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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. Mai 1914, Seite 169

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Himmel, der halte ein eig
Cvangelium, zu verkiindigen

denen, die aus Erden siden
und wohnen., und allen Hei⸗
den, und Seschlechtern, und
1Sprachen, und Völkern, und
sprach mil großer Stimme:
Lürchten Gott, und gebei
imn die Chre; denn die Zeil
seines Gerichts ist kommen,
und belel an den der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meer, und dit Wasser⸗

U *

Berausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Kutherischen Jynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Semiuars in St. Lonis.

70. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 26. Mai 1914.

Nr. 11.

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——

Die Gabe des Heiligen Geistes.

Weihnachten, Ostern, Pfingsten, das sind, wie wir alle
wissen, die drei großen Hauptfeste des christlichen Kirchenjahres.
Wenn auch das ganze Jahr hindurch die großen Taten Gottes
zum Heil der Sünderwelt in der Christenheit verkündigt wer⸗
den sollen, so tritt dies doch gerade an den großen Hauptfesten
ganz besonders hervor. Da tritt die Gnade unsers HErrn
IEsu Christi, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemein⸗
schaft des Heiligen Geistes sozusagen leibhaftig vor unsere
Seele. Und zwar hat dabei ein jedes der hohen Feste sein
ganz besonderes Gepräge, indem uns an einem jeden derselben
eine wunderbare Offenbarung einer Person der heiligen Drei⸗
einigkeit in eigentümlicher Weise entgegenleuchtet. Zu Weih⸗
nachten blicken wir allemal mit Verwunderung hinab in das
unergründlich tiefe Meer der Liebe Gottes des Vaters, der
seinen eingebornen Sohn für die in Sünden verlorne Welt
zum Heilande bereitet und gesandt hat. Da singen wir:

Lobt Gott, ihr Christen allzugleich,

In seinem höchsten Thron,

Der heut' aufschleußt sein Himmelreich

Und schenkt uns seinen Sohn.
Am Osterfeste strahlt in ihrem vollen majestätischen Glanze die
Gnade unsers HErrn JEsu Christi, der nicht nur um unserer
Sünden willen dahingegeben, sondern auch um unserer Ge—
rechtigkeit willen auferweckt ist, der dem Tode die Macht ge⸗
nommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen an
das Licht gebracht hat. Da singen wir:

Das ist die rechte Osterbeut',

Der wir teilhaftig werden:

Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit

Im Himmel und auf Erden.
Am Pfingstfeste begrüßt uns die Gemeinschaft des Heiligen
Geistes, durch den wir des ganzen, großen Heiles, das uns
allen bereitet ist, im Glauben teilhaftig werden und bleiben.
Da singen wir:

Was uns die göttlich' Majestät

Am heil'gen Kreuz erworben hat,
Das teilet aus der Heilig' Geist,
Darum er unser Lehrer heißt.

Der Heilig' Geist den Glauben stärkt,
Geduld und Hoffnung in uns wirkt,
Erleucht't und macht die Herzen fest
Und uns in Trübsal nicht verläßt.

In diesem schönen harmonischen Dreiklang der hohen
Hauptfeste des christlichen Kirchenjahres ist also das Pfingstfest,
das die Christenheit jetzt wieder feiern darf, recht eigentlich das
Ehrenfest des Heiligen Geistes, der, wie wir Christen auf
Grund der göttlichen Offenbarung bekennen, als eines gött⸗
lichen Wesens mit dem Vater und dem Sohn und als die dritte
Person der Gottheit vom Vater und vom Sohn auf unaus⸗
sprechliche Weise ausgeht, und dessen besonderes Werk es ist,
daß er aus verdammten Sündern durch die Wiedergeburt, Er⸗
neuerung und Heiligung selige Gotteskinder und Himmelserben
macht. Besser können auch wir Gott den Heiligen Geist nicht
preisen, als wenn wir sein wunderbares Gnadenwerk lebendig
erkennen, indem wir es selbst an unsern Herzen erfahren und
ihm dafür allen Ruhm und alle Ehre geben. Auch ohne des
Heiligen Geistes Hilfe gäbe es ja für uns kein Heil und keine
Seligkeit. Vergebens hätte uns Gott der Vater nach seinem
Ebenbild zum ewigen Leben erschaffen, und vergebens hätte
uns Gott der Sohn, nachdem wir in Sünde gefallen und dem
ewigen Tode verfallen waren, so teuer durch Bluten und Ster⸗
ben erlöst, wenn nun nicht auch Gott der Heilige Geist sich unser
erbarmte, wenn er uns nicht aus unserm geistlichen Tode auf⸗
weckte, wenn er uns nicht erleuchtete, daß wir die Liebe des
Vaters und die Gnade des Sohnes erkennen, wenn er uns
nicht Kraft gäbe, diese göttliche Gnade und Liebe im Glauben
zu ergreifen und darin zu beruhen bis an das Ende.

„Als der Tag der Pfingsten erfüllt war“, wurde einst der
Heilige Geist über die Gläubigen zu Jerusalem ausgegossen.
Wir dürfen aber nicht meinen, daß der Heilige Geist an jenem
Tage zuerst gegeben worden sei oder damals erst sein Werk

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