Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 21, Nummer 1 › Seite 7

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. September 1864, Seite 7

1 2 3 4 5 6 7 8

Scan: Internet Archive item DerLutheraner21.

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Luthers Schriften. — 4 · Bibliſche Geſchichte 5

⤓ Download .txt · copy text

ter den Katholiken, erheblich gesteigert, und müs⸗
sen also auch hier die Angriffe auf das Wort
Gottes dazu dienen, ihm den Weg in die Häu⸗
ser, sicherlich auch in manches Herz zu bahnen“
Da auch hier in America das Leben Jesu von
Renan in sogar zwei deutschen Uebersetzungen
erschienen ist und von gottlosen Buchhändlern
und Colporteuren eifrig verbreitet wird, so wol-
len wir wunschen und hoffen, daß auch hier Gott
das Böse zum Guten lenken und manchen, der
bisber nach keiner Bibel fragte, begierig machen
werde, in der Schrift selbst nachzusehen, ob sichs
denn auch so verhalte, wie der gottlose Fran-
zose schreibt.
Postgeld für kirchliche Zeitschrif⸗
ten. Ein uns befreundeter Postmeister macht
uns im Juteresse der Lutheranerleser auf folgende
gesetziche Bestummung hieruber aufmerksam:
„Kleinere religiöse, die Erziehung betreffende und
ö landwirthschaftliche Zeitschriften, die nicht öfter
als einmal die Woche erscheinen, können in
Packeten unter Einer Adresse fur den Preis von
einem Cent sür jedes Packet, das nicht über vier
Unzen wiegt, versendet werden. Fur jede wei—
tere vier Unzen oder Bruchtheile von vier Unzen
it ein Cent mehr zu bezahlen. Das Postgeld
nuß vierteljährlich oder jährlich vorausbezahlt
werden.“ C.
Götzenfabriken in England. Es
ist schon eine alte Klage der Missionare, daß fast
durch nichts die Predigt des Evangeliums in ih⸗
ter Wirkung mehr gehindert werde, als durch
das gotilose Leben so vieler Namenchristen, die
um zeitlichen Gewinns willen sich in den Ländern
der Heiden niedergelassen haben. Und leider ist
dise Klage im Allgemeinen eine nur allzu be⸗
grundete. Aber fur unmöglich sollte mans doch
beinahe halten, daß sogar mitten in einem tchrist⸗
lichen Lande heidnische Götzenbilder fabricirt und
als Handelsartikel von da zu den Heiden ausge⸗
fuhrt werden. Und doch geschieht das und zwar
in demselben England, welches andererseits ei⸗
nen so anzuerkennenden und in mancher Hinsicht
so nachahmenswerthen Missionseifer an den Tag
lgt. So lesen wir z. B., daß ein Handlungs⸗
haus in Birmingham, wo dieses schmachvolle
„Götzen-Geschäft“ besonders betrieben wird, sei
nen Kunden in Ostindien die Götzenbilder seiner
hatrik in folgender Anzeige empfiehlt: amen,
eer Gott des Todes, in feinem Kupfer getrieben
und sehr geschmackvoll gearbeitet. Nirondi, der
hurst der Dämonen; hiervon eine große Aus⸗
vahl, der Riese, auf dem er reiiet, ist von der
lubnsten Zeichnung und sein Säbel nach jetziger
Int geformt. Varonnin, der Gott der
Lonue, sehr lebendig dargestellt. Sein Kroko-
dil ist von Kupfer und hat einen silbernen
Echwanz. Bouberen, der Gott des Reich⸗
tlums. Dieser Gott ist von ganz ausgesucht
shöner Arbeit und haben die Fabrikanten ibre
hesten Kräfte auf Herstellung desselben verwandt.
Keinere Halbgörter und sonstige Untergötter in
Irößter Auswahl. Credit wird nicht gegeben,
bei Blarzahlungen aber Rabatt berechnet.“ —
gen diesen schmäblichen Handel sollte doch
Iilig so laut und lange Protest erboben werden,
iis er abgestellt wurde. (Leipz. Missionsbl.)

7
Kirchliche Nachricht.

Nachdem Herr Pastor L. Dulitz einen Beruf von
der Gemeinde zu Huntington, Ind., empfangen
batte und von seiner bisherigen Gemeinde in
Buffalo im Frieden entlassen war, so ist derselbe

am 11. Sonntag p. Trin. im Auftrag des Ehrw.

Präsidiums mittleren Distrikts vom Unterzeich-
neten in seine Gemeinde eingeführt worden.
Der HErr setze ihn auch hier zum Segen für Viele.
W. Sihler.
Fort Wayne, den 25. August 1864.

Zur Beachtung

sür die
nächste Versammlung der Allg. Ev.⸗Luth.
Synode von Missonri, Ohio u. a. St.,
am Mittwoch, den 19. Oktober 1864A.

So Gott will, wird die Allg. Synode von
Missouri, Ohio u. a. St. am 19. Oct. 1864 in
Fort Wayne zusammentreten. Die zur Synode
gehörenden Gemeinen und Prediger werden daran
erinnert, daß bei der nächsten Synodalsitzung über
die nach dem im „Lutheraner“ Jahrgang 19.
Nr. 25. veröffentlichten „Neuen Instrnale“ vor⸗
zu nehmende Aenderung an dem Amte des Allg
Präses, wie über einige Veränderungen an der
Synodalconstitution wird abgestimmt werden.
ef. Synodalbericht 1863 pag. 66 fg.

Ferner sollen nach Synodalbeschluß pag. 97,
3. 4. folaende Gegenstände zur Besprechung, resp.
Beschlußnahme der Synode vorgelegt werden:

1. Ein Reaulativ in Betreff der Studienzeit
im praktischen Prediger- und im Schul⸗Seminar.

2. Parochialwesen.

3. Wahlmodus.

4. Plan zur Einrichtung einer Delegaten⸗
synode, ck. pag. 103.

Von der östl. Districtsconferenz wird der

Synode ein Referat vorgelegt werden: „Erhaltung
und Fortpflanzung der reinen luth. Lehre und
Praxis bei dem Theil unserer Nachkommenschaft,
bei welchem voraussichtlich leider die deutsche
Sprache durch die englische wird verdrängt wer⸗
den *
Wer noch andere Gegenstände der Synode zur
Besprechung vorlegen will, hat dieselben vier
Wochen vorher und nur ausnahmsweise erst am
Tage der Eröffnung der Synode an den Allg.
Präses einzuhändigen. ck. eap. V, A. § 4 und
B. 8 9 der neuen Constitution.

Hoffentlich wird man bei der Besprechung der
nothwendig abzumachenden Geschäftsgegenstände
sich der gebubhrenden Kurze befleißigen, damit noch
geraume Zeit ͤbrig bleibe fuͤr die Besprechung über
udie rechte Gestalt einer ꝛc.“

Fr. Wyneken.

Anzeige.
Soeben hat die „Rede des Herrn Prof.
Walther bei der Grundsteinlegung
der neuen Kirche dahier“ die Presse

verlassen und ist bei den Verlegern, den Herren

Aug. Wiebusch und Sehn, broschirt und treflich
ausgestattet, fur den Preis von 27 Cents pr.
Exemplar, incl. Porto, zu haben Da die Rede
das Thema: „Von dem guten Grunde
einer wahren evang.⸗-luth. Kirche“
und zwar in meisterlicher Weise handelt, so
ist sie von allgemein kirchlichem Interesse. Und
da der ganze Ertrag zum Besten des nenen
Kirchbaues bestimmt ist, so ist dies nur eine
Veranlassung mehr, recht viele Bestellungen ein⸗
zusenden. C.

Bitte an Prediger.

Da es mir sehr daran gelegen ist, die Prediger⸗
liste des lutherischen Kalenders fur 1865 ganz
richtig zu machen, so bitte ich meine Amtsbruder
alle, mir recht bald in der Liste von 1864 Ver⸗
änderungen, welche in diesem Jahre vorgekommen
sind oder bald vorkommen werden, brieflich an⸗
zuzeigen.

Allentown, Pa. S. K. Brobst.

Zur gefälligen Beachtung.

Da mit gegenwärtiger Nummer der 21. Jahr⸗
gang des, Lutheraner“ beginni, sind alle die jenigen,
welche mit Entrichtung ihres Subscriptions⸗
betrages noch im Ruckstand sind, dringend ersucht,
denselben, mit Beifngung des Subicriprions-
betrages für den neu beginnenden Jahrgang,
unverzuglich einzusenden.

Fur den 21. Jahrg. bleibt der Subscriptions-
preis vorläufig derselbe, doch ist es wahrscheinlich,
daß derselbe, durch die hohen Preise fur Papier
und Druck veranlaßt, von der Synode, die, so
Gott will, nächsten October abgehalten werden soll,
erhöht werden wird. Die säumigen Zahler dür⸗
fen sich dann nicht wundern, wenn sie den erhöh⸗
ten Preis zahlen mussen.

Im Auftrage des Committee:
M. C. Barthel.

Die „Abendschule,“
herausgegeben von L. Lange zu St. Louis, und
redigirt von Pastor H. Fick, beginnt mit nächster
Nummer ihren 11. Jahrgang. Mit Freude ha⸗
ben wir wahrgenommen, daß diese Zeitschrift
immer mehr Leser gewinnt und einen immer aus-
gebreiteteren Eingang in unsere Gemeinden fin⸗
det, da dieselbe in Wahrheit einem anerkannten
Badürfnisse Abhuülfe tbut. Die „Abendschule“ ist
ein bildendes Unterhaltungsblatt, die in demsel⸗
ben enthaltenen Auffätze, Reisebeschreibungen,
geschichtlichen Erzählungen u. s. w. sind so an⸗
ziehend wie belehrend, die politische Rundschau
übersichtlich, zutreffend, kurz und wahr, und das
Ganze überwacht von durchaus christlichem
Geiste: so daß unsere „Abendschule“ Jung und
Alt durchaus empfohlen werden kann. In kei⸗-
nem Hause, wo einigermaßen erwachsene Kinder

sind, die Lust am Lesen haben, oder deren Lust
dazu geweckt werden soll, sollte die „Abendschule“
fehlen. B.

English translation

Not yet translated.