Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 8 › Seite 63

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-12-11, Seite 63

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geburt Chriſti 12

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Mund die wiederholte Klage gehört, daß man in der Praxis zum mindesten unirt sei ꝛc. Und nun vollends, wie mag doch Herr Past. Schmid die Leute glauben machen, daß auch die Brüder der Missouri-Synode in dieser Sache von ihm begehrt hätten, sich ihrer Synode anzuschließen? Wann wäre davon in unsern Verhandlungen auch nur eine Silbe gesprochen worden? Es sei denn, daß Herr Pastor Schmid die Aeußerung mißverstanden habe, da wir am Schluß unserer Darlegung, wie es die Wahrheitsliebe erfordere, Reformirte, die sich uns anschließen wollten, nicht erst in dem Wahne zu lassen, als hätten auch sie die rechte Abendmahlslehre, bemerkten: wenn er übrigens unsere Jugend verachte, so möchte er eine baldige Gelegenheit ergreifen, Herrn Pastor Walther, für den er Verehrung aussprach, darüber zu hören, und daß er zufolge dieses Mißverständnisses meinte, er solle vielleicht auf diese Weise ins Netz gezogen werden. Doch nein — das kann er unmöglich gemeint haben, da gibt ihm sein eigenes Gewissen Zeugniß, daß wir hiezu viel zu offen und treuherzig gegen ihn waren. Oder vielleicht hat ihm sein kurzes Gedächtniß da einen Streich gespielt. Und wahrlich ein kurzes Gedächtniß muß Herr Pastor Schmid haben, sonst hätte er in demselben Brief nicht von der Trennung im Jahre 1846 schreiben können: sie sei wegen gewisser Verschiedenheiten in Meinungen unwesentlicher Art, besonders den Cultus betreffend, entstanden. Liegen doch die Acten darüber vor (S. Lutheraner, Jahrg. II. Nr. 25.) und lauten gar anders, und hat doch Herr Pastor Schmid dießmal selber zugestanden, daß er jene Trennung verschuldet habe, und daß er jetzt, wenn ers noch einmal zu thun hätte, anders handeln würde. Doch er täusche sich nicht selbst. Bei so bewandter Herzensverfassung würde er auch jetzt nicht anders, wenigstens nicht besser gehandelt haben. Denn schmerzlich hat uns dieser Brief überzeugt, daß Herr Pastor Schmid nicht etwa bloß in Vorurtheilen befangen, sondern daß er wirklich unredlich sei. Das ist allerdings ein hartes, aber ein wahres Wort. Möge es ihn in sein Inneres einführen, und der barmherzige Gott, der treue Heiland, ihm Gnade geben, diesen faulen Fleck zu erkennen und Buße zu thun. Will er aber der, wenn auch unbeugsamen, doch brüderlichen Stimme der Wahrheit nicht gehorchen, nun so mag er sich den unverhohlenern Antilutheraner Herrn Weyl zum Meister nehmen, der in Nr. 22 seines Kirchenboten über dasselbe Thema noch gar anders und zwar also schreibet:

„Die Michigan-Synode hat ihre Missionsstation Siboying unter den Indianern sammt Missionarien an die Missouri-Synode übermacht.

„Bei dieser Gelegenheit machte Missionar Auch und Maier folgende Erklärung, welche eben so steif und bigottisch ist, als die dummsten Päbstler je gemacht haben. Der Paragraph im ‚Lutheraner‘ lautet also:

„„Missionar Auch, der öffentlich und feierlich vor der Committee erklärte, daß er und sein College, und zwar durch keinerlei menschliche Ueberredung, sondern durch treues Studium unserer symbolischen Bücher zu der Ueberzeugung gekommen seien, „daß nur die lutherische Kirche den seligmachenden Glauben lauter und rein bekenne, während die andern kirchlichen Benennungen wider die Schrift seelenverderbliche Irrthümer festhielten, die es, so lange sie festgehalten würden, unmöglich machten, mit ihnen in glaubensbrüderlicher Gemeinschaft zu stehen“ — gab hierauf in seinem und seines Collegen Namen den runden Bescheid, daß er mit den gestellten Bedingungen, die ganz im Einklang mit unserer von ihnen bereits geprüften Synodalverfassung wären, völlig einverstanden sei.““

„Solche Männer sind Bigotten und Menschenknechte, welche nicht so sehr an der Bekehrung der armen Indianer, als um Proseliten für ihre Partei zu thun ist. Ein scheinbar heiliger Eifer kann sie beleben, wie wir das an den Päbstlern und allen Schwärmern sehen, allein das tiefe, wahre Motiv ist Sectirerei, und das ist Gott ein Greuel.“ —

Wahrlich Herr Weyl ist unverbesserlich, und zwar wie im Schmähen so im Lügen und Trügen. Denn besser i. e. frecher kann ers nicht mehr lügen, daß er noch lutherisch sei, als indem er auf solche Weise über ein einfältiges lutherisches Bekenntniß schreibt. Und sich bessern — nun das will er gewißlich nicht, dafür bürgt auch der Aufsatz in Nr. 21 seines Kirchenboten, betitelt: „Nachträgliche Beleuchtung“ ꝛc., darinnen unsere gerechte Klage über seine unredliche Kampfweise durch einige Taschenspielerkünste flugs in eine Apologie der Jesuiterei umgewandelt wird. Jeder Schlag zu viel auf ein gebrandmarktes Gewissen und einen Mann, der sich also ritterlich selber zu Boden schlägt. Doch wehe, wehe, daß er so weit gehen darf in einer Gemeinschaft, die von lutherischen Vorältern abstammt und sich annoch lutherisch nennt. —

August Crämer.

Russisch-Polen.

Wieder eine Auflösung der Union.

Die „Neue Preußische Zeitung“ enthält, wie der „Freie Deutsche Katholik“ uns in seiner letzten Nummer berichtet, die Mittheilung aus dem russischen Polen, daß auf Vorstellung des Fürsten Statthalters Paskewicz der Kaiser befohlen habe, die evangelische Kirche Augsburgischer Confession (also die evangelisch-lutherische) in ihrer kirchlichen Selbstständigkeit wieder herzustellen, so zwar, daß ihr ein neues organisches Statut verliehen, die Vereinigung der früheren evangelisch-lutherischen und reformirten Consistorien wieder aufgehoben, und dem lutherischen Consistorium die Beaufsichtigung und Leitung des Kirchen- und Schulwesens der Lutheraner in Polen übertragen werden, während die Synode der reformirten Kirche und ein zu bildendes reformirtes Consistorium die Angelegenheiten dieser Kirche ordnen und leiten wird. — Es heißt u. A. daselbst ferner: Die Unionsbestrebungen in Preußen (vom Jahre 1817 an) äußerten später auch ihren Einfluß auf die protestantischen Kirchen Polens. Von Seiten der reformirten ging hier das Streben nach einer näheren Vereinigung mit der lutherischen (resp. Mitleitung derselben) aus. Diese wehrte sich aber dagegen. Nach einer vom lutherischen Consistorio in Warschau im Jahre 1838 in einem statistischen Kalender veröffentlichten Angabe betrug damals die Seelenzahl der in 47 Parochien eingetheilten Lutheraner in Polen 199,958; dagegen die der Reformirten in 7 Parochien nur im Ganzen 7886. Die lutherische Kirche war also reich an Seelen, aber arm an äußeren Mitteln; das Gegentheil war aber der Fall mit der reformirten; aber diese war keineswegs geneigt, die Union, welche sie anstrebte, so weit auszudehnen, daß sie ihre irdischen Schätze mit der lutherischen Kirche theilte. Im Jahre 1828 erschien ein kaiserlicher Befehl, begleitet von einem Statut, wodurch die Consistorien beider Kirchen in Polen vereinigt wurden. Aller Widerspruch verstummte. Von nun an wurde das Princip der angeblichen Union zum allseitigen Vortheil der kleinen reformirten, aber zum Nachtheil der großen lutherischen Kirche immer weiter durchgeführt. Diejenigen Diener der evangelisch-lutherischen Kirche, welche die Selbstständigkeit derselben möglichst zu retten suchten, wurden durch geheime, besonders politische, Verdächtigungen bei der Regierung auf die eine oder andere Art zum Schweigen gebracht. Doch nach der Revolution von 1830 und 1831 gelangten immer neue Zeugnisse für Recht und Wahrheit an die Regierung und diese fand sich endlich im Jahre 1835 veranlaßt, eine Commission zur gründlichen Erörterung der Sache niederzusetzen. Das Resuitat war, daß diese Commission die Nothwendigkeit der Trennung des Consistoriums und der Reorganisation der evangelisch-lutherischen Kirche auf Grund des für die evangelisch-lutherische Kirche in Rußland vom Kaiser gegebenen Kirchengesetzes anerkannte und aussprach. Die Ausführung gerieth jedoch durch allerhand Ränke der höheren reformirten Beamten ins Stocken. Doch der Nothschrei ungerechter Unterdrückung gelangte immer wieder an das Ohr und Herz der höheren Behörden. Der commandirende General des 3. russischen Armeecorps, v. Rüdiger, dieser tapfere und ausgezeichnete Krieger, hatte und behielt ein Herz für die Noth der evangelisch-lutherischen Kirche und verfocht ihre Sache so lange höheren und höchsten Orts, bis die Erledigung der Uebelstände unter Gottes Segen in immer höherem Grade erfolgte. Aber auch der Fürst Paskewicz hat sich um die Sache verdient gemacht, wenngleich man von ihm und anderen, der griechischen oder römischen Kirche angehörenden, hochgestellten Personen kein reges Interesse für die Angelegenheiten unserer Kirche erwarten und verlangen kann.

Rechte Weihnachtsfeier.

Scriver erzählt in seinem Seelenschatz von einer gottseligen Jungfrau seiner Zeit, als etliche ihrer Gespielinnen, da eben Weihnachten vor der

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mouth the repeated complaint, that in practice they were at the very least Unionistic, etc. And now, to crown all, how can Mr. Past. Schmid make the people believe that the brethren of the Missouri Synod also in this matter demanded of him that he join their Synod? When was even a syllable of this spoken in our negotiations? Unless Pastor Schmid misunderstood the remark which we made at the close of our statement, as the love of truth required, in order not to leave Reformed persons who might wish to join us first in the delusion as though they too had the right doctrine of the Lord's Supper: that if he, moreover, despised our youth, he might seize an early opportunity to hear Pastor Walther, for whom he expressed reverence, about it; and that in consequence of this misunderstanding he thought he was perhaps to be drawn into the net in this way. But no — he cannot possibly have meant that; his own conscience bears him witness that we were far too open and trusting toward him in this. Or perhaps his short memory played him a trick. And truly Pastor Schmid must have a short memory, otherwise he could not have written in the same letter of the separation in the year 1846: that it arose on account of certain differences in opinions of an unessential kind, especially concerning worship. Yet the Acts lie before us concerning it (see Lutheraner, Jahrg. II. Nr. 25.) and read quite differently, and Pastor Schmid himself has this time admitted that he was to blame for that separation, and that he would now, if he had it to do again, act differently. But let him not deceive himself. With such a state of heart he would now also have acted no differently, at least no better. For painfully this letter has convinced us that Pastor Schmid is not merely caught in prejudices, but that he is really dishonest. That is indeed a hard but a true word. May it lead him into his own inner self, and the merciful God, the faithful Saviour, give him grace to recognize this rotten spot and to repent. But if he will not obey the voice of truth, though unbending, yet brotherly, then let him take for his master the more undisguised Anti-Lutheran, Mr. Weyl, who in No. 22 of his Kirchenbote writes on the same theme still quite differently, and indeed thus:

"The Michigan Synod has handed over its mission station Siboying among the Indians, together with the missionaries, to the Missouri Synod.

"On this occasion the missionaries Auch and Maier made the following declaration, which is as stiff and bigoted as the stupidest Papists have ever made. The paragraph in the 'Lutheraner' reads thus:

""Missionary Auch, who declared publicly and solemnly before the Committee that he and his colleague, and indeed through no human persuasion whatever, but through faithful study of our symbolical books, had come to the conviction, "that only the Lutheran Church confesses the saving faith purely and without alloy, whereas the other ecclesiastical denominations hold fast, contrary to the Scripture, soul-destroying errors, which, so long as they are held fast, make it impossible to stand with them in fellowship as brethren in the faith" — thereupon gave, in his own and his colleague's name, the flat answer that he was fully agreed with the conditions laid down, which were wholly in harmony with our synodical constitution already examined by them.""

"Such men are bigots and slaves of men, who are concerned not so much with the conversion of the poor Indians as with proselytes for their party. An apparently holy zeal may animate them, as we see in the Papists and all enthusiasts, but the deep, true motive is sectarianism, and that is an abomination to God." —

Truly Mr. Weyl is incorrigible, and indeed as in reviling so in lying and deceiving. For better, i. e. more impudently, he cannot lie any more that he is still Lutheran, than by writing in such a manner about a simple Lutheran confession. And to amend himself — well, that he certainly does not want to do; for this the article in No. 21 of his Kirchenbote also vouches, entitled: "Subsequent Elucidation," etc., in which our just complaint over his dishonest manner of fighting is, by a few sleight-of-hand tricks, straightway transformed into an apology for Jesuitry. Every blow too many upon a branded conscience and a man who thus knightly strikes himself to the ground. But woe, woe, that he may go so far in a communion which descends from Lutheran forefathers and still calls itself Lutheran. —

August Crämer.

Russian Poland.

Another Dissolution of the Union.

The "Neue Preußische Zeitung" contains, as the "Freie Deutsche Katholik" reports to us in its last number, the communication from Russian Poland that, upon the representation of the Prince Viceroy Paskewicz, the Emperor has commanded that the Evangelical Church of the Augsburg Confession (that is, the Evangelical Lutheran) be restored in its ecclesiastical independence, namely, in such a way that a new organic statute be granted to it, the union of the former Evangelical Lutheran and Reformed consistories be again abolished, and the supervision and direction of the church and school affairs of the Lutherans in Poland be transferred to the Lutheran consistory, while the synod of the Reformed church and a Reformed consistory to be formed will order and direct the affairs of that church. — It says further, among other things, in the same place: The union endeavors in Prussia (from the year 1817 on) later exerted their influence also upon the Protestant churches of Poland. On the part of the Reformed the striving went forth here for a closer union with the Lutheran (resp. a joint direction of it). But this resisted. According to a statement published by the Lutheran consistory in Warsaw in the year 1838 in a statistical calendar, the number of souls of the Lutherans in Poland, divided into 47 parishes, was then 199,958; whereas that of the Reformed in 7 parishes was only 7886 in all. The Lutheran church was thus rich in souls but poor in outward means; but the opposite was the case with the Reformed; yet this was by no means inclined to extend the union which it sought so far that it should share its earthly treasures with the Lutheran church. In the year 1828 an imperial command appeared, accompanied by a statute, whereby the consistories of both churches in Poland were united. All opposition fell silent. From now on the principle of the alleged union was carried out ever further, to the universal advantage of the small Reformed, but to the disadvantage of the great Lutheran church. Those servants of the Evangelical Lutheran church who sought as far as possible to save its independence were silenced in one way or another by secret, especially political, suspicions laid before the government. But after the revolution of 1830 and 1831 ever new testimonies for right and truth came to the government, and this finally found itself moved, in the year 1835, to appoint a commission for a thorough examination of the matter. The result was that this commission recognized and declared the necessity of the separation of the consistory and of the reorganization of the Evangelical Lutheran church on the basis of the church law given by the Emperor for the Evangelical Lutheran church in Russia. The execution, however, came to a standstill through all sorts of intrigues of the higher Reformed officials. Yet the cry of distress of unjust oppression came again and again to the ear and heart of the higher authorities. The commanding general of the 3rd Russian army corps, v. Rüdiger, that brave and distinguished warrior, had and retained a heart for the distress of the Evangelical Lutheran church, and championed its cause so long in higher and highest quarters, until the redress of the grievances followed, under God's blessing, in an ever higher degree. But Prince Paskewicz also has deserved well in the matter, although from him and other highly placed persons belonging to the Greek or Roman church no lively interest in the affairs of our church can be expected and demanded.

Right Christmas Celebration.

Scriver relates in his Seelenschatz of a godly maiden of his time, that when certain of her playmates, just as Christmas before the