Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 20 › Seite 314
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 30. September 1913, Seite 314
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitſchriften 4
314
SVer Tutßerane
*
beschert, was nötig war. Gerade jetzt nach dem Fest ist die
Kasse ungewöhnlich gut bestellt. Doch werden größere bevor—
stehende Ausgaben das bald ändern. Das Eigentum hat uns
der treue Gott auch gnädig bewahrt; der Sturm ann Karfreitag
hat nur einen Schornstein am Hauptgebäude umgeworfen.
Der werte Frauenverein zur Unterstützung Taubstummer
hat, wie in früheren Jahren, mit Eifer sich der Anstalt ange—
nommen; insonderheit hat er an Stelle der schadhaft geworde⸗
nen alten Fronttreppe eine ansehnliche neue Treppe und Ve—
randa errichten lassen.
Auf Empfehlung des Komitees wurde unser Land drä—
niert. Ein geringer Teil dieser Arbeit verblieb bis auf den
Herbst. Dank der eifrigen Bemühungen des Komitees, in⸗
sonderheit des Herrn Kipf und seines Sohnes, kann die Gesell⸗
schaft sich dazu Glück wünschen, daß ihr Land vorzüglich und
sehr billig dräniert worden ist. Dies Komitee empfiehlt der
Gesellschaft dringend, nun auch durch einen septie tank für
anständige und gesundheitliche Abwasserleitung zu sorgen.
Allen unsern treuen Freunden und Gönnern sagen wir
herzlich Dank und bitten sie, auch ferner unser in Liebe geden—
ken zu wollen. Dem SErrn aber, dem allein alle Ehre ge—
bührt, sei unsere Sache ferner befohlen. W. H.
Zur kirchlichen Chronink.
In den Lehranstalten unserer Synode hat das neue Studien—
jahr jetzt wieder begonnen. Es liegen Berichte vor von den fol—
genden Anstalten:
Anstalten. Neueingetreten. Gesamtzahl.
St. Louus . 97 334
Springfieddddùdùoùi. 48 190
Sewadddddttt 34 130
Fort Wayne 60 27¹1
St. PabbUuUului 56 171
Bronxville . ... * 47 128
Winfiiltell 32 93
New Orleassss 7 17
Portlandddd. 9 21
In Fort Wayne wurde am 31. August der prächtige neue Speise—
saal eingeweiht. Reden wurden bei dieser Gelegenheit gehalten
von den Pastoren Moll und Kretzmann. Da es sich herausgestellt
hat, daß der Abort des Gymnasiums nicht ausreichend ist, hat der
Mittlere Distrikt in letzter Versammlung §5000.00 für die Neu—
errichtung eines solchen bewilligt. Die Summe soll so bald als
nötig geborgt und durch Gaben an eine zeitweilig einzurichtende
Reparaturkasse aufgebracht werden. Es wurde diese Weise der Ab-⸗
hilfe beschlossen, weil die Synodalkasse Schulden hat. Gewiß hat
der Mittlere Distrikt durch übernahme dieser Auslage den übrigen
Distrikten ein schönes Vorbild gegeben. Der Anfang des Unter—
richts in unserm Lehrerseminar zu River Forest hat einen Auf—
schub erlitten, da die Gebäude, in denen diese Anstalt nach ihrer
Verlegung von Addison ihr Heim haben wird, erst im Oktober
vollendet sein werden. In der Anstalt zu St. Paul befindet sich
die größte Schülerzahl, seit die Präparandenanstalt nicht mehr
mit dem Gymnasium verbunden ist. Es gebricht dort an Raum.
Aus Winfield, Kaus., schreibt Direktor Meyer: „Ein weiteres
Privatgebäude mußte gemietet werden, um die Schüler aus unsern
Kreisen unterbringen zu können. Mit dem Neubau wird wohl im
Oktober begonnen werden.“ Von der Gesamtzahl in Winfield
entfallen 15 auf den Geschäftskursus. In Clifton, Tex., erhalten
unsere Gemeinden im Verein mit einer Anzahl norwegischer Ge—
meinden eine Anstalt. Es wird von dorther eine Schülerzahl von
60 gemeldet, von denen sich 17 auf das Predigtamt vorbereiten.
Die Gesamtzahl der diesen Herbst Neueingetretenen ist, soweit ge⸗
meldet, 390, die Gesamtzahl derer, die sich auf das Predigt- und
Schulamt vorbereiten, 1357. G.
In unserm St. Louiser Predigerseminar begann am 10. Sep⸗
tember das neue Studienjahr. Nach der Eröffnungsrede, die der
Präses der Anstalt, Prof. D. F. Pieper, hielt, wurde Prof. Th.
Gräbner, der neu in die Fakultät eingetreten ist, vorgestellt und
vom Präses im Namen der Anstalt herzlich willkommen geheißen.
Die Zahl der Studierenden ist wieder größer als im vorigen Jahre
und ist die höchste in der Geschichte der Anstalt, wie nachfolgende
Tabelle veranschaulicht:
Ein geschrieben. Vikarieren. Setzen aus. Anwesend.
I. Klase 106 5 1 100
II. Klassse 129 22 5 10²
III. Klassssse 99 — — 99
Summa 33⁴ 27 6 301
Neueingetreten sind 97 Studenten, die aus den folgenden Vor—
bereitungsanstalten kommen: Fort Wahne 29, Milwaukee 24,
St. Paul 14, Concordia 14, Bronxville 14, Winfield 3, Water⸗—
town 1, Dresden, Deutschland, 1. Wie die Tabelle zeigt, werden
27 unserer Studenten das ganze Jahr Aushelferdienste tun in
den verschiedensten Landesteilen, von Canada bis Texas und von
Pennsylvania bis Wyoming. Außerdem liegen am Tage, da wir
dies schreiben (17. September), noch 12 zum Teil sehr dringende
Gesuche vor, von denen 6 von unserm Predigerseminar in Spring⸗
field, wo alle Vikare vergeben sind, hierher gesandt worden sind.
Daß man auch für die Verbreitung unserer kirchlichen Zeit—
schriften erfolgreich wirken kann, wenn man nur mit etwas Energie
und vor allem planvoll zu Werke geht, das beweisen folgende
Zuschriften, die uns in letzter Zeit zugegangen sind. Ein Pastor
schreibt: „Du weißt, daß unser Distrikt den Gemeinden emp—
fohlen hat, ein stehendes Komitee für Verbreitung unserer Zeit—
schriften zu erwählen. Meine Gemeinde hat's getan, und der
Erfolg ist sehr gut. Wir haben in kurzer Zeit die Zahl der
„Lutheraner-Leser mehr als verdoppelt. Ich gehöre nicht zum
Komitee, sondern zwei Gemeindeglieder, die das Herz auf dem
rechten Fleck haben, taten die Hauptarbeit; der Lehrer ist Agent.
Ich glaube bestimmt, wenn der Plan überall durchgeführt würde,
daß auch überall dasselbe Resultat erzielt würde. In meiner
kleinen Filiale sind nur sieben Glieder; da war kein Komitee
nötig; wir machten es in der Versammlung ab, und sechs sind
jetzt Lutheraner-Leser; der siebente war nicht da. In größeren
Gemeinden aber sollte überall ein Komitee bestehen, das auch jähr⸗
lich in der Versammlung über den Erfolg seiner Arbeit berichtet,
und der Pastor muß dafür sorgen, daß die Sache nicht einschläft.“
Ein Gemeindeglied aus Indiana schreibt: „In unserer Gemeinde
haben wir folgenden Plan eingeführt: Am 1. September jedes
Jahres stellen der Pastor, die Lehrer und die Glieder des Vor—
standes eine Liste zusammen, jeder aus seinem Bekanntenkreise
und etwa von Nachbarn, solcher, die noch nicht Leser unserer
Kirchenblätter sind. Diesen empfehlen wir dann unsere Zeit—
schriften und stellen ihnen vor, was für ein Segen für sie, ihre
Familie und die ganze Gemeinde es wäre, wenn sie ein kirch—
liches Blatt im Hause hätten. Am letzten Donnerstag im Dezein—
ber kommen wir dann zusammen und legen Bericht ab, damit die
neuen Leser ihre Zeitschriften von Neujahr an erhalten.“ Als der
Berichterstatter diesen Plan der Gemeinde, der er angehört, vor⸗
legte, waren 23 „Lutheraner“-Leser in derselben; jetzt, nach drei
Jahren, sind es ihrer 79. Dasselbe Gemeindeglied übersendet
eine Liste von mehr als zweihundert Namen solcher, die noch nicht
Leser sind, damit ihnen Probenummern gesandt werden möchten.
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