Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 21 › Seite 166

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-06-11, Seite 166

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Glaube 29 · Rechtfertigung 26

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den Glauben.“ Wieder aber gibt's Leute, die sich auf's Sterben hin des HErrn JEsu getrösten, aber durch ihr ganzes gottloses Leben seinen heiligen Namen schänden; — denen muß der liebe Jacobus in den Flachs langen und sprechen: „Was hilft's, ihr gläubigen frechen Sünder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen?“

D. Wenn man's so hört, möcht' man dir beifallen.

Br. Es sollt mich freuen, wenn du dir eine gute Lehre nehmen und nimmer so leichtfertig über Gottes Wort räsonniren wolltest. — Lieber Damian, glaub sicherlich: Die Schrift stimmt! Manches scheint uns nur anfänglich ein Widerspruch, aber mit der Zeit lernen wir verstehen, wie es sich staatsmäßig zusammen reimt. Und merk wohl auf: Wenn sich auch mancher Punkt nicht heben sollt', so lang' wir hierunten wandeln, so sollen wir halt denken, daß es an unserm schwachen Begreifen liegt und daß wir einmal die schöne Einträchtigkeit schon sehen werden, wenn wir mit Gottes Hilfe die hellen Himmelsaugen bekommen haben. Was wir aber zur Seligkeit brauchen, das läßt uns der HErr schon immer deutlich und kräftig erkennen, so wir nur heilsbegierig im lieben Gottes Wort forschen und um die Erleuchtung von oben beten.

(Damian spielt mit den Schnallen an seiner Bibel. Der Bruder der Bäuerin fährt fort:)

O lieber Damian, glaub sicherlich, die Schrift stimmt! Alle hundert Pfeifen dieser Orgel lauten lieblich und prächtig zusammen, wenn wir nur überall die rechten Ohren hätten. — Aber halt, du hast doch nicht ganz unrecht, wenn du sagst: sie stimmt nicht. Wart, jetzt will ich dir sagen, wie sie nicht stimmt. Mit deinem alten Adam stimmt sie nicht. Mit deinem hoffährtigen Wesen, mit deiner übermäßigen Gescheitigkeit stimmt sie nicht, denn sie sagt: Wir sind von gestern her und wissen nichts. Hiob 8, 9. Mit deinem irdischen Sinn stimmt sie nicht, denn sie spricht: Fleischlich gesinnet sein ist der Tod. Röm. 8, 6. Schau, das thut deinen alten Adam verdrießen, und weil er noch der Herr in dir ist, so reißt er dir gegen ein solches Gotteswort das Maul auf.

D. Aha, du wirst jetzt unmanierlich. Da bin ich kein Freund davon. Adös! (Er nimmt seine Bibel unter den Arm und trottelt damit wieder zur Thür' hinaus.)

B. O Bruder! dießmal bist du zur rechten Stund' dagewesen. Vergelt dir's Gott, daß du mein ängstliches Herz wieder gestillt hast. (Sie lacht, indem sie sich mit ihrer Schürze die Augen auswischt.) Nun, du hast ihn einmal ordentlich heimgeschickt; der wird nimmer sobald kommen. Helf ihm Gott, was will die arme Creatur Gottes ewiges Wort schimpfen! Dauert mich nur mein guter Rahm; aber der Tisch ist sauber. (Sie faßt das Verschüttete wieder auf.)

(Eingesandt.)

Einige Bemerkungen gegen die „Erwiderung“ des Missionsboten, die Missionare Auch und Maier betreffend.

Sibiwaing, d. 2. Mai 1850.

So scheint endlich die Drohung, die von Ann-Arbor an uns erging, daß nemlich „ein Gelehrterer über uns kommen werde, der uns sagen werde, wer wir seien“, in Erfüllung gegangen zu sein. Er ist erschienen in der Person des Herausgebers des Missionsboten. Der sagt uns im dritten Band No. 3, was wir sind, nemlich: „Leute, die im Schlaf der Gewissenlosigkeit gelegen, Heuchler, Unehrliche, Verleumder“ ꝛc. Diese Ausdrücke nehmen sich nun freilich wunderlich genug aus in dem Munde des Mannes, der in demselben Artikel bitterlich klagt, daß die religiösen Zeitschriften der lutherischen Kirche auf eine so „gemeine Weise“ geführt werden, und die Wahrheit auf Kosten „christlicher Bildung und Liebe“ mit „Schimpfen und Schmähen“ vertheidigen, und versichert, er wolle nicht in solchem Sinn (soll doch wohl heißen: auf solche gemeine Weise) auf unsere Beschuldigungen antworten; indessen, es soll ein ziemlich allgemeiner Fehler bei den „Gelehrten“ sein, daß sie Anstand von andern fordern, gegen andere aber nicht zeigen. Und gelehrt muß der Mann ja freilich sein, der es wagen darf, unserer Kirche Irrthümer vorzurücken, deren Nachweis aus der heiligen Schrift zu geben noch keinem Gelehrten gelungen ist, und auch nicht gelingen kann.

Was nun den Vorwurf betrifft, daß wir zur Zeit des bewußten Missionsfestes (vergl Lutheraner No. 7, Jahrgang 6) müßten im Schlaf der Gewissenlosigkeit gelegen haben, weil wir nicht damals gegen den geehrten Herrn aufgestanden und ihn gefragt hätten: „Wie kannst du dich auf die Augsburgische Confession verpflichten lassen, da du den einen Artikel derselben verwirfst?“ so möge sich derselbe nochmals an jenes Missionsfest erinnern, wenn sein Gedächtniß nicht geflissentlich zu kurz ist. Da wird er ja freilich finden, daß wir ihm nichts darüber sagen konnten, denn der Missionar Auch mußte Krankheits halber das Bett hüten, und war bei jener Sitzung, wo das bewußte Gespräch über das heilige Abendmahl Statt fand, nicht gegenwärtig, so wenig wie der Missionar Maier, der schon vor der Synodalsitzung abreisete; daß es indessen an Gewissensschärfungen nicht gefehlt, da der Ortspastor gar heftig mit ihm gestritten, seine Ansicht vom heiligen Abendmahl eine rationalistische genannt, und gegen seine Aufnahme in den Synodalverband geredet habe.

Gesetzt jedoch, es wäre so, wie der Herausgeber irrig meint, so könnte er doch nur dieses beweisen, daß wir jetzt allerdings aus jenem „Schlafe“ aufgewacht wären, was ja freilich viel besser ist, als auf gut „Evangelisch“ fortzuschlafen.

Hinsichtlich der „falschen“ Schlüsse, die wir aus seinen Worten gezogen haben sollen, verweisen wir die Leser auf die Ueberzeugungen, welche dieser „ehrliche, gewissenhafte Denker kraft des Heiligen Geistes“ erlangt hat, und theils verworren, theils unumwunden in seinem Blatt uns mittheilt. Zuerst sagt er: „Allerdings glaube ich, daß wir im heiligen Abendmahl den verklärten Leib und das verklärte Blut in Brod und Wein empfangen und nicht etwas Körperliches“, und meint, auf den letzten Irrthum müsse man kommen, wenn man „so streng auf die Concordienformel hinsitze, die da bestimme: mit, in und unter dem Brod empfangen wir den Leib und Blut Christi“, „denn“, setzt er hinzu, „Etwas in, mit und unter dem Brod und Wein kann nur körperlich, kapernaitisch gedacht werden, und das lehrt die Schrift nicht: sondern dies nähert sich der römisch-katholischen Lehre.“ Nach den sublimen Gedanken dieses gelehrten Helden, die sich am Ende in den Nebel des Unsinns auflösen, muß die Verklärung wohl ein solcher Proceß sein, wodurch ein Leib aufhört ein Leib zu sein, und doch noch ein Leib bleibt. Wenn nun der Herr Herausgeber nicht glaubt, daß wir den Leib des HErrn im heiligen Abendmahl empfangen, denn ein Leib, der nichts Körperliches ist, ist doch sicherlich kein Leib mehr — wie kann er dann behaupten, daß er den 10. Artikel der Augsburgischen Confession annehme, der rund und bündig lehrt, „daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftig unter der Gestalt des Brods und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei, und da ausgetheilt und empfangen werde“? und wie können wir da falsche Schlüsse aus seinen Worten gezogen haben?

Indessen er verräth seinen Schlupfwinkel, in welchem er sich den Umständen gemäß geschickt versteckt zu haben meint, durch seine Schwatzhaftigkeit selbst deutlich genug. Er sagt ja selbst, „die Lutheraner und deutsch Reformirten seien in der Lehre vom heiligen Abendmahl der Hauptsache nach einig“ (er versteht natürlich unter „Lutheraner“ nur solche, wie er selber einer ist). Ist nun diese Behauptung wahr, so muß sie sich aus dem Heidelberger Katechismus, als der Bekenntnißschrift der Reformirten, herausstellen. Hier lesen wir nun in der Antwort auf die 47. Frage: „Ist denn Christus nicht bei uns bis an der Welt Ende, wie Er uns verheißen hat?“ diese Worte: „Christus ist wahrer Mensch und Gott. Nach seiner menschlichen Natur ist er jetzt nicht auf Erden, aber nach seiner Gottheit ꝛc. weicht Er nimmer von uns.“ Wenn nun unser HErr Christus nach seiner verklärten Menschheit im Himmel eingeschlossen ist, — wie kann er seinen verklärten Leib, und sein verklärtes Blut, uns, die wir doch auf Erden sind, geben? Doch hiefür weiß die Antwort der 76. Frage Rath, die da lehrt: den gekreuzigten Leib Christi essen, heißt: mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünden und ewiges Leben bekommen, daneben durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christo und in uns wohnt, mit seinem gebenedeieten Leibe je mehr und mehr vereinigt werden, daß wir, obgleich Er im Himmel ꝛc. Hier sieht wohl Jedermann, daß nach dieser Lehre im heiligen

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faith.” Again, however, there are people who comfort themselves at the point of death with the LORD JEsus, but through their whole godless life disgrace His holy name; — to these dear James must lay on the flax, and say: “What doth it profit, ye believing impudent sinners, though a man say he hath faith, and have not works? Can faith save him?”

D. When one hears it so, one is inclined to agree with you.

Br. It would please me if you would take a good lesson from it, and no longer reason so lightly about God's Word. — Dear Damian, believe it for certain: the Scripture agrees! Many a thing seems to us a contradiction only at first, but with time we learn to understand how it all rhymes together in good order. And mark well: even if many a point cannot be removed, as long as we walk here below, we shall just have to think that it lies in our weak comprehension, and that we shall one day see the beautiful harmony well enough, when with God's help we have received the bright eyes of heaven. But what we need for salvation, that the LORD lets us always recognize clearly and powerfully enough, if we only search eagerly for salvation in dear God's Word and pray for enlightenment from above.

(Damian plays with the clasps on his Bible. The Farmer's Wife's Brother continues:)

O dear Damian, believe it for certain, the Scripture agrees! All the hundred pipes of this organ sound together lovely and glorious, if only we had everywhere the right ears. — But stop, you are not altogether wrong when you say: it does not agree. Wait, now I will tell you how it does not agree. With your old Adam it does not agree. With your haughty manner, with your excessive cleverness it does not agree, for it says: We are but of yesterday, and know nothing. Job 8:9. With your earthly mind it does not agree, for it says: To be carnally minded is death. Rom. 8:6. Look, that vexes your old Adam, and because he is still the master in you, he opens your mouth wide against such a word of God.

D. Aha, you are becoming unmannerly. I am no friend of that. Adieu! (He takes his Bible under his arm and shambles off with it again out at the door.)

F. O brother! this time you have been there at the right hour. God reward you for having quieted my anxious heart again. (She laughs, while wiping her eyes with her apron.) Well, you have sent him home properly this once; he will not be coming again soon. God help him, what does the poor creature mean by reviling God's eternal Word! I only grieve for my good cream; but the table is clean. (She gathers up what was spilled again.)

(Communicated.)

Some Remarks against the “Reply” of the Missionsbote, Concerning the Missionaries Auch and Maier.

Sibiwaing, May 2, 1850.

So the threat that came to us from Ann-Arbor, namely that “a more learned man would come over us, who would tell us who we are,” seems at last to have been fulfilled. He has appeared in the person of the editor of the Missionsbote. He tells us in the third volume, No. 3, what we are, namely: “People who have lain in the sleep of unconscientiousness, hypocrites, dishonest persons, slanderers,” etc. These expressions certainly look strange enough in the mouth of the man who in the same article complains bitterly that the religious periodicals of the Lutheran Church are conducted in so “vulgar a manner,” and defend the truth at the expense of “Christian culture and love” with “abuse and vilification,” and assures us that he does not wish to answer our accusations in such a spirit (it should doubtless read: in such a vulgar manner); yet it is said to be a fairly general fault among the “learned” that they demand decency from others but show none toward others. And learned the man must indeed be who dares to charge our Church with errors the proof of which from the Holy Scripture no learned man has yet succeeded in giving, nor can succeed.

As to the reproach that at the time of the well-known mission festival (compare Lutheraner No. 7, Jahrgang 6) we must have been lying in the sleep of unconscientiousness, because we did not then rise up against the honored gentleman and ask him: “How canst thou let thyself be pledged to the Augsburg Confession, when thou rejectest one article of it?” — let him call that mission festival to mind once more, if his memory is not purposely too short. There he will indeed find that we could say nothing to him about it, for the missionary Auch had to keep his bed on account of illness, and was not present at that session in which the well-known conversation about the Holy Supper took place, any more than the missionary Maier, who had already left before the synodical session; that nevertheless there was no lack of pricks of conscience, since the local pastor disputed very vehemently with him, called his view of the Holy Supper a rationalistic one, and spoke against his admission into the synodical body.

But suppose it were so, as the editor mistakenly supposes, he could then prove only this, that we have now at any rate awakened from that “sleep,” which is certainly much better than to go on sleeping in good “Evangelical” fashion.

With regard to the “false” conclusions which we are said to have drawn from his words, we refer the readers to the convictions which this “honest, conscientious thinker by virtue of the Holy Ghost” has attained, and communicates to us in his paper, partly confusedly, partly plainly. First he says: “Certainly I believe that in the Holy Supper we receive the glorified body and the glorified blood in bread and wine, and not something corporeal,” and thinks that one must come to the latter error if one “sticks so strictly to the Formula of Concord, which determines: with, in and under the bread we receive the body and blood of Christ,” “for,” he adds, “something in, with and under the bread and wine can only be thought of corporeally, Capernaitically, and the Scripture does not teach that: rather this approaches the Roman Catholic doctrine.” According to the sublime thoughts of this learned hero, which in the end dissolve in the fog of nonsense, the glorification must be such a process whereby a body ceases to be a body and yet remains a body. Now if the Herr Editor does not believe that we receive the body of the LORD in the Holy Supper — for a body that is nothing corporeal is surely no body any more — how can he then maintain that he accepts the 10th Article of the Augsburg Confession, which teaches plainly and concisely “that the true body and blood of Christ are truly present under the form of bread and wine in the Supper, and are there distributed and received”? and how can we have drawn false conclusions from his words?

Meanwhile he betrays his hiding-place, in which he thinks he has skillfully hidden himself according to circumstances, plainly enough by his own talkativeness. He says himself, “the Lutherans and German Reformed are in the main agreed in the doctrine of the Holy Supper” (by “Lutherans” he naturally understands only such as he himself is). Now if this assertion is true, it must appear from the Heidelberg Catechism, as the confession of the Reformed. Here we read in the answer to the 47th question: “Is not Christ then with us even unto the end of the world, as He has promised us?” these words: “Christ is true man and God. According to His human nature He is now not on earth, but according to His Godhead, etc., He departs never from us.” Now if our LORD Christ according to His glorified humanity is shut up in heaven — how can He give His glorified body and His glorified blood to us, who are yet on earth? But for this the answer to the 76th question knows counsel, which teaches: to eat the crucified body of Christ means: to accept with a believing heart the whole suffering and death of Christ and thereby obtain forgiveness of sins and eternal life, and besides, through the Holy Ghost, who dwells at once in Christ and in us, to be united more and more with His blessed body, that we, although He is in heaven, etc. Here everyone sees indeed that according to this doctrine in the holy