Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 11 › Seite 178

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. Mai 1914, Seite 178

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht

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8 Der „TutheranetEN

Hirtentreue die Dornenkrone am Haupte hangen geblieben ist?
Wo kein Einblick ist ins Herz, da ist auch kein Aufblick zum Kreuz.

Was heißt, mit dem HErrn sein? Es heißt mehr als: nichts
wider ihn haben, mit ihm — wie man wohl sagt — auf gutem
Fuße stehen. „Ich hasse Gott nicht“, sagte ein wohlhabender
Scheinchrist. „Wohl weiß ich, daß ich von Sünden nicht ganz
frei bin, wie das überhaupt keiner von sich sagen darf; es sind
eben die bekannten Schwachheitssünden. Aber Haß, Empörung
wider Gott — unmöglich, daß so etwas wider den lieben Gott
in meinem Herzen sich fände. Ich habe mich in meinem Leben
viel geplagt. aber der HErr hat auch seinen reichen Segen zu
meiner Arbeit gegeben.“ In aller Aufrichtigkeit dachte dieser
Mann, er sei für Gott und Gott für ihn.

Aber wie jämmerlich hatte er sich darin getäuscht! Es
dauerte nicht lange, da hielt das Unglück seinen Einzug bei diesem
reichen Manne. Ein Bach, der durch anhaltenden Regen zum
Strome angeschwollen war, drohte, seine Mühle unten im Tale
zu zerstören. Ein Haufen Volks schaute zu und erwartete jeden
Augenblick den gewaltigen Einsturz. Und er selbst? Er stand
dabei, fluchte Gott und stieß die schrecklichsten Verwünschungen
aus. Nun wurde es offenbar, daß sein Herz nicht für, sondern
wider Gott war. Er hatte seinen Willen an etwas, das nicht
der lebendige Gott war, verkauft und erfuhr die Bedeutung des
Wortes: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.“

(Frommel.)

— — — — —ꝗt
Todesanzeigen.

In P. Hermann Reemt Bohlsen ist am 21. April
ein frommer, fleißiger, fröhlicher Pastor und Schulmeister aus
reichgesegneter Arbeit abgerufen worden. Der Entschlafene wurde
am 2. Februar 1873 zu Stapel in Ostfriesland als das jüngste
von acht Kindern des Lehrers Gerhard Friedrich Bohlsen geboren.
Nach dem Tode der Eltern im Jahre 1877 fand er Aufnahme und
Erziehung bei einer Schwester. Im Jahre 1891 wanderte er
mit einem Bruder aus und kam nach Madison Co., Nebr. Im
Jahre 1898 begann er in Springfield seine Studien fürs Pre⸗
digtamt. Sein erster Wirkungskreis waren die beiden Gemein⸗
den bei Wausa und Osmond,‚ Nebr., wo er im September 1903
von P. A. Ollenburg eingeführt wurde. Im Mai 1909 wurde
er von P. H. Hilpert in der St. Paulsgemeinde zu Wisner,
Nebr., eingeführt, von wo aus er noch den Predigtplatz Pilger be⸗
diente. — Beim Gedächtnisgottesdienst in Wisner am Donners⸗
tag redete im Hause P. S. Meeske Worte des Trostes, während
in der Kirche P. H. L. Bornemann, ein Studiengenosse, über Phil.
1. 21 deutsch, P. Jul. Tegeler über 2 Tim. 4, 7. 8 in englischer
Sprache predigte. Am folgenden Morgen wurde die Leiche nach
Murdock gebracht, wo sie am Nachmittag auf dem Gottesacker der
Gemeinde P. J. W. Peters' feierlich beigesetzt wurde. Hier pre⸗
digte der Ortspastor deutsch über 1 Joh. 5, 4 und P. Th. Hart⸗
mann englisch über Joh. 13,. 7. Er hat alles gewonnen, und wir
haben viel verloren. E. O.

Tief und allgemein war die Trauer, als sich in den Gemein⸗
den des Kansas⸗Distrikts die Kunde von dem unerwarteten Tode
P. Friedrich Pennekamps verbreitete. Am Ostermon tag
predigte er noch. In der Woche darauf begab er sich in das
Hospital zu Beatrice, Nebr., und unterzog sich am 24. April
einer Operation, an deren Folgen er noch an demselben Tage
starb. Zu der Beerdigung, die am 28. April stattfand, eilten
viele Amtsbrüder von nah und fern herbei, um ihrem lieben
Freund und Bruder das Grabgeleite zu geben. Außer den vier
Amtsnachbarn Grupe, Kauffeld. Marting und Cook waren aus

Kansas erschienen die Pastoren C. Hafner, P. D. Müller, Wm.

Meyer, C. F. Lehenbauer. P. Stolp, G. Ruhl, K. Vetter und
H. D. Wagner und aus Missouri der Unterzeichnete, sein früherer,
langjähriger Amtsnachbar. Im Hause redete P. H. Grupe über
Hos. 6, 1. In der Kirche hielt sein ältester Freund, P. C. Hafner.
die Leichenpredigt über Hebr. 13, 7. Vizepräses Müller verlas
ein Beileidsschreiben Präses Jüngels sowie auch Beileidsschreiben
der Gemeinde zu Topeka, des Lehrerkollegiums zu Winfield und
P. M. Sennes. Am Grabe widmete P. J. V. Kauffeld seinem
verblichenen Amtsnachbar noch einen Nachruf und übergab dann
unter Gottes Wort und Gebet den müden Leib dem Schoß der
Erde. In der Kirche wie am Grabe sangen Singchöre Trauer⸗
und Trostlieder. — P. Pennekamps Wiege stand in Barmen, in
der Rheinprovinz, Deutschland. Er wurde am 15. Juli 1858 ge⸗
boren. Frühzeitig besuchte er das Gymnasium seiner Vaterstadt.
Da er früh seinen Vater verlor, ließ ihn im vierzehnten Jahre
sein nun greiser und gebeugter Onkel, P. F. W. Pennekamp, in
unser Land kommen und vertrat Vaterstelle an ihm. Er wurde
nun ein Zögling unsers Gymnasiums zu Fort Wayne. In sei⸗
nen ersten Ferien hierzulande erkrankte er an der Hüftgelenk⸗
entzündung, wonach er zeitlebens lahmte. Während seiner Stu⸗
dienzeit in Fort Wahne wurde er vom seligen Dr. W. Sihler am
6. April 1873 in der St. Paulskirche konfirmiert. Von 1876
bis 1879 lag er in unserm Seminar zu St. Louis dem Studium
der Theologie ob. Seinen Hauptlehrer, D. Walther, schätzte er
sein Leben lang sehr hoch und erinnerte sich seiner stets in dank⸗
barer Liebe. Sein erstes Arbeitsfeld war Topeka. Hier legte er
den Grund zu einem gesund⸗lutherischen Gemeindewesen und
gab dieser Gemeinde ein rein lutherisches Gepräge. Im Jahre
1890 sandte ihn der Hausvater in seinen Weinberg zu Alma,
Kans. Im Oktober des Jahres 1898 kam er an die Gemeinde,
wo der SErr nun so unerwartet schnell Feierabend mit ihm
machte, an die Immanuelsgemeinde zu Hermannsberg bei Bre⸗
men, Kans. Hier sah er eine schöne, große Kirche erstehen. Hier
durfte er sein silbernes Amts⸗ und Ehejubiläum feiern. — P. Pen⸗
nekamp war ein Mann, dem es Ernst war mit seinem Amte. Die
Herden Christi, die ihm befohlen waren, weidete er nicht ge⸗
zwungen, sondern williglich, nicht um schändlichen Gewinnes
willen, sondern von Herzensgrund. Er war ein rechter Luthera⸗
ner, dem es Herzensüberzeugung war, daß Luthers und Walthers
Lehre und das lutherische Bekenntnis nichts anderes ist als die
unverfälschte Lehre der Heiligen Schrift selbst. Er suchte von gan⸗
zem Herzen Gottes Wort in seinen Gemeinden zur Herrschaft zu

bringen. Als Prediger war er klar und wahr, schlicht und einfach.

Gott hatte ihn „gezieret mit Gaben schöne“, geistig und geistlich.
Vornehmlich besaß er einen klaren, scharfen Verstand und ein siche⸗

res Urteil. Darum fiel bei der Organisation des Kansas⸗Distrikts —
(1888) die Wahl als Präses auf ihn; aber auch nachher, als er
nach sechsjähriger Amtszeit eine Wiederwahl ablehnte, begehrte =

man noch gar oft seinen Rat und Beistand. Es bleibe das Ge⸗
dächtnis dieses Gerechten im Segen unter uns!

die er geschlagen hat!
H. Wein (im Auftrag P. C. Hafners).

Am 5. Mai entschlief im festen Glauben an seinen Heiland
Lehrer Joh. Georg Denninger.

St. Johannisgemeinde zu Adrian, Mich., niedergelegt.

gräbnis fand statt am Freitagnachmittag, den 8. Mai. P. Manske

hielt eine Ansprache in deutscher Sprache über Phil. 1. 23. P. Ernst

Fackler hielt seinem früheren Lehrer einen herzlichen Nachruf in

englischer Sprache. — Der Entschlafene wurde am 29. Juni

Der Gott alles
Trostes aber tröste seine trauernde Familie und Gemeinde mit
der Erkenntnis seines Willens und heile aufs beste die Wunden,

—22.. —..— ——

Im Mai 1909 hatte der A
Verstorbene wegen Altersschwäche sein Amt als Lehrer an der
Das Be⸗ 4

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