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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Mai 1863, Seite 137

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Ehe 8 · ECheſcheidung · Sklaverei

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Al ich sahe einen Engel
liegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und

Vöͤlkern,
Offenb. Joh. 14, 6.

MI sprach mit großer Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.

Offenb. Job. 14, 7.

—

Sore — Er Lehr erabet nun und nane ⁰

Herausgegeben von der Deutschen Cvangelisc Lutherischen Synode v von u Misonri, Ohio und andern Staaten.

Redigirt von C. FN. „Walther.

Jahrgang 19.

St. Louis, Mo., den 1. Mai 1863.

Bedingungen:

Der Lutheraner erscheint alle Monat zweimal für den jäbrlichen Subscrip⸗ ö
tionsyreis von einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber. welche denselben vo ra us be za blen und
das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louls wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redakteur, alle andern
aber, welche Geschäfrliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛ4. enthalten, unter der Adresse:
Mr. M. C. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anherzusenden.

In Deutschland ist dieses Blatt zu beuehen durch —.— Naumann in Leipzig.

Predigt,
gehalten am 2. Sonntag nach Epiphanias 1893
von
C. C. Metz, Past or
der deutschen ev. luth. St. Johannis-
Gemeinde zu New Orleans, Louisiana,
und auf Verlangen seiner Gemeinde eingesandt.

J. N. J.

Guade, Barmherzigkeit, Friede von Gott dem

Vater, und Jesu Christo dem Sohne des Vaters
in der Wahr heit und in der Liebe, sei und bleibe
mit Euch Allen. Amen.
In Christo Jesu geliebte Zuhörer! Wenn un-
ser Herr Jesus Ehristus die Zeichen der letzten
betrbten Zeit angeben will, so stellt Er uns vor
Allem vor Augen, daß der Greuel der Verwü—
sting an heiliger Stätte stehen werde. Solche
heilige Stätten sind das Haus, die Kirche und
der Staat. Daß an allen diesen Stätten, die zu
Gottes Ehre und zum Heil der Menschen geord-
net sind, der Greuel der Verwüstung stehen, und
offen sich breit machen werde, das soll uns ein
Zeichen sein, daß die Welt ihrem Ende entgegen
eilt, und der jungste Tag mit seinem Gericht vor
der Thur ist. Wer sieht nicht, daß dieses Zei⸗
chen gekommen ist, und immer blutiger an allen
Orten der Erde sich zeiget! Verwustet ist heut⸗
zutage der Staat; der gottgelegte Grund des⸗
selben ist schier zerstört, Alles wankt und schwankt,
Krieg und Kriegsgeschrei ist an der Tagesord⸗
nung, der Taumelbecher der fleischlichen Freiheit
scheint immer me hr ganze Völker und Länder zu be⸗
rauschen. Wo sind die Regenten, die noch in Got-

tesfurcht wandeln, und nach Seinem Willen und sollte, wird Er am meisten geschändet und mit

Wohlgefallen ihr großes schweres Amt ausrich-⸗
ten? Und wo sind die Unterthanen, die noch
wirklich als Christen sich in allen Dingen gegen
ihre Obrigkeit stellen? — Verwuͤstet ist heutzu—
tage die Kirche. Ach, daß ich Wasser genug
hätte in meinem Haupte und meine Augen Thrä⸗
nenquellen wären, daß ich Tag und Nacht be—
weinen möchte die Erschlagenen in meinem Volke,
die Menge der Leichen, und die Menge der Tod⸗
ten, die ihnen predigen! Der Feind hat seine
Hand an alle Kleinode der Kirche gelegt; Gottes
Wort wird verfälscht, Seine Sacramente werden
entheiligt und zu leeren Hülsen gemacht, alle
Brunnen des Heils werden vergiftet. Wie so
gar zusammen geschmolzen ist die Zahl derer,
die auf dem Grundfels stehen, darauf Christus
seine Gemeinde gebaut hat; wie so gar klein ist
das Häuflein ihrer treuen Bekenner, und wie so
schwach selbst unter ihnen das rechte Glaubens-
und Liebesleben! Fürwahr, wer in dieser Zeit
des Abfalls und der Verführung tren bleiben will
bis ans Ende und einen guten Kampf kämpfen,
der muß immer ernster und inbrünstiger flehen
mit unsern lieben Vätern:

Ach! bleib bei uns, Herr Jesu Christ,

Weil es jetzt Abend worden ist,

Dein göttlich Wort, das helle Licht.

Laß ja bei uns auslöschen nicht.

In rieser letzten betrübten Zeit

Verleih' uns, Herr, Beständigkeit,

Daß wir dein Wort und Sacrament

Rein b'halten bis an unser End.

Vor Allem verwüstet ist heutzutage das Haus.

Da, wo ganz besonders Gottes Ehre wohnen

Füßen getreten. Die Ehrbarkeit der Sitten ver⸗
liert sich, die strengere Zucht erschlafft. Wer sieht
nicht, wie leichtsinnig die Ehen geschlossen, wie
fluchwurdig gebrochen, wie fleischlich behandelt,
und entweder als eine lästige Fessel fur den un—
keuschen Sinn gemieden, oder als bloße Ge—
meinschaften der Güter und Arbeiten des Lebens
gesucht werden! Tiefzerrüttet ist der Ehe stand;
Fleischeslust, Faulheit und Branntwein sind die
Asmodis oder Eheteufel, die diese heilige Stif—
tung Gottes zerstört haben. Ihr Vater heißt
Unglaube, ihre Mutter Gottlosigkeit. In keinem
Gebiete kann man den immer allgemeiner wer-
denden Abfall von Gott und Seinem Worte so
zum Schrecken und Entsetzen erkennen, als in dem
Ehestande. Oder hat es auch zu irgend einer
Zeit mehr Ehescheidungen gegeben, als in der
unfrigen? Man scheidet sich, weil man von An⸗
fang, wie man sagt, unglücklich mit einander ge⸗
lebt habe. Weiber wollen geschieden sein wegen
der Mißhandlungen ihrer Männer; es wird ge⸗
schieden um schwerer Verbrechen willen, es wird
die Ehe aufgelöst wegen Kinderlosigkeit. Ehe⸗
leute wollen flugs auseinander, weil der eine
Theil an einer langen scheveren Krankheit leidet,
oder weil sie in ihrem Vermögen zurück gekommen
sind. Es wird geschieden wegen unüberwindli⸗—
cher Abneigung, wie man vorgiebt. Und Christus
sagt doch klar und dentlich: „Wer sich von sei⸗
nem Weibe scheidet, es sei denn um Ehebruch,
der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine
Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.“ Allein
wenn nur die Familien innerlich zerissen wären,

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