Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 22 › Seite 343
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Oktober 1913, Seite 343
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Sie haben für das über 40 Acker große Grundstück §553,500
aufgebracht und außerdem §30,000 für den Bau. Aus andern
Kreisen der Synode sind auch noch große Summen eingegangen.
Der ganze Bau einschließlich der Professorenwohnungen kommt
auf etwa §207,000 zu stehen. Da nun noch lange nicht alle
Gemeinden mit ihren Sammlungen für den Bau fertig sind,
so können wir hoffen, daß die noch fehlende Summe auch ein—
kommen wird. Für die Errichtung des Musikgebäudes haben
etwa 35 Männer je §1000.00 beigesteuert. Ein Geschent von
55000.00 wurde am Einweihungstag bekanntgegeben.
Der Zweck dieser Anstalt ist ein überaus hoher und herr—
licher, einer, der Gott dem HErrn viel mehr gefällt als der
Prachtbau des Riesenschiffes „Imperator“ oder der Bau des
Panamakanals. Denn unser Zweck ist, auf dieser Anstalt
Lehrer zum Himmelreich für unsere Kinder zu
ziehen. Lehrer sollen aus dieser Anstalt hervorgehen, und
zwar Lehrer, welche die Kinder nicht nur zu guten Bürgern
für den Staat erziehen, sondern auch zu Bürgern für das selige,
unvergängliche Reich Gottes, Lehrer, die selber Schüler des
Wortes⸗Gottes sind und IEsum zu ihrem Lehrmeister und
4 Heiland haben; Lehrer, die in rechter Kunst und Wissenschaft
wohl bewandert und gegründet sind, aber wissen, daß Gott in
seinem Worte klüger ist als alle Kunst dieser Welt; Lehrer,
die nicht nur das Wort vom Reiche Gottes die Kinder lehren,
sondern auch mit aller Liebe, Geduld und väterlichem Ernste
an ihren Herzen arbeiten, um sie zu Pflanzen im Himmelreiche
zu machen; Lehrer, die in ihrem ganzen Tun und Lassen den
Kindern IEsum vorleben und so ihnen Wegweiser zu allem
ö Guten und zum Himmel sind. Solche Lehrer unsern Kindern
zu geben, ist Zweck dieser Anstalt. Das ist ja etwas jo Großes
und Herrliches, daß darüber Freude ist vor den heiligen En⸗
geln, daß Gott uns selber Glück dazu wünscht.
Wie wenige solcher herrlichen Anstalten gibt es hier in
Amerika!
denen die Lehrer der öffentlichen Schulen ausgebildet werden;
aber außer drei oder vier lutherischen Synoden mit kleinen
x Lehrerseminaren hat in der ganzen großen protestantischen
Christenheit dieses Landes nur unsere Synode Anstalten, und
zwar zwei große, auf denen Lehrer zum Himmelreich gelehrt
werden — die Lehrerseminare zu River Forest, Ill., und
Seward, Nebr. Wie groß, einzigartig groß, ist darum das
Werk, das wir in diesen Anstalten treiben! Ja gewiß, der
HErr hat herzliches Wohlgefallen an diesen Bau, den wir
zum Besten unserer Kinder errichtet haben. H. W.
2—
———
Kurze Nachrichten aus unserer Heidenmission.
Martin Freche, der zweite Sohn Missionar R. Freches,
ö ist in unser Concordia-College zu St. Paul eingetreten, um
sich auf das heilige Predigtamt vorzubereiten. Gott lege sei—
nen Segen auf sein Studium!
Von dem harten Felde unsers nördlichen Missionsgebiets
bringt Missionar G. Naumann die hocherfreuliche Nachricht,
daß sich in dem dreizehn Meilen von Krishnagiri im jungle ge—
legenen Dorfe Bellampatti 10 Erwachsene zur Taufe gemeldet
haben, und zwar sind das Sudras und Velalars. Sie
wurden gewonnen durch die Heidenprediat und durch unsere
Unser Land ist voll sogenannter Normalschulen, in
Traktate. Auch in der Mission gilt das Gotteswort: „Harre
des HErrn! Er wird's wohl machen.“
Frau Missionar Kellerbauer mußte sich in Leipzig einer
schweren Operation unterwerfen. Diese ist glücklich verlaufen,
und Frau Kellerbauer ist schon wieder daheim bei den Ihrigen.
Missionar H. Nau hat in Kaddeikal, das zur Station Tri⸗
vandrum gehört, eine Schule eröffnet. Sie wird von 25 bis
30 Kindern besucht. Als Lehrer dient ein Schanar-Katechumene
aus Ariyanaad. Zugleich meldet Missionar Nau, daß er in
Sulinamur und in Saleikonam die Arbeit aufgenommen hat.
Missionar J. Harms bedient diese Posten selbständig.
Am 6. Oktober ist Missionar F. Mohn mit seiner Familie
glücklich in New York gelandet. Er gedenkt dem SErrn dahier
im Predigtamt zu dienen.
Am 6. Oktober hat P. Heinrich Hamann den Beruf als
Missionar und Leiter unsers Schulwesens in Indien mit Be⸗
willigung seiner lieben Gemeinde angenommen. Er wird sich
auf dies Amt durch Spezialstudium auf der Columbia Univer-
sity vorbereiten.
Die Missionare Ehlers und Görß sind am 30. September
auf dem Dampfer „Kronprinz Wilhelm“ nach Indien abge—
reist. Am 4. Oktober folgten ihnen Missionar Williems, Fräu—
lein Ellermann und Fräulein Scherer auf dem Dampfer
„George Washington“. Am 16. Oktober wird die ganze Reise—
gesellschaft auf dem Dampfer „Norck“ von Genua nach Indien
abfahren. Jul. A. Friedrich.
—
Versammlung des Texas-Distrikts.
1. Was soll uns Christen zum Geben für Christi Reich be⸗
wegen? Eigentlich bedarf Gott unserer Gaben ja nicht. Sein
ist beide Silber und Gold. Aber er hat uns in Gnaden zu
seinen Heiligen und Geliebten gemacht, geschaffen in Christo
IEsu zu guten Werken. Und nun will er unser und unserer
Gaben sich bedienen, sein herrliches Gnadenreich in der Welt
zu bauen und auszubreiten. Das ist die Ordnung, die er ge—
troffen hat. Wenn wir sie recht ansehen, liegt darin für uns
nicht sowohl eine Pflicht als vielmehr eine Auszeichnung, ein
Vorrecht. Sodann erinnern wir uns der Dankesschuld, die wir
haben. Gott der HErr hat uns so viel gegeben, wie wir das
ja im ersten Artikel und in der vierten Bitte aufzählen, ohne
jedoch alles aufzählen zu können. nd noch viel mehr hat er
uns reich gemacht an geistlichem Segen und himmlischen Gü—
tern. Wir armen Sünder sollen nicht verzagen in unsern Sün—
den, sollen nicht erzittern vor der Hölle, sondern haben durch
unsern HErrn JEsum einen getrosten, frohen Mut und leben
hier sicher und glücklich und sterben selig. Aber „des alles wir
ihm zu danken, zu loben und dafür zu dienen und gehorsam
zu sein schuldig sind, das ist gewißlich wahr“.
2. Wer von uns Christen soll geben für Christi Reich? Die
Schrift sagt: „Auf je der Sabbater einen lege bei sich selbst
ein jeglicher unter euch und sammle, was ihn gut
dünkt.“ Der reiche Hauptmann zu Kapernaum, der unsern
wohlhabenden Brüdern, die jetzt das Musikgebäude für das
neue Lehrerseminar errichten, das schöne Beispiel gegeben hat,
und die arme Witwe mit den zwei Scherflein und die Freude
des Heilandes darüber soll bei Reichen und Armen unter uns
nicht vergessen werden. Unsere lieben Asten solen (mitps tumn
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