Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 9 › Seite 139
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. April 1907, Seite 139
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchenzucht
4 natürlich an Herz und Gewissen des Lesers.
Der 2. TutheranerSS
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Seele. Denn sie nimmer kann zu viel und zu wohl gelesen oder betrachtet
E verden, und je mehr sie gehandelt wird, je köstlicher sie wird und baß
schmecket.“ Sagt Luther' dies schon allen Christen, so gilt es in noch ganz
besonderer Weise allen Predigern, die fort und fort das Evangelium zu
verkündigen und ans der Schrift darzulegen haben. Und ein vorzügliches
Hilfsmittel, den Römerbrief recht zu verstehen und dann auch andern aus⸗
zulegen, ja, das beste Hilfsmittel, das wir unsern Pastoren empfehlen kön⸗
nen, ist diese große, umfassende Auslegung D. Stöckhardts. Wir brauchen
jetzt nicht auf des Verfassers hervorragende Tiichtigkeit als Schriftforscher
und Schriftausleger und auf seine Verdienste in dieser Hinsicht um unser
Predigerseminar und unsere ganze Synode einzugehen. Seine Advents⸗
und Passionspredigten, seine Biblische Geschichte Alten und Neuen Testa⸗
* ments und seine Jesaiasauslegung, seine Referate auf Synoden und Artikel
in Zeitschriften sind bekanut genug. Aber das wollen wir sagen: Diese
Auslegung des Römerbriefs ist das bedeutendste und vollen detste Werk aus
seiner Feder, gewissermaßen ein Lebenswerk und das Ergebnis langjähriger
eingehender Beschäftigung mit diesem Hauptbriefe der Heiligen Schrift.
Von Vers zu Vers, von Kapitel zu Kapitel wird der Wortverstand des
Briefes nach Sprache und Schrift dargetan, die Darlegung erwiesen und
wider falsches Verständnis und irrige Auslegung verteidigt. Dabei werden
besonders die Hauptlehren des Briefes, vor allem die Zentrallehre von der
Rechtfertigung ganz gründlich erörtert; es wird gezeigt, wie die Lehren
unserer lutherischen Kirche wirklich aus der Schrift genommen sind und auf
der Schrift ruhen. Und das geschieht nicht in trockener Darstellung, son⸗
dern in lebendiger Sprache, es ist nicht ein Stück Altertumsforschung, bloß
um festzustellen, was Paulus vor 1850 Jahren den Römern sagen wollte,
sondern es ist eine Auslegung dessen, was Gott durch seinen Apostel allen
Menschen aller Ortett und aller Zeiten zu ihrem ewigen Heile sagt. Wie
das Wort Gottes selbst lebendig und kräftig ist und schärfer denn kein zwei⸗
schneidig Schwert, so wendet sich auch diese Auslegung ganz ungesucht und
Der vorliegende Konmentar
hat es natürlich mit dem griechischen Grundtexte zu tun; denn es hat Gott
gefallen, wie Luther öfters sagt, das Neue Testament in der griechischen
Sprache schreiben zu lassen; er setzt daher zunächst Leser voraus, die dieser
und der lateinischen Sprache mächtig sind. Aber obwohl die Auslegung auf
solidester sprachlicher Grundlage ruht und alle Mittel der Sprachwissenschaft
in Anwendung bringt, so können wir doch sagen, daß auch ein Theologe, der
die genannten Sprachen nicht versteht, über die sprachlichen Erörterungen
ohne Mühe hinwegeilen und die reiche, köstliche Auslegung sich zu nutze und
eigen machen kann, daseben die eigentliche Auslegung in deutscher, und
zwar nicht in einer dunklen, schwerverständlichen Gelehrtensprache, sondern
in klarer, allgemeinverständlicher Sprache geschrieben ist. Eine ansführ⸗
lichere Besprechung des Buches wird nächstens „Lehre und Wehre“ bringen.
Wir sagen ihm einen großen Absatz voraus, denn wir wissen, wie man schon
seit Jahren auf dieses Werk wartet. Möge es fleißig gelesen und studiert
werden, und möge Gott seinen reichen Segen darauf legen! Die Ausstattung
ist in jeder Hinsicht musterhaft, der Satz mit den vielen griechischen und gar
mancheu hebräischen Worten geradezu vorzüglich, der Preis des starken Bau⸗
des sehr annehmbar. L. F.
Neunnzehnter Synodalbericht des Kanada⸗Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. St. Louis,
Mo. Concordia Publishing Housc. 1906. 40 Seiten
9*6. Preis: 10 Cts.
Das Referat führt dem Leser eine Anzahl Frauengestalten vor aus der
Zeit des Alten Testaments; nicht alle, über welche mündlich referiert wurde,
aber doch deren geuug; und zwar sowohl solche, deren Glaube und Wandel
vorbildlich war, wie andere, deren Leben und Treiben in der Heiligen
Schrift zur Warnung verzeichnet ist. Besonders eingehend ist geredet von
Eva, der Mutter aller Frauen. — Anußerden finden wir in dem Bericht
neben der auf die Verhandlungen vorbereitenden Präsidialrede eine über⸗
sicht der Missionsarbeit des Distrikts und seiner Geschäftsverhandlungen.
K.
Vierzigster Synodalbericht des Sstlichen Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. 88 Seiten
946. St. Louis, Mo. Concordia Publishing IIouse.
1906. Preis: 18 Cts.
Nachdem Präses Walker in seiner Synodalrede des inzwischen heim-
gegangenen vorigen Referenten, P. Paul Beyer, gedacht und auf die Lehr⸗
berhandlungen vorbereitet hatte, legte Direktor H. Feth den Lebensgang
Abrahams dar, des Vaters vieler Völker. Diese schöne Arbeit steht auf
S. 15 bis 74 des Berichts. Sie sei allen Lesern des „Lutheraner“ herzlich
empfohlen. Dann folgen noch kurz die Verhandlungen über die Abzwei⸗
gung des Atlautischen Distrikts von dem alten Sstlichen Distrikt und die
Angabe, wie von nun an die beiden Distrikte sich in die Arbeit teilen wollen.
K.
Die Equitable Fraternal Union. 4 Seiten 644. Northwestern
Publishing IIouse. Milwaukee, Wis. Preis: 5 ECts.;
Hundertpreis: 55.00.
Eine kurze Beleuchtung der genannten Gesellschaft, aus der hervorgeht,
daß sie in ihren Versammlungen betet, aber nicht in christlicher, sondern in
widerchristlicher Weise, und daß sie in ihrem Begräbnisformular die Er—
langung der Seligkeit durch Werke lehrt. Der Traktat ist deutsch und eng⸗
lisch zu haben. L. F.
12 Seiten 118.
Preis:
Geistliche Lieder für Männerchöre. Heft 18.
St. Louis, Mo. Concordia Publishing House.
20 Ets.; Dutzendpreis: §1.50 und Porto.
Dieses neueste Heft der bekannten und bewährten Sammlung enthält
die folgenden fünf Gesänge, von denen sich die ersten beiden für Kirchweih,
die drei andern überhaupt für festliche Gelegenheiten eignen: „Wie lieblich
sind deine Wohnungen“ (B. Reichardt, arrangiert von 4 J. G.Kunz); „Wie
heilig ist diese Stätte“ (Silcher, arrangiert von Laur); „Lobet den HErrn“
(K. G. Gläser); „Der HErr ist gnädig“ (F. Schneider); „Lobe den HErrn,
meine Seele“ (E. Kuhn). L. F.
Einführungen.
Im Auftrage der betreffenden Distriktspräsides wurden eingeführt:
Am 9. April: P. L. A. Müller als Waisenvater im Waisenhause
zu Fremont, Nebr., von l'. E. J. Frese.
Am Sonnt. Misericordias Domini: P. E. E. Marzinski in der
Gemeinde zu Altheim, Mo., unter Assistenz P. Mießlers von P. H. Wesche.
— P. O. Neumann in der Gemeinde zu Fairchild, Wis., unter Assistenz
der I'P. Bräm und Handrich von P. J. H. Stelter. — P. G. J. Mül ler
in der Gemeinde zu Feuersville, Mo., von P. J. Hartmeister.
Als Lehrer an Gemeindeschulen wurden eingeführt:
Am Ostersonntag: Lehrer C. F. Jessen als Lehrer der dritten Klasse
an der Schule der St. Petrigemeinde zu Arlington Heights, Ill., von P. C.
M. Noack.
Am Sonnt. Quasimodogeniti: Lehrer A. Müller als Lehrer der
Unterklasse an der Schule der St. Trinitatisgemeinde zu Detroit, Mich.,
von P. H. C. F. Otte.
Ginweihungen.
Dem Dienste Gottes wurden geweiht:
Die neue Kirche (24440, Turm 50 Fuß) und Glocke der St. Johannes⸗
gemeinde bei White City, Kans., am Sonnt. Quasimodogeniti. Pre⸗
diger: PP. Stemmermann, Drögemüller und M. Senne (engl.). Das Weih⸗
gebet sprach P. M. K. C. Vetter.
Der neue Turm und die neue Glocke der Trinitatisgemeinde zu Point
Rest, Mo., am Sonnt. Palmarum. Prediger: P. H. H. Norden.
Zubiläum.
Am Sonnt. Reminiscere feierte die Gemeinde in Franklin Tp.,
Jowa, ihr 25jähriges Jubilänm. Prediger: P'P. Deckmann und F. W.
Heinke.
RKonferenzanzeigen.
Die Nordwestliche Pastoralkonferenz von Missouri versam⸗
melt sich, w. G., vom 23. bis 27. Maiin P. Vrusts Gemeinde zu Concordia,
Mo. Arbeiten: über Beichtanmeldung: P. Rohlfing. Geschichte der Lehr—
kämpfe der Missourisynode: P. H. A. E. Schäfer. Eine Arbeit P. Ma⸗
tuschkas. über Evolution: P. J. Höneß. Verstößt der gegenwärtige Stand
der Life Insurance gegen die Schrift? Prof. Lobeck. über den rechten Ge⸗
brauch der Zeit eines Dieners am Wort: P. P. D. Müller. Daß kein Christ
Glied einer Loge sein und bleiben darf: P. L. Schwartz. Während dieser
Zeit wird auch die Einweihung des neuen Lehrgebändes unserer Lehraustalt
in Concordia stattfinden. Anmeldung beim Ortspastor vor dem 4. Mai er⸗
beten. E. Runge, Sekr.
Die Oklahoma⸗Distriktstönserenz versammelt sich, w. G., vom 23.
bis 27. Mai in P. Meiers Gemeinde zu Breckinridge, Okla. Arbeiten: Die
Lehre von den guten Werken: P. Lehenbauer. Das Motto des „Homileti⸗
schen Magazin“: P. Rösel. Die Lehre von der Kirche: P. H. Meier. Exe⸗
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