Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 20 › Seite 313
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 30. September 1913, Seite 313
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner69_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht
SVer DuthsraneE.
313
kollekten für das Lehrgebäude fortzufahren, um die dazu er—
forderliche Summe bald zusammenzubringen.
Herr E. Seuel, der Generalagent des Concordia Publish-
ing House zu St. Louis, vertrat mit Wärme die Interessen
unserer Synodaldruckerei und legte eine gute Auswahl ein—
schlägiger Fachschriften und Musikalien zur Probe vor, von
denen die meisten in wenigen Minuten von den Konferenzglie⸗
dern aufgekauft wurden.
Lehrer Schiefer aus Watertown, Wis., gab eine gedrängte
übersicht über die Arbeit, die Notwendigkeit und die Bedürfnisse
der dortigen Anstalt für Schwachsinnige und Epileptische und
bat um finanzielle Unterstützung dieses schwierigen, aber segens—
reichen Werkes. Der dort notwendig gewordene Neubau, der
allerdings eine Schuld von etwa §40,000 hinterlassen hat, ist
auf 150 Insassen berechnet, so daß vorläufig noch 50 bis 60
Patienten Aufnahme finden können.
Lehrer Jak. Kirsch aus Chicago referierte über Einheit—
lichkeit in unsern Schulen. Als Resultat dieser Arbeit betraute
die Konferenz ein aus Prof. Köhler sowie den Lehrern Kolb,
Rusch und Jak. Kirsch bestehendes Komitee mit der Aufgabe,
die nächste Delegatensynode zu bitten, eine Allgemeine Schul—
kommission einzusetzen und den Distriktssynoden in ihren Krei—
sen eine ähnliche Einrichtung zum Zweck einheitlicher Leitung
und Förderung der Gemeindeschulen zu empfehlen.
Lehrer Brandt von Detroit, Mich., behandelte das Thema:
„Temperamente und Temperamentsbehandlung in der Schule.“
Lehrer Wißmüller von Milwaukee, Glied der Wisconsinsynode,
nahm mit einer Schulklasse ein Gedicht Longfellows in eng—
lischer Sprache durch. Prof. Anderson vom Luther-Institut
zu Chicago trug ein höchst anregendes Referat vor On Civies
and Civil Government in Our Schools“. Prof. Alb. Miller
beschloß die Reihe der interessanten, geistfördernden Arbeiten
mit einem Vortrag über „Supersluobus Words in Spelling“.
Der Referent wurde beauftragt, ein den dargelegten Grund—
sätzen gemäßes Spelling Book für unsere Schulen zu verab—
fassen. ö
Am Donnerstagabend wurde ein Gottesdienst abgehalten,
in dem der Ortspastor auf Grund von 1 Kor. 15, 58 das Thema
behandelte: „Eine apostolische Ermunterung, das Werk des
SErrn zu treiben.“ Die städtische Handelskammer ehrte die
Konferenz damit, daß sie nach einer Nachmittagssitzung allen
Teilnehmern per Automobil die Naturschönheiten der Stadt
und Umgegend zeigte.
Es ist kein Zweifel: Solange diese Konferenz, wie bisher,
in Gottesfurcht so fleißig, anregend und zielbewußt arbeitet,
wird sie blühen, wachsen und gedeihen. Mögen sich auch von
ihr breite, volle Segensströme über Kirche und Staat ergießen!
— Einer herzlichen Einladung folgend, versammelt sich die
„Nordwestliche“ übers Jahr, will's Gott, zu Detroit, Mich.
P. Eickstädt.
— ——
Jahresbericht über die Ev.⸗Luth. Tanbstummenanstalt
zu North Detroit, Mich.
Unter Gottes gnädigem Schutz und Segen ist uns wieder
ein Jahr der Arbeit an den uns befohlenen jungen Taubstum—
men hingegangen. Damit ist nicht gesagt, daß es alles ohne
Mühe und Seufzen abgegangen sei. Das ist jetzt, solange der
LErr die Seinen noch nicht zur Vollkommenheit eingesammelt
hat, die Art aller Arbeit. Arbeit ist dem Christen ein Segen.
Bei seiner Arbeit heißt es ihm: „Du wirst dich nähren deiner
Hände Arbeit; wohl dir, du hast's gut!“ Aber das Wort von
den Dornen und Disteln, vom Schweiß des Angesichts, vom
Wieder-zur⸗Erde-Werden hängt auch der Christenarbeit an.
Daher nicht nur „alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet
sich noch immerdar, q. . . sondern auch wir selbst, die wir haben
des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der
Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung“. Dies
Doppelgepräge trägt nicht nur unsere tägliche Berufsarbeit,
sondern auch alle Arbeit im Reich Gottes. Sie ist Freuden⸗
arbeit und kann doch ohne Angsten, Sehnen und Seufzen nicht
getan werden. So ist uns unsere Arbeit an unserer lutheri—
schen Taubstummenschule bisher auch einesteils eine Quelle
lauterer Freude gewesen, und andernteils hat es an Mühe und
Not auch nicht gefehlt, so daß wohl manches Mal der Mut hat
sinken wollen. Und so wird es auch in der Zukunft sich ge—
stalten. Aber es soll uns auch nicht verzagte Mutlosigkeit be—
schleichen, unser Werk stumpfsinnig zu tun, nur weil wir es
nun einmal tun müssen. Und zwar ist es unter anderm Hoff⸗—
nung, die uns den Mut erhalten soll. Unsere Arbeit ist
Glaubensarbeit, ist Liebesarbeit. Sie ist aber auch Arbeit in
und auf Hoffnung.
In Hoffnung tun wir diese Arbeit. Auf Grund göttlicher
Zusage hoffen wir nicht nur, frei zu werden von dem Jammer
dieser Zeit — „vom Jammer, den ich treibe, von meines Flei⸗
sches Streit und dieses Todes Leibe“ —, sondern wir hoffen
auf ewige, das ist, ununterbrochene, unveränderliche, unver—
gängliche Freude und Wonne; wir hoffen — der SErr hat
uns das zugesagt — auf ewige Kronen der Ehren, auf Kleider
der Herrlichkeit, auf ewige Wohnung der treu erfundenen
Knechte mit ihrem HErrn. Darum tun wir unsern Dienst
an seinem Reich zwar in Ängsten, aber doch auch mit Freuden.
Auf Hoffnung arbeiten wir an unsern jungen Taubstum⸗
men. Arme taubstumme Kinder, die man bis in verhältnis⸗
mäßig neuer Zeit nicht weiter zur seligen Christenhoffnung zu
bringen wußte, als daß man sie taufte, dann aber sich selbst
ohne weitere Stärkung durch Unterricht des Evangeliums über⸗
lassen mußte, dürfen wir jetzt gründlich mit der seligen Hoff—
nung bekannt machen, auf die sie getauft sind, und sie ausrüsten
mit den nötigen Waffen, den Kampf zur Erhaltung dieser Hoff⸗
nung siegreich zu führen.
Endlich hoffen wir auch in der Führung unserer Anstalt
von einem zum andern auf des HErrn Segen und Beistand.
Auch das tun wir nicht auf unser eigenes Wagen, sondern auf
Grund seiner Verheißung. Auch im letzten Anstaltsjahr haben
wir das wieder erfahren.
Wir hatten 29 Schüler, 11 Knaben und 18 Mädchen.
Konfirmiert wurden ein Jüngling von achtzehn Jahren und
5 Mädchen — ein reicher Segen. Seit Beginn der Anstalt
sind nun 190 Kinder und junge Leute konfirmiert worden, von
denen eine Anzahl schon selig aus dem Hoffen zum Schauen
gelangt ist, nicht wenige aber noch teils in unsern hörenden,
teils in Taubstummengemeinden dem SErrn dienen. Etliche
sind auch wohl leider untreu geworden. Der Gesundheits—
zustand war gut, abgesehen von geringerem Unwohlsein. In
der Kasse herrschte, wie das ja nicht anders sein kann, etliche
Male Ebbe; doch hat der Vater im Himmel immer wieder
English translation
Not yet translated.