Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 17 › Seite 133
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-04-15, Seite 133
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er den Glauben in dir wirke, sonst bleibest du wohlewiglich ohne Glauben, du dichtest und thust, was du willst oder kannst."
(Eingesandt.)
Etwas über das echte, gründliche Lutherthum des ehemals Weyl'schen nun Anstädt'schen Kirchenboten.
In der letzten Nummer des vorigen Jahrgangs benannter Zeitschrift hat der bisherige Herausgeber H. Weyl einen rührenden Abschied genommen, da er nun von dem Schauplatz seiner neunjährigen editoriellen Laufbahn abtrete. Daß er in seine wehmuthvollen Abschiedsthränen etwas Galle über die bekenntnißtreuen Lutheraner, die er mit andern Altlutheraner zu nennen pflegt, hineingemenget hat, darf uns an diesem Manne nicht sonderlich befremden. Haben ihm doch besagte Altlutheraner, durch seine freventliche Entstellung und Verleugnung der Wahrheit herausgefordert, zuweilen mit dem Lichte der Wahrheit etwas scharf unter die Augen geleuchtet und damit sein weites, nur der vollen Wahrheit verschlossenes Herz gekränkt. Was Wunder also, daß er zum Abschied noch einmal vor den Vorstellungen und dem Geiste dieser ungeschlachten Leute warnen muß und sie in seiner gewohnten Weise noch einmal als diejenigen abconterfeit, die die Fackel der Zwietracht in die Kirche geworfen hätten und in einem bittern Geiste fortführen, alles zu zerbrechen und zu zerschlagen, was nicht in ihren bigottischen Kram passe. Haben sie doch, wie er klagt, die Liturgie und das neue Gesangbuch der Generalisten, so wie die Männer, denen selbige zur Bearbeitung anvertraut waren, höhnisch angegriffen, Gemeinden zerrissen, der Brüder Herz gekränkt und wo sie hinkamen, Zeichen der Zerstörung und Uneinigkeit zurückgelassen. Muß er sie doch den Puseyiten der englischen Hochkirche vergleichen, und ihnen prophezeihen, daß sie am Ende noch römisch werden würden. Muß er doch deshalb als ein treuer Wächter auf den Mauern des Generalsynodischen Zions Lärm schlagen und den Leuten zurufen: seid auf eurer Hut! Laßt euch nicht irre leiten durch Chorröcke, Kerzen, Crucifixe, Kreuzungen, Privatbeichten ꝛc. bleibet aber fest in der einfachen Lehre des Evangeliums (??) und dem einfachen Gottesdienst der lutherischen Kirche (?). —
Nun wir achten es freilich nicht der Mühe werth, diese, ohne allen Beweis in die Welt hingestreuten Behauptungen und Schmähungen zu widerlegen. Das hieße ihnen auch zu viel Ehre anthun. Weil aber am Tage ist, daß sich H. Weyl damit abermals schwer versündigt hat, so möchten wir ihm doch zum Abschied noch den Liebesdienst thun, und ihm, so es möglich wäre, durch einige Bemerkungen und Fragen zur Erkenntniß seiner Sünde verhelfen. Er giebt uns schuld, daß wir die Fackel der Zwietracht in die Kirche geworfen hätten, und sagt dies offenbar in Bezug auf den Symbolstreit, dessen er kurz zuvor Erwähnung gethan hat. Nun weiß doch H. Weyl, daß wir die lutherischen Symbole nicht erst gemacht und erfunden haben. So sollte er auch wissen, daß sie es gerade sind, dadurch sich, als durch ihr öffentlich Bekenntniß, die lutherische Kirche von den Römischen, Reformirten, Methodisten und andern Secten unterscheidet, und daß ein jeder, der nicht ein Römischer, Reformirter, Methodist ꝛc., sondern eben ein Lutheraner sein will, sich zu ihnen bekennen müsse. Ja wenn H. Weyl selber ein aufrichtiger Lutheraner wäre, so wüßte er auch, wie freudig und getrost man das thun kann, sintemal unsere Symbole und zwar nur sie allein in allen Theilen der Schrift gemäß lehren und nichts als den wahren einigen Christenglauben bekennen. Dann würde er freilich auch den Schmerz verstehen, den uns die Untreue derer verursacht, die den theuren Glauben der Väter verleugnen und auf fremden Höhen opfern und unter allen Hainen sich verhuren. Aber das ist es eben, was H. Weyl nicht verstehen noch erkennen will und wogegen er sich so hartnäckig sträubt. Darum so können wir ihn freilich nicht bei seinem lutherischen Wissen und Gewissen anfassen, sondern müssen auf die gemeine Ehrlichkeit hin die Frage an ihn stellen: wer denn den Streit anfange, ob derjenige, der die Wahrheit behauptet und festhält, den Irrthum aber straft, oder derjenige, der die Wahrheit verleugnet, ihr widerspricht und den Irrthum vertheidigt — ob der, welcher das lautere Bekenntniß wahrt, oder der, der es ansicht. H. Weyl müßte sogar dem von den Generalisten so viel berühmten gesunden Menschenverstande und allem Rechtsgefühl Hohn sprechen, wenn er das erstere behaupten wollte. Nun wende er dies doch einmal auf den vorliegenden Fall an, so wird er doch kaum keck und vermessen genug sein, zu behaupten, daß wir wider und sie für das lutherische Bekenntniß sind, dessen Lauterkeit bisher selbst von den offnen Feinden unangetastet geblieben. Dennoch müßte doch erst nothwendiger Weise bewiesen werden, daß das gute alte lutherische Bekenntniß, welches wir wahren, eben nicht das lautere sondern ein falsches Bekenntniß sei und daß sie erst neuerlich das rechte und echte herfürgebracht hätten, ehe uns zur Last gelegt werden könnte, daß wir mit unserm Festhalten am alten die Fackel der Zwietracht schwängen und wider die Wahrheit stritten. Aber freilich, wir haben es mit einem Gelehrten zu thun, der uns aus der Kirchengeschichte daher demonstrirt, daß die Concordienformel schon im Entstehen eitel Verwüstung, Entfremdung der Gemüther und starres eiskaltes Formenwesen hervorgebracht habe, und daß sich durch ihre Aufstellung die streitenden Partheien um kein Haar breit näher gekommen seien. Doch wie? da redet ja der gelehrte Herr offenbar von streitenden Partheien, die schon vorhanden waren, und nicht erst durch die Concordienformel als durch eine Zwietrachtsfackel hervorgerufen zu werden brauchte. Und weiß freilich männiglich, daß es dazumal schon Reformirte gab, die mit ihrer klugen Vernunft in die Schrift geplatzt sind, und deshalb viele wichtige Artikel des heiligen christlichen Glaubens nicht haben fassen können und darum nicht haben glauben mögen. Da hätte man nun zwar nach dem klugen Rath des H. Weyl ein Auge zudrücken und schweigen sollen, auch wenn man durch Gottes Gnade aus Seinem gewissen wahrhaftigen Wort die Wahrheit erkannt hatte. Aber so hat eben die Kirche Christi, die ja ein Pfeiler und Grundveste der Wahrheit ist, nie gethan, so kann sie nicht thun, sondern jederzeit hat sie ihre Stimme gegen jeglichen Irrthum wie eine Posaune erhoben. H. Weyl lese doch z. B. ein wenig die Geschichte des Nicänischen Concils, und sehe doch, wie schlecht dort die Parthei der Mittelmänner bestanden, wie glorreich dagegen die reine volle Wahrheit im Kampf mit der arianischen Ketzerei das Feld behauptet hat. Freilich die verstockten Arianer sind dadurch um kein Haar breit besser, sondern nur desto hitziger und ingrimmiger geworden. Aber gewiß nicht deshalb, weil ihnen die göttliche Wahrheit, der sie sich nur einfältig unterwerfen durften, um mit einem Mal allem Streit ein Ende zu machen, nicht helle genug unter die Augen gestellt worden ist, sondern weil sie eben derselben freventlich widerstrebt haben. So ist's auch in den Tagen der Concordienformel ergangen, und so ergeht es heute noch. Wer wäre nun frech genug, das der Kirche Gottes zur Last legen zu wollen und sie zu beschuldigen, daß sie den arianischen Streit, daß sie den Kampf mit den Reformirten im sechszehnten Jahrhundert herbeigeführt und verursacht habe? Ebenso wenig aber trägt sie, tragen ihre treuen Söhne die Schuld von dem Streite mit den falschen Lutheranern im neunzehnten Jahrhundert, und noch heut zu Tage fehlt viel, daß ihr freudiges Bekenntniß jeglichem Irrthum und jeglicher Ketzerei gegenüber eine Brandfackel sei, die nur alles verheere und verstöre. Im Gegentheil es schmerzt uns in der That sehr, daß auch heute wieder das alte Spiel sich erneuert und die falschen Brüder, je mehr wir sie mit dem Wort der Wahrheit strafen, nur um so unsinniger werden und uns nur um so mehr verdächtigen, höhnen und lästern. Aber sollen wir deshalb schweigen und die durch Gottes Gnade erkannte Wahrheit auch verleugnen? Nimmermehr! Das kann, das darf nicht sein, das verbieten uns die Worte des HERRN. da Er spricht: Wer mich verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Und so wird es denn auch H. Weyl nichts helfen, daß er uns für unser treues Festhalten am Bekenntniß und unser offnes Zeugen wider alle Lüge und Irrthum mit Schmach überhäuft und uns als Ruhestörer, Vandalen und Puseyiten brandmarkt. Das fällt alles allein auf sein Haupt und die Rechte des Herrn behält doch den Sieg. Possierlich aber ist's, daß ein Mann, der seinen Unglauben im Bezug auf das heilige Abendmahl schon mehrfach offen ausgesprochen hat, der auch hier wieder ein halbes Bekenntniß thut, indem er sich nur zu dem, was er für wesentlich hält, bekennet, daß ein solcher Mann zur festen Treue in der einfachen Lehre des Evangeliums ermahnt und auffordert bei dem einfachen Gottesdienst
English translation AI translation
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he work the faith in thee, otherwise thou wilt remain forever without faith; thou composest and doest what thou wilt or canst."
(Submitted.)
A Word on the Genuine, Thorough Lutheranism of the Kirchenbote, Formerly Weyl's, Now Anstädt's.
In the last number of the past volume of the said periodical, the former editor, Mr. Weyl, took a touching farewell, since he is now stepping down from the stage of his nine years' editorial career. That he has mingled into his sorrowful tears of parting some gall against the Lutherans faithful to the Confession, whom he is accustomed to call, with others, Old Lutherans, need not surprise us particularly in this man. For the said Old Lutherans, provoked by his wanton distortion and denial of the truth, have at times shone the light of truth rather sharply into his eyes, and thereby have wounded his wide heart, which is closed only to the full truth. What wonder, then, that at his departure he must once more warn against the notions and the spirit of these uncouth people, and in his accustomed manner must once more portray them as those who have cast the torch of discord into the Church and go on in a bitter spirit to break and shatter everything that does not suit their bigoted trumpery. For they have, as he laments, scornfully attacked the liturgy and the new hymnal of the Generalists, as also the men to whom the same were entrusted for preparation, have rent congregations asunder, wounded the hearts of the brethren, and wherever they came, left behind tokens of destruction and disunity. He must needs compare them to the Puseyites of the English High Church, and prophesy to them that in the end they will yet turn Roman. He must needs, therefore, as a faithful watchman upon the walls of the General-Synodical Zion, sound the alarm and cry to the people: Be on your guard! Let yourselves not be led astray by choir surplices, candles, crucifixes, crossings, private confessions, etc., but abide firmly in the simple doctrine of the Gospel (??) and the simple divine service of the Lutheran Church (?). —
Now we indeed do not think it worth the trouble to refute these assertions and slanders, scattered abroad in the world without any proof. That would be doing them too much honor. But since it is plain that Mr. Weyl has thereby once more grievously sinned, we should nevertheless like to do him, at his departure, one more kindness, and, if it were possible, to help him by a few remarks and questions to the recognition of his sin. He charges us with having cast the torch of discord into the Church, and says this evidently with reference to the controversy over the Symbols, which he mentioned shortly before. Now Mr. Weyl knows, after all, that we did not first make and invent the Lutheran Symbols. So he ought also to know that it is precisely they, by which, as by their public Confession, the Lutheran Church distinguishes herself from the Romanists, the Reformed, Methodists, and other sects, and that every one who wishes to be not a Romanist, Reformed, Methodist, etc., but precisely a Lutheran, must confess himself to them. Yea, if Mr. Weyl himself were a sincere Lutheran, he would also know how joyfully and confidently one can do so, seeing that our Symbols, and indeed they alone, teach in all parts in accordance with the Scripture, and confess nothing but the true, one Christian faith. Then he would indeed also understand the pain which the unfaithfulness of those causes us, who deny the precious faith of the fathers, and sacrifice upon strange heights, and under all groves play the harlot. But that is just what Mr. Weyl will neither understand nor acknowledge, and against which he so obstinately struggles. Therefore we cannot indeed lay hold of him by his Lutheran knowledge and conscience, but must put the question to him on the ground of common honesty: who then begins the strife, whether he who maintains and holds fast the truth, but rebukes error, or he who denies the truth, contradicts it, and defends error — whether he who preserves the pure Confession, or he who assails it. Mr. Weyl would even have to scoff at the sound common sense so much extolled by the Generalists, and at all sense of right, if he wished to assert the former. Now let him but apply this to the case before us, and he will hardly be bold and presumptuous enough to assert that we are against, and they for, the Lutheran Confession, whose purity has hitherto remained untouched even by open enemies. Nevertheless it would first of necessity have to be proved that the good old Lutheran Confession, which we preserve, is not the pure but a false Confession, and that they have only recently brought forth the right and genuine one, before it could be laid to our charge that by our holding fast to the old we were brandishing the torch of discord and fighting against the truth. But to be sure, we have to do with a learned man, who demonstrates to us from church history that the Formula of Concord, even in its origin, produced utter devastation, estrangement of minds, and a rigid, icy-cold formalism, and that by its promulgation the contending parties did not come a hair's breadth nearer to one another. Yet how? Here the learned gentleman is evidently speaking of contending parties which were already in existence, and did not first need to be called forth by the Formula of Concord as by a torch of discord. And everybody knows, of course, that there were Reformed even then, who with their clever reason burst into the Scripture, and therefore could not grasp, and so would not believe, many important articles of the holy Christian faith. Now, according to Mr. Weyl's wise counsel, one should have shut one eye and kept silence, even when one had recognized the truth through God's grace from His sure and true Word. But the Church of Christ, which is indeed a pillar and ground of the truth, has never done so, nor can she do so, but at all times she has lifted up her voice like a trumpet against every error. Let Mr. Weyl read, for example, a little of the history of the Council of Nicaea, and see how poorly the party of the mediators fared there, and how gloriously, on the contrary, the pure, full truth held the field in the struggle with the Arian heresy. To be sure, the obstinate Arians were thereby not a hair's breadth better, but only the more heated and furious. But certainly not because the divine truth, to which they needed only to submit simply in order to put an end at once to all strife, was not set clearly enough before their eyes, but because they wantonly resisted it. So it went also in the days of the Formula of Concord, and so it goes today still. Who would be so brazen as to lay that to the charge of the Church of God, and to accuse her of having brought about and caused the Arian controversy, or the struggle with the Reformed in the sixteenth century? Just as little, however, does she bear the blame, nor do her faithful sons, for the strife with the false Lutherans in the nineteenth century, and even today it is far from true that her joyful confession in the face of all error and all heresy is a firebrand which only lays waste and destroys everything. On the contrary, it grieves us indeed very much that also today the old game is renewed, and the false brethren, the more we rebuke them with the Word of truth, only become the more senseless, and the more they suspect, mock, and revile us. But shall we on that account keep silence, and deny also the truth recognized by God's grace? Never! That cannot, that may not be; the words of the LORD forbid us, where He saith: Whosoever shall deny me before men, him will I also deny before my Father which is in heaven. And so it will avail Mr. Weyl nothing that he heaps reproach upon us for our faithful holding fast to the Confession and our open testifying against all lies and error, and brands us as disturbers of the peace, Vandals, and Puseyites. It all falls upon his own head, and the right hand of the Lord yet gets the victory. But it is droll that a man who has already openly expressed his unbelief with regard to the Holy Supper several times, who also here again makes but a half confession, in that he confesses himself only to that which he holds to be essential, that such a man exhorts and calls to steadfast fidelity in the simple doctrine of the Gospel at the simple divine service