Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 27 › Seite 425

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 31. Dezember 1907, Seite 425

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Bitten seiner Gemeinde zurück.

wurde er von Präses Seuel in Mahyyille eingeführt.

Nachdem er von P. Prager im Jahre 1877 konfirmiert worden
war, bezog er die Northwestern University in Watertown, Wis.,
um sich für das heilige Predigtamt vorzubereiten. Mit einem
glänzenden Abgangszeugnis ging er im Jahre 1883 nach Mil⸗
waͤukee und trat in das dortige Predigerseminar ein. Im Jahre
1884 ging er nach St. Louis und studierte im dortigen Prediger⸗
seminar mit großem Fleiß und rechter Treue. Nach sehr gut be⸗
standenem Examen nahm er den Beruf der Immanuelsgemeinde
in Grand Rapids, Wis., an, wo er durch P. Leyhe unter Assistenz
P. Rehwinkels am 6. Sonntag nach Trinitatis 1886 ordiniert
und eingeführt wurde. über achtzehn Jahre hat er dieser Ge⸗
meinde in rechter Treue dienen dürfen, und nicht bloß dieser Ge—
meinde, sondern auch mehreren Filialgemeinden. Sind doch in
der Zeit seiner Amtswirksamkeit in seiner Parochie vier Kirchen
gebant worden. Wohl erhielt er in dieser Zeit mehrere Berufe,
aber er konnte sie nicht als göttliche erkennen und sandte sie auf
Als aber im September 1904
ein dringender Beruf von Mayville, Wis., kam, konnte er nicht
anders, als diesen als einen göttlichen erkennen, und er wurde
dann von seinen Gemeinden, wenn auch mit tiefer Betrübnis, in
Frieden entlassen. Am 22. Sonntag nach Trinitatis 1904
Während
der Zeit seiner Amtsführung baute die Gemeinde das neue, schöne
Schulhaus und erwarb sich einen Gottesacker. Wie in Grand
Rapids, so nahm der Entschlafene auch in Mahyville sich der Kinder
treulich und fleißig an und hielt Schule, soviel ihm dies nur sein
eigentliches Amt erlaubte. Trotz seiner vielen Arbeit in Kirche
und Schule hat er doch gern und willig auch der Synode gedient,
wo er nur inmer konnte. Als darum die Synode im Jahre 1900
das Amt der Missionsdirektoren einrichtete, und J!'. Bittner einer
der erwählten Direktoren war, hat er dies Amt nicht bloß dem

Namen nach getragen, sondern treu und fleißig auch darin ge—

arbeitet. — Im Dezember 1906 fing der Entschlafene an zu
kränkeln; doch verwaltete er bis zuletzt sein Amt und leitete noch
am ersten Advent dieses Jahres den Gottesdienst allein, hielt

die Beichtrede, predigte und verwaltete bei einer starken Kom⸗
munion, an der fast die ganze Gemeinde teilnahm, allein das
ö Sakrament.
stand, tat sie alles, um ihm Erleichterung zu verschaffen. Sie

Als seine Gemeinde sah, wie es mit ihrem Pastor

berief einen Seminaristen für die Schule und bewilligte ihrem
Pastor Urlaub zu einer Erholungsreise. Er selbst wollte aber

Inicht ausgespannt sein, sondern wollte dienen, solange es ihm

nur möglich war. Wohl war die Gemeinde zufrieden, wenn am
Sonntag nur nachmittags Gottesdienst war, und die Pastoren der
Nachbargemeinden waren auch bereit und willig, auszuhelfen, aber
der Entschlafene machte hiervon nur sehr selten Gebrauch. Zwar
nahm er die Urlaubsbewilligung mit Dank und Freuden an und
machte eine Erholungsreise nach Escanaba, Mich., auf der er sich
auch sehr gut erholte; aber kaum war er dort angelangt, so ver⸗
Ischlimmerte sich sein Zustand wieder, und er eilte, obgleich sein
Urlaub noch nicht abgelaufen war, heim. Seit dieser Zeit hat er
sich eigentlich nicht wieder erholt, hat aber, wie gesagt, bis zuletzt
seines Amtes gewartet. Nur bei den Krankenbesuchen, die ihm
sehr schwer wurden, nahm er ab und zu Vertretung an. Nachdem
er sich über seine Kräfte am ersten Adventssonntag angestrengt
hatte, verschlimmerte sich am 2. Dezember sein Zustand sehr, und
als nun auch Blutungen eintraten, eilte er mit seiner Frau nach
Milwaukee, um dort Spezialisten zu Rate zu ziehen. Er war bis
zum 11. Dezember bei seinem Schwager, Lehrer Th. Bublitz, wo
ihn auch P. Strasen mehrere Male besuchte. Die Ärzte, die er
zu Rate zog, rieten ihm jedoch, in ein Hospital zu gehen. Als er
in das Hospital gebracht werden sollte, hatte man eine Bahre zu⸗
echtgemacht, um ihn die Treppe hinunterzutragen. Da sprang
er auf und ging noch selbst die Treppe hinunter. Das war nur
einige Stunden vor seinem Tode. P. Strasen begleitete ihn ins

ö

Hospital. Mittags um 12 Uhr kam er im Hospital an und um
8 Uhr abends gab er dort seinen Geist auf. Noch am Vormittag
dieses seines Todestages, als ihm seine Fran einen kürzeren
Psalm vorlas, um ihn nicht zu sehr anzustrengen, war er damit
nicht zufrieden; er verlangte, mehr zu hören; er wollte Trost
haben aus Gottes Wort. Es kamen dann im Hospital für ihn
schwere, harte Stunden, aber die letzte halbe Stunde wurde er
ruhig und schlief sanft und still ein..— Am 18. Dezember kam die
Leiche in Mayville an und wurde dort im Pfarrhause aufgebahrt.
Am Nachnrittag des 15. Dezember begann dort der Trauergottes⸗

dienst. Die Pastoren Rathjen und Hoffmann amtierten im
Hause. Sechs Amtsbrüder in Amtstracht trugen dann die Leiche

in die überfüllte Kirche. Dort amtierten P. Hanser und der Unter⸗
zeichnete, der über Matth. 28, 20 predigte. P. Maack, der mit
einem Vorsteher von der Gemeinde zu Grand Rapids zu dieser
Leichenfeier abgeordnet war, brachte in einem schönen Nachruf die
Treue und Gewissenhaftigkeit des Entschlafenen zum Ausdruck.
Am nächsten Tage wurde dann die Leiche nach Watertown über⸗
geführt und dort beerdigt, nachdem P. Eggers in der St. Markus⸗
kirche, in der P. Bittuer am 24. August 1886 mit Emilie Bublitz
getraut worden war, über Klagl. 3, 24 eine trostreiche Predigt
gehalten hatte. Außer der zahlreichen Verwandtschaft geleitete
der Vorstand, sowie Gemeindeglieder von Mahyyille und viele
Amtsbrüder die Leiche zur letzten Ruhestätte. — Seine Frau und
8 Kinder, die ihm in der 21jährigen glücklichen Ehe geschenkt wor⸗
den waren, beweinen den Verluft des Ernährers und Versorgers.
Zwei Söhne sind auf dem College zu Watertown, um sich auf das
heilige Predigtamt vorzubereiten; fünf Kinder sind noch nicht
konfirmiert. Der SErr sei nach seiner Verheißung der rechte
Vater und Versorger der Verlassenen! C. Zollmann.

Am 13. Dezember starb im HErrn infolge eines Herzschlags
Prof. Friedrich Lindemann von unserm Lehrerseminar
in Addison, Ill. L. F.

—— — —— — —ꝛ
Neue Drucksachen.

Zwanzigster Synodalbericht des Kanada-Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. St. Louis,
Mo. Concordia Publishing House. 1907. 62 Seiten
5 ½ 8½. Preis: 12 Cts.

Dieser Bericht enthält treffliche Lehrverhandlungen von den guten
Werken. Die Synodalrede ist eine Ausführung von 1 Kor. 15, 58: „Darum,
meine lieben Brüder, seid seste, unbeweglich und nehmet immer zu in dem
Werk des HErrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in
dem HErrn.“ Die Geschäftsverhandlungen, zumal der Missionsbericht,
lassen erkennen, daß der Distrikt sich auch wirklich in guten Werken fleißig
zeigt. — — K.
The Order of the Knights of Pythias in the Light of God's Word

by V.. J. I.. 16 Seiten 547. Zu beziehen vom Concordia
Publishing Ilouse. St. Louis, Mo. Preis: 5 Cts.;
Dutzendpreis: 30 Cts.; Hundertpreis: 52.00 und Porto,
soweit der Vorrat reicht.

Diese kleine Schrift, die die Loge der Pythiasritter nach Gottes Wort
beurteilt und ihre Belege aus dem „Complete Manual and Textbook“
dieser Loge nimmt, wird solchen, die mit dieser Sache zu tun haben, gute
Dienste leisten. L. F.

Lecture on Gambling. 7 Seiten 649. Zu beziehen vom Con-
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis: 3 Cts.;
Dutzendpreis: 24 Cts.: Hundertpreis: 51.50 mit Porto,
soweit der Vorrat reicht.

Diese Rede zeigt, was Hazard-, oder Glücksspielen ist, wie verwerflich
es ist und wohin es führt, und schließt mit einer ernsten Mahnung, ist also

geeignet, solchen in die Hand gegeben zu werden, die vom Spielteufel an—
gefochten werden. L. F.

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