Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 13, Nummer 8 › Seite 63
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Dezember 1856, Seite 63
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Nan warf sie auf den Rost, und ließ sie langsam
braten,
Zog ihnen Nägel aus, ließ sie im Feuer waden,
Man henkte sie an's Kreuz; sie blieben noch dabei:
„Wir bleiben Christi Volk und ihm allein getreu.“
O würdevolle Zeit der ersten Christentreue
Wann kommst du auch zu uns? Wann hört man es
aufs Neue,
Die Christen schreckt kein Fürst noch eines Teufels
x Macht,
Sie haben Glaubensmuth, der auch den Tod verlacht.
(Schluß folgt.)
2*
(Eingesandt.)
Nachrichten über Rheinland und West⸗
phalen.
Die Gemeinden in Westphalen wollen nicht
mehr alle unirt oder evangelisch sein, wie man
hier so gern noch behauptet. In der Evangeli⸗-
schen Kirchen-Zeitung vom 23. Juli dieses Jah-
res erklären die Pastoren Volkening in Jöl⸗
leubeck, Seippel in Schnathorst, Kunsemül⸗
ler in Wehdem, Hartog in Steinhagen und
andere, die in Minden versammelt waren, aus⸗
drücklich Folgendes mit ihrer Namensunterschrift:
„Die Thatsache ist rechtlich festgestellt, daß es in
unsern beiden Provinzen (nehmlich Rheinland
und Westphalen) innerhalb der Landeskirche, drei;
erlei verschiedene Confessions-Gemeinden giebt,
lutherische, reformirte und unirte;
und es ist das Bekenntniß derselben so bezeichnet,
daß kein Zweifel mehr darüͤber stattfinden kann.
Es ist dabei ausdrücklich auf das historische Recht
rückgegangen, woraus dentlich folgt, daß alle
Gemeinden, in welchen nicht durch eine unzwei⸗
deutige legitime Erklärung etwas Anderes be—
stinmt ist, nicht unirte, sondern lutheri⸗
sche oder reformirte Gemeinden sind und
werden müssen, wie sie auch z. B. in den Vokatio⸗
nen (Berufungen) zum Theil behandelt sind.“
Die oben angeführten Pastoren sind offenbar nicht
gut auf die Union zu sprechen, denn sie sagen in
erselben Erklärung: „In unsern beiden westli⸗
chen Provinzen, in welchen große Gegenden mit
rümisch⸗katholischen Bewohnern gemischt, oder
von solchen vorwiegend bewohnt sind, hat die Zeit
des Indiffereutismus (der Gleichgultigkeit in Sa-
chen der Religion) vam Anfang dieses Jahrhun-
derts an fgur Vermischung lutherischer
Jund reformirter Gemeinden und so zur
Sidung und Entstehung solcher Gemeinden Ge⸗
legenheit gegeben, auf welche die Erläuterung der
Königl. Kabinetsordre vom 27. Februar 1834
er das Wesen der Union nicht mehr anwendbar
waren, weil sie wirklich ihr Bekenntniß aufgege⸗
ben hatten und somit die absorptive (die lutheri⸗
she und reformirte Kirche verschlingende, auflö⸗
ende und eine neue Kirche machende) Union
wirklich stattfand.“
Bren die genannten Pastoren Freunde der
nion und der jetzigen sogenannten Evangelischen
Kirche, so würden sie nicht sagen, daß zur „Zeit
es Indiffereutismus“ sich die wirklich unirten
4J6emeinden gebildet hätten. Daher kann sich
als solche fortan kirchenregimentlich behandelt.
Pastoren in Westphalen herkommt, darauf beru⸗
fen, er sei in Deutschland eigentlich unirt oder
evangelisch gewesen und müsse daher auch hier sich
einer unirten Gemeinde anschließen. Es ist frei⸗
lich wahr, wenn die lieben Männer meinen, sie
könnten trotzdem gut lutherisch sein, wenn sie sich
auch das Preußisch-Unirte Kirchenregiment gefal⸗
len ließen, so sind sie im Irrthum. Allein sie
geben doch klar zu erkennen, daß sie eine solche
Union verwerfen, wie sie z. B. gerade hier ge⸗
macht wird, bei welcher der Lutheraner und Re⸗
formirte seinen Catechismus aufgibt und einen
neuen unirten annimmt und bei welcher der Lu⸗
theraner und Reformirte aufhört, ein Lutheraner
und ein Reformirter zu sein. Es ist gewiß trau⸗
rig, daß man hier die Leute in eine Union verlockt,
aus welcher alle redliche Männer in Deutschland,
die nicht im Indifferentismus, d. h. in Religions-
gleichgültigkeit, stecken, so gern heraus wären,
wenn sie nur, ohne ihre Gemeinden mit stecken
lassen zu müssen, könnten.
Rechter Trost im Unglück.
—
Bekanntlich mußte die Herzogin von Or-
leans, gleichwie die übrige königliche Familie,
mit ihren jungen Söhnen bei der letzten franzöͤsi⸗
schen Revolntion aus Frankreich fliehen, nachdem
sie ihrem Sohne sein Geburtsrecht an den Thron
zu gewinnen vergeblich gewagt hatte. Als der
Hofprediger Dr. Krummacher in Potsdam gegen
diese hohe Dame äußerte: „Wir in unserm Stan-
de vermögen es wohl kaum uns vorzustellen, was
das sein müsse, für sich und sein Haus, Thron,
Scepter und Krone über ein ganzes Königreich in
einem Nu vor seinen Augen von einem Höllenab⸗
grunde verschlungen zu sehen“, — da antwortete
die Fürstin, wie Krummacher berichtet, mit einer
Ruhe und Wahrheit, die mir für immer eindrüͤck⸗
lich bleiben werden, friedsam lächelnd“: „O, was
ist das Alles, wenn nur unsere Seele gerettet
wird!“ — Wie findet sich doch oft da der verbor⸗
gene Saamen der Kinder Gottes, wo man es am.
wenigsten erwartete! ö
2⁷
Kirchliche Nachrichten.
Da Herr Past. E. Hüsemann mit Einstimmung
seiner früheren Gemeinde noch einen Beruf von
der evangelisch lutherischen Paulus Gemeinde in
Harrison Co., Ja., angeuommen hat, so ist der⸗
selbe im Auftrag des Ehrw. Distrikts⸗Praͤses Hrn.
Dr. Sihlers von dem Unterzeichneten au 23.
Sonntag nach Trinitatis inmitten seiner neuen
Gemeinde in sein Amt eingeführt worden.
Jesus Christus, der Hirte und Bischof unserer
Seelen, wolle die Arbeit seines Knechtes auch in
dieser Gemeinde gesegnet sein lassen zur Rettung
vieler theuer erkauften Seelen. Amen.
Dudleytown, den 9. November 1856.
J. G. Sauer,
½7aevangelisch lutherischer Pastor.
160⁰.—7
ö niemaud, der aus den Gemeinden der gläubigen
IrHi ne
Nachdem Herr P. F. Besel von der Ebene⸗
zer Gemeinde in Port Hudson und von der Beth⸗
lehems Gemeinde am Boeufereek, Franklin Co.,
Mo., einen ordentlichen Beruf erhalten und mit
Bewilligung seiner früheren Gemeinde in Madi⸗
son Co. Ill., angenommen hat, so ist derselbe von
dem Uunterzeichneten, im Auftrage des Ehrw. Hru
Viceprases Hrn. P. J. F. Bünger, am 23. Sonn⸗
tage nach Trinitatis, in oben genannten beiden
Gemeinden feierlich in sein neues Amt eingeführt
worden. ö
Der treue Erzhirte und Bischof unserer Seelen, ö
unser lieber Herr Jesus Christus, nehme Hirte
und Heerde in seinen gnädigen Schutz und erhalte
das liebliche Verhältniß, das er selbst, nach seiner
Gnade, zwischen beiden gestiftet hat. — Mögen
die Gemeinden immermehr erfahren die Kraft und
Seligkeit des Wortes: „Siehe, wie fein und
lieblich ist es, daß Brüder eintraͤchtig bei einander
wohnen.“ Ps. 133, 1.
Seinem Diener aber schenke Gott Wetsheit
jund Kraft, das Gesammelte zu bauen, und noch
viele Seelen dem himmlischen Brautigam zuzu⸗
führen.
New Melle, den 12. November 1856.
F. Ottmann.
Quittungen und Dank.
Von dem Jünglings-Verein der ersten deutsch⸗evangelisch⸗
lutherischen Kirche zu Pütsburg für das Viertetjahr, endend
am 10. d. M., 88 empfangen zu haben, bescheinigt dankbar
G. §. Th. Grebel.
Concordia-Collegium, Nov. 18. 1856.
Mit hernlichem Dauk bescheinigen wir d25 von der Zions⸗
Gemeinde in New⸗Orlraus empfangen zu haben.
Johann Herzer.
Conr. Hofmann.
Mit berzlichem Dank bescheinige ich hiermit 3 209 von dem
Jünglinge-Vrrein bei Buffalb empfangen zu haben.
Concordia⸗College, 22. Norv. 1856.
Mit herzlichem Dant bescheinigt der Unterzeichnete 518 von
der St. Johannes Gemeinde des Herrn Pastor Meßz in New⸗
Orleans empfungen zu haben. Friedrich Lutz.
Mit herzlichem Danl gegen Gott uud den milden Geber, be⸗
scheinige ich hiermit d1,00 von Hrn. E. Brinker zu Eleveland,
empfangen zu haben. G eorg Dieterly.
Mit henlichem Dank gegen Gott und die mllden Geber be⸗
scheinige ich hiermit 84,00 von dem Jünglingsverein in Buffalo
und 32,81 von dem Jünglingsverein bei Buffalo empfangen zu
haben.
H. Koch.
Concordia⸗-College, St. Louis, Mo., den W. Aug. 1856.
Rit herzlichem Dauk, gegen Gott und die milden Geber, be⸗
scheinige ich hiermtt 87,85 von einigen Gliedern der Gemeine
zu Buffaio, und 85,00 von dem Jürglings-Vetein baselbst, zu
meiner Unterstützung empfangen zu haben.
—* Ch. Winterstein.
Heri-Wayne, den 8. Nov. 1856. ——
Mit herzlichem Dank gegen Gott und den milden Geber, be⸗
scheinigt Unterzeichneter, von Hru. Past. Kolb in Wisconsin
810,00 zu seiner Unterstützung empfangen zu haben.
Wilhelm Hoppe.
——
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