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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. August 1865, Seite 185
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſangbuch 9
Vnd ich sahe einen Engel
fliegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechteru, und Sprachen, und
Völkern,
Offenb. Joh. 14, 6.
Vnd sprach mit großer Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.
Offenb. Jeh. 14, T.
Herausgegeben von der Deushen Cvangelisch⸗ Lutherischen Synode von u Misomi, Osi0 und andern Staaten.
Zaiweilig redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
Jahrgang 21.
St. Louis, Mo., den 15. August 1865.
No. 24.
Bedingungen:
—
Der Lutheraner erscheint alle Monat zweimal für den jährlichen Subserip⸗
t ionspreis von einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorausbezahlen und
das Postgeldzur ragenhaben. — In St. Louis wird lede einzelnt Nummer für 6 Cents verkauft.
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aber, welche Geschäfrliches, Bestelungen, Abbestellungen, Gelder 14. enthalten, unter der Adrest:
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In Deutschland ist dieses Blatt zu beziehen durch JZustus RNaumann in ——
Ein altes Lied über Matth. 7, 15 —23.
Die Welt ist falsch, getreuer Gott,
Sie steckel voll Propheten,
Die durch der wahren Lehre Spott
Die Seelen wollen tödten:
Da kochet man Verführungsgift,
Und dort verkehrt man deine Schrift
Mit Menschen⸗Tand und Lehren.
Das Schaafskleid wird jetzt sehr gemein,
Man schminket seine Mängel.
Die falschen Lehrer geh'n herein
In Heiligkeit der Engel;
Sie wenden lauter Himmel vor
Und öffnen leider! doch das Thor
Zum Abgrund in die Hölle.
Wenn sie die Einfalt nun berückt,
Da zeigt der Wolf die Klauen;
Das arme Schaaf, das er bestrickt,
Verliert die Lebensauen,
Indem es solche Weide kriegt,
Worauf nur Gift und Mehlthau liegt,
Davon es ewig stirbet.
O JIeEsu, wappne meinen Sinn
Mit Klugheit der Gerechten,
Daß ich geschickt und freudig bin,
Die Wahrheit zu verfechten;
Und hat der Wolf ein Schaafskleid an,
So gib, daß ich ihn kennen kann
An seinen bösen Früchten.
Die Trauben trägt kein Dornenstrauch,
Die Distel keine Feigen;
Man kann von jDen Bäumen auch
Nicht gute Früchte deugen.
Der falschen Lehrer böse Zucht
Ist eines faulen Baumes Frucht,
Der in die Glut gehöret.
Wo man des HErren Wort veracht
Und Menschensatzung lehret,
Wo man nach eigner Ehre tracht
Und Christi Blut entehret,
Wo man mit Gnadenschätzen spielt,
Das Heil der armen Seelen stiehlt:
Da, da sind solche Früchte.
Ach laß mich Alles an dein Wort,
Als dem Probirstein, streichen,
Und dieser Wölfe Seelenmord
Mit allem Ernst entweichen.
Steh deiner gaͤnzen Kirche bei,
Daß sie nicht eine Taube sei,
Die dieses Thier zerreißet.
Steh'n immer neue Secten auf
Und neue Rottengeister,
Ach, so bewahre meinen Lauf,
Mein Führer und mein Meister,
Daß mir kein andrer Weg beliebt,
Als der mir Licht und Wahrheit gibt
Durch deines Geistes Lehre.
Laß mich auch selbst den falschen Schein
Im Christenthume meiden.
Ein Christe heißen und nicht sein,
Heißt, sich ins Schaaf verkleiden.
Wer nur: HErr! HErr! alleine spricht
Und thut doch deinen Willen nicht,
Der träget faule Früchte.
Ach, dort ist Feuer zugericht,
Wo faule Bäume brennen;
Und du willst keinen Heuchler nicht
An jenem Tage kennen.
Drum gib, daß alle Heuchelei
Sehr weit von mir verbannet sei,
So darf ich nicht entweichen.
(Eingesandt von Pastor F. Sievers.)
Bericht über die Mission unter den
Indianern.
(Fortsetzung und Schluß.)
Die Station des Missionar Mießler hat im
verflossenen Jahre keine wesentliche Aenderung
erlitten. Auch Miss. Mießler hat unter erschwe⸗
renden Umständen arbeiten müssen. Manche
seiner jüngern Indianer zogen in den Krieg; dazu
waren die meisten Familien im Indianer County
Isabella so schwer vom Mißwachs betroffen wor⸗
den, da Nachtfröste und darauf folgende Dürre
fast die ganze Saat des vorhergehenden Frühjahrs
zerstört hatten, daß sie gezwungen waren, ihre
Wohnplätze zu verlassen und der eine hier und der
andere dort seinen Unterhalt zu suchen. Ein gut
Theil der Indianer beschäftigte sich aufs Eifrigste
mit der Jagd, da die Pelze sehr im Preise gestie ·
gen waren, und ihnen Geld zum Ankauf des
ö theuren Mehles durchaus nothwendig war. Die
Abneigung der Indianer, in dem neuen ihnen an⸗
gewiesenen County Isabella zu wohnen, wird im-
mer größer; das Land ist niedriger und bei Wei⸗
tem nicht so gesund zu bewohnen, als das von
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