Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 22 › Seite 344

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Oktober 1913, Seite 344

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SDer 2„TuthieranebS

und nicht müde werden. Unsere Jünglinge und Jungfrauen,
ja auch unsere Kinder sollen das Vorrecht der Christen früh
lernen und üben. Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den
Jungen sollen loben den Namen des SErrn.

3. Wie sollen wir Christen geben für Christi Reich? Von
Davids Volk, als es zum Tempelbau sich rüstete, heißt es:
„Aber das Volk war fröhlich, daß sie freiwillig waren; denn
fie gaben's von ganzem Herzen dem SErrn freiwillig.“ Wer
so gibt, fröhlich, von ganzem Herzen, dem SErrn freiwillig,
der gibt recht. Und wieviel denn? Soviel die Not des Reiches
Christi erfordert, jeder nach dem Segen, den ihm der SErr,
sein Gott, gegeben hat. Und regelmäßig sollten wir Christen
geben; so allein beugen wir der Not vor, mit der unsere Kassen
fast immer zu kämpfen haben. Und das regelmäßige Geben
kann nur an Leistungsfähigkeit gewinnen, wenn es systematisch
betrieben wird.

4. Auf welche Weise sollen wir die Gaben für Christi
Reich aufbringen? Nicht eine gleiche Rate oder Taxe für alle
machen, nicht einen gewissen Satz vorschreiben. Wir haben ja
nicht alle dasselbe Maß der Güter, auch nicht dasselbe Maß der
Erkenntnis. Darum soll die göttliche Regel bei uns gelten:
„Ein jeglicher aber nach seiner Willkür“ (das heißt, aus freiem
Herzenstrieb), „nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn
einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Noch viel weniger aber
wollen wir mit church fairs und ice cream socials aufbringen,
was unser Heiland bedarf. Oder würdest du wohl mit deinen
Brüdern und Schwestern so ein Ding veranstalten, um deine
alten und gebrechlichen Eltern mit dem Nötigen zu versorgen?
Nein, sagst du, da würde ich mich doch vor Gott und der Welt
schämen. Nun, so wollen wir den HErrn IEsum und sein
Reich auch also ehren und „einfältiglich“ geben. Sein Evan—
gelium wird uns immer wieder dazu willig machen.

5. Woran liegt es aber, daß es mit dem Geben für Christi
Reich bei uns nicht immer so recht vonstatten gehen will? Das
liegt einmal am schwachen Glauben und an schwacher Erkennt⸗
nis. Dem stellt sich das alte böse Fleisch entgegen, das ja
gleichgültig, lieblos und geizig ist und es lieber der Welt gleich⸗
tut in Kleiderpracht, Vergnügungssucht und allerlei Luxus.
Sodann liegt es zum großen Teil an uns Pastoren. Wir sind
oft untätig und nachlässig und sagen unsern Christen nicht, wie
es um das Reich Christi steht und was es bedarf. Oft sind wir
auch mutlos, wo wir getrost und sehr freudig sein sollten.

6. Wie werden wir zinnt rechten, gottgefälligen Geben für
Christi Reich erzogen? Heer hilft kein Stockmeister. Der mag
wohl Gaben herausklopfen, aber keine gottgefälligen Gaben.
Das Evangelium aber macht die Herzen fähig und willig zu
geben. So hat Paulus 2 Kor. 8 seinen lieben Korinthern das
Beispiel der mazedonischen Gemeinden vorgehalten, um sie zu
ermuntern, einen ähnlichen Eifer zu zeigen. Auch Lob und
Anerkennung ihres schon erwiesenen guten Willens fehlt dort
nicht. Aber rechtes Geben kann doch nur das liebe Evange⸗
lium wirken. Darum stellt der Apostel seinen Korinthern vor:
„Ihr wisset die Gnade unsers HErrn JEsu Christi, daß, ob er
wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr
durch seine Armut reich würdet.“

Dies, lieber Leser, sind einige Brocken aus dem trefflich
schön ausgeführten Referat, das von P. H. Studtmann dem
Texas-Distrikt auf der Synode zu Giddings, die vom 9. bis
zum 15. Juli tagte, vorgelegt wurde. Der Unterzeichnete
meinte, diese Arbeit sei besonders in unserer Zeit so nötig und

heilsam, daß er sich erlaubte, sämtliche sechs Fragen, die der
Arbeit zugrunde lagen, und einen Auszug ihrer Beantwortung
hier wiederzugeben. Möge der Synodalbericht, der diese Arbeit
enthält, recht fleißig von Hörenden und Lehrenden studiert und
beherzigt werden!

Der Ehrw. Allgemeine Präses, P. F. Pfotenhauer, er⸗
freute die Synode mit seiner Gegenwart.

Sehr erfreulich lautete der Bericht unserer Missionskom⸗
mission über das ausgedehnte Missionsfeld unsers großen
Staates. Daß wir in den Großstädten bisher so wenig Erfolg
hatten, war unter uns immer beklagt worden. Aber durch Got—
tes Gnade ist es nun doch anders geworden. Wir haben jetzt
wenigstens Anfänge rechtgläubiger Gemeinden in fast allen
Großstädten im Staate Texas. In Waco und San Antonio
müssen Kapellen, in El Paso muß ein Pfarrhaus gebaut wer⸗
den. Gott segne ferner den Lauf seines Worts unter uns und
helfe uns nun recht üben, was wir auf der Synode vom Geben
für Christi Reich gehört haben! E. D.

———— .—

Unsere Missionen.

12. Negermission.
(Schluß.)

über die Bedürfnisse zur Fortführung der Negermission
wird folgendes mitgeteilt:

„1. Da fünf neue Gebiete in Angriff genommen wurden,
und wir für kleine, zum Teil baufällige Häuser hohe Miete
zahlen müssen, so sollten so bald als möglich auf diesen Gebieten
kleine Kapellen errichtet werden, die uns, abgesehen von den
Kosten für Bauplätze, auf wenigstens 54000.00 zu stehen kom⸗
men werden. Sodann sollte auf Beschluß der Ehrw. Synodal⸗
konferenz für unser lutherisches Häuflein in High Point, N. C.,
eine Kapelle für etwa §5350.00 gebaut werden.

„2. Auf zwei alten Stationen in New Orleans sind die
Schulen überfüllt; es müssen daher unbedingt zwei Schul⸗
zinimer angebaut werden, um für die große Anzahl von Kindern
den nötigen Raum zu gewinnen. Die Kosten hierfür werden
sich einschließlich der Einrichtungen etwa auf §2500.00 belaufen.

„3. Unsere Mission hat zwei Lehranstalten zur Ausrüstung
von farbigen Arbeitern für den Kirchen⸗ und Schuldienst, näm⸗
lich das Immanuel⸗College in Greensboro, N. C., als Prediger⸗
und Lehrerseminar mit 4 Professoren, 1 Hilfslehrer und 64
Studenten und als Vorbereitungsschule für dieses Seminar das
Luther⸗College in New Orleans mit 2 Professoren und 36
Schülern. (Die Professoren sind fast sämtlich auch im Predigt⸗
amt tätig.) Damit nun mehr rechtschaffene farbige Prediger
und Lehrer für das große Arbeitsfeld ausgebildet werden kön—
nen, bedürfen diese Anstalten eine kräftigere Unterstützung, als
sie bisher erhalten haben. Unter anderm muß zunächst für
unser Seminar in Greensboro ein Abzugskanal fertiggestellt
werden. Es ist dies eine absolute Notwendigkeit nicht nur um
der Anstalt selbst willen, sondern auch weil die städtischen Be—
hörden darauf dringen. Die Kosten sind auf 5600.00 bis
5800.00 berechnet.

„4. Um die bereits in Angriff genommenen Stationen,
vakante Schulstellen und neue Felder zu besetzen, sind letztes
Jahr fünf neue Arbeiter angestellt worden, und ist dieses Jahr
die Anstellung von sechs neuen Arbeitern nötig. Damit werden

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