Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 6 › Seite 92

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. März 1913, Seite 92

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Schöpfung 9

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92

S er 2— utherane

—

Abgeordneter Allison sprach im Namen der Farmer gegen die Vor⸗
lage, die ihnen nur weitere Bürden auferlege.“ — Vor allen
Dingen werden die Römischen den Columbustag zur Verherr—
lichung der Papstkirche ausbeuten. Die einsichtigen Bürger von
Wisconsin werden aber an dem Columbustag etwas anderes her⸗
vorheben. Sie werden auf folgendes hinweisen: Wenn die Dinge
in den Vereinigten Staaten sich nach Columbus' Rezept, der ein
Knecht des Papstes war, entwickelt hätten, so wären die Ver⸗
einigten Staaten in demselben elenden Zustande, in dem sich
gegenwärtig Mexiko und die mittelamerikanischen Republiken
befinden. F. P.

Der Monat des heiligen Joseph. „Papst Pius LX. verlieh
allen Gläubigen, welche den Monat März durch andächtige Ver⸗
ehrung des heiligen Joseph begehen, einen Ablaß von dreihundert
Tagen für jeden Tag dieses Monats und einen vollkomnmenen
Ablaß einmal während desselben für irgendeinen Tag, an wel⸗
chem sie nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente der
Buße und des Altars nach der Meinung des Heiligen Vaters
beten. Dieselben Ablässe dehnt er auch auf jene aus, welche, wenn
sie den Monat März nicht auf diese Weise begehen können, irgend—
einen andern Monat des Jahres der Verehrung des heiligen
Joseph weihen. Ferner erklärte derselbe Papst am 18. Juli 1877,
daß diese Ablässe auch von solchen gewonnen werden können, welche
diese Andacht in der Weise halten, daß dieselbe am Feste des
heiligen Joseph, am 19. März, schließt. Es sei also während
dieses der Verehrung des heiligen Joseph geweihten Monats unser
Vorsatz, diesen großen Heiligen und mächtigen Helfer in allen
Nöten zu ehren, nicht bloß durch Gebete und Andachtsübungen,
sondern auch durch Nachahmung seines Tugendbeispieles. Be⸗
streben wir uns auch, ein kindliches Vertrauen auf die Fürbitte
des heiligen Joseph zu erlangen; bitten wir ihn, uns in allen
Versuchungen und Gefahren beizustehen! Erflehen wir seine
Hilfe besonders für die Todesstunde! Nehmen wir auch in zeit—
lichen Nöten unsere Zuflucht zu ihm im festen Vertrauen, daß,
was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Für⸗
bitte wird gegeben werden“, wie die Kirche uns bitten lehrt!“ —
Diese Aufforderung läßt der „Katholische Glaubensbote“ an seine
Leser ergehen. Wie sich eine solche Verehrung des heiligen Joseph
wohl mit dem ersten Gebot verträgt? Und dann mitten in der
Passionszeit ein Ablaß durch den heiligen Joseph! Soll das
vielleicht den Christen wehren, doch nicht zu sehr und nicht allein
auf Christum, den Gekreuzigten, zu vertrauen? E. P.

Daß der biblische Bericht von der Schöpfung der Welt und
des Menschen eine schöne Fabel sei, und daß der Mensch und alles
andere infolge langdauernder Entwicklung geworden sei, das hört
und liest man ja immer wieder; und viele meinen, so könne man
glauben und dabei ein Christ sein. So hat dieser Tage wieder
ein Professor der Astronomie [Sternkunde! seiner Klasse gesagt:
„Adam und Eva haben nie gelebt, oder wenigstens läßt sich's
nicht beweisen. Es ist eine schöne Sage und Erfindung, weiter
nichts. Der Verfasser des Teils der Bibel, der von der Schöpfung
handelt, hat gewiß nichts von der Evolution [Entwicklung! ge⸗
wußt. Es mußte etwas gesagt werden über den Ursprung der
Welt und des Menschen, und so erzählte man sich von Adam und
Eva. Ich bin kein Ungläubiger und ich sage dies gar nicht in
ungläubiger Empörung gegen meinen Schöpfer. Aber ich muß
meinen Sinnen glauben, was die mir als wahr vorstellen, und
alles das nicht glauben, wovon mein Verstand mir sagt, daß es
nicht wahr sein könne. Darum glaube ich die Geschichte von
Adam und Eva nicht, sondern halte sie für ein schönes Märchen.“
— Ein sonderbarer Mensch das! Er ist kein Ungläubiger, aber
er glaubt doch nicht! Er will seinem Schöpfer glauben, aber wie
weit der glaubwürdig ist, das will er selbst nach seinem Verstand
und seinen Sinnen zu sagen haben. Gewiß, der Verfasser jenes
Abschnittes der Schrift hat nichts von Entwicklung gewußt. Ja

noch mehr, die ganze Schrift weiß nichts davon, sie weiß nur
von einer Schöpfung.

nur die Einbildung, etwas von Entwicklung gesagt.
kann sie niemand. E. P.
Um was handelt es sich bei dem Streit um das Apostolikum?

Deutschländische kirchliche Blätter sind jetzt voll von Streit um das .
Apostolikum, das heißt, um die drei Artikel des christlichen Glau⸗
Viele wollen es abgeschafft wissen, viele Pastoren be⸗◻ι

bens.
haupten, es ohne Gewissensverletzung nicht gebrauchen zu können,
da sie es nicht mehr glauben.
andern weniger gestrichen haben. Und zwar ist hauptsächlich der
zweite Artikel Gegenstand des Anstoßes, wie Luther ja so oft!

sagt, daß alle falsche Lehre schließlich angeht gegen den Artikel 4
Da wollen die einen gestrichen haben: „geboren von

von Christo.
der Jungfrau Maria“, weil sie Christum für einen gewöhnlichen

Menschen ansehen. Andere wollen nichts wissen von dem „Nieder⸗.
Andere wollen das „Am dritten Tage wieder X.
auferstanden von den Toten“ ausgemerzt haben, weil sie nicht

gefahren zur Hölle“.

glauben, daß der HErr wirklich auferstanden sei; das hätten die
Jünger sich nur eingebildet. Andere wollen nichts wissen von

seiner Wiederkunft zum Gericht, und viele wollen den ganzen

Artikel nicht leiden. Und das alles sind Pastoren, die so stehen.
Freilich gibt es in Deutschland auch noch Christen und gläubige
Pastoren, die für das Bekenntnis kämpfen und es sich nicht

nehmen lassen wollen. Was dem ganzen Streit zugrunde liegt,
hat auf einer Kreissynode Prof. D. Kunze aus Greifswald aus⸗

gesprochen: „Der verschiedenen Schätzung des Apostolikums liegt 2

eine verschiedene Erfahrung und Erkenntnis von Sünde und
Gnade zugrunde.
und Größeres als um die Beibehaltung oder Abschaffung einer
liturgischen Formel.
gelischen Kirche stehen mit dem Apostolikum auf dem Spiel.
können dieses nicht preisgeben, ohne jene zu verlieren.“

Wir

der sichtbaren Kirche befindet und da ein großes Wort hat.

Die liberalen Theologen haben sich kürzlich von Drews
bittere Wahrheiten sagen lassen müssen. In seinem Berliner
Vortrage „Der Verfall des Christentums“ sagt er geradezu, daß
der Liberalismus christlich nur noch dem Namen nach sei; seine
ganze süßliche Anschauung, die in IEsu doch nur einen Menschen
sieht, habe völlig Bankerott gemacht. Man könne es den Ortho⸗
doxen wirklich nicht verdenken, daß sie schließlich den Liberalen
den Christennamen nicht mehr zugestehen wollten. Wenn über⸗
haupt Namen einen Sinn haben sollten, so könne Christ mit Recht

doch nur der genannt werden, der Christo eine entschiedene prin⸗

zipielle Stellung im religiösen Leben zuerkenne. Und dann heißt
es wörtlich: „Ich möchte wirklich wissen, worauf sich eigentlich die
IEsusverehrung der Liberalen gründet! Es ist ganz unnütz, wenn
Traub und seine Freunde in der „Christlichen Welt“ das sogenannte
praktische Christentum in den Vordergrund stellen. Diese vral⸗
tische Betätigung hatten die antiken Mysterienvereine und die
Synagoge ebenfalls. Nicht die Betätigung als solche, sondern
erst die Gesinnung, in der sie getrieben wird, gibt ihr christlichen
Charakter; der bestimmt sich aber nach der Zustimmung zu der

christlichen Idee.
gebrochen. Durch seine Stellung ist es in das Belieben des ein⸗

Die Schrift ist aber Gottes Wort. .
Und wenn jemand weiß, wie die Welt und der Mensch entstanden

sind, dann sollte das doch wohl der sein, der sie erschaffen hat. .
Und von der Entwicklung weiß der Herr Professor auch nichts..
Er redet's nur andern nach, die auch nichts davon wissen. Es.
hat noch nie einem Menschen weder Verstand noch Sinne, sondern
Beweisen .

Da wollen die einen mehr, die

Es handelt sich bei diesem Streit um mehr

Die höchsten religiösen Güter unserer evan⸗

So ist es.
Es gründet sich der Streit auf eine verschiedene Stellung zu Sünde
und Gnade oder, anders ausgedrückt, zu Christo und zum Evan⸗
gelium. Es ist der Kampf des Glaubens mit dem Unglauben. .
Und das Traurige ist, daß dieser Unglaube sich innerhalb

Damit hat der Liberalismus aber im Prinzip

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