Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 5 › Seite 69
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. März 1913, Seite 69
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner69_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
nun und nimmer .
Ruh
Und ich sahr einen Engel
Shiegen mitten durch den I
Himmel, der hatte ein ewig 5.
Evangelium, zu verhiindigen =
Ddenen, die auf Erden sihen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Veilkern, und
sprachmit grohex Stimme:
Kürchter Gott, und gebet
ilnm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts is kommen,
und betel an den der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meec, und die Wasser⸗
brunnen. Offb. Joh. 14, 6. 7.
0*8 — *—
Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.
69. Zahrgang. St. Louis, Mo.,
den 4. März 1913.
Ur. 5.
Unser Missionsfeld in Indien reif zur Ernte.
Der Direktor unserer Heidenmission in Indien, der nach
Synodalbeschluß unser dortiges Arbeitsfeld inspiziert hat,
schreibt unter dem 16. November 1912, wie folgt, an die Kom⸗
mission für die Heidenmission:
„Mit Gottes Hilfe habe ich die Visitation hier im malaya—
lischen Gebiete beendigt und damit meine Arbeit im Bezirk der
Travancore-Konferenz nahezu zum Abschluß gebracht: Wäh—
rend der neun Tage meines Verweilens in Trivandrum habe
ich über 150 Meilen im Bandi zurückgelegt bei gutem und
schlechtem Wetter, bin über geschwollene Flüsse in dug-out boats
gesetzt, bin in stockfinsterer Nacht und in glühender Mittagshitze
über mächtige Berge und durch tiefe, mit Palmen bedeckte Täler
gefahren. Und was ich da gesehen und gehört habe, hat mein
Herz teils mit jubelnder Freude, teils mit tiefem
Schmerz erfüllt.
„Mit heller Freude erfüllte mein Herz der reiche Segen,
den Gott auf unsere Arbeit hier in Travancore gelegt hat, son⸗
derlich hier im Trivandrumgebiete. In Nagercoil waren am
6. Oktober mehr als 600 eingeborene Christen und Katechu—
menen zu einem gemeinschaftlichen Gottesdienst versammelt, ob—
wohl wir da erst fünf Jahre arbeiten. Das ist gewiß ein herr—
licher Segen. Hier in Trivandrum arbeitet Missionar Nau erst
seit Januar 1912, und doch waren hier am letzten Sonntage
schon 600 Katechumenen versammelt, um mich zu begrüßen und
durch mich der Synode dafür zu danken, daß sie „uns, die wir
den wahren Gott verlassen hatten und in den Banden des
Teufels gefangen lagen, das reine Evangelium von dem SErrn
IEsu Christo gebracht hat'.
„Bei dem Besuche der einzelnen Stationen lachte mir das
Herz im Leibe, wenn ich miein Auge über die versammelte
Menge schweifen ließ und beobachtete, wie sie aufmerksam der
Rede des Missionars lauschte und wie prompt man antwortete.
Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen die einzelnen Zahlen vor
Augen führe: In Pulinrkonam waren es 120 Seelen, in Kana—
kodu 85 Seelen, in Kuddizel 87, in Puthukulankarei 90, in
Kurungatur 117 Seelen, in Kaddeikal 35, in Arianadu 45
Seelen. Wahrlich, nicht tropfenweise, sondern in Strömen hat
der HErr uns hier in Travancore den Segen in den Schoß
geschüttet! Sollten wir da nicht in Lob und Dank ausbrechen:
„Danket dem SErrn, denn er ist freundlich!l'?? Was hätte ich
darum gegeben, wenn unsere lieben Christen, sonderlich Sie, die
Glieder der Kommission, mich auf meiner Reise durch das
Travancoregebiet hätten begleiten können, um teilzunehmen an
meiner Freude! —
„Aber nicht nur Freude, sondern auch tiefer, tiefer
Schmerz hat in diesen sechs Wochen mein Hers bewegt.
Wieso? Ich antworte mit dem schmerzlichen Ausrufe des
HErrn der Ernte: Die Ernte ist groß, aber der Ar⸗
beiter sind wenig! Die lieben Missionare in diesem Ge⸗
biet, sonderlich Bruder Nau, sind nicht imstande, auch nur die
Arbeit zu bewältigen, die sie jetzt in Händen haben; viel weniger
können sie daran denken, auch neue Arbeit hinzuzunehmen.
Aber ist denn wirklich Aussicht auf neue Arbeit? Ehrwürdige
Brüder, anstatt diese Frage direkt zu beantworten, lassen Sie
mich Ihnen etliche Erlebnisse aus jüngster Zeit kurz erzählen,
und Sie werden meinen Schmerz verstehen.
„In Nagercoil kam ein großes Dorf mit einer Petition
an Missionar G. Hübener, er möge sie doch im Christentum
unterrichten. Er mußte sie abweisen. Dasselbe mußte Missio⸗
nar Gutknecht mit einem andern Dorfe tun. Missionar Zucker
war in derselben schmerzlichen Lage. Und hier in Trivandrum?
Oben habe ich erzählt, daß ich in neun Tagen 150 Meilen im
Bandi zurückgelegt habe. Diese Strecke hat Bruder Nau
wöchentlich zu machen. Es ist absolut unmöglich, daß er noch
mehr tue. Und doch kommen sie in hellen Haufen und bitten,
bitten inständig, er wolle sich ihrer annehmen und sie in Gottes
Wort unterrichten. An die 600 Katechumenen unterrichtet er
jetzt. In zwei Wochen könnte er 1000 haben, wenn es ihm
nur möglich wäre, die Arbeit zu leisten. Vor einer Woche
schickten 200 Leute eine Bitte an ihn, er möge auch ihnen Unter⸗
English translation
Not yet translated.