Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 5 › Seite 76
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. März 1913, Seite 76
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner69_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
76
Ser 2„TutheranedS
„Wie? heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben?
Das sei ferne!“
Röm. 3, 31.
Mögen daher auch noch so viel, nicht allein der unverständige
Pöbel, sondern auch die, welche sich für sehr klug halten, auf
diese Weise schließen: Wenn das Gesetz nicht rechtfertigt, so ist
es unnütz, so ist dies darum dennoch nicht wahr. Denn gleichwie
diese Folgerung nicht taugt: Das Geld rechtfertigt nicht, also
ist es unnütz; die Augen rechtfertigen nicht, also muß man sie
ausreißen; die Hände rechtfertigen nicht, also muß man sie ab—
schneiden: so taugt auch diese Folgerung nicht: Das Gesetz recht⸗
fertigt nicht, also ist es unnütz. Man muß einer jeglichen Sache
ihr eigentliches Amt und Brauch beilegen. Damit zerstören oder
verdammen wir nicht das Gesetz, daß wir sagen, es rechtfertige
nicht, sondern wir antworten auf eine andere Weise auf diese
Frage: „Was soll denn das Gesetz?“ als die Widersacher, welche
in verkehrter Meinung dem Gesetze ein Amt und einen Brauch
andichten, den es nicht hat. (Luther.)
Klein und groß!
Wer klein vor sich selbst ist, vor dem ist Christus groß; wer
groß vor sich selbst ist, vor dem ist Christus klein. Wer in seinen
Augen ein hilfloser, armer Sünder ist, dem wird Christus Gottes
Sohn und sein Heiland; wer ein stolzer Gerechter ist, der sieht
in Christo seinesgleichen.
— rree [T
Todesanzeigen.
Am 5. Februar entschlief im Glauben an seinen Heiland
P. Heinrich Essig, zuletzt Pastor an den Gemeinden in
Belknap und Hawks, Mich., im Hause seiner Eltern zu Brook⸗
lyn, N. Y. Der Verstorbene besuchte als Knabe die Gemeinde—
schule der St. Markusgemeinde zu Brooklyn, N. Y., trat dann
in das damalige Progymnasium in New York City ein, das seine
Heimat in der Schule der dortigen St. Matthäusgemeinde und
dann in Hawthorne hatte, und vollendete seine Gymnasialstudien
in unserer Concordia zu Milwaukee. Im Juni 19083 bestand er
sein Examen in unserm Predigerseminar zu St. Louis und wurde
am ersten Sonntag im August in der St. Markuskirche zu Brook⸗
lyn als Missionar unter den Negern abgeordnet. Im Jahre 1904
nahm er einen Beruf an die Gemeinde zu Homestead, Pa., an,
wo er mehrere Jahre im Segen arbeitete. Im Jahre 1906
folgte er einem Beruf an die Gemeinden zu Belknap und Hawks,
Mich., die er bis zu seinem Ende bediente. Im Herbst letzten
Jahres stellte es sich heraus, daß er an der Zuckerkrankheit litt,
und die Arzte rieten auf das dringendste eine Erholungsreise an.
So kam der Entschlafene denn mit seiner Familie ins Eltern⸗
haus nach Brooklyn, N. Y., in der Hoffnung, in kurzer Zeit sein
ihm so lieb gewordenes Amt wieder verwalten zu können. Allein
der HErr der Kirche hatte es anders beschlossen. Eine leichte
Erkältung machte seinem Leben unerwartet ein Ende; am Morgen
des 5. Februar spannte der HErr seinen jungen Diener aus. Er
brachte sein Alter auf 33 Jahre. Die Beerdigung fand statt ann
8. Februar, wobei der Unterzeichnete auf Grund von 1 Sam.
3, 18 die Trostrede hielt, während P. Fritz einige Worte in eng⸗
lischer Sprache an die große Trauerversammlung richtete. Als
Träger dienten die Pastoren A. Körber, H. Pottberg, T. S. Frey,
P. B. Frey, G. Schmidt und J. C. Baur. Außer seiner tief⸗
betrübten Witwe und drei unmündigen Kinderchen hinterläßt der
Verstorbene seine gebeugten Eltern und sechs Geschwister, von
denen zwei Brüder im Amt stehen. Möge Gott selber in Gnaden
die Wunden heilen, die er geschlagen hat!
Arthur Brunn.
Am 18. November 1912 ging ein zur Ruhe des Volkes
Gottes der hochbetagte Lehrer Johann Kaspar Thoma.
Ein Gehirnschlag, den er stets befürchtet und der ihn daher zu E
steter Bereitschaft auf ein seliges Todesstündlein gemahnt hatte,
raffte ihn schnell hinweg.
————
Er wurde am 27. Mai 1831 zu
Nürnberg im Königreich Bayern geboren und kam im Alter von
22 Jahren nach Amerika, wo er sich später dem Lehrerberufe
widmete. Fast vierzig Jahre lang weidete er mit unermüblicher
Treue die Lämmer IEsu in den Schulen der Gemeinden zu
Humberstone, Can., Wolcottsburg, N. Y., und bei State Center,+.
Die letzten achtzehn Jahre seines Lebens verbrachte er K
Jowa.
in dem ihm gebotenen Ruhestande zumieist bei seinen Kindern in
Des Moines, Jowa, wo er ein Mitbegründer unserer dortigen
Gemeinde wurde und sich treulich zu Wort und Sakrament hielt.
— Am 20. November wurde sein müder Leichnam nach State
Center, Jowa gebracht, wo er von P. H. Markworth auf dem
Gottesacker der dortigen Gemeinde neben seiner ihm vor neun
Jahren in die selige Ewigkeit vorangegangenen Gattin christlich
zur Erde bestattet wurde. In Des Moines wurde ihm am Sonn⸗-—
tag, den 15. Dezember, vom Unterzeichneten eine Gedächtnis⸗
predigt gehalten. — „Die Lehrer werden leuchten wie des Hin⸗
mels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die
Sterne immer und ewiglich“, Dan. 12, 3.
Hermann Schmidt.
Im Alter von 34 Jahren, 1 Monat und 21 Tagen starb f
am 1. Februar zu Canyon City, Colo., nach längerem Leiden 4
iim Glauben an Christi Blut und Gerechtigkeit Lehrer Rein⸗
hold Wambsganß, Sohn des verstorbenen Lehrers Georg
Wambsganß. Der Verstorbene wurde am 10. Dezember 1878
in Chicago, Ill., geboren. Er kam mit seinen Eltern im Jahre
1884 nach Bremen, Ind. Im Jahre 1894 trat er in unser
Schullehrerseminar zu Addison ein.
einem Rufe nach West Hammond, Ill.
nach zwei Jahren sein Amt wegen Krankheit niederlegen.
Hier mußte er aber schon
hier mußte er krankheitshalber bald den Schulstab wieder aus
der Hand legen. Jetzt suchte er auf Rat des Arztes Colorados
gesundes Klima auf.
mit Augusta Wilms in den heiligen Ehestand. Doch auch in
Cheyenne war seines Wirkens nicht lange.
Fruchtfarm bei Canyon City, Colo. Hier hat er sich denn bei
aller Leibesschwachheit redlich abgemüht, um für sich und die
Seinen den nötigen Lebensunterhalt zu erwerben.
nahmen langsam, aber beständig ab.
1. Februar seinem Leben für diese Erde ein Ziel. Die sterblichen
überreste des Entschlafenen wurden in Bremen, Ind., am 9. Fe⸗
bruar vom Unterzeichneten zur Erde bestattet. — Der Entschlafene
hinterläßt seine Witwe und zwei kleine Kinder im Alter von vier
und zwei Jahren. „Ich will ihr Trauern in Freude verkehren und
sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis“, Jer. 31, 13.
W. Rösener.
——
Ordination und Einführungen.
Im Auftrag des betreffenden Distriktspräses wurde ordiniert und
eingeführt:
Am Sonnt. Invocavit: Kand. A. H. Birner in der Gemeinde zu
Mena, Ark., von P. H. W. Bartels.
Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden eingeführt:“
Am Sonnt. Quinquagesimä: P. E. Starck in der Gemeinde bei
Gray, Jowa, von P. J. M. Ansorge.
Am Sonnt. Invocavit: P. E, H. Lange in der Bethlehemsgemeinde
bei Creston, Cal., von P. G. E. Kirchner.
Im Jahre 1898 folgte er 4
Jahre 1902 folgte er einem Rufe nach Toledo, O. Doch auch
Nach Verlauf von einem Jahre konnte er
dann den Beruf der Gemeinde zu Cheyenne, Wyo, annehmen. .
Während seiner Amtstätigkeit daselbst trat er im Jahre 1906
Er zog auf eine
Seine Kräfte 1
Ein Blutsturz setzte am
English translation
Not yet translated.