Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 19, Nummer 18 › Seite 139
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Mai 1863, Seite 139
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Ehe 8 · den Töchtern Kanaans, · Ehe · Sklaverei
PP, daß er so holbserig und demuthig mit ihnen
t und trinkt von den Gaben Gottes, und mit
ihnen redet, wie ein Mann mit seinem Freunde
ndet. Alles ist entzückt von Seinen holdseligen
Reden, da Er als ein guter Schriftgelehrter aus
Eeinem guten Schatze Altes und Neues hervor⸗
Itringt, und die Stunden vergeben ihnen wie Au-
genblicke. Ja, Christus ist die Freude ihrer Freu⸗
den, das Leben ihres Lebens, die Sonne, um die
Alles kreiset, und sobald sich Noth zeiget und eine
Verlegenheit meldet, ist Er es, an den man sich
wendet, und dessen Hülfe man hoffend suchet.
Eehet da, das Bild der rechten christlichen gott⸗
pvoblgefälligen Ehe! Mann und Weib sind eins
in Christo Jesu, eins im wahren lebendigen Glau—
ben an Ihn, eins in der innigen Liebe zu Ihm,
eins in der seligen Hoffnung auf Ihn. Gott hat
ssch ihrer erbarmet, und sie zu sich gezogen aus
lauter Güte: sie haben Beide ergriffen das Eine,
was noth thut für Zeit und Ewigkeit. Sie ha⸗
ben sich von Herzen bekehrt zu Christo, dem Hir-
ten und Bischof ihrer Seelen. Sie sind durch
die Ehe nicht nur ein Fleisch geworden und zur
engsten Gemeinschaft des Leibes und Lebens mit
einander verbunden, sondern auch durch den
Glauben ein Herz und eine Seele geworden. Ein
Geist ist es, der sie verbindet, regiert und beseelt
der heilige Geist; ein Gott und Vater ist es,
der mit Majestät, Macht und Ehre über ihnen
waltet, mit Seiner Kraft durch sie wirket und in
ihnen ist mit Seiner Gnade und Wahrheit, mit
Seiner Güte und Gegenwart. Ein Weg ist es,
den sie mit ein ander gehen, eine Heimath, ein Va⸗
terhaus im Himmel, dem sie entgegen eilen. Je⸗
sus Christus ist der Fels, an den sich Beide an⸗
lehnen; Jesus Christus ist der Altar, über dem
sich Beide die Hände reichen; Jesus Christus ist
der Herr und das Haupt, an dem sie beide han-
gen und dem sie immer treuer zu dienen trachten
in rechtschaͤffner Heiligkeit und Gerechtigkeit; Je-
sus Christus ist das Feuer, an dem sie Beide ihre
Liebe von Tag zu Tag neu entzünden. Rechte
christliche Eheleute sind nach ihrem innersten
Denken, Streben und Verlangen mit einander ver⸗
bunden, sie sind durch die festesten und seligsten
Bande mit einander verknüpft. — Mann und
Weib können in mancherlei Dingen zusammen
stimmen und mit einander eins sein; sie können
mit einander eins sein in der Armuth oder in
Reichthum, in Verstand oder in der Arbeitsam-
keit, in der Häuslichkeit und Sparsamkeit, allein
welch ein armes Band der Herzen ist das Alles!
Mann und Weib können einander gleich sein in
Geiz und Habsucht, in Schwelgerei und Ver⸗
schwendung, in Eitelkeit und Fleischessinn, allein
welch ein schreckliches seelenverderbliches Band,‚
das wie an einem Joch in den Abgrund des ewigen
Verderbens hinabzieht! Nur die Einigkeit im
Glauben, in der Furcht des Herrn, in dem Dien-
ste Gottes ist ein seliges Band, welches Welt
und Zeit, Gluck und Ungluͤck, Freunde oder Fein-
de nicht zu lockern und zu lösen vermögen, stärker,
als der Tod, sicherer, als das Leben.
O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer,
In Deiner Liebe Eines Geistes sind,
Als Beide Eines Heils gewürdigt, Keiner
Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt.
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Wo Beide unzertrennbar an Dir hangen,
Herr Jesu Christ! in Glück und Ungemach,
Und nur bei Dir zu bleiden stets verlangen
An jedem guten, wie am bösen Tag.
Ja, Geliebte! so ist es: allein das ist ein
rechter christlicher Ehebund, in dem Christus mit
Seinem Heile der Dritte ist; allein das ist ein
glücklicher Hausstand, in dem es mit dem Chri⸗
stenthum steht, wie es stehen soll. Die Erfahrung
aller Zeiten zeugt hievon, die ganze Welt⸗ und
Kirchengeschichte tritt als Beweis dafür auf.
Aber, wenn dem nun also ist, was ist dann zu
halten von denen, die da sagen, auf den Glau—
ben komme es bei dem Heirathen nicht an, an der
Stellung zu Gott und zur Kirche liege in der
Ehe nichts, ob Mann und Fran zu einer Reli⸗
gion, zu der rechten gehören, sei einerlei? Da
seien so viele gemischte Ehen heutzutage, und trotz
dem daß der eine Theil lutherisch, und der andre
Theil katholisch, reformirt oder anders gesinnt
sei, konne man gut und ordeutlich mit einander
auskommen. Ja, was ist zu halten von denen,
die Hand und Herz hingeben können an Solche,
von denen sie wissen, daß sie nichts nach Kirche
und Glottes Wort fragen, sondern blind und sicher
auf dem breiten Weg zur Hölle eilen; die nur
sehen auf ein schönes Angesicht, auf Hab und
Gut, auf Geschäft und Verbindung, von glatten
Worten sich leiten, von leeren Versprechungen
fürs Geistliche sich lenken lassen? Sagt, die
Rede, daß es fuͤr die Ehe auf den wahren Glau-
ben und die Liebe zur rechten Kirche nichts an⸗
komme, daß Christen ohne Schaden und Gefahr
ihres Christenthumes und ihrer Seligkeit mit An⸗
dersgläubigen ehelich sich verbinden könnten, ist
das nicht ein Irrwahn, der nur aus dem religiö⸗
sen Indifferentismus geboren und eine Lüge des
Satans ist, der sein Werk hat in den Kindern
des Unglaubens? Und doch, wie schrecklich, daß
selbst unter uns sich noch Stimmen hören lassen,
die von diesem Irrwahn zeugen, und von dieser
Satanslüge eingegeben sind! — Und wo man in
den Ehestand eintritt und nichts darnach fragt,
ob man mit einander eins ist im Herrn, wie? ist
da noch Christeuthum, wahres rechtschaffenes
Christenthum? heißt das nicht spielen mit seiner
Seelen Seligkeit, wenn ein Mann sich ein Weib
wählt, oder ein Weib einem Manne die Hand
reicht, von dem sie nicht überzeugt ist, daß er sich
von Herzen zum Herrn bekehrt hat? Viele den⸗
ken in ihrem Leichtsinn oder Hochmnth: Das
wird sich schon finden, ich will den andern Theil
schon zum Herrn heruͤber bringen! Wie weißt
du Mann, ob du das Weib bekehren werdest?
und du Weib, ob du den Mann bekehren werdest?
Bekehrung ist Gottes Sache. Zu Ihm beten
wir: „Bekehre du uns Herr, so werden wir be—
kehrt.“ Es kann sein, daß Gott solche Gnade
giebt. Es kann aber auch sein, daß sich der an⸗
dre Theil gegen Seinen Zug verstockt. Und wie
dann? dann sind Zwei amein Joch gespannt,
von denen Einer zur Rechten und der andre zur
Linken will. Man zieht sich dann Zeitlebens
zwischen Christo und der Welt hin und her.
Solcher Ehestand ist ein Elend. Und daß es in
der Regel also zu gehen pflegt, Geliebte, haben
wir daran nicht in unsrer eignen Mitte Beispiele
genug erlebt? Wie manche Jungfrau, wie man⸗
ches Weib war einst eine fleißige Kirchengängerin,
eine eifrige Hörerin des göttlichen Wortes; sie
hatte lieb, wenigstens äußerlich, diese Stätte, da
Gottes Ehre wohnt, allein ach! ihr Herz war
nicht rechtschaffen vor Gott, sie liebäugelte noch
mit der Welt und ihrer Lust. Sie konnte die
Zeit nicht erwarten, da Gott ihr einen christlichen
Ehegatten zufuͤhrte, so hing sie sich an einen Mann,
der ihr glatte fromme Versprechungen gab, er
wolle sie nie vom Gottesdienste abhalten, ja, wohl
selbst mit ihr fleißig die Kirche besuchen. Allein
was ist geschehen? sie ist Gattin und Mutter ge⸗
worden und nun hat sie das Kirchgeben verges⸗
sen, und ist durch ihren geistlich todten Gatien
selbst dem geistlichen Tode andeim gefallen. Das
ist der traurige Lohn dafur, wenn man bei der
Wahl eines Ehegemahls auf bloße glatte christliche
Worte traut, und also recht eigentlich seinen
Hausstand auf Schlamm baut; man betrügt sich
selbst und muß großentheils geistlich und leiblich
versinken.
Daraus folgt denn nun eine doppelte Ver⸗
mahnung, die wir nicht genug beherzigen können.
Zuvörderst für die Eltern. Geliebte Eltern, hat
euch Gott Kinder gegeben, die nun empor wach-
sen und je mehr und mehr zu Jünglingen und
Jungfrauen heranreifen, bedenket, an euch liegt
es vor Allem, wenn Eure Söhne und Töchter
im Herrn freien und einen wahrhaft christlichen
Hausstand begründen sollen. Ziehen und erzie⸗
hen müßt ihr sie mit ernster Zucht und treuer
Vermahnung aus Gottes Wort zum Herrn und
nur zu Ihm. Wachen, beten, ringen, arbeiten
müßt ihr, daß ihre jugendlichen Herzen rein blei⸗
ben von aller schöden Weltlust, unverführt von
Leichtsinn und Eitelkeit. Wie unverantwortlich
ist es, wenn Eltern bange sind, ihre Töchter könn⸗
ten ohne einen Lebensgefährten bleiben, und dar-
um dieselben ehelich werden lassen, ehe sie die
völlige geistliche und leibliche Reife erlangt ha⸗
ben, ja sie wohl gar an Orte gehen lassen, wo
die Welt großentheils ihre Liebesverhältnisse knüpft
und ihre Ehen schließt! — Und nun, ihr Ge⸗
liebten, die ihr noch los und ledig seid, vor allen
ihr Junglinge und Jungfrauen, höret eure Lec-
tion und haltet euch nach derselben mit' aller
Treue. Jüngling, ehe du willst eines Weibes
Mann werden, werde Christo eigen; Jungfrau,
ehe du wirst eines Mannes Weib werden, werde
Christi eigen. Sobald du in dein Haus einziehst,
fuͤhre Ihn in dasselbe ein als Hausfreund. All'
was dein Thun und Anfang ist, gescheh' im Na⸗
men Jesu Christ. Fliehet die Lüste der Jugend,
wie die Pest, braucht eure Jugend in Gottesfurcht
also, daß sie euch wirklich eine Uebung und Vor-
schule des reifen Alters wird. Erst lernt und
werdet etwas Ordentliches, ehe ihr mit Heiraths-
gedanken euch einlasset. So lange ihr noch nicht
alt geung, oder noch nicht in den Verhältnissen
seid, daß ihr in den Ehestand treten könnet, laßt
jede Liebelei ferne von euch sein. Glanbt mir,
dem Teufel ist bei solchen Liebschaften erstaunlich
wohl zu Muthe, denn er weiß, wie leicht es ihm
da ist, Unheil und Ungluck zu stiften. Ist die
Zeit gekommen, daß ihr euren eignen Herd grün⸗
det, so tretet nicht leichtsinnig und wie Meister
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