Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 22 › Seite 348

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Oktober 1913, Seite 348

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tanz

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ö — uthera

42818.

recht herzlich gehalten, sollte die Stelle eines persönlichen Besuches
bei jedem Glied vertreten und gab auch die für das nächste Jahr
nötigen Summen unter den verschiedenen Missionen an, auch die
für die Innere Mission im eigenen Staat. Am Sonntag vor
dem Fest hielt der Pastor eine Vorbereitungspredigt. Nach alle
diesem konnte nün der Regen nichts mehr schaden, die Kuverte
kamen doch, noch an den nächsten Tagen, auch von solchen, die,
wie gewöhnlich, grundsätzlich gegen solche Sachen sind.
Dienstmädchen hatten fünf Dollars gegeben. — Wie, wenn diese
oder eine ähnliche Art und Weise in allen unsern Gemeinden ein⸗
geführt würde für das Missionsfest? Man würde damit ein
Doppeltes erreichen. Einmal wäre dann dieser Teil des Erfolgs
eines Missionsfestes nicht mehr so sehr vom Wetter abhängig wie
sonst, und zum andern würden wahrscheinlich die Kassen unserer
sämtlichen Missionen durch die Missionsfestkollekten allein so ge⸗
füllt, daß sie das ganze Jahr hindurch keine Not zu leiden
brauchten, wie jetzt leider so oft. Und dann könnten von den
Gemeinden andere Kassen, mit denen es jetzt manchmal so kläg⸗
lich steht, leichter und fleißiger bedacht werden, wie zum Beispiel
die Synodalkasse, die Baukasse, die Unterstützungskasse usw.
Welch ein Segen wäre das! Es kommt nur auf den Versuch
an, aber auf einen möglichst allgemeinen Versuch.

Gegen unanständige Tänze. Ein deutschländisches kirchliches
Blatt berichtet: „Auf Veranlassung des Ministeriums ist im
Herzogtum Altenburg an alle Saalwirte die Aufforderung er⸗
gangen, dafür Sorge zu tragen, daß die vielfach ausgeübten
Schiebetänze oder ähnliche anstößige Tänze unterbleiben, da sie
in keiner Form geduldet werden könnten. Den übertretern ist
strenge Ahndung, nötigenfalls Entziehung der Erlaubnisgerecht⸗
same angedroht. In ähnlicher Weise wird jetzt in Preußen und
Sachsen gegen diese Unsitte vorgegangen, welche die sittliche Ver⸗
kommenheit weiter Kreise besonders deutlich zeigt.“ E. P.

Jesuitische Marienvergötterung. Nicht Marienverehrung,
sondern Marienvergötterung treibt man im Jesuitenorden. In
einer Lebensbeschreibung des Jesuitenpaters Jakob Rem (gedruckt
zu Regensburg 1896) kommen folgende Gebete zur heiligen Jung⸗
frau vor: „Durch dich wird die Dreieinigkeit heilig gehalten auf
dem ganzen Erdkreis. Durch dich wird alle im Irrtum des
Götzendienstes befangene Kreatur zur Erkenntnis der Wahrheit
bekehrt; durch dich sind die gläubigen Menschen zur Taufe ge⸗
langt und auf dem ganzen Erdkreise Kirchen erbaut worden.
Durch dich haben die Propheten geweissagt, durch dich die Apostel
den Völkern das Heil gepredigt.“ „O heilige Maria, mächtige
Fürsprecherin, laß mich leben unter deinem mütterlichen Segen,
auf daß ich selig sterben möge unter deinem jungfräulichen
Schutze.“ Die alten Heiden fabelten von einem Riesen, Atlas,
der die Welt auf seinen Schultern trage. „Diese Ehre“, spricht
der Jesuit, „gebührt dir, o Jungfrau, die du die Herrin der Welt
und des Himmels Königin bist. Du trägst den Erdball; dein ist
der Himmel und dein die Erde.“ 6

Unsere Schwestersynode in Australien treibt auf der großen
Inselgruppe Neuseeland Mission unter den Eingebornen, den
Maori, die einst Menschenfresser waren. Im Dienste dieser
Mission steht P. Te Punga, selber ein bekehrter Maori, der auf
unserm Seminar in Springfield ausgebildet worden ist und sich
in Chicago eine Frau aus unsern Kreisen holte, ehe er nach
Neuseeland zurückkehrte. Er berichtet, daß er hauptsächlich durch
Hausbesuche den Boden für das Evangelium zubereiten muß;
doch hat er schon mehreremal öffentlichen Gottesdienst gehalten,
dem bis zu 40 Maori beiwohnten. Sieben Maorikinder hat er
getauft, und drei Personen stehen im Taufunterricht. G.

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„Komm!“

Was doch ein einziges Wörtlein manchmal ausrichten kann!
Und wie doch die Heilige Schrift stets dasjenige Wort zu ge⸗
brauchen weiß, durch das sie am sichersten etwas ausrichten kann!
Das wurde mir neulich klar, als ich von einem alten Manne
hörte, der an dem Wörtlein „Komm!“ sein besonderes Wohl⸗
gefallen hatte, weil gerade dieses Wörtlein ihn zu Christo ge⸗
führt hatte. Er war noch ein Kind, als er seine Eltern verlor.
Eine wohlwollende Frau nahm den verlassenen Knaben in ihr
Haus, um ihn zu erziehen; allein sie fand nicht den rechten Weg
dazu. Kam ein Festtag, so sagte sie wohl: „Geh, Hans, geh
zum Fest in die Kirche!“ Oder hielt ein bekannter Prediger eine
Sonntags⸗ oder Missionspredigt, dann hieß es: „Geh und höre
ihn!“ Aber der Hans hatte gewöhnlich keine Lust, allein zu
gehen, und dann schalt die Frau ihn einen gottlosen Buben. So
wuchs er auf und wurde ein Mann, der keine Luft zu Gottes Wort
hatte und der Kirche gerne aus dem Wege ging.

Doch als Gott der HErr ihm später ein treues, frommes

Ehegemahl, seine Marie, bescherte, da wurde es anders. Und
wie war das? Die Marie pflegte zu sagen: „Hans, komm,
ich möchte heute so gern eine Predigt hören; komm, sie wird

dir auch lieb sein.“ Ein andermal sagte sie: „Hans, ich sehe, du
bist recht müde, heute abend ist Gottesdienst in der Kirche; komm
doch mit, du wirst gewiß erquickt zurückkehren!“ Oder abends,
wenn der Tisch abgeräumt, alles fein in Ordnung war und Hans
behaglich in seinem bequemen Stuhl saß, dann hieß es: „Komm,
Hans, ich habe hier ein schönes Buch; wenn du mir vorlesen
möchtest, kann ich dabei nähen. Wie schön wäre das!“ Und der
Hans konnte nie widerstehen, wenn seine Marie freundlich bat:
„Komm!“

Eines Abends aber las er in der Bibel und kam an die
Worte: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen
seid; ich will euch erquicken.“ „Ach Marie“, rief er, „die Bibel
ist gerade wie du; mir ist's klar, ich liebe sie von ganzem Herzen.“

„Hans, Hans“, sagte Marie voll Freude und legte ihren Arm
um seinen Hals, „das freut mich unsäglich. Aber was meinst du
damit, daß ich sei wie das Buch, und was wird dir klar?“

„Ja, siehst du, Marie, du bist nicht wie meine Pflegemutter.
Die sagte immer: „Ach, gehl' Du aber sagst: „Komm,
komm!“ Und nun verstehe ich's: aus der Bibel hast du dein
„Komm!“ gelernt; darum liebe ich sie.“

„Hans“, sagte Marie darauf mit leuchtenden Augen, „dies
ist nicht das einzige Komm!“ in der Bibel; überall steht:
„Komm!““ Sie nahm das Buch aus seiner Hand und las:
„Kommt und laßt uns miteinander rechten, spricht der HErr.
Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß
werden; und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie
Wolle werden“, Jes. 1. 18. Weiter umwendend,‚, las sie: „Wen
da dürstet, der komme zu mir und trinke“, Joh. 7,. 37. „Wohlan,
alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser; und die ihr
nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und
kaufet ohne Geld und umsonst beide Wein und Milch“, Jes. 55, 1.
Und wieder las sie weiter: „Und der Geist und die Braut
sprechen: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da
will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“, Offenb. 22, 17.
„Aber, Hans“, sagte sie endlich, „hier ist das beste „Komm!“
von allen: „Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet
das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt, Matth.
25, 34.“

Nun ist die Marie schon lange im Himmel. Aber ihre
letzten Worte auf Erden waren: „Hans, ich gehe zum HErrn;
komm du auch, damit ich dich wiedersehe, und versprich mir, unser
Kind zu lehren, wie es ihn findet.“

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