the holy Supper and election. It is therefore the duty of every Lutheran to accept them; but alas, they are so hard and stiff that they would rather die than do so. See, then, in those words the evident intention to seduce to false doctrine! For whence had Calvin his doctrine of the holy Supper and of election? From his own brain.

See, dear Anton, passages such as this and similar ones are found not a few in the paper; so I must counsel you not to read it any more.

A. I see it, you are right. I will therefore also follow your counsel. The Botschafter is now repugnant to me. But how will the Tract Society be able to answer for it, which publishes such a paper —

E. and has it smuggled into the Christian congregations through its colporteurs? and that thereby all conscientiousness with regard to the purity and unadulterated state of the Word of God is stifled, indifference as to whether the doctrine is pure or false is begotten, zeal in confessing the truth is paralyzed, the holy contest for the pure doctrine is brought under suspicion, and the false union is ever more widely spread? — I do not see it. God enlighten them!

E. Wolff.

(Submitted.)

Church News.

The undersigned, referring to the notice made by Rev. Schwan in No. 10 of this volume of the Lutheraner, brings the further joyful news that Pastor F. Steinbach was, last Sunday (Dom. p. Epiph. IV.), presented to the Lutheran congregation at Sheboygan, together with its two branch congregations, as their lawfully called pastor, and solemnly installed in his office, by the venerable President of the northern District, Rev. P. D. Fürbringer, with the assistance of the writer, according to the form of the old Electoral Saxon Agende.

By the so sudden departure last summer of our dear fellow-laborer, P. D. Eißfeldt, the young congregation at Sheboygan and its two branches were not only made premature orphans, but God also, according to His holy counsel, left them without a shepherd until now for trial and purification, although on the part of the venerable District presidency everything possible was done to fill the vacant congregations at once again with a suitable man. It already seemed as if the duration of the trial and of the waiting were to be prolonged until spring; behold, then the LORD helped all at once, and as early as the holy Christmas festival gave to the congregations there the one of His servants whom He had chosen to water what our blessed Eißfeldt planted with faithfulness, and to build up further what he, during his so short term of office, had still to leave waste. We rejoice with them in such grace, and call to all pious hearts in these our northern sister congregations: "Lo, the winter is past, the rain is over and gone; the flowers appear on the earth; the time of the singing of birds is come, and the voice of the turtle is heard in our land" (Song of Sol. 2, 11. 12.) The LORD bless the labor of our brother, as He blessed that of his blessed predecessor!

Milwaukie, Wisc., the 4th of Feb. 1855

Fr. Lochner, Pastor.

Addr: Rev. Ferdinand Steinbach, Sheboygan, Wisc.

In Canada also the Lord has opened to us a door for the proclamation of His Word, according to the confession of our fathers.

The Ev. Luth. St. Peter's congregation at Middleton, Norfolk Co. C. W., which the undersigned served for almost a year as a branch, has now duly called the former mission assistant, Mr. Johannes Edmund Röder, as its own pastor, and he was, by commission of the Rev. President of the eastern District of our Synod, Rev. P. Keyl, on the II. Sunday after Epiphany, ordained by me with obligation to all the Symbols of our Church and installed in his office. The Lord bless shepherd and flock out of Zion. (Ps. 134, 3.

A. Ernst.

Address: Rev. E. Roeder.

Delhi P. O. Norfolk Co. Can. West.

(Submitted by Pastor Metz.)

It will surely give our dear Lutheran brethren no small joy to hear something once more from New Orleans, to learn how the Lord in this great city also gathers to Himself an ever larger people, which honors Him from the heart, worships Him and proclaims His holy name. Yes, the faithful God has done great things here. He has brought together a new little flock, to whom it is a hearty concern not only to be saved, but also to have the knowledge of the full, pure, clear truth. It is the Zion congregation in the upper part of the city. After it had found in Mr. Cantor Th. Bünger a capable schoolteacher and champion in all its troubles, the Lord gave it, in the person of Pastor Wilhelm Fick, Jr., a brave preacher and pastor. God made it wait long for him. It almost seemed as if the grace were never to be granted to it of having a pastor of its own and of rejoicing in his pasture. The first Sunday in Advent was therefore a true day of joy for it, as well as for the members of the writer's congregation. On the same day Pastor Fick entered upon his office with his congregation. The joy of the dear brethren at at last having a pastor of their own in their midst showed itself especially also in this, that they had cleaned their house of God thoroughly and adorned it richly with flowers, wreaths and little sprays. In the forenoon the dear brother in office was installed by the undersigned, after a sermon on Rom. 15, 29. In the afternoon he delivered his inaugural sermon on 2 Cor. 5, 20. 21, in which he showed: "What I bring, and: For what I beseech you." —

May the dear Lutheran brethren then remember especially also New Orleans in their prayers. May the gracious and merciful God grant that this new congregation become a true Zion congregation and its preacher a genuine watchman of Zion, who lifts up his voice like a trumpet for the awakening of many dead and the preservation of all the living, so that here in this city, where sin and all ungodliness are mighty, the superior power of divine grace may reveal itself ever more gloriously, and the fire of the Lord that has been kindled may burn on ever farther. Amen. —

Metz, Pastor.

On Septuagesima Sunday Pastor Klaus, who with the consent of his former congregation at Neumelle had accepted a call from the Ev. Lutheran congregation at Bremen near St. Louis, was introduced into his office by the undersigned, by commission of the Presidium. May the Lord richly bless, through this His servant, already much tried and proved, the dear congregation newly entrusted to him! Amen.

Fr. Wyneken.

(From the Lutheran Herald.)

Since we do not feel at ease in our conscience with the decision of the accusation against Pastor Albach, and since the reasons given are by no means acknowledged by us as sufficient to exclude a preacher from office, we, the undersigned members of the Synod of Ohio, hereby make known that we fully agree with the resolution published in this year's proceedings of the Northern District, in which a request goes to the General Synod to undertake yet another investigation in this matter, and we hereby request from our whole heart that this matter be adjudged conscientiously according to God's Word, to the honor of our venerable body.

Pittsburg, November 14., 1854

Henry S. Lasar. F. G. Zeumer. Chr. G. Friedrich. C. Schwankovsky. Peter Eirich.

Dr. Reynolds.

We read in the "luth. Kirchenboten" that Dr. Reynolds, formerly President of the Capital University, has purchased the college of Rev. Keßler at Allentown in Pennsylvania and will take it over next spring. During the past year