Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 14 › Seite 108
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-02-27, Seite 108
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cher als die des Propheten Daniel. Der siehet im 7. Capitel ein kleines Horn hervorbrechen zwischen den 10 Hörnern des vierten Thieres; dieses Horn reißt drei der 10 Hörner aus, hat Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redet, den Höchsten lästert und die Heiligen verstört; es untersteht sich Zeit und Gesetz zu ändern, seine Macht währt eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Dann wird Gericht gehalten, seine Macht ihm genommen, daß es zu Grunde vertilgt und umgebracht werde. Alle rechtgläubigen Schriftausleger, Luther an der Spitze, Melanchthon, Brentius, Aeg. Hunnius, Osiander, Calov ꝛc. finden einstimmig in diesem Capitel eine Weissagung von dem Muhamedamismus, seinem Ursprung, Wachsthum und Macht und seinem endlichen Untergang.
1. Klein ist das Horn wegen seines geringen Anfangs. Muhamed selbst war niederer Herkunft, gering die Zahl seiner ersten Anhänger; 2. dies kleine Horn bricht aus dem 4. Thiere hervor, d. i. das muhamedanische Reich entstand zur Zeit der vierten, der römischen Weltmonarchie, ohne daß es Gott würdigte, es eine Monarchie zu nennen. Denn der Türke hat nur einige Theile des römischen Reichs räuberisch erobert und hängt an ihnen, wie die Krankheit des Krebses an dem menschlichen Leibe; 3. es reißt drei von den zehn Hörnern des Thieres los, d. h. es unterjocht drei Provinzen des römischen Reichs, Asien, Egypten und Griechenland; 4. die Menschenaugen bedeuten Muhameds und seiner Nachfolger Schlauheit und Verschlagenheit; 5. von den Lästerungen, die sein Maul redet, ist der ganze Koran voll; 6. seinen Kampf und Sieg über die Heiligen berichtet die Weltgeschichte vom 7. bis 17. Jahrhundert; 7. es ändert Zeit und Gesetze. Man denke nur an die muhamedanische Hegira oder an den Freitag als der Türken Feiertag, an den Koran, der sich an die Stelle des Wortes Gottes stellt; 8. seine Währung ist eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Nach der gemeinsten Annahme sind diese Zeiten Jahre und zwar prophetische Jahre, von denen jeder Tag ein Jahr bedeutet. Dieß würde etwa 1273 gewöhnliche Jahre machen. Man setze nun den Anfang des muhamedanischen Reichs entweder in das Jahr des ersten Auftretens Muhameds, des falschen Propheten, 611, oder seiner Flucht, 622, immer würde die Währung reichen bis ins letzte Viertel dieses 19. Jahrhunderts; 9. endlich wird das Horn zerstört und vernichtet mit der Erscheinung des Herrn zum Gericht, nachdem diese Zerstörung vor der endlichen und völligen Zerstörung angefangen hat.
Der erste Theil dieser Prophezeihung und zwar der meiste ist bereits punktlich erfüllt; sollte die Erfüllung des letztern ausbleiben? Nicht mehr, als drei Hörner kann das kleine Horn abstoßen, nachdem der Türke Asien, Griechenland und Egypten erobert hat, ist ein Stillstand eingetreten; zwar gedachte er wohl Ungarn, Oestreich, Deutschland zu unterjochen, aber vor Wien hat er sich den Kopf zerschellt. Seit 200 Jahren ist das türkische Reich im Sinken begriffen und gegenwärtig wird „der kranke Mann“ nur durch seine auf Rußland eifersüchtigen Alliirten kümmerlich am Leben erhalten, sonst hätte ihn der Bär des Nordens bereits mit seinen Tatzen zerrissen. Alle Anzeichen verkündigen dem türkischen Reiche eine nahe Auflösung; und diese unaufhaltsam hereindringende Epoche ist ein Zeichen, daß der jüngste Tag vor der Thür sei. Wir haben nun gewißlich nichts zu warten, denn des jüngsten Tages; denn der Türke wird nicht mehr Hörner über die drei abstoßen, schreibt Luther in der Vorrede zu Daniel und in seiner Heerpredigt wider die Türken: weil dennoch hat Christus Zeichen gegeben, dabei man kennen soll, wenn der jüngste Tag nahe sei und demnach wenn der Türke ein Ende haben werde, so können wir sicherlich weissagen, daß der jüngste Tag müsse vor der Thür sein.
Lassen wir doch das politische Kannegießern, und achten auf das jetzige Kriegsgeschrei und den Kanonendonner vom schwarzen Meere her, als einen Ruf an die Christenheit: siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus ihm entgegen! Eine Weissagung nach der andern wird vollendet. Ein Stück des gegenwärtigen Weltgerüstes nach dem andern stürzt zusammen. Bald wird der Herr kommen und einen neuen Himmel und eine neue Erde bauen, in welcher Gerechtigkeit wohnet.
(Eingesandt.)
Ein Gespräch über den Amerikanischen Botschafter.*)
Ein ev.-lutherischer Prediger in N. warnte einmal in einer Gemeinde-Versammlung vor dem Lesen des amerik. Botschafters und hob hervor, was darin einem jeden ehrlichen bekenntnißtreuen Christen oder Lutheraner nicht gefallen könnte. Vielen wurde dabei klar, daß der Inhalt vieler Artikel jenes Blattes keinesweges mit den Aussprüchen der h. Apostel, eines Luthers und anderer treuer Lehrer übereinstimme. Diese erklärten daher, dasselbe nicht mehr lesen zu wollen. Andere dagegen wurden noch nicht davon überzeugt daß der Botschafter so Schädliches und Verführerisches enthalte, und das mochte daher kommen, daß sie schon viele Jahre hindurch denselben gelesen, und dadurch bereits auf eine schiefe, unkirchliche Richtung gekommen waren. Unter den ersteren nun war auch ein gewisser Ernst, welcher noch desselbigen Tages, an welchem jene Versammlung gehalten worden war, einen Freund Namens Anton, der aber nicht hatte gegenwärtig sein können, besuchte; da letzterer gerade in dem Botschafter las, so gab dies Gelegenheit zu folgendem Gespräche:
*) Dieses Gespräch war schon vor längerer Zeit der Redaktion zugegangen, aber verlegt worden. Wir hoffen, daß es noch immer ein Wort zu seiner Zeit enthält. D. R. d. L.
Ernst. Hast du schon davon gehört, daß heute in der Versammlung unter andern auch von dem Botschafter geredet worden ist?
Anton. Ja. Aber ich kann dem, was ich davon gehört habe, nicht beistimmen. Ich habe doch schon viele Jahre hindurch das Blatt gelesen und weiß mich nicht zu erinnern, daß ich je etwas Schädliches und Verführerisches darin gefunden hätte. Es wird doch darin von dem Herrn Christo gesagt; wir werden zur Buße, zum Gebet, zur Heiligung und dergleichen vermahnt. Ich dächte, vor einem solchen Blatte sollte man nicht warnen. Wer so glaubt und thut, wie's darin steht, der wird doch gewiß selig werden.
E. Ich gebe zu, daß viel Gutes in dem Botschafter steht, glaube auch, daß Seelen, die denselben lesen, vom Tode zum Leben gebracht werden und zum Glauben an Christus kommen können. Wo nur immer Gottes Wort gehört oder gelesen wird, da können und werden Gott geistliche Kinder geboren werden, sei es nun, daß diese bei reiner Lehre zu einem recht gesunden Christenthume kommen, oder, indem sie nicht zum treuen Festhalten des ganzen Wortes Gottes angeleitet werden, unwissentlich in allerhand Irrthum und Verkehrtheit gerathen und so nimmer zu einem fröhlichen Leben in Christo gelangen.
A. Demnach bist du des Botschafters Freund? und wünschest also auch wohl, daß derselbe von recht Vielen gelesen werde?
E. Der Schluß ist zu bald gemacht. Allerdings glaube ich, daß man, was unbekehrte Leute betrifft in Gegenden, wo der Rationalismus herrscht, sehr vorsichtig sein müsse in der Warnung vor diesem Blatt. Aber an Orten, wo die reine Predigt des Wortes ist, oder wo auch nur erweckte und bekehrte Leute sind, welcher Confession sie auch angehören mögen, da wird ein bekenntnißtreuer Christ das Blatt nicht gern sehen. Viele mögen dadurch von der guten richtigen Bahn abgeleitet, gegen gewisse Lehren des Christenthums gleichgültig und der beliebten Union hold, Andere aber in ihrem falschen Wahn bestärkt werden; — ein Schade, der selten wieder zu heilen ist, da solche Leute in der Regel voll Hochmuth und Eigendünkels sind.
A. So glaubst du wirklich, daß in dem Blatte neben dem Guten Schädliches und Verführerisches vorkommt?
E. Allerdings; und wenn du heute in der Versammlung gewesen wärest, so wärest du auch wohl davon überzeugt worden. Es war mir wenigstens gleich Alles einleuchtend, was da gesagt wurde; wie ich denn schon zuvor mißtrauisch gegen das Blatt geworden bin. Ich hörte nämlich vor einigen Jahren, daß der Schreiber des Blattes ein Unirter oder Evangelischer sei, (ja, daß er sogar zu der Sekte der Wiedertäufer abgefallen sei); von der Zeit an prüfte ich Alles besser, was darin stand, und fand, daß der Inhalt vieler Artikel, worin z. B. die Union, wie sie in Deutschland besteht, hochgerühmt und eine Verbrüderung aller Kirchenparteien, ohne Einigkeit in der Lehre, angepriesen wurde, sich gar nicht mit Aussprüchen der h. Apostel und eines Luthers reimen wollte.
A. Das ist doch wunderlich. Wie konnte denn das von dir Gehörte, daß der Botschafter von einem Unirten oder Evangelischen geschrieben würde, dich mißtrauisch gegen das Blatt machen und zu einer genauern Erforschung und Untersuchung seiner Beschaffenheit veranlassen?
E. Du weißt vielleicht nicht, wer die Evangelischen sind. Du hast doch gewiß schon von der Union gehört; du wirst wissen, daß in Preußen und in vielen andern Ländern sich die Lutheraner
English translation AI translation
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than that of the prophet Daniel. He sees in the 7th chapter a little horn break forth between the 10 horns of the fourth beast; this horn plucks out three of the 10 horns, has eyes like the eyes of man and a mouth that speaks great things, blasphemes the Most High and wears out the saints; it presumes to change times and law, its power lasts a time and two times and half a time. Then judgment is held, its power is taken from it, so that it is consumed and destroyed unto the end. All orthodox expositors of Scripture, Luther at their head, Melanchthon, Brentius, Aeg. Hunnius, Osiander, Calov, etc., find unanimously in this chapter a prophecy of Muhamedanism, its origin, growth and power, and its final downfall.
1. Little is the horn because of its small beginning. Muhamed himself was of lowly origin, small the number of his first adherents; 2. this little horn comes forth out of the 4th beast, that is, the Muhamedan empire arose in the time of the fourth, the Roman world-monarchy, without God deigning to call it a monarchy. For the Turk has only robbed and conquered some parts of the Roman empire, and clings to them as the disease of cancer to the human body; 3. it plucks three of the ten horns from the beast, that is, it subjugates three provinces of the Roman empire, Asia, Egypt and Greece; 4. the eyes of man signify the cunning and craftiness of Muhamed and his successors; 5. of the blasphemies which its mouth speaks, the whole Koran is full; 6. its struggle and victory over the saints is recorded by the history of the world from the 7th to the 17th century; 7. it changes times and laws. One has only to think of the Muhamedan Hegira or of Friday as the Turks' holy day, of the Koran, which puts itself in the place of the Word of God; 8. its duration is a time, two times and half a time. According to the commonest view these times are years, and indeed prophetic years, of which each day signifies a year. This would make about 1273 ordinary years. Now one may place the beginning of the Muhamedan empire either in the year of the first appearance of Muhamed, the false prophet, 611, or of his flight, 622; in either case the duration would reach into the last quarter of this 19th century; 9. finally the horn is destroyed and annihilated with the appearing of the Lord to judgment, after this destruction has begun before the final and complete destruction.
The first part of this prophecy, and indeed the greater part, has already been punctually fulfilled; should the fulfillment of the latter fail? No more than three horns can the little horn thrust off. After the Turk conquered Asia, Greece and Egypt, a standstill set in; indeed he thought to subjugate Hungary, Austria, Germany, but before Vienna he dashed his head to pieces. For 200 years the Turkish empire has been in decline, and at present „the sick man“ is kept miserably alive only by his allies, jealous of Russia; otherwise the bear of the North would already have torn him to pieces with his paws. All signs announce to the Turkish empire a near dissolution; and this irresistibly advancing epoch is a sign that the Last Day is at the door. We have now certainly nothing to wait for but the Last Day; for the Turk will not thrust off more horns than the three, writes Luther in the preface to Daniel and in his Heerpredigt wider die Türken: since yet Christ has given signs by which one is to know when the Last Day is near, and accordingly when the Turk shall have an end, we can surely prophesy that the Last Day must be at the door.
Let us leave off political tavern-talk, and heed the present cry of war and the thunder of cannon from the Black Sea as a call to Christendom: behold, the Bridegroom cometh, go ye out to meet him! One prophecy after another is being fulfilled. One piece after another of the present scaffolding of the world falls together. Soon the Lord will come and build a new heaven and a new earth, wherein dwelleth righteousness.
(Contributed.)
A Conversation about the American Messenger.*)
An Ev. Lutheran preacher in N. once warned in a congregational meeting against the reading of the American Messenger and pointed out what in it could not please any honest Christian or Lutheran faithful to the Confession. To many it became clear thereby that the contents of many articles of that paper by no means agree with the sayings of the holy apostles, of a Luther and of other faithful teachers. These therefore declared that they would no longer read it. Others, on the contrary, were not yet convinced that the Messenger contained anything so harmful and seductive, and that may have come from their having read it already for many years, and thereby having already come upon a crooked, unchurchly course. Among the former there was now a certain Ernst, who on the very day on which that meeting had been held visited a friend named Anton, who had not been able to be present; since the latter was just reading in the Messenger, this gave occasion to the following conversation:
*) This conversation had reached the editors some time ago, but had been mislaid. We hope that it still contains a word in season. D. R. d. L.
Ernst. Hast thou heard already that today in the meeting among other things the Messenger also was spoken of?
Anton. Yes. But I cannot agree with what I have heard of it. I have indeed read the paper for many years already, and do not remember that I ever found anything harmful and seductive in it. There is indeed said in it of the Lord Christ; we are exhorted to repentance, to prayer, to sanctification and the like. I should think one ought not to warn against such a paper. Whoever believes and does as it stands therein will surely be saved.
E. I grant that much good is in the Messenger, and believe also that souls who read it may be brought from death to life and come to faith in Christ. Wherever God's Word is only heard or read, there spiritual children can and will be born to God, be it that these, under pure doctrine, come to a quite sound Christianity, or, in that they are not led to the faithful holding fast of the whole Word of God, fall unwittingly into all sorts of error and perverseness and so never attain a joyful life in Christ.
A. Then thou art a friend of the Messenger? and wishest therefore also, I suppose, that it be read by very many?
E. The conclusion is drawn too soon. To be sure, I believe that, as regards unconverted people in regions where rationalism rules, one must be very cautious in warning against this paper. But in places where the pure preaching of the Word is, or where there are even only awakened and converted people, of whatever confession they may be, there a Christian faithful to the Confession will not gladly see the paper. Many may thereby be led away from the good right way, become indifferent to certain doctrines of Christianity and favorable to the beloved Union, others, however, be strengthened in their false delusion; — a harm which is seldom to be healed again, since such people are as a rule full of pride and conceit.
A. So thou really believest that in the paper, beside the good, there occurs what is harmful and seductive?
E. Certainly; and if thou hadst been in the meeting today, thou wouldst also probably have been convinced of it. At least everything that was said there was at once clear to me; as I had indeed already before become distrustful of the paper. For I heard some years ago that the writer of the paper was a Unionist or Evangelical (yea, that he had even fallen away to the sect of the Anabaptists); from that time I examined everything better that was in it, and found that the contents of many articles, in which, for instance, the Union, as it exists in Germany, was highly extolled and a brotherhood of all church parties, without unity in doctrine, was commended, would not at all agree with sayings of the holy apostles and of a Luther.
A. That is strange indeed. How could what thou heardest, that the Messenger was written by a Unionist or Evangelical, make thee distrustful of the paper and lead thee to a closer investigation and examination of its character?
E. Thou knowest perhaps not who the Evangelicals are. Thou hast surely heard already of the Union; thou wilt know that in Prussia and in many other countries the Lutherans