Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 27 › Seite 421

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 31. Dezember 1907, Seite 421

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: m · Geben 11

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er „Tutheranedsse

421

genau ist besehen worden, wie unsere Missionare ihre Arbeit tun.
Wir können nicht anders als bezeugen, daß in den berührten Fällen
unsere Missionare durchaus vorsichtig, den lutherischen Grund—
sätzen getreu gearbeitet haben; ja, oft sind sie, wie wir erfahren
haben, viel behutsamer und zurückhaltender gewesen, als eigentlich
nötig war.

Wir sehen hieraus, daß die Missionsbehörde diese Art des
„Missionierens“ nicht nur billigt, sondern belobt und von ihren
Missionaren erwartet, daß sie fernerhin solche Praxis üben.
Werden wir also auch fernerhin bei unserer Arbeit im Nord⸗
westen es erfahren müssen, daß Ohio bei jeder sich bietenden Ge⸗
legenheit versuchen wird, sich in unsere Felder einzuschleichen
und uns Gemeinden zu stehlen? C. F. Walther.

— —

Bur kirchlichen Chronik.

Alle unsere Zeitschriften haben wieder einen Jahrgang voll⸗
endet, und es wird nicht überflüssig sein, wieder einmal an sie zu
erinnern und zum Halten und Lesen des einen und andern Blattes
zu ermuntern. Bekanntschaft mit unserm „Kinder⸗ und Jugend⸗
blatt“ dürfen wir wohl fast überall voraussetzen; wird es doch
in mehr als 60,000 Exemplaren gedruckt und geht in alle Ge⸗
biete unserer weitverzweigten Synode. Es verdient auch eine
solche Verbreitung wegen seines trefflichen Inhalts; hingegen hat
das englische Schwesterblatt, Foung LNuthéerans“ Mahazine, noch
nicht die Verbreitung gefunden, die es haben könnte, und auch das
Blatt „Für die Kleinen“ könnte in noch weiteren Kreisen gelesen
werden. Woimmer in der Familie seitens der heranwachsenden
Jugend auch Verlangen nach englischem Lesestoff sich zeigt, sollte
man nicht an dem geschickt redigierten und sehr mannigfaltig aus⸗
gestatteten Magarine vorübergehen, sondern damit den mancherlei
unchristlichen und schädlichen Blättern und Schriften entgegen⸗
treten. „Für die Kleinen“ aber wird die Kleinen im Alter von
sechs bis zehn Jahren durch Wort und Bild erfreuen. — Unser

theologisches und kirchlich-zeitgeschichtliches Monatsblatt, die
„Lehre und Wehre“, hat nun ihren 53. Jahrgang vollendet. Es

ist ein stattlicher Band von 576 Seiten, der sicherlich mit 82.00
nicht zu teuer bezahlt ist. Ist diese Zeitschrift auch zunächst für
Pastoren bestimmt, so wissen wir doch von manchen Lehrern und
Gemeindegliedern, die seit Jahren die „Lehre und Wehre“ lesen,
wenn sie auch in manchen Artikeln lateinische und griechische Worte
mit in den Kauf nehmen müssen. Das meiste ist ihnen doch ver⸗
ständlich, und sie verdanken dieser Zeitschrift viel Förderung in
der Erkenntnis und viele Nachrichten aus der Kirche hüben und
drüben. Wie die „Lehre und Wehre“, so ist auch das „Magazin
für ev.⸗luth. Homiletik und Pastoraltheologie“ für die Pastoren
bestimmt. um ihnen Handreichung zu tun bei der Ausrichtung ihres
Anites. Auch da bildet ein Jahrgang einen Band von 576 Sei⸗
ten, wovon 384 auf den deutschen und 192 Seiten auf den eng⸗
lischen Teil fallen. Beide Zeitschriften werden in weit über
2000 Exemplaren gedruckt und verbreitet und haben auch nicht
wenige Leser außerhalb unserer Synode. Eine Empfehlung möch⸗
len wir auch unserer englisch-theologischen Zeitschrift, dem 7Neo-
logical Ouarterly, bei ihrem nun beginnenden zwölften Jahrgang
mit auf den Weg geben. Gewinnt es doch, ganz abgesehen von
seinem guten, soliden Inhalt, von Jahr zu Jahr größere Bedeu⸗
tung bei den überhandnehmen der englischen Sprache und bringt
auch wertvolle übersetzungen wichtiger, bisher noch nicht in eng⸗
lischer Sprache erschienener Schriften Luthers. Der Jahrgang
von 256 Seiten in musterhafter Ausstattung kostet nur §1.25.
Endlich nennen wir auch noch das „Ev.⸗Luth. Schulblatt“, das
besonders für unsere Gemeindeschullehrer bestimmt ist und ihnen

bei ihrem Amte der Erziehung und des Unterrichts in mannig⸗
facher Weise zur Hand geht. Obwohl wir nie Schule gehalten
haben, lesen wir das Blatt doch seit 22 Jahren mit Interesse und
Nutzen und meinen, wie es keinen Pastor unter uns geben sollte,
der nicht, wenn er irgend dazu imstande ist, außer dem „Luthe⸗
raner“ auch die „Lehre und Wehre“ hält und liest, so sollte es
auch keinen Lehrer unter uns geben, der nicht das nun 42 Jahre
erscheinende „Schulblatt“ nimmt und studiert. Der Band von
384 Seiten kostet nur §51.00 pro Jahr. L. F.

Auch die beiden Missionsblätter, die von der Synodalkonfe⸗
renz herausgegeben werden, seien wieder einmal unsern Lesern
empfohlen. Wenn auch der „Lutheraner“ regelmäßig von un⸗
sern Missionen berichtet, so kann er doch dies nur in beschränktem
Maße tun. Da setzt dann die „Missionstaube“ ein, die nicht nur
über alle Missionen innerhalb der Synodalkonferenz: Neger⸗
mission, Indianermission, Tamulenmission ꝛc., Berichte erstattet,
sondern überhaupt Nachrichten vom großen Erntefelde der Mis⸗
sion in der ganzen Welt bringt und die Nachrichten häufig mit
hübschen Bildern begleitet. Der Lutheran Pioneer aber, das
englische Seitenstück zur „Missionstaube“, ist selbst ein rechter
kleiner Missionar, indem er die seligmachende Wahrheit durch
kurze Artikel und liebliche Erzählungen verkündigt und besonders
noch von der Negermission erzählt, wie er auch in unsern lutheri⸗
schen Negergemeinden große Verbreitung gefunden hat. Es
scheint auch nicht allgemein bekannt zu sein, daß es eine besondere
Ausgabe des Pionéeer gibt, die den Interessen unserer Taub⸗
stummenmission dient und auf den beiden letzten Seiten jeder
Nummer aus dieser Mission Nachrichten bringt. — So ist es
eine ganze Reihe von Zeitschriften, die verschiedenen Zwecken die⸗
nen, und unsere Leser wollen es sich überlegen, ob sie nicht dem
einen oder andern Blatt Eingang in ihrem eigenen Hause oder
in ihrem Bekanntenkreise verschaffen können. L. F.

Systematisches Geben. Um diese Zeit des Jahreswechsels
beschäftigt sich wohl jede Gemeinde mit Rechnungen und Rech⸗
nungsablage. In manchen Gemeinden wird der Ausweis nicht
erfreulich sein. In den Kassen ist ein Defizit, Schulden haben
gemacht werden müssen. Und in vielen Gemeinden, in denen
wohl die Gemeindekassen gut stehen, ist doch nicht genug für aus⸗
wärtige Zwecke des Reiches Gottes getan worden. Das liegt nicht
immer an einem Mangel an Willigkeit, sondern sehr oft an einem
Mangel an System. Man legt zu wenig Gewicht auf Ordnung
und Regelmäßigkeit im Geben und auf das Heranziehen aller
Glieder der Gemeinde, groß und klein, alt und jung. Ein ame⸗
rikanischer Prediger hat vor einiger Zeit in einer Missionsver⸗
sammlung für junge Leute folgende Außerung getan: Wenn
alle Glieder der christlichen Kirchen unsers Landes dahin gebracht
werden könnten, wöchentlich eige Ein-Cent⸗-Postmarke für aus⸗
wärtige Mission zu geben, so brächte das in einem Jahre
910,000,000; wenn sie wöchentlich den Preis einer Fahrt auf
der Straßenbahn geben würden, so ergäbe das §50,000,000.
Wir bringen aber jährlich nur §7,000,000 für Heidenmission auf.
— In dieser Rechnung, die leicht weitergeführt werden könnte,
liegt eine Wahrheit, die wir bei unserm Geben und Opfern leicht
übersehen. Es kommit nicht sowohl darauf an, daß wir auf ein⸗
mal viel geben. Gewiß, das sollen diejenigen, die Gott mit irdi⸗
schen Gütern reich gesegnet hat, tun aus Dankbarkeit gegen den
Geber; aber viele von. uns sind nicht reich und können nicht große
Gaben darbringen. Aber darauf kommt es an, daß systematisch,
regelmäßig gegeben wird, wenn es auch kleine Smmmen sind. Das
können wir alle tun, und geschieht es, so kommt eine große Summe
zusammen, sei es für den eigenen Gemeindehaushalt, sei es für
auswärtige kirchliche und wohltätige Zwecke. Und da lassen sich
verschiedene Wege einschlagen. Viele Gemeinden haben das soge⸗
nannte Couvertsystem (envelope system) und haben überraschend

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