Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 20 › Seite 309
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 30. September 1913, Seite 309
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German transcription machine transcription, uncorrected
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N
Und ich saht tinen Engel
liegen mitten durch den
Himmel, der haltt ein ewig 4
Cvangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sißen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und Vülkern, und
sprach mil groher Stimmie:
Kürchten Golt, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
stines Gerichts ist ommen,
und betet au den, der gemacht
hat Himnel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
brunnen. Offb. Joh. 14, 6.7.
2 ———
Zerausgegeben von der DBeutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.
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69. Jahrgang.
Nr. 20.
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St. Louis, Mo., den 30. September 1913.
Trost in Gott.
Ich denk' an seine Treue,
Die nimmer von uns weicht,
Dann wird mir stets aufs neue
Das sorgenvolle Herz so leicht.
Wird mir im Weltgetriebe
Die Brust oft kummerschwer,
So denk' ich an die Liebe,
Die Gott bewies von alters her.
In Christo, seinem Sohne,
Ist uns der Vater gut
Und gibt zum großen Lohne
Und Schild sich uns. Wie wohl das tut!
H. Osterhus.
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An die Frauen und Jungfrauen unserer Synode.
Im Anschluß an den Bericht über unser Bergheim in der
letzten Nummer des „Lutheraner“ möchte die Kommission den
lieben Frauen und Jungfrauen noch eine andere wichtige Sache
ans Herz legen. Wohl in keinem Lande der Welt ist das leibliche
Elend, sonderlich unter den Frauen und Mädchen, so groß wie
in Indien. Das tritt sonderlich dann zutage, wenn sie krank
werden. Und gerade Indien wird ja fortwährend heimgesucht
von allerlei schrecklichen Seuchen, sonderlich Typhus, Cholera,
Beulenpest und der scheußlichen ägyptischen Augenkrankheit.
Dazu kommt nun noch, daß nach indischer Sitte die Frauen und
Mädchen meist von allem öffentlichen Verkehr ausgeschlossen
sind; die Mädchen dürfen die gemischten Schulen nicht be—
suchen, und die Frauen sind den männlichen Missionaren und
deren Unterricht in Gottes Wort in den mieisten Fällen unzu—
gänglich. Um diesem übelstande abzuhelfen, haben die Mis—
sionsgesellschaften schon seit vielen Jahren die sogenannte
ärztliche Mission als ein bewährtes Mittel gebraucht.
Dadurch, daß christliche Arzte und Krankenpflegerinnen diese
armen Kranken in Hospitälern und auch in ihren Hütten ärzt—
lich behandeln und liebreich pflegen und ihnen bei der Gelegen—
heit von dem einen, was not ist, sagen, wird das Zutrauen der
armen Heiden gewonnen, die Türen der Hütten öffnen sich den
Bibelfrauen und weiblichen Missionsgehilfen, und so dringt
das Wort von Christo in die Häuser und oft auch in die Herzen
der armen heidnischen Weiblein. Bisher waren wir noch ohne
ärztliche Missionsarbeiter, obwohl die Missionare schon öfters
daran erinnert hatten, man möge sie doch in Angriff nehmen.
Auf Anregung der Kommission wurde nun aber auf der dritten
Allgemeinen Missionarskonferenz, die im Januar dieses Jahres
in Ambur gehalten wurde, eingehend über die Frage beraten,
ob es nicht jetzt an der Zeit sei, auch diese segensreiche Arbeit
anzufangen. Es wurde einstimmig beschlossen, die Kommission
zu bitten, die ärztliche Mission in Angriff zu nehmen, und zwar
zunächst in Krishnagiri, der Station Missionar G. Naumanns.
In der am 1. Juli dieses Jahres in St. Charles, Mo., gehal⸗
tenen Versammlung der Gesamtkommission wurde dieses Bitt—
gesuch allseitig erwogen und dann im Vertrauen auf Gottes
gnädigen Beistand beschlossen, auch in unserer Mission in In—
dien eine ärztliche Mission zu gründen, und zwar in der Weise,
daß wir zunächst eine geschulte Krankenpflegerin nach Krishna—
giri schicken. Was der Kommission ganz besondere Freudigkeit
gab, diesen Schritt zu tun, war der Umstand, daß nicht nur eine
geschulte Krankenpflegerin, Fräulein Luise Ellermann aus un⸗
serer Gemeinde in Evansville, Ind., sich für diesen Dienst ge—
meldet, sondern auch eine Anzahl Frauenvereine auf Anregung
Frau Prof. Zuckers an die 5600.00 für dieses Werk versprochen
hatten. Und so haben wir denn Fräulein Ellermann erwählt,
und sie hat die Wahl auch angenommen. Am 20. September
wird sie die Reise nach ihrem fernen Arbeitsfelde antreten.
Doch wo sollen die Geldmittel für diese ärztliche Mission
herkommen? Unsere Missionskasse darf nicht damit belastet
werden, sonst würde die eigentliche Missionsarbeit Schaden
leiden. Unsere lieben Frauen⸗ und Jungfrauenvereine haben
uns den Weg gezeigt dadurch, daß etliche von ihnen bereits
aus eigenem Antrieb die genannte Summe aufgebracht haben.
So beschloß denn die Kommission, die ärztliche Mission
mit unserer Bergheimsache zu verbinden und
dies Departement sonderlich unsern lieben
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