Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 16 › Seite 254

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 4. August 1914, Seite 254

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8 DerTutßeraneEEN.

und die Gemeinde beschloß, das Anerbieten anzunehmen. Nach
dem Kontrakt, den unser Komitee heute geschlossen hat, bekom⸗
men wir drei große Bauplätze für §52100. Diese sind allein
§1000 wert, denn sie liegen in dem schönsten Teil der Stadt.
Die Kirche ist etwa 40460 Fuß groß und mit hohem Turm,
elektrischem Licht, Heizung, Bänken aus Eichenholz, Kanzel,
Altar usw. versehen. Auch eine schöne, zweckentsprechende Orgel
bekommen wir mit. Dies alles für §2100! Wir haben schon
51000 aufgebracht, und ich glaube, wir werden noch fernere
5500 aufbringen. Könnten wir wohl §500 von der Allge⸗
meinen Kirchbaukasse bekommen? Wir müssen nämlich die
ganze Summe sofort bezahlen. Meine Leute haben sich sehr
angestrengt und würden sehr enttäuscht sein, wenn die Kom⸗
mission uns diese Summe nicht leihen könnte.“ — Ob wohl
noch jemand so viel Geld an Hand hat, daß der Gemeinde ge⸗
holfen werden könnte? Daß noch offene Hände da sind, haben
wir erst ganz neulich erfahren, als uns ein Fräulein in Chicago
5400 schenkte, und eine andere Familie uns §1000 auf un⸗
bestimmte Zeit zinsfrei überließö. Den Leuten in H. sollte
unverzüglich geholfen werden. Wer leiht der Kommission
zinsfrei 55002

Aus K., Wash., kommt die Bitte: „Unsere kleine Ge⸗
meinde sollte notwendig eine Schule bauen und Schulden ab—
bezahlen; aber sie kann das Geld unmöglich auf einmal auf⸗
bringen. Die Summe beläuft sich auf §3000.“

Solcher Beispiele könnten noch viele gebracht werden.
Wenn nur recht viele uns kleinere oder größere Summen auf
unbestimmte Zeit borgen könnten, so wäre schon viel damit
geholfen. Wir könnten in den nächsten drei Monaten §25,000
unterbringen, wenn wir sie hätten.

H. F. Hölter,
Sekretär der Allgemeinen Kirchbaukasse,
3543 Texas Ave., St. Louis, Mo.

Kurze Nachrichten aus nuserer Heidenmission.

Die von Missionar F. Mohn verfaßte tamulische Postille
über die Evangelien des Kirchenjahrs hat die Presse verlassen.
Hoffentlich findet sie recht weite Verbreitung unter den tamu⸗
lischen Christen.

Unsere Krankenpflegerin, Fräulein Ellermann, hat in der
zweiten Missionarswohnung in Krishnagiri eine dispensary er⸗
öffnet, in der sie ein um den andern Tag Kranke bedient und
Arzneien verabreicht. Sie hat eine kleine Apothekerwage
(medical scales) sehr nötig. Das wäre also etwas für die
Weihnachtskiste.

Missionar G. O. Kellerbauer ist von seiner Rundreise
durch unsere Synode wieder wohlbehalten in Deutschland an⸗
gelangt und wird, will's Gott, Mitte August mit seiner Familie
die Rückreise nach seinem Arbeitsfelde in Ostindien antreten.
Auf seiner Rundreise hat er England und acht Staaten in
unserm Lande besucht und vierzig Vorträge über unsere Hei⸗
denmission gehalten. Auf seiner Seereise hat er beide Male
deutschen Gottesdienst gehalten. Er würde gern noch mehr
Gemeinden besucht haben, doch erlaubte dies die Kürze der ihm
zugemessenen Zeit nicht. Allen den lieben Amtsbrüdern und
Gemeindegliedern, die ihn auf seiner weiten Reise geistlich und
leiblich erquickt und dadurch zum Erfolg der Reise beigetragen

haben, ruft er hierdurch noch einmal ein herzliches „Vergelts

Gott!“ zu.
Die Travancore⸗Konferenz hielt ihre 24. Versammlung
vom 15. bis zum 18. Juni in Nagercoil.
Der Bau des neuen Instituts in Nagercoil wird, will's
Gott, sofort in Angriff genommen werden.
Ju l. A. Friedrich.

—— —

Zur kirchlichen Chronik.

Nach einer Mitteilung des Allgemeinen Kassierers ist die
Kasse für Allgemeine Innere Mission fast leer. Auf diese Kasse
sind unsere Missionen im westlichen Canada, im fernen Westen
und im Süden unsers Landes angewiesen. Der Kassierer bittet
darum, diese Kasse, eine der Hauptkassen unserer Synode, zur
Zeit der Missionsfeste nicht übersehen zu wollen. G.

Aus der Synode. Unsere Brüder im California⸗ und
Nevada-Distrikt haben mit dem Bau des neuen Anstaltsgebäudes
in Oakland begonnen, nachdem von den nötigen 35,000 Dollars
29,000 durch Unterschriften gesichert sind. Auch in Nevada, das
zum California- und Nevada-Distrikt gehört, wird von unserer
Shnode das Evangelium nicht ohne Erfolg gepredigt.
meinde in Reno, Nev., hat kürzlich eine schöne neue Kirche ein⸗

geweiht. — Im Texas-Distrikt wird die Tätigkeit in der Inneren . ö
Mission dadurch gehindert, daß die Distriktskasse um etwa 3000—

Dollars im Rückstand ist. Dieser Stand der Kasse war die
Ursache, daß in mehreren Fällen von der Berufung neuer 43.
Arbeiter abgesehen wurde. Das ist auch in andern Synodal⸗

distritten der Fall. Da nun die Berichte dahin lauten, daß Gott
unser Land in diesem Jahre wieder mit einer reichen Ernte ge⸗
segnet hat, so werden diesen Herbst auch alle unsere Kassen
reichlich gefüllt werden, wenn wir bedenken, wozu vornehmlich

Gott reiche Ernten und alle irdischen Güter gibt. — Es fragt

jemand, ob wir Lutheraner nicht etwas von Katholiken in bezug
auf Einigkeit lernen könnten. Sicherlich! Wie die Katho⸗
liken einig sind in der Annahme der Dekrete des Papstes, so

sollen wir Lutheraner und alle Christen einig sein in der An⸗

nahme des Wortes Christi. Damit ist die völlige Einigkeit ge⸗
sichert, Joh. 8, 32; 1 Tim. 6, 3; 1 Petr. 4, 11. — Ob die
Kirche nicht mehr erreicht durch Eintreten für Prohibition als
durch Kirchenzucht an den Säufern? Antwort: Letzteres, die

Kirchenzucht, ist der Kirche in Gottes Wort befohlen, ersteres, die
Prohibition mag eine Sache des Staates

Prohibition, nicht.
sein, und ein Christ mag als Bürger für Prohibition stim⸗
men, wenn er das für eine gute bürgerliche Maßregel hält.
Aber wenn die Kirche als Kirche für Prohibition eintritt, so;
wird sie zu einer falschen Lehrerin, die zu Gottes Wort hinzutut
und sich auf gleiche Stufe stellt mit dem Antichristen. „Der 3

Geist sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von 4

dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern

und Lehren der Teufel durch die, so in Gleisnerei Lügenredner

sind und Brandmal in ihrem Gewissen haben, die da verbieten,
ehelich zu werden und zu meiden die Speisen, die Gott geschaffen

hat, zu nehmen mit Danksagung den Gläubigen und denen, die
die Wahrheit erkennen.
nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird; denn!

es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet“, 1 Tim. 4,

1—5. — In einer Zuschrift an den „Lutheraner“ wird der

Freude Ausdruck gegeben, die einer christlichen Familie aus der

täglichen Hausandacht erwächst. Dadurch werde das Herz täglich 4
da hineingeschickt, wo es ewig zu sein wünsche, und allen sünd⸗ 4
lichen Gedanken, Worten und Werken werde fortwährend Zaum

Die Ge⸗

Denn alle Kreatur Gottes ist gut und

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