Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 13, Nummer 8 › Seite 57
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Dezember 1856, Seite 57
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Herausgegeben von der Deutsechen Ev. Luther. Synode von Missonri, ö
—.— Walther.
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„Gottes Mort und Puthers Tehr' vergehrt nun und nimmermchr. 23
————‚—
Redigirt von C. F. W. X
Offeub. Joh. Gay. 14. v. 6. 7. ν W.
II .
Ohio und andern Staaten.
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Jahrg. 13.
St. Louis, Mo., den 2. December 1856..
— 8
4⁷
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No. S.
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bestellungen, Gelder ꝛc. enthalten,
ür das
Vepedungen,
. Lhuis, Wow.
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Aeber die Lehre von der Kirche.
Zugleich als Fortsetzung des „Vor⸗
wortes“ der Redaction zum 13. Jahr⸗
gange des „Lutheraner.“
Motio: „Darum habe ich diesen Sermon wollen aus⸗
gehen lassen, auf daß ein jeglicher hinfort zu⸗
sehe oder lerne, was doch die heilige christliche
Kirche heiße oder sei. Wo das recht wohl
erkannt wird, sohatman cinen gro⸗
ßen tröstlichen Sichutz wider alles
falschz Lehre.“ Luther, XIV, 290.
Theils eine längere Abwesenheit von hier, theils
die Nothwendigkeit, gewisseu auderen Gegeustän⸗
den im „Lutheraner“ Raum zu schaffen, hat uns
abgehalten, unser „Vorwort“ ohne Unterbrechung!
fortzu setzen und zu vollenden. Da wir nun auch
in Enkwickelung der Punkte, über welche wir uns
im diesjährigen Vorwort aussprechen wollten,
nothgedrungen weitläuftiger geworden sind, als
wir anfangs beabsichtigten, so will es uns nun
ungeschickt erscheinen, unseren Gegenstand in der
Form eines „Vorworts“ weiter zu verfolgen. Der
werthe Leser wolle uns daher entschuldigen, wenn
wir diesmal unser „Vorwort“ ein Bruchstück blei⸗
ben lassen und das in dem selben angekundigte und
zum Theil bereits behandelte Thema in besonderen —
Artikeln weiter ausführen. —
von der Kirche, welche unter Anderen von der
Buffalo⸗Synode festgehalten und vertheidigt wird,
verwerfen; die Lehre nehmlich, daß die eigeutliche
sogenannte Kirche, außer welcher kein Heil ist,
welche die heilige Schrift den geistlichen Leib Jesu
Christi nennt (Ephes. 5, 23. 1, 22. 23. Col. 1,
——
24.), eine sichtbare, und zwar daß es unter
den sichtbaren Kirchen die lutherische sei.
Zugleich haben wir bezeugt, daß wir hingegen fest⸗
halten an der in den öffentlichen Bekenntnißschrif⸗
ten unserer Kirche niedergelegten, namentlich in
der Apologie weitläuftig ausgefuͤhrten Lehre, daß
udie Kirche“ im „eigentlichen Sinne des Wortes,
außerwelcher niemand selig werden kann, die un⸗
sichtbare Kirche sei, nämlich jene wunderbare
heimliche Gemeinde wahrer gläubiger wiederge⸗
boden zerstreut ist und die, weil allein der HErr
die Seinen kennt (2 Tim. 2, 19.J und kein Meusch
einem andern Menschen in das Herz sehen kann,*)
nicht nur der Welt, sondern jedem menschlichen
Auge verborgen bleibt, bis der HErr endlich die
Schaafe von den Böckeu, die guten von den faulen
Fischen, den Weizen d. i. die Kiuder des Reichs
von der Spreu und dem Unkraut d. i. von den
Kindern der Bosheit scheiden und sie, die Elende,
über die hier alle Wetter gehen, und die Trostlose
offenbar werden wird in der Herrlichkeit. (Col.
3, 3.4.
Es entsteht nnn nun die E.Ir a⁰²: ist dieser Lehrun ·
*) Mit absoluter absoluter Gewistheit tann ein Mensch nur von sich
selbst wissen, ob er ein wahrhaft Gläubiger und begnadigter
Wir haben bisbder erklärt, daß wir jene Lehre
Christ sei; nicht aber von einem anderen Menschen: obgleich
bekennt und dabei äußerlich christlich lebt. Wohl aber kann
man in vielen Fällen mit absoluter Gewißheit wissen, daß ein
Mensch kein wahrer Christ sei; wenn er nehmlich din Glau⸗
ses Leben führt. Ein Gottloser kann wohl Frömmigkeit heu⸗
cheln, aber ein Frommer kann nicht Gottlosigkeit heucheln.
borener Kinder Gottes, die über den ganzen Erd⸗ +*
mit der Heilsordnung stehen und weder in den
(Jes. 54, 11.), dort als Christi Braut mit ihm
man nach der Liebe von sedem höfft, daß er ein wahrer
Christ fri, welcher den Glaubrn an Christum mit dem Munde
terschied auch wohl! bon solchem Betracht, daß
man Ursache hat, darob zu känpfen? Sollte es
nicht besser sein, diesen Unterschied zu übersehen,
um zu verhüten, daß die Kirche nicht durch un⸗
nöthige Streitigkeiten verunruhigt werde? — Wir
antworten: Es ist wahr, es gibt eine Menge das
Wesen des christlichen Glaubens nicht betreffende
Fragen unter den Theologen, welche von dem
einen so, von dem anderen anders beantwortet wer⸗
den. und es ist unverantwortlich, wenn über solche
rein theologische Fragen, die in keiner Verbindung
kirchlichen Bekenntnissen, noch in der Schrift be⸗
antwortet sind, Zänkereien erregt und nach der
Beantwortung derselben über die Rechtgläubigkeit
eines Christen geurtheilt wird. Allein ganz an⸗
deres ist es mit der Lehre von der Kirche beschaf⸗
fen. Diese Sehre ist nicht nur klar ar in Gottes
Wort enbart und in den kirchlichen Bekennt⸗
nissen dargelegt, sondern dieselbe steht auch mit
der ganzen Heilslehre in n einem unzertrenn ·
lichen Zusammeuhange, daß die Lehre von der
Kirche nicht verändert werden kann, ohne daß zu⸗
gleich die Kette der Heilslehreu zerrissen und das
ganze Gebäude der wahren christlichen Religion
erschüttert würde. Die Lehre von der Kirche ist
auch nicht eine solche, die keinen Einfluß auf das
christliche Leben hätte, nicht eine Spitzfindigkeit
die nur dazu diente, scharfsinnigen Köpfen Stoff
zum Speculiren zu liefern, sondern eine Lehre,
die tief in das ganze Denken, Wollen und Leben
der Christen eingreift. mag wohl manchem
ben verwirft, oder bei allem Reden vom Glauben ein goltlo⸗ Chri 8 eif Es 0 m ch
fast unglaublich zu sein scheinen, daß, wenn dem
so wäre, so viele, welche alle so erustlich auf reine
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